Er hat nicht lange gedauert. Der Mann kann einfach nicht anders. Arbeitgeberpräsident Hundt fordert
die neue Koalition auf den Kündigungsschutz zu lockern. Mehr Flexibilität erleichtere
den Wiedereinstieg für Arbeitslose. Dabei ginge es nicht darum Arbeitnehmer einfacher
los werden zu können.
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Ein Blick über den Tellerrand, zu unseren skandinavischen
Nachbarn, offenbart: Hier leben Menschen, die man aufgrund hervorragender
Lebensqualität zu den glücklichsten aller Nationen zählen darf. Auf den ersten
Blick erstaunlich, da hier z.B. der Kündigungsschutz recht lax gehandhabt wird.
Woran liegt es dann, dass die Einwohner dieser Region nicht in lähmende Angststarre verfallen wie die Deutschen?
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Betrachtet man das Problem nicht isoliert, kann es auch
nicht mehr verwundern. Geringe Arbeitslosigkeit und lockerer Kündigungsschutz
stellen in diesem Kontext einfach keinen Widerspruch dar.
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Was dabei nicht unter den Tisch gekehrt werden sollte, ist das
politische Bekenntnis zum starken Sozialstaat. Dort wurde mit Lockerung des K’schutzes auch gleich komfortable
Abfindungsoptionen eingerichtet. Dort sind Arbeitslose nicht unmittelbar vom Zusammenbruch
ihrer finanziellen Existenz bedroht. Dort werden Weiterbildungsmöglichkeiten
garantiert. Wer in der Vergangenheit einen unattraktiven Beruf gelernt hat,
bekommt die Chance einen neuen zu erlernen, um wieder fitt auf dem Arbeitsmarkt
durchzustarten. Dort rutsch der Betroffene eben nicht so schnell durch alle
Maschen. Und, es funktioniert!
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In Deutschland ist Hartz 4 (ALG II) eben kein
vorrübergehender Zustand, sondern eine Diagnose mit Therapieverweigerung. Die
Lockerung des K'schutzes in Deutschland kann nicht begründet werden mit
den arbeitsmarktpolitischen Erfolgen unserer Nachbarn. Wer dies tut betreibt
Augenwischerei und vergleich Äpfel mit Birnen.
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Ich erwarte von der neuen Regierung, dass sie die
Lebensqualität der Erwerbstätigen und –fähigen im Auge behält. Dabei unterscheide ich auch nicht zwischen sog. Leistungsträgern und solchen die offenbar nicht dazu gehören. Selbst eine Reform von Arbeitnehmerrechten stellt für mich noch keinen Tabubruch dar. Aber, sollte
in naher Zukunft reine Kahlschlagpolitik betrieben werden, die ausschließlich
zu Lasten der Beschäftigten und Arbeitssuchenden geht, wird sich zeigen, ob Schwarz-Gelb tatsächlich volle 4 Jahre "ihr Ding machen kann".
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Herr Hundt, vielleicht haben Sie nicht einmal Unrecht und die Lockerung des K'schutzes schafft neue Stellen. Aber ein Weiterso auf dem Rücken derjenigen die erst durch die Finanzkrise ihren Job verloren haben kann auch nicht ihr voller Ernst sein.
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C
vor > 2 Jahre
