Arbeitsamt - Erlebnisse - Unterstützung JA/NEIN

  • wurzel
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  • Beiträge: 1662
vor > 3 Jahre
@all

Aufgrund des "schlafenden" Forums versuche auch ich einen neuen Beitrag zu lancieren. Es sollte eigentlich genügend user geben, die sich mit diesem Thema herumschlagen. Wer weiss, vielleicht können wir uns gegenseitig auch Hilfe leisten.

Schöne Grüsse
Wurzel
  • bodrum56
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 3 Jahre
@ all
@ Hallo Wurzel

Unterstützung durch das Arbeitsamt gibt es nach meinen Erfahrungen nicht.

Nach fast sechsmonatiger Arbeitslosigkeit habe ich es geschafft, mir eine Fortbildung regelrecht zu erkämpfen, nachdem man mir vorher erklärte: "Eine Fortbildung können Sie ja selbst bezahlen."

Weiterhin erklärte mir mein "Coach" in der neuen Agentur, dass ich mich auf die falschen Stellen bewerbe. In Wirklichkeit ist es so, dass ich vom Arbeitsamt aufgefordert wurde, mich ständig auf Stellen zu bewerben, zu denen mein Profil überhaupt nicht passt. Um einer Sperre zu entgehen, musste ich diese Bewerbungen natürlich schreiben. :roll:

Ein weiteres Erlebnis, eigentlich ist es fast zum Lachen!

Als ich von meinen Arzt ab 2.7.2009 für einige Zeit krank geschrieben wurde, reichte ich das Attest sofort beim Arbeitsamt ein. Während der Zeit meiner Krankschreibung hatte ich einen Termin auf dem Arbeitsamt, den ich aufgrund des Attestes aber nicht wahrnehmen musste. Ich teilte dieses rechtzeitig schriftlich mit und reichte noch einmal eine Kopie des Attestes nach. Fünf Tage nach diesem eigentlichen Termin bekam ich einen Brief mit anliegender Strafandrohung und dem Hinweis auf eine dreiwöchige Sperre mit neuem Termin ein paar Tage später. Als ich vor diesem Termin die Hotline des Arbeitsamtes anrief, teilte man mir dort mit, es liege keine Krankmeldung vor. Als ich darauf hinwies, dass ich die Krankmeldung persönlich in den Briefkasten des Arbeitsamtes gesteckt hatte, lag die Krankmeldung plötzlich vor. Allerdings erklärte man mir, die Krankmeldung sei ja auf einem weissen Blatt statt auf einem gelben Attest und könne somit nicht anerkannt werden. :roll:

Ich bin daraufhin zu meinen Arzt gegangen und erklärte ihm das Problem. Mein Arzt sagte mir daraufhin, in anderen Fällen sei das so immer in Ordnung gewesen und anerkannt worden. Er stellte mir dann ein gelbes Attest aus, welches dann vom Arbeitsamt anerkannt wurde. Die Sperre habe ich somit zum Glück nicht bekommen.

Ich habe ohnehin den Eindruck, dass das Arbeitsamt das Hauptaugenmerk darauf verwendet, nach Gründen für eine Sperre zu suchen.

bodrum
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 3 Jahre
@Sternenhimmel, da du daran interessiert bist :P
@all - in der Hoffnung auf Wortmeldungen

Erklärung von Abkürzungen in der CH
- RAV = Regionales Arbeitsvermittlungszentrum
- AK = Arbeitslosenkasse
- PB = zuständiger Sachbearbeiter, d.h. genannt Personalberater

Ich bin ohne Job seit 1.9.2008. War gestern das 2. Mal beim PB, der mir beim 1. Besuch die Anmeldung zum Kurs "Standortbestimmung 50 +" in Aussicht gestellt hat.

Der Besuch beim PB erfolgt aufgrund eines von ihm vorgegebenen Termins. Jeden Monat, d.h. jeweils am 1. Arbeitstag eines Monats müssen die sogenannten Arbeitsbemühungen (vorgegebenes Formular inkl. Kopien der Bewerbungen) abgegeben oder geschickt werden. Die Anzahl der zu suchenden Jobs gibt der PB vor (Kriterien nach Ermessen des PB).

Kurzabriss meines gestrigen Termins:
- 5 Minuten zu früh, d.h. man begibt sich in einen Warteraum
- 5 Minuten zu spät holt mich der PB ab. Entschuldigt sich, aber er
musste für kleine Jungs
- Mein PB ist ca. 35 Jahre alt
- Führt mich ins Büro, Begrüssung via Handschlag und wünscht ein
gutes neues Jahr
- Setze mich an den Besuchertisch mit den mitgebrachten Unterlagen
- PB setzt sich an sein ca. 3 Meter entferntes Pult
- PB sucht meine Akten und nimmt sie aufs Pult
- PB ruft meine Akten am PC auf und hat Probleme damit
- PB schüttelt den Kopf - scheint etwas nicht zu funktionieren am PC
- PB klappert auf der Tastatur rum - schüttelt den Kopf
- PB klappert weiter, findet das Problem nicht
- Ich starre in dieser Zeit einfach Löcher in den Raum, zeichne Blumen
auf meinen Block
- PB gibt nach einer Viertelstunde am PC und mit Stillschweigen auf
- PB nimmt mein Dossier, welches auf seinem Pult liegt und sucht (was
auch immer)
- Ich male weiter Blumen - eine Viertelstunde ist jetzt rum.....
- PB fragt mich, wieso er mein letztes Krankheitszeugnis von Ende
September immer noch nicht hat von mir.
- Ich sage, dass ich es ihm das letzte Mal in Kopie ausgehändigt
hätte und es ihm, auf seinen Wunsch (Telefon), im November noch
einmal geschickt hätte.
- PB findet nichts
- PB ruft AK an auf meinen Vorschlag hin. AK verspricht ihm (ebenfalls
zum 2. Mal) eine Kopie zuzustellen. AK hat von mir auch eine Kopie
benötigt
- PB wühlt weiter in den Unterlagen - eine halbe Stunde ist jetzt vor-
bei
- PB fragt, ob ich die ihm zugestellten Bewerbungen mit den Absagen
wieder zu meinen Akten benötige
- Ich benötige sie nicht, besten Dank.
- PB fragt mich, warum ich diese Unterlagen nicht benötige. Sei doch
wichtig zu wissen, von wem ich eine Absage bekommen habe.
- Ich: wie schon einmal besprochen, führe ich eine Excel-Liste, d.h.
brauche das Papier also nicht mehr. Kann vernichtet werden.
- PB: wäre doch aber gut zu behalten, damit ich ab und zu die netteren
und aufbauenden Absagen lesen könne. Tue doch gut, wenn es einem
schlecht gehe.
- Ich verneine noch einmal, trotzdem Danke
- PB rollt jetzt mit seinem Bürostuhl an den Besuchertisch und
schaut sich mein Gekritzel an, grinst dabei und fragt, ob es mir
langweilig sei und ich mich immer beschäftigen müsse.
- Ich sage, ja, eine halbe Stunde hier zu sitzen, kein Gespräch zu füh-
ren, auf irgend etwas zu warten, das sei für mich absolut unnütze
Zeit.
- PB meint: sie haben ja genügend Zeit, da spielt es ja keine Rolle
- Keine Antwort von meiner Seite
- Ich fange jetzt an das Gespräch zu führen, denn langsam werde ich
wütend. Herr X, wie sieht es aus mit meinem Kurs Standortbestimmung?
- PB: oh, wieso fragen sie? Haben wir das letztes Mal besprochen?
- Ich: ja, sie haben mir eine Anmeldung versprochen für den Januar,
jedoch ohne Garantie einer Aufnahme.
- PB: Entschuldigung, habe ich vermutlich vergessen aufzuschreiben. Hab
ich mich nicht darum gekümmert. Ist jetzt sowieso durch Sozialhilfe-
bezüger ausgebucht bis Ende März.
- Ich: schlucke leer und versuche meine Wut zu unterdrücken
- PB: was machen sie denn so die ganze Woche? Können Sie sich be-
schäftigen oder ist es ihnen langweilig?
- Ich: wie sie bereits aus meinen Unterlagen wissen, ist es mir nie
langweilig. Mache Freiwilligenarbeit, gehe in die Natur, gehe ins
Fitnesscenter und hab einen grossen Haushalt, koche fürs Leben gern.
- PB: aha, sehe, sie sind ja verheiratet. Was genau macht ihr Partner
beruflich?
- Ich: ja, bin seit 20 Jahren verheiratet, aber was bitte hat das mit
mir resp. mit diesem Gespräch zu tun?
- PB: möchte gerne wissen, was denn ihr Partner beruflich macht
- Ich: er arbeitet im Kaufmännischen Bereich
- PB: ja was genau denn und wie ist seine Stellung?
- Ich: bitte entschuldigen sie, aber es geht im Moment um mich und
nicht um meinen Partner
- PB: offensichtlich wollen sie nicht antworten. Dann frage ich sie, ob
ich sie irgendwie beschäftigen muss mit einem Deutschkurs oder einem
PC-Kurs (ist aber nur noch ein Platz frei für Anfänger). Es wäre
doch eine Beschäftigung. Brauchen sie denn eine Beschäftigung?
- Ich: nein, vielen Dank für die Mühe. Habe keine Langeweile
- PB rollt mit dem Stuhl an sein Pult und sucht etwas in der Schublade
- PB findet und rollt mit dem Stuhl zurück an den Besuchertisch
- PB händigt mir die notwendigen Formulare für RAV und AK für die
Monate Januar und Februar aus mit den Couverts und legt sie mir
hin.
- Ich: besten Dank und wann habe ich den nächsten Termin?
- PB: haben sie den Terminzettel von heute dabei?
- Ich: ja, lege ihn vor ihn hin
- PB: wollen wir Mal schauen und rollt wieder an den PC um die Agenda
zu holen. Rollt zurück mit der Agenda. Gut, wir sehen uns wieder
am 20.3.2009.
- Ich packe die Papiere in meine Dokumentenmappe.
- PB verabschiedet sich von mir nach 50 Minuten!

Ich kommentiere ganz bewusst dieses Erlebnis nicht weiter. Bin gespannt, ob eine Diskussion zustande kommt, was mich freuen würde.

Wurzel
  • Sternenhimmel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2013
vor > 3 Jahre
@ Wurzel,

Eigentlich ist Dein Bericht nicht lustig, sondern zum Schreien... :mrgreen:
In Österreich arbeitet man in solchen Ämtern sehr ähnlich.
Hängt natürlich wie immer von dem jeweiligen PB ab.
Ich will nicht alle in einen Topf werfen.

LGr.
Sternenhimmel
vor > 3 Jahre
Dieser Beitrag wurde auf Wunsch des Users gelöscht.
  • mondsüchtig
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 9
vor > 3 Jahre
Hallo Wurzel,

Dein Bericht zum Tagesablaufes eines PB ist derart genau und diese Stellenbeschreibung könnte schon vom Personalamt stammen. Habe mich köstlich amüsiert, obwohl diese Tatsache eigentlich nur die Traurigkeit in dem Amt beweist. Wer ins Amt muss, um sich Hilfe zu holen, wird nur noch zu einer Nummer und der dahinter stehende Mensch zur Ware ohne jegliche Bedeutung. So ist der bedauerliche Zustand.

VG
mondsüchtig
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 3 Jahre
@mondsüchtig

Vorab heisse ich dich ganz herzlich willkommen bei kununu!

Finde ich schön, dass du dich amüsiert hast ob meiner kleinen Erzählung. Sollte auch der Sinn der Sache sein, denn es ist eine so traurige Tatsache (wenn es sicher auch nicht auf jeden SB zutrifft), dass man es nur ins Lächerliche ziehen kann. Man macht sich sonst nur selbst kirre und das bringt wirklich rein gar nichts.
Man ist schon genug mit sich selbst beschäftigt, wenn man keinen Job hat, d.h man muss die Dinge auf den Ämtern so gut wie möglich über sich ergehen lassen.

Einen schönen Tag!

wurzel
  • mondsüchtig
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 9
vor > 3 Jahre
Hallo wurzel,

Nun ja, Arbeit kann vielleicht befriedigen, aber nur, wenn sei einen erfüllt. Ich glaube, ich kann mich zu den wenigsten zählen, die eine Stelle hat, die einer Berufung gleich kommt und die Zufriedenheit bringt.

Aber sollte man sein Leben nicht so gestalten dürfen, dass man auch wirklich lebt?

Schönen Tag

VG
mondsüchtig
  • Pretty Linda
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor > 3 Jahre
In Österreich arbeitet man in solchen Ämtern sehr ähnlich.

Das entspricht nicht meinen Erfahrungen - eher schon, dass du nach 5, spätestens 10 Minuten wieder draußen bist, da die BeraterInnen sich nicht die Zeit für ein Gespräch nehmen - beschränkt sich auf "Arbeitslosenverwaltung": Kontrolle der Fristen etc.
Dass sich einE AMS-BeraterIn schon mal 50 Minuten Zeit genommen hätte für eineN "RatsuchendeN" hab ich noch nie gehört. Selbstverständlich wäre es fein, wenn diese Zeit dann auch sinnvoll genützt würde. Dies scheint wiederum länderübergreifend ähnlich zu sein - Verwaltung eben...
Zum Glück gibt es Beratungsstellen, wo es ganz anders zugeht, wo man sich Zeit nimmt für dein Anliegen und darauf eingeht.
  • Sternenhimmel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2013
vor > 3 Jahre
@ prettylinda

Hallo,
Herzlich willkommen im Kununuforum. :D

Zu Deinem Bericht hätte ich eine Frage:
Waren diese 50 Minuten für eine Beratung genützt, oder war es eine
"sinnlose Begegnung"?
Ja, ich habe auch andere Erfahrungen gemacht, aber die meisten waren eben so wie Du sagst, einfach Pflichttermine.
Eine Freundin von mir, die kurz vor ihrer Pensionierung steht, musste einen AMS Bewerbekurs absolvieren.
Man fragt sich nur WOZU DAS :-:
Der Ablauf dieses Kurses war:
- sie musste sich bei einer Beraterfirma melden
- dort sagte ihr ein erfahrener Coach: wir beide wissen, dass es keinen Sinn hat....
- kommen sie dann am Ende des Kurses und ich werde ihnen den Kursbesuch bestätigen

Ich grüße Dich
Sternenhimmel
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 3 Jahre
@Sternenhimmel

Wow, das Erlebte deiner Freundin ist aber auch jenseits von Gut und Böse. Die Psyche scheint da wirklich keinerlei Rolle mehr zu spielen. Mehr als unschön :(

Liebe Grüsse
Wurzel
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 3 Jahre
@prettylinda

Willkommen im Forum prettylinda

Schön, dass du positive Erfahrungen sammeln konntest. Nur, eines möchte ich dir doch entgegnen. Was bringen dir 50 Minuten Zeit absitzen, wenn keinerlei Beratung stattfindet. Die von meinem Berater geäusserten Sätze hätten ja locker in 10 Minuten Platz gehabt.
Da muss ich fast annehmen, dass er eine Zeitvorgabe vom Arbeitgeber hat pro Arbeitslosen und diese dann auf seine ziemlich spezielle Art und Weise absitzt.

Grüsse, Wurzel
  • Sternenhimmel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2013
vor > 3 Jahre
@ Wurzel,

Nein, nein, meine Freundin hat es mit Humor betrachtet.....
Wir alle wissen, dass sehr viele Kurse vom Arbeitsamt absolut sinnlos sind, genau so wie dieser bei meiner Freundin.
Es heißt, man muss innerhalb einer bestimmten Zeit Kurse sog. Maßnahmen absolvieren und das AMS (Arbeitsamt) schickt seine Kunden auch in ebensolche. Hauptsache die Kursteilnehmer sind aus der Arbeitslosenstatistik heraus genommen.

L.Gr.
Sternenhimmel
  • Pretty Linda
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor > 3 Jahre
@ Sternenhimmel:
Nun, ich habe keine Erfahrung mit so langen AMS-Terminen, daher kann ich dir diese Frage nicht beantworten.

Das mit den sinnlosen AMS-Kursen hört man immer wieder. Ist auch kein Wunder, weil so viele Leute ihre schlechten Erfahrungen mitteilen, aber kaum jemand gute Erfahrungen erzählt. Schade eigentlich. Ich denke, wenn der ausgewählte Kurs zu der Situation der arbeitsuchenden Person passt, kann er sehr sinnvoll sein. Und die vielgeschmähten "Bewerbungskurse": Im positiven Fall passiert hier viel Unterstützung, Motivation und gegenseitiges Aufbauen. Raus aus der Isolation und aus dem Gefühl: "Es bringt ja doch nichts, wenn ich mich bewerbe, weil ich ja nur Absagen krieg."

@ wurzel: Max. 10 Min. am Arbeitsamt zu sein ist nur dann eine positive Erfahrung, wenn man keinen anderen Wunsch hat als möglichst schnell wieder raus zu kommen. :roll: Wenn man hingegen, so wie du es in deinem Protokoll geschildert hast, den Wunsch hat, über die eigene Situation und Möglichkeiten der Veränderung zu sprechen, dann ist das eher enttäuschend...

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag!
  • Hopper
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  • Beiträge: 4
vor > 3 Jahre
Hi all
habe aufmerksam die diskussion gelesen und kann dieser nur zustimmen. ein alo wird heute nicht mehr gefördert, nur noch gefordert und sanktioniert.
ich mußte unterschreiben 12 bewerbungen im monat mindestens nachzuweisen und zwar schriftliche. wo ich die herbekomme ist meine sache. vom amt kommt überhaupt nichts, im sinne von gar nichts. und auf die probleme mit 50+ angesprochen wird nur stereotyp geantwortet:
na na, mein lieber, der trend geht aber eindeutig wieder zu den älteren arbeinehmern hin. wir hier haben die erfahrung gemacht........bla bla bla
aber nicht den kopf hängen lassen und weiter suchen....auch wenn die kollegen in der alo immer mehr werden, dieses jahr
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 3 Jahre
@hopper

Willkommen im Forum Hopper

Tut mir leid, dass wieder jemand zu uns gestossen ist, der offensichtlich älter ist und einen Job sucht. Tatsache ist doch, dass die Wirtschaftslage mehr als bescheiden ist und die Firmen nicht unbedingt ältere AN einstellen. Wir sind teuer ins Sachen Sozialversicherungen.
Die Aussage ist grundsätzlich korrekt, dass in Amerika ein Umdenken in Bezug auf die Einstellung von älteren AN stattgefunden hat. Bis solches Denken bei uns in Europa auch wirklich umgesetzt wird, können wir nicht mehr stempeln, da die Frist abgelaufen ist.

Bleib doch bei uns im Forum. Diskutiere mit uns. Lass deinen Frust bei uns raus (aber Achtung, es wird streng auf die Netiquette geachtet), lache mit uns und lass dir Tipps geben.

Schöne Grüsse
Wurzel
  • Hopper
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 4
vor > 3 Jahre
@wurzel
@all

Hoi Wurzel,
schön mal wieder einen menschen aus der Eidgenossenschaft zu treffen. habe gerne und erfolgreich in meiner "Wahlheimat" gearbeitet, aber das ist ein anderes Thema.
in Deutschland wird bei der Sozialversicherung kein unterschied zwischen jung und alt gemacht. und die betriebliche Altersversorgung wie bei euch steckt im Parkplatz von Basel noch in den Kinderschuhen. alte an werden halt nicht eingestellt, weil sie teuer erscheinen (Lebensalter gleich hohes einkommen) und weil es viele jüngere gibt, die angst vor der Erfahrung der alten haben. ja ich habe sogar in einem Bewerbungsgespräch hören müssen, dass man mich nicht einstellen will, weil ich zu viel weiß und zuviel Erfahrung habe....ich sei nicht mehr formbar. Oder übersetzt: einem Älteren kann man nicht unbedingt ein X für ein u verkaufen und der lässt sich nicht so leicht ausbeuten, wie das bei jüngeren der Fall ist.
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, denn mit Mitte 50 fühle ich mich noch jung und ich habe auch noch Elan.....und Frust lasse ich hier nicht raus, denn was können die Leute im Forum für meine Situation???
Ich freue mich jedenfalls auf nette und zielführende Diskussionen.

in diesem Sinne ein Gruezi wo immer auch hin in die CH
  • bodrum56
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 2 Jahre
@ all

Ende Januar hatte ich für die Anreise zu einem Vorstellungstermin Reisekosten in Höhe von 19,-- ?. Ich rief bei der Hotline des Arbeitsamtes an und teilte dieses mit. Anschliessend bekam ich zwei Formulare zugeschickt. Ein Formular musste ich ausfüllen, das andere musste von der Firma ausgefüllt werden. Nach dreieinhalb Wochen war das Geld noch nicht auf meinem Konto. Als ich daraufhin wieder das Arbeitsamt anrief, teilte man mir mit, die Formulare hätte man an mich zurückgeschickt, weil sie unvollständig ausgefüllt seien, was ich mir nicht vorstellen konnte.

Zwei Tage später waren die Unterlagen in meinem Briefkasten mit einem weiteren Formular, welches mir vorher nicht zugeschickt wurde. Es wurde allerdings so dargestellt, als ob ich dieses Formular vergessen hätte. Die auszufüllenden Punkte waren in grüner :roll: Farbe angekreuzt.

Beim nächsten Schritt ging es dann wenigstens schnell. Drei Tage nachdem ich die Unterlagen eingereicht hatte, bekam ich die schriftliche Mitteilung, dass die Reisekosten in Höhe von 19,00 ? erstattet werden. Im nächsten Satz wurde ich darauf hingewiesen, dass ich gegen diesen Bescheid Widerspruch :P einreichen kann.

Das mache ich natürlich nicht :P

bodrum
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@Sternenhimmel

Liebe Sternenhimmel

Mein Sachbearbeiter beim Arbeitsamt war so begeistert, dass ich einen temporären Job habe, dass sich nun folgende Neuerungen für mich ergeben haben:

- ich muss nur noch 1 - 2 Bewerbungen pro Woche machen
- ich muss meine Bewerbungen nicht mehr an den SB schicken
- ich muss erst wieder im August aufs Amt

Die ganze Sache hat 10 Minuten gedauert und dann war ich in der "Freiheit".

Ich muss ja auch einmal etwas Positives in dieser Beziehung schreiben.

Liebe Grüsse
Wurzel
  • Sternenhimmel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2013
vor > 2 Jahre
@ Wurzel,

Hast Du es gespürt :roll:, dass ich an Dich gedacht habe?
Melde mich unter Gedankenwühlkiste.
Ciao
Sternenhimmel
  • Diva
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2812
vor > 2 Jahre
@ Wurzel

Liebe Wurzel , ich freue mch für Dich :P :P :P
Du wirst Deinen Weg gehen , bist so unglaublich stark......
Ich habe nie an Dir gezweifelt :!:
Wir sind einfach nur Frauen ; und Frauen sind nun mal so - und das ist auch gut so :P
Sagt sogar mein " Wolkenschieber" - er betet mich an :P & auch das ist gut so :P :P :P :P :P :P
Deine DIVA
  • Sommersonne
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 43
vor > 2 Jahre
Hallo an alle,

Ich selber habe mit dem AMS noch nichts zu tun gehabt. Habe aber eine Freundin, die mir erzählt hat wie es da so zugeht. Man bekommt Kontrolltermine die man einhalten muss!! Und wenn man nach einer gewissen Zeit keine Arbeit hat, dann wird man einfach in einen Kurs geschickt, der meistens sehr sinnlos ist.

Grüße
sommersonne
  • Kiku
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 18
vor > 2 Jahre
Hallo an alle...

so wie es aussieht geht es also nicht nur mir so...

Um kurz meine Situation zu erklären:
Nachdem es im Verkauf ja nicht erst seit kurzem übel aussieht mit Jobs habe ich mich entschieden über eine Abendschule meine Berufsreifeprüfung nachzuholen um später vll. noch andere Zukunftsaussichten zu haben.
Leider hatte die für mich zuständige Beraterin dennoch nichts besseres zu tun als mich in völlige sinnlose und unnötige Kurse zu schicken: Zunächst klang das Angebot und die in dem Kurs geboteten Inhalte durchaus interessant: Einige Wochen Persönlichkeits-Training, im Anschluss ein Weiterbildungs-Kurs nach Wahl, zB Englisch, Edv, Lagerführung, Buchhaltung etc... die je nach Kurs ca 6 Wochen dauern sollten. (Kurs von "Die Berater", Tulln)

Ich ging also zu diesem Kurs...
Gleich am ersten Tag verspätet sich die für uns zuständige Beraterin um etwa eine halbe Stunde, nachdem wir in einem Schulungsraum eine weitere halbe Stunde warten mussten, sollten wir uns vorstellen. Danach konnten wir nach Hause gehen...

In den ersten zwei Wochen haben wir folgendes gemacht: (Personal Training)
Wir haben von einer YinYang Beraterin gezeigt bekommen, wie man einen Raum ausklatscht um ihn von negativen Energien zu befreien. (Natürlich ist dies sehr nützlich für einen zukünftigen Job, vor allem wenn man diesen so sehr hasst, das man um ihn verlassen zu dürfen auch in Kauf nimmt von Menschen abgeholt zu werden die einen erstmal in weisse "Hab mich lieb" Westchen packen)

Eines weiteren Tages wurden wir in Gruppen eingeteilt um "Eierflugmaschienen" zu bauen. Richtig gelesen. EIERFLUGMASCHIENEN. Ja...das sind Maschienen mit denen man Eier aus einem Fenster werfen kann ohne das es dabei kaputt geht... :mrgreen:

Des weiteren gingen wir in den Park spazieren um Ball zu spielen.
(ich erspare mir hier weiter Kommentare...)

Den Rest der Zeit verbrachten wir mit herumsitzen...jeden Tag ...je ca. 5 Stunden lang. Unsere "Berater" waren dabei prinzipiell nicht anwesend und die meiste Zeit auch nicht auffindbar.

...doch DAS war nur das Persönlichkeitstrainig...als es nun darum ging die Weiterbildungskurse festzulegen wurde uns nur mitgeteilt, das die meisten Kurse leider schon für Monate ausgebucht sind. Die einzigen freien Kurse waren "Edv für Anfänger" und "Englisch für Anfänger".
Da ich bereits Grundkenntnise habe wurde ich leider für beide Kurse nicht zugelassen und musste weiter 6 Wochen da drin einfach "absitzen"...

Trotz meiner Beschwerde am AMS werden diese Kurse leider weiter gefördert anstatt sinnvolle Weiterbildungsmethoden zu fördern. Wie zum Beispiel mein Abendkurs. Da sich wegen diesem Kurs (Nur DI abends ab 6 Uhr) die Jobsuche als etwas schwieriger gestaltete wurde mir von meiner AMS Beraterin geraten diesen Kurs ggf. abzubrechen, denn da ich keine Kinder habe bin ich dazu verpflichtet JEDEN Job im Verkauf anzunehmen, anderfalls hätte ich keine Ansprüche mehr auf Arbeitslosengeld...

Hinzufügen sollte ich am Ende vielleicht das meine Geschichte weder erfunden noch in irgendeiner Weise übertrieben ist, aber vielleicht haben ja einige von euch ähnliches zu berichten...

Lg,
Kiku :|
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@kiku
Liebe Kiku - danke für diese tragisch-komische Geschichte. Wiedererkennend, hab ich mich fast weggeschmissen vor Lachen. Das System scheint länderübergreifend angewandt zu werden. Wie Du Dich dabei fühlst, können einige aus diesem Forum mitempfinden, weil selbst erlebt - ich auch!
Sage Deiner Bearbeiterin, daß Du den DI-abend-Kurs s o f o r t abbrichst, sobald ein Job in Aussicht ist... (die muß Dir diese Drohungen an den Kopf werfen - ihre Arbeitsanweisung) - traurigerweise muß man Energie dahingehend investieren, mit diesem krüppeligen System zurecht zu kommen, das Spiel zu durchschauen und mitzuspielen, damit einem nicht dauernd mit Existenzverlust gedroht und die Psyche ruiniert wird. Paß auf Dich auf und hab Dich selber lieb! Grüße
  • Cybersnack
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 97
vor > 2 Jahre
Hallo Kiku,

Einem Bekannten von mir ist ähnliches wiederfahren.
Er war 38 Jahre alt und studierter Landschaftsarchitekt. Hat bis vor knapp 4 Jahren (rund 26 Jahre) in einem Betrieb gearbeitet und selbst ausgebildet. Nach der Verwirtschaftung der beiden Chefs wurde das Unternehmen Zwangsinsolvent und er sowie 12 weitere Arbeitskräfte wurden entlassen.
Fazit, er meldete sich arbeitslos. Gewillt im Umkreis von rund um 100 KM einer neuen Tätigkeit in seinem Aufgabenfeld zu bestreiten. Parat war hierzu bei der Arbeitsagentur nix und er als Alleinverdiener samt seiner Familie (Frau und 2 Kindern) lebten von Arbeitslosengeld 1. Er, wie seine Familie besaßen ein altes Bauerngehöft. Renovierungs als auch sanierungsbedürftig wo er seit rund 8 Jahren pö a' pö, in seiner Freizeit liebevoll rumwerkelte und neben dem Motorradfahren dies als Hobby ansah.
Ihm kam ein Saisonangebot der Arbeitsagentur Hamburg zu. Wo er für einen Netto Stundenlohn von 4,78? Spargel stechen sollte :( Auf seine Anfrage hin wie es den mit den Arbeitszeiten aussehe, entgegnete man ihm das er wenn er gewillt währe 6 Tage die Woche und 12 - 15 Stunden arbeiten könne; um somit zukunftssicher seine Arbeitslosigkeit zu beenden 8O.
Er entgegnete ein klares NEIN! ... und der Terror begann. Angebote zu Erdbeerernte und Laubharken bestanden.
Eine Kürzung der Leistungen wurde vorgenommen.
Desweiteren folgte ein Verkehrsunfall, worauf er im August 05 in 3 wöchigen Koma an Lungenriss und inneren Blutungen verstarb. :cry:
Gekürzte Sachbezüge wurden derweil weiterbezahlt die seine Frau nunmehr zum Lebensunterhalt sowie für die beiden Kinder benötigte und ansah.
Ein weiteres Angebot der Arbeitsagentur wurde erstellt: Straßenreinigung und Schneebeseitigung,
Woraufhin hin sich seine Frau meldete und sagte: das ihr Mann verstarb.

3 Tage später erreichte sie eine Anzeige wegen Leistungsmissbrauch! 8O :roll: ...

Fazit, sie sowie ihre Kinder sind heute Obdachlos und sammeln Pfandflaschen. Dank dem demokratischen Sozialstaat Deutschland :evil:

LG Cyber
  • Kiku
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 18
vor > 2 Jahre
Ehrlich gesagt... da fehlen mir die Worte :cry:
  • Sternenhimmel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2013
vor > 2 Jahre
@ Cybersnack,
Lieber Cyber,
Deine Geschichte ist sehr traurig.
Danke, dass Du uns sie erzählt hast.
Sternenhimmel
  • bodrum56
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 2 Jahre
@ Cybersnack

Der Fall deines Bekannten ist eine unwahrscheinliche Schikane. Hier wurde sicherlich die seelische Not der Familie brutal ausgenutzt. Solche Fälle sollten an die Öffentlichkeit gelangen.

bodrum
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@kiku

Hi Kiku

Habe deinen Bericht mit viel Interesse und, trotz der Tragik, mit einigen Lachern gelesen. Wenn du zurückblätterst in dieser Spalte, kannst du meine Erlebnisse in der Schweiz mit dem Amt nachlesen.

Leider ist es wirklich überall dasselbe und so ziemlich nutzlos. Der Staat muss aber doch nachweisen können, dass er für die Bevölkerung alles nur erdenklich mögliche, macht. Wie es dann tatsächlich hinter den Kulissen aussieht, kennen leider alle Betroffenen.
Glaube mir, noch viel schlimmer geht es in der Sozialhilfe zu. Da ich dort tätig war und leider diesem sinnlosen Hickhack nicht mehr gewachsen war, erfreue ich mich nun auch an den Spielen des Arbeitsamts.

Ich wünsche dir trotzdem alles Gute, drücke dir die Daumen für die weitere Stellensuche, rate dir dringend, bei dir zu bleiben und dich nicht psychisch unterbuttern zu lassen.

Schöne Grüsse
Wurzel
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@Cybersnack

Lieber Cyber

Vorab vielen Dank für die Geschichte deines Bekannten. Ich musste es 2 Mal lesen und bin wirklich völlig schockiert. Manchmal ist das Schicksal einfach mehr als brutal.

Herzliche Grüsse
Wurzel
Antworten

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