Hallo,
ich arbeitet seit 2008 als Dipl.-Ing. (FH) in der R&D
Abteilung eines Mittelständlers. Davor habe ich eine Ausbildung zum
Elektroniker gemacht und ca. 1,5 Jahre als Facharbeiter gearbeitet.
Ich bin allerdings nicht zufrieden in meinem Job. Die Firma ist
eine einzige Katastrophe, keine Struktur und planlos. Das liegt hauptsächlich
daran, dass die Führungsmannschaft aus Ja-Sagern besteht die dem Chef nicht die
Wahrheit ins Gesicht sagen, sondern nur gut dastehen wollen und selbst keine
Entscheidungen treffen. Diese werden immer noch unten delegiert.
Die Planlosigkeit treibt besondere Blüten. Man hechelt der
Konkurrenz hinter her und entwickelt neue Produkte erst nach dem es mindestens ein
Mitbewerber längst auf dem Markt hat. Oft erfolgreich und etabliert, so dass
mit gesundem Menschenverstand klar ersichtlich ist, dass damit keinen Stich
mehr gelandet werden kann.
Der Druck wird natürlich in die R&D Abteilung getragen,
aber ich habe zu wenig Entscheidungskompetenz und Freiheitsgrade. Muss mich bei
schnellen Entscheidung rechtfertigen und andere Abteilung bremsen einem durch
unnötige Bürokratie und Grabenkämpfe zusätzlich.
Auch mein Vorgesetzter steht nicht hinter mir, kämpfe auf
verlorenem Posten. Einerseits macht man Druck, deckt dem Mitarbeiter aber nicht
den Rücken, sondern fällt ihm oft noch in selbigen. Es gilt die Devise, was
interessiert mich mein Geschwätz von gestern.
Dieses ständigen Rechtfertigen und die Kritik zerren an
meinem Nervenkostüm. Ich habe inzwischen starke Depressionen, die je nach
Tagesform und Erlebnissen im Büro schwanken.
Ich sehe inzwischen keinen Sinn mehr, warum soll ich meine
Schaffenskraft einem undankbaren Vorgesetzten, einer undankbaren Institution
widmen, wenn es mich seelisch und körperlich zusehends kaputt macht?
Ich habe auch Zweifel, ob ich überhaupt im richtigen Beruf
bin.
In dem Betrieb in dem ich 1 Jahr als Facharbeiter gearbeitet
habe, war das Betriebsklima ebenfalls mäßig. Es gab einen Liebling des Chefs
den ich absolut nicht leiden konnte. Eine menschlich niedrige Kreatur die
keinen Anstand besaß, sondern egoman an sich dachte und dem die Mittel des
Psychoterrors lieb und billig waren, um andere in Misskredit zu bringen.
Bei mir scheitert es oft am Zwischenmenschlichen, da ich
hohe moralische Werte habe und diese auch vom Gegenüber erwarte. Dies brachte
mich dazu, auf den Tipp einer Bekannten eine medizinische Fakultät auf zu
suchen. Dort wurde bei mir das Asperger Syndrom diagnostiziert, eine leichte
Form des Autismus. In wie weit die Diagnose zutrifft weiß ich nicht. Bin nicht
so ganz davon überzeugt, da ich denke ich kam bis jetzt einigermaßen durchs Leben.
Anderseits sind die zwischenmenschlichen Defizite nicht von der Hand zu
weisen.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Notbremse ziehen, um ein paar Monate Kraft zu tanken und
mich beruflich in Form einer Sinnfindung neu zu orientieren?
Ich bin ziemlich ratlos und sehe teilweise keinen Ausweg
mehr, denke des Öfteren über Suizid nach.
vor 51 Wochen
Zuletzt editiert vor 51 Wochen
