DER VERDECKTE STELLENMARKT

  • wurzel
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vor > 3 Jahre
Artikel in der Tagespresse vom 8.5.2009

ratgeber

FRAGE: «Ich durchforsche seit über vier
Monaten Stelleninserate in Zeitungen
und im Internet auf der Suche nach einer
Projektleiterstelle im Bankensektor. Bewerbe
ich mich auf eine ausgeschr iebene
Stelle erhalte ich nur Absagen. Nach gut
60 Bewerbungen weiss ich nicht mehr
weiter. Können Sie mir Tipps geben, wie
und wo ich erfolg reich eine Stelle finde?»

ANTWORT: Die meisten Stellensuchenden bewerben sich nur auf ausgeschriebene Stellen in Tageszeitungen oder im Inter net. Was aber nutzen die schönsten Bewerbungen, wenn sich auf ein Inserat
bis zu 100 Bewerber melden? Mit dieser Bewerbungsstrategie alleine
bleibt es eine Glückssache, wenn Sie die Stelle bekommen. Umfragen in
Deutschland haben ergeben, dass zwischen 50 und 70 Prozent der Stellen nicht ausgeschrieben werden. Man spricht vom grauen oder verdeckten Stellenmarkt.
Solche Stellen werden unter anderem intern mit Hilfe des Firmenintranets
oder durch Headhunter besetzt. Unternehmen legen sich zum Teil auch Datenbanken von Stellensuchenden (meist aus Spontanbewerbungen) an, die dann bei Bedarf nach passenden Profilen durchsucht werden.

NICHT ABWARTEN. Während einer meiner Lauf bahnberatungen hat ein Klient
sein Interesse bekundet, in einer ganz bestimmten Firma arbeiten zu wollen.
Ich habe ihn ermuntert, direkt beim Abteilungsleiter dieser Firma anzurufen und über seine Erfahrungen in diesem Industr iebereich zu erzählen, und nicht abzuwarten, bis dort eine Stelle frei wird. Es war keine Stelle frei. Dennoch wurde er gebeten, seinen Lebenslauf zu
schicken. Einen Monat später erhielt er eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.
Aufgrund einer Kündigung ist eine Stelle frei geworden. Mein Klient
hat die Stelle erhalten.
Um bei der Stellensuche erfolgreich zu sein, zahlt es sich aus, sowohl den offenen als auch den verdeckten Stellenmarkt zu bearbeiten. Der verdeckte Stellenmarkt verlangt jedoch ein grösseres Engagement, da (noch) kein konkreter Bedarf besteht. Heben Sie deshalb bei den folgenden Strategien immer Ihre Stärken und Kompetenzen hervor, bezogen
auf die gewünschte Position oder Funktion. Überlegen Sie sich zudem detailliert, was Sie anbieten können und belegen Sie dies mit Beispielen.

KONKRETE STRATEGIEN. Bauen Sie frühzeitig Berufsnetzwerke auf, und pflegen Sie diese intensiv, damit Ihnen diese bei Bedarf zur Verfügung stehen (Business- Clubs, Berufsverbände). Aktivieren Sie Ihr Beziehungsnetzwerk. Kontaktieren Sie alle Per sonen, die Ihnen bei der Stellensuche behilflich sein könnten (Berufs- und Firmenkontakte, Schulfreunde, Vereine). Erzählen Sie diesen, was Sie können und fragen Sie nach, ob in deren Firma eine Person mit diesen Kompetenzen gefragt ist; schreiben Sie Spontanbewerbungen, diese jedoch direkt an die Linienvorgesetzten, denn die wissen am besten, wo und wann ein Bedarf
besteht. Stellen Sie Ihr Berufsprofil auf eine Internetplattform wie Xing oder LinkedIn. Schreiben Sie in Internetforen mit. Halten Sie über Ihr Fachgebiet Vorträge, oder schreiben Sie darüber einen Artikel. Besuchen Sie Tagungen, Firmenbesichtigungen und Firmenvorträge und verwickeln Sie die anwesenden Personen in spannende Gespräche; analysieren Sie Firmeninternetseiten und Fac hzeitschriften nach Artikeln zu Ihrem Fachgebiet. Schreiben Sie den erwähnten Personen ein E-Mail mit einer interessanten Ergänzung; kontaktieren Sie verschiedene Personalvermittler. Diese haben oft einen guten Überblick über offene, aber noch nicht ausgeschriebene Stellen.

* Michael F. Gschwind ist Psychologe FSP. Er
arbeitet in der mfgschwind human consulting
als Experte für Laufbahnberatung, Coaching,
Selbst- und Stressmanagement.
  • blue moon
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  • Beiträge: 53
vor > 3 Jahre
Bei aller Wertschätzung für das Engagement der Vielposter hier,
frage ich mich ob es sinnvoll ist lange Zeitungsartikel oder dergleichen
*völlig ohne eigenes Kommentar* in das Forum zu Posten.
  • wurzel
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  • Beiträge: 1665
vor > 3 Jahre
@bluemoon

O.k., mag jeder denken, was er möchte. Da dies hier ja ein Forum für Arbeitnehmer ist, denke ich, es könnte für den Einen oder Anderen hilfreich sein.

Es zwingt dich niemand, das Ding zu lesen und es ist jedermanns Sache, zu denken oder zu schreiben, was er will (immer auf die Worte bedacht).

Adios, Wurzel
  • Sternenhimmel
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vor > 3 Jahre
@ bluemoon

Hallo,
Wir hätten uns bestimmt gefreut, wenn Du etwas Sinnvolles ins Forum bringst.

Grüße Dich
Sternenhimmel
  • blue moon
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  • Beiträge: 53
vor > 3 Jahre
@ Sternenhimmel

So etwas Sinnvolles wie Feedback?

PS: WIeso "wir"? Bist du der Forumssprecher?
  • Sternenhimmel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2028
vor > 3 Jahre
@ bluemoon

Hallo,
Ich meinte Wurzel und mich.

Ja, Dein Feedback, warum nicht?

Sternenhimmel
  • Diva
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  • Beiträge: 2822
vor > 3 Jahre
Man kann Menschen nicht dazu zwingen zu denken ....aber alle wollen ja so sozialkritisch sein...... Hallo - wir haben Meinungsfreiheit - Pressefreiheit... also bitte nutzen !!! :roll:
DIVA :wink:
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vor > 2 Jahre
@all,

sich auf Stellenanzeigen bewerben ist wie "Kaugummi kauen". Man kaut und kaut und wird doch nicht satt.
AG haben genug andere Optionen um freie Stellen zu besetzen.
Und nicht hinter jeder Anzeige steht auch tatsächlich eine freie Stelle.
Viele Anzeigen erscheinen auch erst, nachdem man bereits den/ die neuen MA gefunden hat. Hier bewirbt sich jeder von vornherein umsonst, es weiß nur keiner...
Bei einer effektiven und wirksamen Stellensuche sind heute andere Strategien gefragt. Wer sich bewirbt, wie sich die Masse bewirbt wird auch als graue Masse wahrgenommen (wenn überhaupt)und die Stellensuche wird zum Lotteriespiel.
Im übrigen sind sogenannte "schlechte Zeiten" "gute Zeiten". Für gute Leute.
Viele Grüße, Jürgen
  • Eaton
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  • Beiträge: 3
vor > 2 Jahre
@ Profile: Was konkret sind diese anderen Strategien?

Blindbewerbungen?
Vitamin B?
  • wurzel
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  • Beiträge: 1665
vor > 2 Jahre
@eaton

Es gibt keine Blindbewerbungen, denn bewirbst du dich bei einer Firma ohne Stellenausschreibung, machst du dies nicht blind. Du musst dich ja erkundigen über Internet, Medien etc. was genau diese Firma macht, wie sie zahlenmässig dasteht, wieviele Mitarbeitende es gibt etc. Du brauchst ja eine Begründung, weshalb gerade du dich dort bewirbst und weshalb gerade du in dieses Umfeld passt. Nenne so etwas also lieber Aktivbewerbung.

Vitam B, wie du es nennst, ist ein ausgezeichnetes Kriterium, welches du dir während deiner ganzen Berufszeit und in der Freizeit aufbauen musst.

Anzapfen deines ganzen Beziehungsnetzes und ohne Scham jedem und jeder erzählen, dass du eine Stelle suchst und warum.

Es klappt heute leider beinahe nie mehr auf anderen Wegen. Da kann ich Profile nur zustimmen.

Gruss Wurzel
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1665
vor > 2 Jahre
@eaton

Hab dir hier noch eine Webside gefunden:

http://bookmarks.excite.de/tag/blindbewerbung

Man nennt solche Bewerbungen heute Initiativbewerbung

Gruss Wurzel
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
Guten Tag!

Mit 2, 3 Initiativbewerbungen habe ich es auch mal versucht.
Auf eine habe ich die Antwort bekommen, das ich für die Stelle nicht in die engere Wahl komme. (Welche Stelle? Welche engere Wahl? Was habe ich falsch gemacht?) Aufgrund der Absage konnte ich nur den Schluss ziehen, dass man nicht einmal das Anschreiben gelesen hatte. Einfach für die Tonne, schnief :(

Trotzdem kann man es versuchen. Manchmal nehme ich auch an Glücksspielen teil, obwohl ich die Chancen kenne. Man versucht es halt immer wieder und wieder.

Grüße und Zuversicht,
C
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1665
vor > 2 Jahre
@kanunu4me

In allen Belangen einfach JAAAAAAAAAAAAAAAAAAA

Schöne Grüsse und go on!

Wurzel
  • kanu4321
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor > 2 Jahre
5 Jahre Bewerbungserfahrung:
- Sog. Initiativbewerbungen fruchten nur dann, wenn man sich bei einer Frma bewirbt die gerade überlegt jemanden einzustellen und ev auch ein Inserat geschaltet hat, was man aber selbst übersehen hat. Zumindest bekommt man dann wenigstens eine Antwort oder Möglichkeit zum Bewerbungsgespräch Die Schaffung einer nicht vorhandenen Stelle wie im Artikel erwähnt, das war vor 10-15 Jahren ev. der Fall (alter Senf).
- Wie hier bemerkt gibt es vieeele der ausgeschriebenen Stellen gar nicht. Dazu bekam ich die Info, dass die Firmen oft "Inseratepools" kaufen (da günstiger) und wenn nichts zu besetzen ist einfach eine Leerstelle(nicht existente Stelle) oder Kopie eines alten Inserates einstellen um präsent zu sein und positiv zu wirken (Die Firma stellt sogar ein trotz Wirtschaftskrise). Macht sich allerdings blöd gegenüber Personen, die die internen Firmenzustände kennen (sind aber in der minderzahl)
- Initiativbewerbungen sind ev auch bei kleinen Firmen interessant, die oft nur ein lokales Mininserat schalten wegen der extrem hohen Kosten.
Die Stellen, die man über Bekannte und Verwandte erfährt gehen aber zu 90% in Richtung Vitam B nach - Ja, Ich kenne jemanden bei Firma XY und kann Dir einen Kontakt herstellen. Diese Kontaktbindung wird von Firmen besser bewertet als ein bloses Bewerbungsschrieben. (Einen Ungustl wird ja niemand weiterempfehelen....)

Der verdeckte Stellenmarkt ist meines Wissens also in dieser beschriebenen Form nicht mehr vorhanden sondern bezieht sich einfach auf jene Stellen, die man selbst nicht sieht oder sehen kann, sei es das in einer anderen Stellenbörse (kleines Inserat in Lokalzeitung) oder gar anderen Branche die Stelle ausgeschrieben wird (Bsp EDV hat heute fast jede Firma).
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@kanu4321

Hallo!
Vielen Dank für den Beitrag. Die Antwort bringt neue Erkenntnisse im Thread "Stellenausschreibung als Marketing?" (Kategorie "Neu im Job").

Grüße,
C
Antworten

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