Kündigung oder Kündigen lassen?

  • SilverSurger
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vor > 2 Jahre
Hallo liebe Community!

Ich arbeite seit ca 5 Jahren in der Firma meines Vaters (Tischlerei/Österreich).
An und für sich läuft alles ganz gut, wir haben viel Arbeit,
ich leiste meine Arbeit so wie sie von mir verlangt wird und sogar noch mehr (beispielsweise hab ich sogar im K-Stand gearbeitet - obwohl da natürlich verboten ist) meistens länger als bis Schichtende und manchmal auch Samstags.

Nun zu meinem Problem:
Mein Vater/Chef ist ein Mensch mit dem keiner klarkommt.
Er behandelt seine Mitarbeiter wie Lakaien, beschimpft sie auf das Übelste und das schlimmste, er hat bereits seine Lehrlinge getreten und geboxt.
Nachdem dies immer stärker zunahm und die Firma in der Situation war, dass Arbeit für 30 Leute vorhanden war, wir aber nur zu sechst sind (in der Produktion) sagte er wieder auf seine unverkennbare Art dass es wieder jeden Tag zum länger Arbeiten wäre, und auch Samstag ein Arbeitstag wird.
Gut - dies habe ich angenommen und hätte es auch gemacht - ohne Wiederrede.

Nun kam es aber wie so oft so, dass er kurz darauf wegen Nichtigkeiten an die Decke ging, und mich sowie andere Mitarbeiter auf das Übelste beleidigte.
Da hab ich gesagt, wortwörtlich "Wenn du deine Mitarbeiter so behandelst wirst du schon noch sehen wer jeden Tag länger und auch Samstags arbeitet)
Nun habe ich heute - Samstag - mit einer Vorwarnung an ihn - nicht gearbeitet.
Jetzt bekomme ich heute eine SMS von meiner Mutter (die er ebenso behandelt als wär sie seine Sklavin) eine SMS, dass er mich kommenden Freitag kündigen würde wenn ich ihn heute im Stich lassen würde.

Gut, das Thema Kündigung steht bei mir schon länger im Raum da ich in meinem Leben einfach glücklich werden möchte, was ich in dieser Firma (obwohl ich sie einmal übernommen hätte) einfach nicht werden kann,
mein Frage ist aber nun, was ich machen sollte:

Sollte ich selbst kündigen, und damit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld in den nächsten Monaten riskieren (information aus dem Internet) oder sollte ich mich so wie er es will kündigen lassen, oder gar einvernehmlich die Stelle verlassen?

Ob ich ein Arbeitszeugnis von ihm bekomme, wenn er mich kündigt kann ich nicht sagen, denn wie bereits erwähnt, ist er Schlicht und einfach ein A....

zusätzlich kommt noch hinzu dass in ca 3 Wochen mein erster Sohn geboren wird...

Liebe Grüsse,

SilverSurger
  • SilverSurger
  • Status: Neuling
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vor > 2 Jahre
entschuldigung - mein erster Tag im Forum,
ich hab leider übersehen dass ich im falschen Bereich poste,
könnte man diesen Beitrag verschieben wenn möglich?

Vielen Dank, und nochmals die Bitte um Verzeihung.

SilverSurger
  • klimaneutral
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  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@silversurger

Seid Ihr "viereinhalb" ganz alleine (Dorf oder so?) oder gibt es jemanden, auf den Dein Vater hören würde/neutraler Vermittler?

Ich meine, Ihr und vor allem Du bist in einer Situation, in der auf keinen Fall so wichtige Entscheidungen getroffen werden sollten.

Dein Vater wird Panik haben, die Aufträge und diese Kunden zu verlieren, wenn er keine Überstunden schieben läßt.
Gehen wir mal davon aus, daß er überzeugt ist, diese Anstrengungen auf sich zu nehmen, um Dir ein ordentliches Lebenswerk zu hinterlassen. Und in dieser Situation reagiert er so, wie er eben ist (kommentiere ich nicht, niemand wird ihn ändern können). Auch wenn Du das im Moment nicht sehen kannst, er wird ziemlich verzweifelt sein, weil zu seinen Anstrengungen noch der Streß der Auseinandersetzung kommt und er offensichtlich in dieser Situation "die Kurve nicht kriegen kann, sich mal anders zu verhalten..." er scheint da am Limit zu sein.

Deine Mutter steht in der Mitte - erwarte von Ihr in der jetzigen Situation nicht zuviel - sie wird garnicht wissen, wie sie sich verhalten soll.

Deine schwangere Partnerin wird sich auch verloren fühlen, sie hat jetzt ein besonderes Nähebedürfnis und wird sich verraten fühlen, weil Du durch Eure Firma zeitlich so sehr beansprucht und Du hin- und hergerissen bist und bestimmt nicht mehr weißt, wo Dir der Kopf steht...

Im Moment scheint Euch Zweieinhalben ein späteres Glück in so einer Situation nicht möglich. Ist es jedoch. Man muß nur dran arbeiten. Vielleicht kannst Du auch "Burgfrieden" mit Deinem Vater für einen Zeitraum bis nach der Geburt schließen. Sage ihm, so geht es nicht, wie es geht weißt Du in dieser Streßsituation auch nicht, aber nach der Geburt setzt ihr euch alle zusammen und beratet, ob ihr Möglichkeiten habt, damit es jedem ein bißchen besser geht und das Große ganze nicht gefärdet ist.

Von Außen betrachtet, verlieren hier Alle viereinhal ganz viel, wenn Ihr in dieser Krisensituation, in der keiner klar denken kann, etwas entscheidet.

Zu Deiner Frage: Wenn Du das dem Arbeitsamt so schilderst wie im Forum, mußt Du nicht fragen, sondern denen sagen, daß Du nicht anders kannst als u kündigen. Kannst Du am Dienstag anrufen?

Gut wäre, wenn Du normal weiterarbeitest (damit Du noch Entscheidungsfreiheit behältst) und am Dienstag früh gleich beim AA anrufst.
Inzwischen hat Diva gepostet und das wäre natürlich der verlässlichere Weg....Anwalt/Gewerkschaft (telefonische Beratung kriegst Du wohl auch, wenn Du nicht Mitglied bist)...

Halte Euch die Daumen!
  • Diva
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2812
vor > 2 Jahre
@ Silversurger

Willkommen im Forum . Ich bin DIVA

Traurig was ich da lesen muß.

Mein Rat , laße Dich beraten - Gewerkschaft - Anwalt ! Nichts unterschreiben - Aufhebungsvertrag ect......
Wenn es garnicht anders geht - KÜNDIGEN LASSEN.

Ich sende Dir mal 10 Wolkenschieber zu Deienr Unterstützung . Das machen wir hier so .
Was es mit den Wolkenschiebern auf sich hat , kannst Du bei der "Egenmotivation" lesen !

Kopf hoch & schöne Pfingsttage .
Ps. Du kannst ruhig hier in dem Bereich bleiben . Ist nicht schlimm.

L. Gr. DIVA
  • SilverSurger
  • Status: Neuling
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vor > 2 Jahre
Danke für die schnellen Antworten.
Das mit dem Beraten wird bereits erledigt,
da meine Mutter auf meiner Seite steht, und sie durch ihre Anstellung in der Firma sehr viel mit dem Arbeitsamt usw. korrespondiert, und eigentlich auch die Personalsachen regelt - und ich mit ihr gut klarkomme - sagte Sie sie informiert sich über die rechtlichen Gegebenheiten, damit ich ihm ja keinen Cent schenke, und noch gut dabei aussteige.

Freut mich wieder eine nette Community gefunden zu haben!
Sorry nochmal für das Fehlposting,
ich als Administrator eines anderen Forums solltes wohl besser wissen... :?
  • Diva
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vor > 2 Jahre
@ Silversurger

Viel Glück . L. Gr. DIVA
  • Schneeschaufler
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vor > 2 Jahre
lass Dich kündigen - und ziehe weiter.
(Nicht selber kündigen und keinen Aufhebungsvertrag!)
Aber schon mal mit Hochdruck einen anderen Job suchen. Jetzt.

Da es sich um Deinen Vater handelt.... ist zu überlegen, ob Du Dich nicht einfach besser kündigen lässt, es dann auf sich beruhen lässt und vielleicht einmal froh bist, dass es so gekommen ist.
Rechtsstreitigkeiten in der Familie muss man sich sehr gut überlegen.
Und die Gewerkschaft ins Dorf zu holen, ob Dir das beim nächsten Arbeitgeber hilft? Du brauchst ja rasch einen neuen Job.
Außerdem wäre es wichtig für Dich, in einem anderen Betrieb gearbeitet zu haben, ich nehme an, dass Du den väterlichen Betrieb irgendwann übernehmen sollst?

Wenn er so ist, wie Du schreibst, weiß das wohl auch der Wettbewerb.
Geh in eine andere Tischlerei und lass Dich gern haben. Das mit dem Zeugnis, darfst Du locker sehen. Ein Zeugnis vom eigenen Vater nimmt eh keiner für voll.
  • klimaneutral
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vor > 2 Jahre
@schneeschaufler
Was ich an Foren schätze - die verschiedenen Sichtweisen.
Sehr gelungen, schneeschaufler. Durchaus nachvollziehbar.
Grüße
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@Silversurger

Hallo und willkommen im Forum

Auch ich rate dir: nable dich ab von deinem Vater. Gehe deinen Weg, denn es wird dir und deiner zukünftigen Familien ganz sicher gut tun.
Hast du deine Sporen abverdient, steht ja der Geschäftsübernahme deines Vaters rein gar nichts im weg.

Suche auf Hochdruck, denn deine Verhältnisse müssen dringend besser werden.

Ansonsten schliesse ich mich unbedingt den Worten von Schneeschaufler an.

Schöne Grüsse und viel Glück.
Wurzel
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  • Beiträge: 581
vor > 2 Jahre
@silversurger,

kann schneeschaufler in allem nur Recht geben!!
Nichts wie weg!

Gruß, Jürgen
  • SilverSurger
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 5
vor > 2 Jahre
Vielen Dank nochmal für die vielen Antworten!

Eine Geschäftsübernahme fällt sowieso flach,
denn wenn ich in der Firma gekündigt werde, wird er sie auch nicht übergeben - sondern eher verkaufen. (was er auch bereits gesagt hat)

Ich werde einfach mal die Kündigung von seiner Seite kommen lassen,
und hoffen dass er nicht aufgrund von "Arbeitsverweigerung" (angesprochener Samstag) eine fristlose Kündigung erwirken kann.
Ansonsten würd ich wohl eine Sperre des Arbeitslosengeldes auf Zeit bekommen,
sowie keine Abfertigung, die mir ja nach über 5 Jahren Beschäftigung zusteht.

Den Gang zu Gewerkschaft usw. werd ich mir auch ersparen (ausser zwecks Auskünften über etwaige Nachzahlungen), denn ich will das einfach nur schnell und einfach über die Bühne bringen.

Je länger ich über diese Kündigung nachdenke,
desto mehr bereue ich es dass es nicht schon viel früher so weit war,
das hätte mir viel Ärger und Reibereien erspart...

lg,

Silver
  • Schneeschaufler
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  • Beiträge: 161
vor > 2 Jahre
Eine Geschäftsübernahme fällt sowieso flach,
denn wenn ich in der Firma gekündigt werde, wird er sie auch nicht übergeben - sondern eher verkaufen. (was er auch bereits gesagt hat)

-------------

ach weißt, Väter sagen so manches in der Wut....
lass da mal ein paar Jährchen vergehen.... die Zeit ist auf Deiner Seite.

Und selbst wenn..... es ist Dein Leben. Lebe es.
  • SilverSurger
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 5
vor > 2 Jahre
Und selbst wenn..... es ist Dein Leben. Lebe es.

Meine Rede ;)

Mittlerweile ist die Situation so dass er mich nicht kündigt, weil einfach zuviel Arbeit ist, die er nicht gebacken bekommen würde.

Jetzt such ich mir einen Job solange ich noch angestellt bin und wenn ich einen gefunden habe dann kündige ich.


Danke für eure Hilfe und Unterstützung!

mfg,

Silver
  • blue moon
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 53
vor > 2 Jahre
Dieser Fall ist meines Erachtens nach prädestiniert für einen "Austritt" aus der Firma.
In Österreich gibt es:

Die Kündigung durch den AG (=normaler Vorgang),
die (fristlose) Entlassung durch den AG,
die Kündigung durch den AN und
die Einvernehmliche Trennung.

Und zusätzlich, aber sehr selten:
Der "Austritt" des AN. Dies entspricht der fristlosen Entlassung auf der AN-Seite.
Es muss aber unmittelbar erfolgen.
Also wenn der Chef schimpft, oder tätlich wird, muss man den Austritt gleich erklären, nicht erst 2 Wochen später.

Hier sollte man sich bei der Arbeiterkammer erkundigen.
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