Neues lernen mit 40?

  • DeepOcean
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vor > 2 Jahre
Hallo ihr Lieben.
Ich habe mich hier wegen meiner Mutter angemeldet. Zur Zeit ist sie Altenpflegerin. Examiniert. Sie hat einen Realschulabschluss.
Nun haben wir oder vielmehr sie folgendes Problem. Ihr Job macht sie krank. Sie hat mittlerweile schlimme Depressionen und ihr Körper mag auch nicht mehr wirklich. Hat sie aber Urlaub sieht man wirklich von Tag zu Tag wie sie wieder aufblüht. Die Lebensfreude zurück bekommt.
Habe heute mit ihr endlich mal sprechen können. Und sie hat mir gesagt, sie will unbedingt aus der Pflege raus. Sie hat vor 15 Jahren Krankenschwester gelernt. Sie würde auch eigentlich gern in einer Arztpraxis arbeiten. Doch sie müsste so ziemlich alles neu erlernen. Und das weitere Problem ist das Gehalt. Um über die Runden zu kommen müsste sie unbedingt mindestens 1100 Netto verdienen.
Nun weiß ich leider auch nicht wirklich weiter. Und habe gehofft hier vllt ein paar Tipps zu bekommen. Wie gesagt ist sie Anfang 40 und zu Hause lebt nur noch mein knapp 14-Jähriger Bruder.
Körperlich ist meine Mutter eigentlich fit (zur Zeit meint der Arzt hat sie ein Burn-out-Syndrom), sie sieht sehr jung aus und kann sehr gut mit Menschen jeder Altersklasse.
Sie geht gern auf Menschen zu und sucht auch den Umgang mit Ihnen.
Könnt ihr mir vllt Jobtipps geben welche für sie vllt gut wären? Oder in welchen  man auch ungelernt (Ausbildung würde sie schon machen wenn der Job für sie der richtige ist) einigermaßen verdient?
Schonmal vielen Dank für eure Hilfe
Liebe Grüße Yvonne
  • Karita
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 4
vor > 2 Jahre
Ja, das ist nicht so einfach.
Das jemand im Urlaub ein anderer Mensch wird und aufblüht ist meist so, deshalb gleich etwas ganz anderes machen, muß auch nicht besser sein.
Vielleicht wäre es das beste, Sie lässt sich mal beim Arbeitsamt beraten. Oder bewirbt sich ganz einfach bei Stellen, die Sie dort  ode rin Zeitungen findet.
Oft hilft auch schon einen Arbeitgeber vorher anzurufen und zu fragen, ob ihre Erfahrungen in dem "etwas anderern " Beruf nicht doch zu verwenden sind.
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
Hallo DeepOcean!
.
In der Pflegebranche kann ich Dir leider keinen Tipp geben.
Ich empfehle Deiner Mutter dringend dieses Problem mit einen Arzt zu besprechen.
.
Alles Gute euch beiden
Zuletzt editiert vor > 2 Jahre
  • DeepOcean
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 7
vor > 2 Jahre
Hallo,
Danke für eure Beiträge.
Doch also einen gaz anderen Beruf will sie schon haben. Sie ist seit Jahren als Altenpflegerin tätig und will einfach nicht mehr.
Zum Arzt geht sie diese Woche sowieso noch.
Mal sehen wie es hier weiter geht.
Nochmals danke. Ich melde mich baldmöglichst wieder.
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1665
vor > 2 Jahre
@DeepOcean:
Es ist keine Seltenheit, dass man in diesem Beruf irgend einmal ausgepumpt und ausgebrannt ist. Der Zustand deiner Mutter ist also völlig normal, denn man ist psychisch und physisch massiv gefordert und irgendwann kann man rein gar nichts mehr verarbeiten, ergo, der Erschöpfungszustand in einem gewissen Alter ist vorprogrammiert.
 
Der Gang zum Arzt ist sicher für den Moment genau das Richtige. Bevor deine Mutter sich nämlich auf etwas Neues konzentrieren kann, braucht sie zuerst Ruhe und Abstand. Diese massive Stress-Situation löst sich nicht von heute auf morgen.
 
Wenn sie dann Lust verspürt, soll sie sich doch in den Arztpraxen bewerben oder in einem Röntgeninstitut oder in einem Spital als Arzthelferin etc. Ich war bereits 52 Jahre alt, als ich noch dazu lernen musste in einer mir gar völlig fremden Welt. Wenn man Spass daran hat, sollte es kein Problem sein. Sprich ihr einfach Mut zu und versuche sie bei ihrem Vorhaben zu unterstützen.
 
Übrigens finde ich es wunderbar von dir, dass du dich so um deine Mutter kümmerst. Es spricht für dich und eure Familie :D
 
Berichtest du uns weiter?
 
Gruss Wurzel
  • DeepOcean
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 7
vor > 2 Jahre
Genau das dachte ich mir auch. Ich rede heute nochmal mit ihr und bespreche die Situation noch einmal. Denn auch ich finde, dass der Arzt unumgänglich ist. Vor einem Jahr hat der Arzt bereits das Burn-Out-Syndrom bei ihr diagnostiziert. Dabei muss ich sagen ist sie wiedermal (sie hat so ein Händchen dafür) mit einem Alkoholiker zusammengezogen. Viel Streit und kaum schöne Momente wie ich es gerade am eigenen Leib miterfahren darf/muss.
Ich habe bereits meine eigene kleine Familie (Mann und Kind) und lebe auch 600 km weit von ihr weg.
Vor knapp vier Wochen rief sie mich an, dass sie völlig fertig ist, nicht mehr weiter weiß.... Ich habe mit meiner Tochter und unserem Hund den nächsten Zug genommen und bin seitdem hier und ich kann nur sagen, es wundert mich nciht, dass sie krank wird/ist...
Es tut mir weh sie so zu sehen. Sie verliert immer mehr Haare, lächelt kaum noch und ist ständig gestresst und sehr oft ziemlich aggressiv....
Ich hoffe, sie geht endlich zum Arzt udn nimmt sich eine Auszeit. Das Problem ist, sie hätte es längst gemacht ( sagt sie zumindest)wenn es nicht so am Geld hapern würde. Durch das Alkoholproblem ihres Freundes kann sie von ihm ncihts erwarten bzw. kaum etwas. Sie selbst verdient in der Arbeit zwar mehr als in ihrer letzen aber es macht sie kaputt. Und die neue Wohnung ist ebenfalls viel zu teuer.
Ich versuche sie so gut zu unterstützen wie ich nur kann. Aber manchmal bin ich wirklich hilflos.
Und wenn Arzt angesprochen wird, sgat sie meist nur: das kann sie nicht machen. Sie lässt ja ihre Arbeitskollegen damit sitzen. Sie hat mir nun versprochen bald zum Arzt zu gehen. Aber ich habe das dumpfe Gefühl, dass sie es nicht tun wird.
Und nächste Woche fahre ich auch wieder nach Hause. Habe ja leider auch viele Verpflichtungen.
Meine Mutter und ich hatten ein sehr schlechtes Verhältnis. Durch ihren Ex-Freund, ebenfalls Alkoholiker, bin ich ins Kinderheim gekommen.
Das konnt ich meiner Mutter nie verzeihen. Aber ich mag und kann sie nicht hängen lassen. Ich würde ihr so gerne helfen.
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1665
vor > 2 Jahre
@DeepOcean:
Deine Mutter hat offensichtlich eine typische Co-Abhängigkeit! Das findet man oft in Familien mit einem Alkoholiker. Du kannst da nicht dagegen ankämpfen, denn deine Mutter muss das einsehen, ansonsten leidest du und deine Familie ebenfalls darunter! Glaube mir, ich weiss, wovon ich spreche.
 
Du kannst sie lediglich unterstützen, so wie du es zur Zeit tust. Mehr kannst du aber nicht für sie tun. Du musst dein Leben leben, bevor du ebenfalls in einen Kreislauf gerätst. Sollte sie nicht den Weg zum Arzt einschlagen, musst du versuchen dich so gut wie möglich zu schützen. Offensichtlich ist sie nicht stark genug um aus diesem Kreislauf auszubrechen. Du bringst sie vermutlich nicht so weit, bis sie völlig am Boden liegt. Entschuldige meine harten Worte, aber eine Co-Abhängigkeit ist genau so zerstörerisch, wie die Sucht selbst.
 
Alles, alles Gute.
 
Wurzel
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 161
vor > 1 Jahr
Mittlere Reife plus Examen sollte für eine Zulassung zu einem Fachstudium reichen, in Bayern ist das so.
Vielleicht will sie Pflegemanagement studieren und sich so zur PDL hocharbeiten?
Auskünfte gibt zB:
http://www.fachhochschule.de/FH/Studium/Pflegepaedagogik_1613.htm
Ich habe mit 44 nochmal berufsbegleitend studiert. Anstrengend... aber machbar.
Zuletzt editiert vor > 1 Jahr
  • DeepOcean
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 7
vor > 1 Jahr
Hallo,

Das wollte sie auch eigentlich machen. Aber nun nicht mehr. Sie möchte völlig aus der Pflege raus.

Sie war auch endlich beim Arzt und beginnt bald eine Therapie. Sie hofft auf eine Stationäre.

Vielen Dank für eure Hilfe und die zahlreichen Antworten.

Ich berichte weiterhin.

Grüße
Yvonne
Antworten

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