Wechseln zur Konkurrenz

  • jockihase
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor > 1 Jahr
Hallo,
ich stehe derzeit vor einem ziemlichen Dilemma. Auf Arbeit herrscht ein extrem schlechtes Klima, seit vor einigen Monaten ein neuer Verkaufsleiter in die Firma gekommen ist. Er spielt die Mitarbeiter gegeneinander aus, und lässt keine Diskussion zu. Da heißt es dann, dass man seine Papiere abholen kann, wenn einem das nicht passt, wie er mit einem umgeht. Das heißt soviel dass er eigentlich nie mit einem spricht sondern gleich anbrüllt. Da bin ich nicht die Einzigste, was mich jedoch nicht gerade beruhigt. Als ich unseren Geschäftsführer darüber informiert habe, hat unser Verkaufsleiter mich zum Gespräch geholt, dass ich gefälligst keine Dritten dazuziehen soll. Und dass er so mit mir reden kann, wie er es für richtig hält.
Mein größtes Problem ist jedoch, dass ich bei einem unser Händler ein Jobangebot erhalten habe. Aber der möchte mich nur, wenn es kein Problem mit unserem derzeitigen Inhaber gibt. Jetzt mache ich mir aber Gedanken, dass der Inhaber mir einen Strich durch die Rechnung macht. Ich habe ihn zunächst um ein Gespräch gebeten, in dem ich über meine bevorstehende Kündigung sprechen will. Die Firma, in der ich derzeit arbeite ist im Ausland und ist eine Produktionsfirma, und ich will zunächst so anfangen, dass ich zu meinem Freund ziehen will, und mich auf eigene Beine stellen will. Außerdem habe ich erfahren, dass unser Händler eine Stelle ausgeschrieben hat, auf die ich mich beworben habe. Derzeit wird die Wohnung im Ausland durch den Arbeitgeber bezahlt, und am Wochenende lebe ich bei meinen Eltern, sodass ich da auch nichts eigenes habe. Da ich aber Zugang zu Firmengeheimnissen habe, mache ich mir Gedanken, dass er mir ein Verbot ausspricht, zu unserem Händler zu wechseln. Im Arbeitsvertrag steht keine Klausel, dass ich nicht bei der Konkurrenz anfangen kann. Jedoch vermute ich, dass er mir trotzdem den Wechseln verbieten kann, und ich erst recht in der Klemme stecke.
Wie kann ich mich am besten verhalten, um im Guten mit meinem Arbeitgeber auseinander zu gehen? Denn die andere Firma besteht darauf, dass das Verhältnis zu meiner Firma weiterhin gut bleibt. Das will ich ins Gespräch mit einbringen. Aufgrund der unzumutbaren Situation mit dem Verkaufsleiter bin ich derzeit nervlich ziemlich am Ende, aber das Negative will ich raushalten. Ich will nicht die ganze Zeit an die Arbeit denken und Angst haben dorthin zu gehen.
Kann mir jemand Tipps geben?
Vielen Dank
  • Seefahrer
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 190
vor > 1 Jahr
Hallo Häschen,
also: ich würde wechseln. Erstmal Tatsachen schaffen.
DANN: biete ich dem bisherigen Chef an, eine Geheimhaltungsvereinbarung zu unterschreiben, damit ich keine Firmengeheimnisse mitnehmen kann.
Als Grund der Kündigung gibst Du den neuen Verkaufschef an. Denn solange keiner ernst macht, glaubt es der Chef nicht.
Lass Dich nicht von Angst lähmen! Manchmal muss man einfach handeln, damit ein Prozess zustande kommt. Außerdem wirst Du plötzlich ernst genommen, wenn Du aufstehst (z.B. weil Du gehen willst). Kopf hoch!
  • jockihase
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor > 1 Jahr
Hallo Seefahrer,
das Gespräch habe ich heute gehabt, und mein Chef hat mir noch nicht einmal Probleme bereitet, sondern zugehört und akzeptiert, dass ich kündigen werde und zur Konkurrenz gehe. Er stellt auch keine Forderung, dass ich Betriebsgeheimnisse preis gebe, ich habe ja auch nicht vor die Firma kaputt zu machen, nur weil mir die Situation nicht passt. Ich habe die Sache mit dem Verkaufsleiter herausgelassen, da ich weiß, mit welchen Mitteln er kämpft. Und die sind mehr als unlauter. Die Versuche, die ich unternommen habe, haben keine Wirkung gezeigt. Der Kollege aus dem Konkurrenzunternehmen hat sich auch gefreut, dass jetzt nichts mehr gegen eine Zusammenarbeit spricht. Auf die Zusammenarbeit freue ich mich. Ich muss zwar einige hundert Kilometer umziehen, aber den ganzen zusätzlichen Stress, der mehr an einen Konkurrenzkampf grenzt, den muss ich nicht haben. Die Arbeit ist schon stressig genug, da schnell auf Kundenprobleme reagiert werden muss, da muss ich mich nicht noch mit meinem Vorgesetzten fetzen, wer Entscheidungen treffen darf.
Im übrigen danke für die Unterstützung. Ich denke jeder, der in so einer SItuation ist, stößt an seine Grenzen. Irgendwann ist das Selbstbewusstsein im Keller, und da bin ich froh, dass meine Familie und Freunde hinter mir standen.
Ich wünsche keinem so eine Situation. In der Firma habe ich gern gearbeitet, aber selbst der Geschäftsführer ist mit der Situation nicht mehr zurecht gekommen, sodass ich seine Unterstützung in den letzten Monaten auch nicht mehr hatte, da er gegangen ist.
Gruß vom Hasen
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