vor > 4 Jahre
Hi Blume,
ja... manchmal ist es echt schwer, mit seinem Chef klarzukommen. Das Gefühl von Ungerechtigkeit frisst einen auf.
Vor allem ist es echt erniedrigend, wenn man vor versammelter Mannschaft so zur Schnecke gemacht wird.
Wenn das nicht unbedingt Dauerzustand ist, soll sie sich mal in seine Lage versetzen. Was ist in den letzen Wochen/Monaten so vorgefallen? Ein großer, langjähriger Kunde abgesprungen? Einen wertvollen Mitarbeiter verloren? Steuerprüfung? Kind durch die Abschlussprüfung gefallen? Man darf nie vergessen, das Chefs auch Menschen mit Gefühlen sind (auch, wenn sie manchmal echt alles tun, um das Gegenteil zu beweisen...).
Du schreibst, sie hat den Fehler nicht verursacht. War sie für diesen Bereich/Kunden (was auch immer) verantwortlich? Für etwas verantwortlich sein, heißt nicht unbedingt, dass man alles selber machen (verursachen) muss. Auch wenn man etwas deligiert, entbindet das nicht von der Verantwortung.
Ich denke, krank schreiben ist erstmal der einfachste und sinnvollste Weg. Erstens ist sie ja offensichtlich echt krank und zweitens gibt das ihr erstmal Zeit, die ganze Situation aus einer gewissen Distanz zu betrachten.
Kündigen ist meines Erachtens keine Lösung. Außerdem bekommt sie ja dann ne ALG-Sperre, und das muss ja nicht sein...
Ne Freundin von mir war in psychologischer Behandlung (Mixtur aus privaten Problemen und beruflichen Schwierigkeiten). Der Arzt hat ihr dann nach einigen Tests so nen Wisch ausgestellt, dass ihre weitere Entwicklung stark gefährdet ist, wenn sie unter diesen Umständen die Arbeit weiter macht. So konnte sie der ALG-Sperre entgehen, hatte genug Zeit und Abstand, sich ihrer Situation, ihren Zielen bewusst zu werden.
Vielleicht kann deine Freundin ja nach ein, zwei Wochen Krankheitsstand wieder gestäkt und ein bisschen objektiver in die Firma zurückkehren.
Ich wünsche ihr alles Gute!