Man hat mich gebrochen und mir mein Selbstvertrauen geraubt.
Es war jene Firma in der ich mir eine finanzielle Verbesserung erhoffte.
Das Gehalt war okay, aber alles andere hat mich einen ganzen Monat Krankenstand gekostet inkl. Pharmazeutika.
Aus einer starken Frau wurde ein Mensch, der sich jeden Tag fragt, warum er überhaupt noch morgens aufsteht.
Ich habe schon mit 10 Jahren den Haushalt führen müssen, weil unser Vater zeitig verstarb. Hier beginnt meine Selbständigkeit. Im Alter von 23 Jahren musste ich meinen Bruder begraben, man möge mir bitte verzeihen, dass ich deshalb mein Studium nicht fortsetzen konnte.
Meine Seele zerbrach, aber für meine Mutter musste ich stark sein. Tut mir leid, dass ich selbständig bin und immer weis was ich will. Ich bin nie über Leichen gegangen und habe mir trotzdem immer meine kleine Karriere geschaffen. Nämlich mit harter Arbeit.
Ja auch mit einem ?Poly? kann man die Matura noch schaffen. So mancher Herr Magister hat sich über diesen Zustand lustig gemacht.
Was glauben die Personalchefs eigentlich wie man sich da fühlt und was Sie dann bei den Bewerbern für einen Eindruck hinterlassen. Da ist man über eine Absage froh. Weil in einem arroganten Unternehmen möchte eh keine arbeiten.
Ich habe bei den Bewerbungsgesprächen schon sehr viel erlebt. Einer gegen vier. Dabei ging es immer nur um einen kleinen Angestelltenposten und nicht um die Stelle des Generaldirektors.
Meine Damen und Herren ein ?kleiner? hat noch nicht wirklich so viel angerichtet wie ein großer. Man sieht ja jetzt die Finanzkrise.
Wo ist euer Instinkt. Einer genügt doch. Für mich ist das ganze Procedere Zeitverschwendung. In dieser Zeit könnte man schon anpacken und Arbeit leisten.
Was ich mich in meiner ganzen arbeitslosen Zeit frage:
Erstens:
Wo sind die Firmenchefs die selbständig denkende und arbeitende Mitarbeiter suchen.
Wo sind die Firmenchefs die ehrliche und loyale Mitarbeiter suchen.
Wo sind die Firmenchefs die abgesehen von einem guten Lebenslauf nicht hundert Bewerbungsrunden brauchen um zu entscheiden, wer der Idealkandidat ist.
Wo ist Euer Bauchgefühl?
Warum seht Ihr nie mein leuchten in den Augen, wenn ich von meiner Arbeit spreche.
Warum begreift Ihr meine Begeisterung denn nicht.
Warum ist es ein Fehler ehrlich zu sein und Gefühle zu haben.
Wo, meine Firmenchefs, ist euer Herz und wo ist eure Leidenschaft?
Warum wirft man mir ständig vor, dass ich ein menschliches Arbeitsklima bevorzuge.
Ist denn das nicht unser Ziel, gute Arbeit mit zufriedenen Kollegen zu leisten. Was man sät, das wird man ernten.
Zweitens:
Gibt es nur mehr Firmen die für Firmen suchen?
Wir die suchen, leisten buchstäblich einen Offenbarungseid mit unserer Bewerbung und unserem Lebenslauf und schreiben meist ins Nirvana. Kein Name, kein genauer Ort. Wie soll man sich informieren, wenn sich alle verstecken?
Wo ist euer Gesicht und wo ist euer Firmenprofil?
Außerdem wird von vielen Personalbereitstellungsfirmen meist schlecht gelesen. Man sucht eine Kreditorenstelle und bekommt ständig Angebote für die Debitoren, Bilanzbuchalter oder sogar als EDV Betreuer. Oder man ist vielleicht nicht so ein Sprachentalent, hat halt nur Grundkenntnisse in zwei Fremdsprachen und bekommt Arbeit vorgeschlagen, wo Englisch in Wort und Schrift verlangt wird.
Ich habe die Nase voll von den ganzen Leihfirmen oder Personalberatungen.
Es läuft immer gleich ab:
Man bewirbt sich auf eine bestimmte Stelle, geht sich vorstellen, legt sein ganzes Leben auf den Tisch, bekommt dann immer wieder die gleichen Fragen gestellt, meist von einer 25 jährigen, die keine Ahnung hat über die Arbeit die ich in meinem Leben (40 Jahre) geleistet habe.
Hauptsache diese Dame beurteilt dann, ob sie meinen Lebenslauf an die besagte Firma weitergibt (den Namen weiß ich zu dieser Zeit noch immer nicht,ist ja alles so geheimnisvoll), dann meint die Dame, das man große Chancen auf diese Arbeit hätte, ich müsste mich allerdings schon noch zwei Wochen gedulden, bis sich die Firma entscheidet.
Die brave Bewerberin lächelt und freut sich schon, sich endlich wieder einen Friseur leisten zu können.
Nun ja, jetzt nur nicht ungeduldig werden, wenn sich soooo viele bewerben, dann dauerts halt ein bissl. Was ist der Endeffekt, entweder man hört nie wieder was von dieser erfolgreichen Personalbereitstellungsfirma oder man bekommt schon am nächsten Tag mitgeteilt, dass die besagte Stelle schon besetzt wurde. (WOW endlich eine Firma von schnellen Entschlüssen?.a bissl sehr schnell meines Erachtens).
Mir ist schon klar, dass meine Jobchancen rapide sinken würden, wenn ich auf einer Jobanbieterseiter dies hier kund tun würde. Einerseits sagt man seine Meinung und ist anscheinend auch noch aufmüpfig und andererseits fühlen sich die Personalbereitstellungsfirmen angegriffen.
Ich habe den Verdacht, dass manche Firmen vom Staat oder AMS subventioniert werden. Pro Kunde mehr in den Stammdaten, gibt?s Geld.
Nur keine Arbeit für den Bewerber!
Die Jobbörsen im Internet sind mir mittlerweile auch suspekt. Ich kenne sie alle und jede Stelle.
Ist nur komisch, dass sich bestimmte ?offenen Stellen? immer wiederholen.
Gibt?s dafür wirklich keine geeigneten Bewerber, oder will man uns nur vortäuschen, das eh so viele Stellen frei sind.
Das wäre dann Manipulation.
Die Besten Jobangebote in diesen Börsen sind allerdings immer die, die jemanden zum sofortigen Eintritt suchen.
Es ist also alles ganz dringend. Der Hut brennt. Wenn nicht gleich eine/einer anfängt, dann steht die Firma still.
Man denkt sich dann, schreib schnell hin, dein Profil passt genau auf die Jobbeschreibung, du könntest theoretisch schon morgen anfangen.
Ich schicke meine Bewerbung + Lebenslauf dorthin. Wahrscheinlich wird man bald angerufen?..es ist ja dringend.
Was dann kommt ist das Warten. Nur nicht die Hoffnung verlieren.
Die Firma braucht ja jemanden sofort und wird sich auch schnell melden.
Nur die Geduld nicht verlieren. Man sitzt in den Startlöchern. Man wäre ja sofort bereit.
Doch was nach tagelangen Warten bleibt, ist eine leere Mailbox, keine Anrufe am Handy und die Illusion eines Friseurbesuches.
Samstag 1h 09m


