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Auswahl des Betriebsrates beim Personalgesräch

  • ekelbrecht
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor > 4 Jahre
Hallo!
Ich habe folgende Frage: Wenn ich zu einem Personalgespräch in die Personalabteilung bestellt werde, zu dem ich einen Betriebsrat mitnehmen darf/möchte, habe ich dann das Recht, mir den Betriebsrat auszusuchen (bei uns gibt es mehrere), oder muss ich irgendeinen akzeptieren ?
Der konkrete Fall
Ich bekam einen Anruf von meiner Vorgesetzten, ich solle mich zu einem Gespräch bei Herrn X in der Personalabteilung einfinden. AUs allgemeiner Erfahrung bedeutet das bei uns nichts gutes, also Betriebsrat mitnehmen. Aber ALLE Betriebsräte waren zu einem Seminar. Ich bekam von meiner Vorgesetzten zur Antwort, Herr X würde sich um einen Betriebsrat kümmern. Als ich dann in das Büro kam, war ein Mitglied der Betriebsratsersatzliste anwesend (also kein "richtiger" Betriebsrat),gerade vor 2 Monaten gewählt, ohne Erfahrung, ein junger Bengel, mir unbekannt. Dann wurde mir eröffnet worum es ging, in dieser Angelegenheit stehe ich schon mit einem Betriebsrat in Verbindung, der auch mit meinem Abteilungsleiter schon Gespräche geführt hat. Auskunft meines Betreibsrates war eigentlich, er, der Abteilungsleiter und ich würden nochmal zusammen ein Gespräch führen. Auf meine Frage, ob man das Personalgespräch nicht verschieben könne, bis der Betriebsrat da ist, der auch über das entsprechende Hintergrundwissen verfügt, wurde mir gesagt, ich hätte das Recht auf einen Betriebsrat, nicht auf einen bestimmten. Ich wurde dann komplett auseinandergenommen, meine Argumente wurden beiseite gefegt, mein Betriebsrat sass wortlos daneben. In diesem Gespräch wurden meine beruflichen Perspektiven zerstört. Mein Abteilungsleiter war auch anwesend.
Für Antworten wäre ich sehr dankbar.
Zuletzt editiert vor > 4 Jahre
  • zacker
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 6
vor > 4 Jahre
Hallo Ekelbrecht,
ich hoffe deine Probleme hängen nicht mit deinem selbstgewählten Spitznamen zusammen. Aber mal ernsthaft, ich habe selbst erst vor Kurzem bei einer BR-Gründung mitgewirkt! Nach erheblichen Problemen gibt es ihn aber jetzt doch, allerdings ist der größte Teil der BR-Mitglieder Geschäftsleitungsnah (Angst bewirkt Wunder in der Demokratie).
Du solltest so schnell wie möglich den Kontakt zu einer Gewerkschaft aufnehmen! Die machen zwar im Zweifelsfall auch nicht alles zu deiner Zufriedenheit, haben aber Wissen, das du und auch der neue BR noch nicht haben können. Bei Personalgesprächen darfst du eine Person deines Vertrauens als Zeuge dabeihaben, der sitzt da allerdings nur als Zeuge des Gesprächs, und sollte den Mund halten. Gegen Maßnahmen deines Chefs kannst du dich dann mit Hilfe der Gewerkschaft/Anwalt und dem BR zur Wehr setzen. Wenn die Maßnahmen nicht gerechtfertigt sind!
Das Wichtigste ist (so halte ich es) unterschreibe nie etwas ( nur nach ausführlicher Prüfung zB. der Gewerkschaft), gebe nichts zu (ausser es ist beweisbar ), lass dich nicht in Gesprächen mit der Chefetage aus der Ruhe bringen, unterdrücke deine Emotionen, und denke darüber nach, was du ohne Gewerkschaften für Rechte hättest ( die Rechte eines Leibeigenen! :idea:).
Gruß zacker
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 158
vor > 4 Jahre
vielleicht gibt dir der Artikel einige Antworten:
http://www.business-wissen.de/personalmanagement/kritische-personalgespraeche-worauf-sie-als-arbeitgeber-und-arbeitnehmer-achten-muessen/
.
Soweit ich sehe, kannst Du Dir nicht aussuchen, welcher BR teilnimmt. § 84 Abs 1 BetrVG sagt,  der Arbeitnehmer " kann ein Mitglied des Betriebsrats zur Unterstützung oder Vermittlung hinzuziehen."
.
Ich wüsste auch nicht, woher sich das Recht ableiten würde, eine "andere Person als Zeuge" dabeizuhaben. Selbst die Hinzuziehung deines eigenen Anwalts ist nur unter bestimmten Umständen erlaubt.
Nach einem Urteil des LAG Hamm muss der Arbeitnehmer an so einem Gespräch zwar teilnehmen, seine Rechte sind hinlänglich dadurch geschützt, dass er sich im Gespräch nicht äußern muss.
Quelle:
http://www.vnr.de/b2b/personal/arbeitsrecht/personalgespraech-nur-ohne-anwalt.html
Zuletzt editiert vor > 4 Jahre
  • zacker
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 6
vor > 4 Jahre
@Schneeschaufler:
Wenn man sich übers Netz über seine Rechte informieren möchte, sollte man sehr viel Erfahrung haben, da auch dort Interressen vertreten werden.
Dass heißt, viele Seiten besuchen, und gut überlegen wer einem da wirklich weiterhilft. Durch gezieltes weglassen oder zufügenn von Informationen kann man schon eine Menge Irritation schaffen!
Im Zweifel, denke ich, sollte man zu der im Betrieb zuständigen Gewerkschaft gehen.Man wird nicht sofort gezwungen beizutreten, und man weiß, dass die "auf jeden Fall" die Rechte der Arbeitnehmer unterstützen!
Auch wenn man vielleicht nicht das Recht haben sollte einen Zeugen zu einem Gespräch hinzuzuziehen, so hat der Vorgesetzte auf gar keinen Fall das Recht einen Zeugen zu bestimmen. So weit geht kein Direktionsrecht!
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 158
vor > 4 Jahre
Hallo Zacker,
das Direktionsrecht ist wieder was anderes.
Niemand kann einen "Zeugen bestimmen", aber natürlich kann ein Gespräch mit dem MA mit der Führungskraft und dem zuständigen Personaler stattfinden, dh, man hat 2 gegen 1.
Dennoch muss man als MA in dem Gepräch keinerlei Einlassung machen, ich würde im Zweifel auch davon abraten. Man höre, was die wollen, erbitte sich Bedenkzeit und antworte nach Rücksprache mit einem Berater seiner Wahl.
Viel Erfolg!
Zuletzt editiert vor > 4 Jahre
  • ekelbrecht
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor > 4 Jahre
Hallo!
Erstmal vielen dank für die Antworten. In dem Gespräch, wo übrigens auch mein Abteilungsleiter anwesend war, wurde mir auf meinen Vorschlag, das Gespräch doch zu verschieben, von Herrn X sehr deutlich zu verstehen gegeben, daß ich 1. nicht das Recht auf einen bestimmten Betriebsrat als Zeugen hätte, und 2. der Arbeitgeber Ort und Zeitpunkt  eines solchen Gespräches bestimmt und die Bitte meinerseits um Verschiebung  der Verweigerung eines solchen Gespräches und somit letztlich einer Arbeitsverweigerung gleichkommt.
Grüsse
  • rbuthx86
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 26
vor > 4 Jahre
Tritt in die GEwerkschaft ein oder hol Dir eine Rechtsschutzversicherung für sowas und lass Dich darüebr beraten.  Bis du da BEratung bekommst, sag  nix zu der Sache udn   unterschreieb nichts. Wenn du etwas unterschreiben sollst, dann bitte darum es mitnehmen zu dürfen und prüfen zu dürfen.

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