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befristeter Vertrag läuft aus und wird nicht verlängert.

  • Heikonia
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 4
vor > 3 Jahre
Ich versteh die Welt nicht mehr. Meiner Firma (8500 Mitarbeiter) geht es richtig gut, keine Wirtschaftskrise. Bei EInstellung bekommt man gesagt, dass man Wert legt Mitarbeiter langfristig zu beschäftigen und dass jeder erstmal einen befristeten Vertrag für 1 Jahr bekommt, der jedoch nahtlos übergeht in einen festen Vertrag, wenn alles in Ordnung ist.
Ich leite eine Filiale zusammen mit einer Kollegin iún 4 Aushilfen und ackere und mache und tue. Ich habe mehr als 30 Überstunden im Monat, bin sehr oft umsonst arbeiten gewesen und habe sogar meine Sonntag dort verbracht. Bin ständig eingesprungen, wenn Not am Mann war, war täglich in meiner Freizeit stundenlang telefonisch erreichbar. War keinen einzigen Tag krank. Habe das Essen manchmal vergessen und meine Familie ist auch zu kurz gekommen.
Aber der Job hat mir Riesenspass gemacht.
Und dann:
Chefin knallt mit den Satz hin: Ich werde sie nicht mehr weiter beschäftigen, der Vertrag läuft aus und ich muss Ihnen keinen Grund nennen". Boing.
1 Woche zuvor noch Lob und Anerkennung und nun????
Nachfolgerin soll bereits ab 01.03. schon anfangen, währenddessen muss ich noch weitere 3 Monate dort aushaaren mit dem Wissen, dass ich gehen soll und die andere bleiben darf.
Und das schlimmste ist: Ich finde gar keinen einzigen Grund, meine Aushilfen sind alle baff und selbst meine Kollegin versteht die Welt nicht. mehr. Ich auch nicht. Meine Motivation ist leicht sinkend.... obwohl ich eigentlich ein Wusel bin und immer am Tun.
Das jedoch macht mich menschlich fertig und ich kann nichts dagegen tun! 
Hat jemand eine Idee, oder Erfahrungen hinsichtlich dessen gemacht?
Gruss
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 3 Jahre
Hallo Heikonia,
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willkommen im Forum.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, was Dir jetzt alles durch den Kopf geht und dass du unter Schock stehts.
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Bitte bewahre jetzt einen klaren Kopf und mache Dir keine Selbstvorwürfe. Die Praxis des Unternehmens hört sich alles andere als seriös an, so wie Du es schilderst.
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Mache Dich schnellstmöglich rechtskundig und prüfe ob Du dagegen Klage erheben kannst. Ich kann in Deiner Schilderung keinen sachlichen Grund für die Befristung Deines Arbeitsverhältnisses erkennen, wenn umgehen ein neuer Arbeitnehmer deine Stelle einnimmt.
Solltest Du Dich zu diesem Schritt entscheiden informiere Dich möglichst schnell, um keine Fristen verstreichen zu lassen.
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Hätte keine Befristung Deines Arbeitsverhältnisses bestanden, würde das Verhalten des AGs eine Kündigungsschutzklage rechtfertigen. So, bin ich allerdings überfragt und hoffe, dass Dir jemand rechtliche Tipps geben kann.
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Erhole Dich erst einmal gut und betrachte es nicht als Abwertung Deiner Leistungen, die Du für das Unternehmen erbracht hast.
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Viele Grüße,
C
Zuletzt editiert vor > 3 Jahre
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 3 Jahre
Wo bleiben die Spezialisten für arbeitsrechtsrechliche Fragen?
Schade, dass sich hier im Forum nur wenige Profis / Juristen verirren. Liegt wahrscheinlich am Honorarsatz :?
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VG,
C
  • kaa655f
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor > 3 Jahre
Falls es einen BR gibt, würde ich den mal kontaktieren.
  • Heikonia
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 4
vor > 3 Jahre
neeee gibt es net, leider nicht"
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 3 Jahre
Habe gerade gelernt, dass das Rechtberatungsgesetzt einer (kostenlosen) Beratung entgegenstehen würde. Naja, man lernt nie aus...
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VG,
C
Obwohl, es wäre ja anonym (?)
Zuletzt editiert vor > 3 Jahre
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 158
vor > 3 Jahre
Das Rechtsberatunggesetz soll Dich schützen vor "Meinungen" von Leuten, die sich nicht besonders gut auskennen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsberatungsgesetz (http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsberatungsgesetz)
Ich gebe hier also nur eine Meinung ab, und betone ausdrücklich, dass du dich zur Sicherheit an einen Anwalt wenden mögest.
Dennoch bin ich der Meinung:
Der Sinn einer Befristung, ist die Befristung.
Klagen gegen den Ablauf eines befristeten Vertrages (der - völlig egal, was man dir erzählt) mit dem Datum ausläuft, zu dem befristet wurde, ohne dass eine Kündigung erforderlich ist) kannst du nicht. Ich wüsste nicht weswegen. Du hast die Befristung doch unterschrieben, oder?
 
Hätte, wäre, würde - interessiert vor Gericht nicht. Es interessiert der vereinbarte Vertrag. Sofern der korrekt befristet ist - läuft er eben aus. Eine Kündigungsschutzklage kannst du nicht erheben, weil es keine Kündigung GIBT. Der Vertrag endet einfach nur, wie zuvor mit Dir schriftlich vereinbart. 
Der BR hat seinerzeit deiner (befristeten) Einstellung zugestimmt. Sonst hätte man dich gar nicht befristet einstellen dürfen.
 
Man kann befristen mit Sachgrund, man kann aber auch ohne Sachgrund befristen ("kalendermäßig") - das dann für maximal 2 Jahre. Alles korrekt.
TzBfG - § 14  Absatz (2)
http://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__14.html (http://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__14.html)
Zuletzt editiert vor > 3 Jahre
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 158
vor > 3 Jahre
nachtrag: übrigens muss man sich 3 Monate vor Ablauf einer Befristung bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden..... sonst wird man gesperrt.
Meld dich also ganz rasch da mal, falls noch nicht geschehen...
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Für das Arbeitsamt hast du an dem Tag, an dem du die Befristung unterschrieben hast, von deinre Arbeitslosigkeit ab Befriftungsende gewusst. Was ja streng genommen auch stimmt.
Zuletzt editiert vor > 3 Jahre
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 3 Jahre
@Schneeschaufler
Danke für Deine ausführliche Antwort. Der Aspekt "Befristung mit oder ohne Sachgrund" war mir neu. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass einer vorliegen muss.
Wenn es so ist, sehe ich auch keine Möglichkeit, dagegen anzugehen. Leider! Obwohl es sich schon nach einer großen Sauerrei anhört.
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VG,
C
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 158
vor > 3 Jahre
@Schneeschaufler
Danke für Deine ausführliche Antwort. Der Aspekt "Befristung mit oder ohne Sachgrund" war mir neu. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass einer vorliegen muss. 
        
Erstaunlich- denn das TzBfG liegt in der derzeitigen Fassung seit dem Jahre 2000 vor,  ist also inzwischen 11 Jahre alt.
:roll:
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Eine reguläre Befristung von bis zu 2 Jahren ist inzwischen völlig üblich. Wer sich interessiert: ich kann jedem Arbeitnehmer nur raten, eine Weiterbildung in Sachen Arbeitsrecht zu machen. Wendet Euch an die IHK in Eurer Nähe. Bildung, die das Leben erleichtert,  vor falschen Ratschlägen schützt und man kann sie von der Steuer absetzen.
:lol:
Ich mach mind. alle 2 Jahre eine Update-Schulung, da das Arbeitsrecht lebt und ständig neue Rechtssprechung greift. Auf irgendwann erworbenen Wissen kann man sich heute nicht mwehr ausruhen - man muss dranbleiben, auch als normaler Arbeitnehmer.
Zuletzt editiert vor > 3 Jahre
  • Heikonia
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 4
vor > 3 Jahre
Aber wo bleibt die da die Motivation? In meiner Firma war es bisher so üblich, dass alle Mitarbeiter (die sich nichts zu schulden kommen lassen, bzw. ihre Arbeitskraft gut geleistet haben) mit einem festen Vertrag übernommen wurden.
Man legt doch schließlich Wert darauf Mitarbeiter langfristig zu beschäftigen. Jedoch gibt es ein Problem. Wenn Fehler entdeckt werden. wofür sich der Vorgesetzte bei seinen Vorgesetzten rechtfertigen muss und schließlich einsehen muss, dass es sein eigener Fehler war oder ist, nicht früh genug entsprechend Konsequenzen im Hinblick auf bereits mehrfache Kritiken seitens meiner Person gehandelt zu haben. Daher ist es doch einfacher, diejenige weg zu schaffen, die man mit einem befristeten Vertrag rausmobben kann. Dann stellt man eben eine neue Kraft ein, die muss man einarbeiten, bis dann das klappt dauert mal wieder. Und das Team muss sich wieder neu einstellen.
Von meiner Seite her, gab es keinerlei Kritik an meiner Arbeit, dass sagte man mir bereits. Ich war einfach zu teuer für die Firma, da ich zu viele Überstunden geleistet habe, aus dem Grund, dass viele andere nicht ihre Arbeit getan hatte und ich dafür bluten musste. Es hat ja auch irrsinnig viel Spass gemacht abends zusätzlich Stunden in der Firma zu verbringen und nach Hause zu kommen und die Kinder den ganzen Tag nicht gesehen zu haben, die bereits ja lange im Bett waren. Außerdem konnte ich dann direkt ins Bett gehen,w eil ich morgens ja wieder für die Firma einssatzbereit sein musste. Ständig das Gemecker von zu Hause und das schlechte Gewissen meiner Familie gegenüber... und dann das!
Ich war wie aus allen Wolken gefallen, zumal meine Vorgesetzte mir einfach einen Satz hingeknallt hat und mich dann wie ein kleines Schulmädchen hat stehen lassen. Den Grund hierfür musste ich mir bei der Geschätsleitung erkämpfen. Die jedoch kann leider nichts tun - da sie sich nicht über die Konsequenzen der Gebietsleitung hinwegsetzen darf.
Tolle Personalentwicklung. Tolles Firmenpolitk. Und das nennt sich familienfreundliches Unternehmen.
So ich werde nun mal zum Arbeitsamt dackeln, weil ich ja sonst gesperrt werden. In diesem Sinne, vielen Dank für alle Antworten, Ratschläge und Infos.
H. :lol:
Zuletzt editiert vor > 3 Jahre
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 3 Jahre
@schneeschaufler
Mea Culpa, Arbeitsrecht gehört nicht zu meinen Kernthemen. (Meine Fortbildung ist auch schon ein paar Tage her.)
Gut, dass Du hier noch was Klarheit in die Angelegenheit gebracht hast.
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@Heikonia
Es ist eine Schande und eine riesen Sauerei was Du erlebt hast!
Deine Vorgesetzte ist sich wohl dieser Tatsache bewußt und hat Dich deshalb auch so arrogant behandelt.
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VG,
C
Zuletzt editiert vor > 3 Jahre
  • Heikonia
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 4
vor > 3 Jahre
@kanunu4Me: ja meine Noch-Chefin äußerst sich dazu nicht. Sie scheint auch kein schlechtes Gewissen zu haben.
Soeben habe ich erfahren, dass meine Nachfolgerin schon in den Startlöchern steht. Zufällig ist sie eine langjährige Mitarbeiterin dieser Firma, die ausgerechnet von ihrem Wohnort in meinen Wohnort gezogen ist- Da bietet sich doch direkt meine Stelle an. Und alle genannten Gründe, die absolut schwachsinnig sind, erscheinen nun sehr unglaubwürdig. Es war eben der einfachste Weg für meine Vorgesetzte.
Für die NEUE ist das ein Riesenglück, für mich eher nicht. Alle persönlichen Umstände haben da auch keinen interessiert was mich angeht (habe 3 Kinder und bin alleinerziehend). Na ja, die Neue kann ja nichts dafür, daher werde ich versuchen noch die nächsten 3 Monaten mit 6 Wochen Urlaub zwischendrin mein Ding gut zu meistern, damit ich mir wenigstens treu bleib.
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 3 Jahre
@Heikonia
Nimm Dir erst einmal etwas Zeit mit den Erlebnissen fertig zu werden.
Ich wünsche Dir viel Kraft, denke nicht zu viel über dumme Menschen nach. Bleib sauber, auch wenn es noch so schwer fällt.
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Alles gute für die Zukunft,
C

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