Behinderung am Arbeitsplatz

  • Willnicht
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vor > 4 Jahre
HalliHallo!

Ich beschäftige mich zur Zeit ein bisschen aus Interesse mit dem Arbeitsrecht in Österreich und bin da über eine Regelung gestossen, die ich schon ein bisschen komisch finde... demnach sind Betriebe die mehr als 25 Personen beschäftigen, verpflichtet, pro 25 Beschäftigte eine "begünstigte behinderte Person" einstellen (also wenns ein Betrieb mit 75 Angestellten ist, dann 3 Behinderte Personen). Ausser man zahlt eine Ausgleichstaxe, die (und jetzt kommts!) 213euro pro Monat beträgt! Ist ja wohl eine billige Lösung für Arbeitgeber, sich vor so einer Regelung zu drücken!
  • Matthias
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  • Beiträge: 45
vor > 4 Jahre
Hi Willnicht!

Ja stimmt, find ich auch ein bisschen unfair, denen gegenüber, die Behinderte einstellen. Was ich mich aber frage ist, was jetzt solche "begünstigte behinderte Personen" sind...
  • Willnicht
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 35
vor > 4 Jahre
Also begünstigt behinderte Personen (in Österreich wohlgemerkt) müssen mindestens einen 50%igen Grad an Behinderung vorweisen (wird von der zuständigen Landesstelle des Sozialamtes gemessen) und entweder österreichischer Staatsbürger, EWR-Staatsbürger oder anerkannter Flüchtling sein.

Solche Begünstigungen können dann z.B. sein:

spezieller Kündigungsschutz
Steuervergünstigungen
Anspruch auf Förderungen für behinderte Personen
  • Matthias
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 45
vor > 4 Jahre
hmmm... also meiner Meinung nach ist diese "Ausgleichstaxe" auch ziemlich niedrig gesetzt und ich glaub schon, dass ziemlich viele Firmen von dieser Möglichkeit gebrauch machen!
  • manager
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  • Beiträge: 122
vor > 4 Jahre
Hallo!

Also meiner Meinung nach wird auch vielen Unternehmen nichts anderes übrig bleiben, als auf eine solche Regelung zurückzugreifen. Denn für viele Firmen, wird es wohl schwer sein, solch begünstigte behinderte Personen am Arbeitsmarkt zu finden bzw. adäquate Aufgaben für diese Personen zu finden. Meiner Meinung nach ist das schon eine gute Lösung, denn die Einnahmen aus diesen Ausgleichstaxen werden ja dann als Förderungen für diesen Personenkreis verwendet.
  • superella
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vor > 4 Jahre
zu dem thema muss ich ja auch gleich mal meinen senf dazu geben.
du hast schon recht, daß mit so einer niedrigen ausgleichstaxe sich die unternehmen freikaufen können, aber man muss auch sagen das behinderte (und das ist natürlich gut so) einen extrem hohen kündigungsschutz haben, den viele (leider) auch ausnutzen. der ag geht somit ein sehr hohes risiko ein, und eventuelle umbauarbeiten damit das unternehmen behindertengerecht wird, will ich gar nicht erwähnen, das können sich einfach viele klein- und mittelbetriebe nicht leisten. d.h. jetzt nicht das ich den kündigungsschutz kritisieren möchte, aber man muss es auch mal ökonomisch sehen und daß ist ja auch die sicht der unternehmen.
achja und nur so am rande, die geldstrafen bei geschlechtsbezogener diskriminierung oder diskriminierung aus gründen wie etwa ethnie, religion, sexuelle orientierung, etc. sind auch nicht besser, also meiner meinung nach sollte sich da auch was tun. z.b. mindestgeldstrafe bei sexueller belästigung (ist ja in nem anderen thread gerade aktuell) liegt bei 300 euro, also dazu sag ich auch nix mehr :roll:
  • Jobgerald
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vor > 4 Jahre
Hallo,
es ist aber auch so das Firmen in Österreich sehr wohl hohe Förderungen erhalten wenn sie Behinderte anstellen. Sonst würden Behinderte wahrscheinlich nie einen Job bekommen.G.
  • manager
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 122
vor > 4 Jahre
Hallo,
es ist aber auch so das Firmen in Österreich sehr wohl hohe Förderungen erhalten wenn sie Behinderte anstellen. Sonst würden Behinderte wahrscheinlich nie einen Job bekommen.G.

Das ist genau das, was ich gemeint hab. Diese Förderungen werden nämlich durch diese Ausgleichstaxen finanziert, die AG leisten müssen, wenn sie keine Behinderten anstellen. Deswegen finde ich auch diese Ausgleichstaxen als gerechtfertigt, wenn auch ein bisschen zu niedrig angesetzt.
  • Jobritter
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 47
vor > 4 Jahre
die ausgleichstaxen sind generell oft zu niedirg, aber man muss dabei auch rücksicht auf die nicht so finanziell leistungsstarken unternehmen nehmen. gibt ja häufig kmus die sich dann so umbauten oder hohe taxen eben nciht leisten können.
  • Rmount
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  • Beiträge: 5
vor > 4 Jahre
In Deutschland gibt es ganz ähnliche Regelungen wie in Österreich.
Diese Regelungen zum Freikauf von Verpfllichtungen laden geradezu dazu ein sie zu nutzen und Behinderte lieber sich selbst zu überlassen.
Nun weiß ich nicht, wie es bei Euch in Österreich aussieht: In D bedeutet es für die Firma einen Behinderten einzustelle praktisch das Aus für jede 'normale' Kündigung. Fängt man sich als Arbeitgeber eine faulae *S* als Arbeitnehmer ein, so ist man auf Gedeih und Verderb auf den guten Willen der betreuenden Stelle angewiesen. Die haben aber in ersten Linie das Wohl des Behinderten zu wahren.

Versetzt Euch also bitte in die Lage eine AG: Ich stelle einen Behinderten ein und bekomme für das gleiche Geld, wie für einen Nichtbehinderten einen längeren Urlaubsausfall, voraussichtlich einen wesentlich höheren Krankenstand, ein quasi gestrichenes Kündigungsrecht und einen Arbeitnehmer, der das genau weiß...
Würdet Ihr das wählen oder lieber knapp 200? 'Strafe' zahlen?

Das Problem sind nicht die AG, das Problem sind unfähige Regierungen die dämliche Gesetze machen.

Ich selbst bin Behinderter (GdB 90%) und fühle mich durch solche Gesetze zusätzlich behindert, da es für uns nur wenige AG gibt, die tatsächlich einen Behinderten einstellen würden.

Richtig wären Gesetze, die die Förderung benachteiligter Gruppen (nicht nur Behinderter) als eine staatliche Aufgabe definieren. Arbeitsfähige und -willige sollten in staatlichen Beschäftigungsgesellschaften beschäftigt werden. Man sollte versuchen, sie im ersten Arbeitsmarkt unterzubringen (mit einer Entlohnung, die der Leistung entspricht, Rest wird von der Beschäftigungsgesellschaft beigesteuert), und wenn eine nach allgemeinen Grundsätzen rechtmäßige Kündigung durch den AG erfolgt rutschen sie automatisch wieder in die Beschäftigungsgesellschaft zurück.
Das ist eine staatliche Aufgabe, die durch Steuern finanziert werden muß.
Sozialpolitik auf dem Rücken der Arbeitgeber zu machen ist Schwachsinn, weil am Ende immer die die Zeche bezahlen, die geschützt werden sollten.

Bei uns in D hat man den Eindruck, wir zahlen unsere Steuern nur noch um Abgeordnete und deren Bauwahn zu finanzieren.
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