Boreout - die neue Geisel im Arbeitsleben

  • Quiet Man
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 20
vor > 2 Jahre
Hallo!

Wollte nur mal kurz das Thema "Boreout" aufwerfen. Das Thema "Burnout" ist ja in aller Munde - zurecht. Allerdings sollte man auch das relativ neue Phänomen des Boreout nicht vergessen.

Ich habe selbst erlebt wie grausam permanentes Nichtstun sein kann. Ich kann und will arbeiten. So gesehen ist es schlichtweg indiskutabel, dass man bei manchen Jobs regelrecht kaltgestellt wird. Man bekommt kaum Aufgaben übertragen und erhält auch keinerlei Informationen darüber, wie es mit der eigenen Position weitergehen soll. Anscheinend haben viele Arbeitnehmer derartige Angst vor einem Jobverlust, dass sie, obwohl überarbeitet, keine Kompetenzen abgeben wollen - man will ja nicht den Eindruck erwecken, ersetzbar zu sein.

Hat schon jemand hier im Forum Boreouterfahrungen sammeln müssen? Würde mich wirklich interessieren.
  • Sternenhimmel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2013
vor > 2 Jahre
@ quietman

Hallo,
Schön wieder von Dir zu lesen :D

Über "Boreout" ist hier schon geschrieben worden, blättere die Forumseiten zurück.

Schöne Grüße
Sternenhimmel
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@quietman
http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/arbeit/langeweile-im-job-der-grosse-bluff-586333.html ich glaube, der Link bringt ein bißchen Klarheit, was gemeint ist :P In Realität habe ich das im Öffentlichen Dienst erlebt (zum Erhalt der Planstelle immer einen auf geschäftig machen :P)....
Glaube bitte nicht, daß das an den AN liegt - in den meisten Fällen wohl nicht, denke ich.
Bei mir war das so, daß mit zunehmendem Erfolg der Arbeitsanfall für mich natürlich immens wurde und über 1 1/2 Jahre der AG so tat, als würde er meine Personalsuche unterstützen. Hatte ich jemanden gefunden, war er äußerst einfallsreich, alles "abzuwürgen"...., bzw. er bei den Vorstellungsgesprächen die Stelle als dermaßen schwierig darstellte, daß jeder auf dem Absatz kehrt mache :twisted: :mrgreen: Auch 'ne Art des Sparens nach dem Motto: "Ich will mehr für weniger Geld..."
Grüße

PS.: Während die meisten der Unglücklichen in Ihrem Job den Druck der Überlastung haben und in dieser Situation die Veränderung/Jobsuche verwirklichen müssen, sind "Boreout-Patienten" ja in einer sehr günstigen Position - jede Menge Zeit über sich, die Welt an sich nachzudenken und aktiv während bezahlter Zeit Jobs zu suchen. ? Oder?
Scheint eher wie ein Modethema/gute PR für ein Buch zu sein.
  • Hammerhugon
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 1
vor > 2 Jahre
Hey, ich tausche gerne. In meiner super Firma fallen die Leute nach der Reihe (wegen Überarbeitung)  um und müssen dann in die Reha zum Gerhirnwaschen! Da möchte ich doch echt lieber am BoreOut Syndrom erkranken!  Es ist doch schön, wenn man nach de Arbeit noch Kraft für die wirklich schönen Dinge im Leben hat oder etwa nicht. Für alle die am BoreOur Syndrom erkranken sucht Euch ein forderndes Hobby :mrgreen:
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 161
vor > 2 Jahre
boreout - wunderbar. Hatte ich mal... vor seeehr vielen Jahren, im öffentlichen Dienst. Habe den Job wegen unsagbarer Langeweile geschmissen. Dafür könnte ich mich heute in den Hintern beißen.
Was gäbe ich für einen Job, in dem ich mich langweilen kann.... Jahrzehntelang.... und nicht fürchten muss, dass er überraschend endet.
Denn Angst vor Arbeitsplatzverlust ist für mich das Gegenteil von Langeweile.
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@Schneeschaufler:
 
Tja, Schneeschaufler, siehst du, so ändern sich die Prioritäten im Leben! Wünsche dir einen guten Start in die neue Woche.
 
Grüsse Wurzel
  • golfball
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 1
vor > 2 Jahre
Ich bin an BoreOut erkrankt und in ärztlicher Behandlung. Eure Bemerkungen sind nicht gerade hilfreich und tun weh. Ich weiss was arbeiten heisst. Hatte 3'500 Kunden zu betreuen. Ich wechselte in eine neue Firma. Laut Stellenbeschreiben würde ohne mich nichts mehr laufen :lol:
Doch nach 2 Tagen merkte ich, dass die Realität anders aus sieht. Ich ging zum Vorgesetzten und sagte ihm, dass ich völlig unterfordert bin und mehr arbeit will. Es geschah nichts.
Die Tage werden unendlich lange. Einfach nur die Zeit absitzen und nichts tun ist die Hölle. Und irgendwann einmal hat man das Internet auch satt.
Ich wurde Depressiv. Fand nichts mehr lustig. Meine Frustration wirkt sich auf das Privatleben aus. Die Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt. Der Familien und Freundeskreis hatte, wie ihr hier im Forum, wenig Verständnis. Erst als sie mich sahen haben sie gesehen was mit mir los ist. Und erschracken was sie vorfanden. Der Glückliche immer zu Scherzen aufgelegte der ich einmal war ist nicht mehr da.
Ich liebte immer die Adventszeit. Heuer wird nicht einmal mehr Dekoriert. Die Lust auf Weihnacht ist mir vergangen.
Seit über 6 Monaten bin ich intensiv auf Jobsuche. Leider ohne Erfolg. Einfach kündigen ohne Job kommt nicht in Frage. Auch mein Arzt riet ab, da ich sonst in eine tiefe Depression fallen könne.
Durch den Sport habe ich den Ausgleich. Es gibt Tage, da geht es mir besser und dann falle ich wieder in ein Loch.
 
  • Aida
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 19
vor > 2 Jahre
Hallo,
das kenne ich auch. Damals als ich in einem Steuerbüro arbeitete. Dort herrschte allgemeine "Arbeitsüberlastung", die Arbeit wurde teilweise nur hin- und hergeschoben, die Schreibtische waren künstlich überladen. Der Chef saß in der Zentrale, 50 km von unserer Filale entfernt... Ich kam von einem Handwerksbetrieb, in dem es täglich rund ging und war diese Ebbe nicht gewohnt. Zu meinem Glück kündigten dann 2 Angestellte und ich "erbettelte" mir einen Teil derer Aufgaben. Es war aber nach wie vor zu wenig zu tun. Wir mußten täglich unsere Aufgaben inkl. Bearbeitungszeiten erfassen. War für mich extrem schlimm, wir besch.... somit den Chef und gleichzeitig die Mandanten... Auch das machte mich total fertig. Zuhause und im Freundeskreis hörte ich nur "sei froh, dass Du es jetzt endlich mal ruhig hast, Dir kann man auch nichts recht machen, früher hast Du Dich über zuviel Streß beklagt und nun beschwerst Du Dich, weil Du zu wenig zu tun hast. Nutze doch Deine freigewordene Energie in Deiner Freizeit" usw. usw.
Gott sei Dank hat sich diese Stelle dann von selbst erledigt, der Chef merkte, dass Umsatz und Arbeitsleistung nicht mehr passen und hat der Hälfte des Personal gekündigt - inkl. meiner Person.
Anschließend hatte ich eine Stelle, die ich nach ein paar Jahren wegen Bornout aufgeben mußte...
Mein letzter Job war auch im öffentlichen Dienst, dort ist es auch sehr, sehr ruhig gewesen. Ich hatte vorher noch nie Kollegen, die Punkt 16.00 Uhr den Stift fallen ließen, dort habe ich dann dieses (und viel mehr) erleben dürfen.... 8O
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
Hallo, Ihr!
Ob BoreOut oder BornOut.
Lest mal den Link auf einen anderen Beitrag hier im Forum (unten, fett). Ich meine, das gilt  g l o b a l.
Und, Golfball, du  h a s t  bereits eine fette Depression. Bitte lasse Dich zum Psychiater überweisen und versuche eine Therapie zu machen. Selbst wenn Du einen anderen Job findest - das löst sich nicht von alleine 8O
Bin wegen BornOut krankgeschrieben und mache eine solche - "tiefenpsychologisch fundierte Einzelgespräche" (C.G. Jung). Bin mitten drin - 60 Jahre alt und ich kann nur sagen, hätte ich mich getraut, wäre mir viel früher geholfen worden!Denn ich bin eine wie ihr - v ö l l i g auf die "Bedürfnisse der Wirtschaft" ausgerichtet, immer volle Leistung.... lerne mich grad selber kennen 8)
http://www.kununu.com/job-forum/kaffeekuche/man_kann_ja_im_herzen_stetz_lachen_und_scherzen
Lest auch den Link auf der Seite ganz unten :P
Liebe Grüße - achtet auf Euch!
Zuletzt editiert vor > 2 Jahre
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@golfball:
 
Hallo und willkommen im Forum Golfball!
 
Es tut mir sehr leid, dass du unsere Zeilen mit gewissen usern als Spott empfunden hast. So soll und darf es natürlich nicht sein. Damit du dazu ein wenig Verständnis bekommst, kann ich dir lediglich sagen, dass wir uns schon sehr lange Zeit kennen und deshalb auch wissen, wie gewisse Antworten gemeint sind. Ich kann dir aber versichern, dass jeder user mit seinen Problemen in diesem Forum sehr ernst genommen wird.
 
Nun zu dir und deinem offensichtlichen Problem. Du schreibst, dass du in ärztlicher Behandlung bist, was mir auch dringend notwendig erscheint. Ich bin jedoch ganz und gar nicht der Meinung deines Arztes bezüglich einer Kündigung. Du wirst dann ganz bestimmt nicht in eine Depression fallen, denn du bist bereits mitten drin. Typischer können die Anzeichen gar nicht sein: Rückzug von der Umwelt, Verschliessung gegenüber der Familie, keine Freude mehr an schönen Dingen (z.B. Weihnachtsdeko) etc.
 
Glaube mir, Sport alleine kann dir da nicht mehr helfen, wobei du diesem aber unbeding weiter nachgehen musst. Hol dir so rasch wie möglich Hilfe. Du musst nicht zwingend zu einem Psychiater; es kann durchaus auch ein Psychologe sein, denn du musst über dein Problem sprechen können. In der Regel klappt das weder mit dem Partner noch mit guten Freunden so richtig. Eine Krankheit, die man nicht sieht, ist oft nicht existent. Leider ist das so im Leben.
 
Ich bin bald 53 Jahre alt und an einem Burnout erkrankt vor nunmehr bald 1 3/4 Jahren. Der Versuch wieder an den angestammten Arbeitsplatz zurückzukehren ist gescheitert, da ich bis zum totalen Zusammenbruch meinerseits gemobbt wurde. Die Geschichte würde zu lange werden..............
Seit dieser Zeit suche ich auch eine neue Stelle. Ich weiss gar nicht mehr wieviele Bewerbungen ich geschrieben habe und noch immer schreibe. Die Wirtschaftslage ist schlichtweg besch........
Trotz allem soll dich dieser Umstand keineswegs daran hindern, dass dich dein behandelnder Arzt oder eben, die professionnelle Hilfe, zu 100 % erwerbsunfähig schreibt. Wage diesen Schritt, denn deine Krankheit wird sonst fortschreiten und hinterlässt Narben, die nie mehr heilen. Ich weiss, wovon ich spreche.
 
Bleibe hier im Forum und erzähle uns deine Sorgen. Wir sind jederzeit für dich da. Mir hat dieser Umstand manchmal sehr geholfen, denn man ist anonym und das Verständnis ist enorm gross.
 
Dir wünsche ich viel, viel Kraft zu deinem nächsten Schritt! Wage ihn ganz dringend!
 
Alles Liebe
Wurzel
Zuletzt editiert vor > 2 Jahre
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@golfball, wurzelchen
Zum Psychiater.
Meiner ist Psychiater und Neurologe und in meiner "Krankengeschichte" für die Medikamente (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) zuständig. Der Therapeut verweist mich mit meinem immer wieder auftretenden Wunsch, die Tabletten abzusetzen,  zum Psychiater/Neurologen - der ist dafür der Fachman.... und erklärt mir die Wechselwirkung von Depri/'Seele und Körperchemie usw. Er konnte mir auch gut die Angst vor der Wirkweise der Tabletten nehmen - die nicht persönlichkeitsverändernd und abhängig machend sind :?
Während sich der Psychiater überhaupt nicht in die Therapie einmischt.... Auch hatte er mir Anfangs geholfen, den richtigen Therapeuten zu finden (das ist - depressiv - eine ganz schwere Arbeit, jemanden zu suchen und zu finden, dem man sich anvertraut....)
Außerdem fühle ich mich gegenüber der Krankenkasse auch gut, vom "übergeordneten" Fachmann krank geschrieben zu sein....
So. Verordnungsgemäß klinke ich mich jetzt wieder aus, lese aber ab und zu mal hier rein - dies hier noch zu sagen, war mir aber wichtig.
Liebe Grüße - vor allem auch an die "Forumsseelchen" :P
Zuletzt editiert vor > 2 Jahre
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@klimaneutral:
Yes, ich weiss, habe diese Dinger auch über einen längeren Zeitraum nehmen müssen. Trotzdem danke für deine Worte.
 
Wurzel
  • rbuthx86
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 26
vor > 1 Jahr

Hey, ich tausche gerne. In meiner super Firma fallen die Leute nach der Reihe (wegen Überarbeitung)  um und müssen dann in die Reha zum Gerhirnwaschen! Da möchte ich doch echt lieber am BoreOut Syndrom erkranken!  Es ist doch schön, wenn man nach de Arbeit noch Kraft für die wirklich schönen Dinge im Leben hat oder etwa nicht. Für alle die am BoreOur Syndrom erkranken sucht Euch ein forderndes Hobby :mrgreen:


Naja, man muß es  wohl selbst mitgemacht haben um es zu verstehen.
  • Amarylis
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 4
vor > 1 Jahr
Hallo an alle hier,
auch ich kenne das Bore out... ich habe es als genauso schlimm wie ein Burn out empfunden. Die Folgen waren bei mir die Gleichen: auch ein Bore out hinterlässt die totale Erschöpfung - genauso wie das Burn out. Der einzige Unterschied ist, dass das Burn out zuerst die körperliche und dann die seelische Erschöpfung zur Folge hat - während es bei BORE-Out gerade anders herum ist. Bei mir kam zuerst die seelische Erschöpfung, weil mir ein hochautoritärer Chef sich einen Spass daraus machte, Mitarbeiter zu demütigen und kaputtzumachen. Das ging dann so, dass er sehr wohl erfahrenen und kompetenten Mitarbeiterinnen Falscharbeit vorwurf und dann sagte wie es richtig gemacht werden müsse. Aber kaum hat man es so gemacht, hat er wieder alles als "falsch" kritisiert. So hat man eben totale Angst davor bekommen noch irgendetwas zu machen. Der gab sogar wohlwissend falsche Anweisungen, damit er hinterher wieder voller Vorwurf sagen konnte, dass das alles falsch ist, was man da gemacht hat.  Da das immer nur mündliche Anweisungen waren, konnte man ihm auch nichts nachweisen.....Der hat einem dann wegen angeblicher Inkompetenz immer mehr Arbeiten abgenommen, bis man dann gar keine Aufgaben mehr bekam. Und dann am Arbeitsplatz zu sitzen - 8 Std. lang  - ich kann euch sagen - das ist fast noch schlimmer als Burn out. 8 Std zu hocken und nichts anderes machen zu dürfen, als sich nach Arbeiten umzusehen, wohlgemerkt nicht fachfernen Aufgaben...sondern fachspezifische. Genau die wurden einem doch absichtlich vorenthalten. Solche Chefs gibt es wirklich. Die befriedigen ihr Machtbedürfnis mittels solcher Verhaltensweisen und in meinem Fall wurde der auch noch von den oberen Ebenen gedeckt. Ich bin dann auch total depressiv geworden, habe aber Gottseidank dann eine andere Stelle gefunden. Das war dann vom Regen in die Traufe....Ich bin froh, dass es kununu gibt. Dann erfahre ich sowas nämlich vorher, ehe ich an eine solche Arbeitsstelle gehe....Inzwischen geht es mir wieder gut. Gottseidank...Soviel von  mir zu BORE OUT.
Amarylis
  • Quiet Man
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 20
vor > 1 Jahr
@Amarylis:
Hi! Tja, es scheint sich im Arbeitsleben immer antipodischer zu entwickeln - die einen brechen unter dem Arbeitsaufwand zusammen und die anderen stellt man kalt. Glücklicherweise bist du ja mittlerweile wieder auf der Siegerstraße - wünsch dir weiterhin alles Gute!
  • derkleinefratz77
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor > 1 Jahr
Hat den jemand gute Tipps?  WIe man  sich gegen BurOut schützen kann?
  • marzipankartoffel77
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 27
vor > 1 Jahr
Würd gern mal wissen, wen man am besten fragt ,wenn man grad nichts zu tun hat oder sollte man lieber die Klappe halten und so tun als ob?
Antworten

Unsere Job-Foren








© kununu GmbH 2012. Alle Rechte vorbehalten. Kontakt | Impressum | AGB | Disclaimer