Ich habe die letzten Tage öfters mit einer Kollegin über Arbeitszeiten, Dienstverhinderungen etc. diskutiert.
Eigentlich sind es zwei Themen; erstmal die Arztstunden. In Österreich ist es ja so, dass man vom Arzt eine "Zeitbestätigung" bekommen kann und die Firma einem diese Zeit als Arbeitszeit anrechnet. Nun haben wir gleitende Arbeitszeiten mit einer Kernzeit von 09-11:45 Uhr und 13:15-15 Uhr.
Ich versuche immer einen Randtermin am frühen Morgen oder späten Abend zu bekommen. Da ich aus gesundheitlichen Gründen immer an einem speziellen Tag (ca. einmal im Monat) zum Arzt muss und diesen Tag erst ca. 10 Tage vorher weiss, ist das nicht immer einfach mit dem Termin. Wenn der Termin ausserhalb der Kernzeit ist, bringe ich keinen Zettel mit, dh. es geht auf meine Freizeit, das ist meistens der Fall (ich gehe zu einer Privatärztin, wo ich nicht warten muss, dafür muss ich 90% selbst bezahlen). Für mich war das eigentlich immer selbstverständlich. Wenn ich am Morgen nicht pünktlich zur Kernzeit in der Arbeit war, wurde mir vom Lohnbüro trotzdem die Zeit gutgeschrieben, die der ganze Arztbesuch beansprucht hat (also nicht nur 9-zb. 9:15 Uhr, sondern zb. ab 08:30Uhr bis 09:15 Uhr). Wenn ich um 16 Uhr einen Termin habe, bekäme ich keine Zeitgutschrift, auch wenn ich einen Zettel bringen würde. (Habe ich kürzlich erfahren, ich hatte es nie versucht)
Nun habe ich aber eine (andere, nicht die mit der ich gesprochen habe) Kollegin, die handhabt das total anders. Sie geht um 15 Uhr von hier weg zum Arzt (weil sie sich krank fühlt), kommt um 17 Uhr wieder (stempelt ein), arbeitet ne halbe Stunde und geht dann wieder zum Arzt, um sich krankschreiben zu lassen. Nach dem Krankenstand bringt sie einerseits die Zeitbestätigung von 15-17Uhr, die ihr dann auch gutgeschrieben wird und natürlich noch die Krankenstandsmeldung. Es wäre auch theoretisch möglich um 17 Uhr zum Arzt zu gehen und sich krankschreiben zu lassen, ohne den ganzen Nachmittag dort zu verbringen.
Ich weiss nicht sicher, wie das rechtlich ist, ich finde es moralisch total daneben. Die andere Kollegin wird das in Zukunft auch so machen, weil sie nicht einsieht, dass sie die Zeit reinarbeiten muss und die Andere, die ca. alle 14 Tage einen Grund für einen Arzttermin hat, trickst einfach, damit sie die Zeit gutgeschrieben bekommt.
Ich fühle mich natürlich gleich doppelt verar***, weil ich so doof bin und das nicht mache. Ich bin halt der Meinung, dass unser Arbeitsverhältnis sehr klar geregelt ist. Ich arbeite und bekomme Geld dafür. Ausserdem bin ich verpflichtet, die Arzttermine MÖGLICHST ausserhalb meiner Arbeitszeit zu nehmen.
Wie handhabt Ihr das? Wie macht Ihr das und was findet Ihr moralisch oder rechtlich richtig?
Und das andere Thema sind so Minifeiern in der Firma. Damit meine ich zb. wenn der Geschäftsführer einen runden Geburtstag hat, dann lädt er die Mitarbeiter IN der Firma in den Besprechungsraum ein, wo es Brötchen und Sekt gibt. Das dauert dann ca. eine Stunde, in der der GF zb. eine kleine Rede hält. ICH bin der Meinung, dass es unhöflich wäre, nicht zu erscheinen und fühle mich eigentlich verpflichtet (wir sind nur wenig Leute, ca. 20-30) hinzugehen. Einerseits deswegen, andererseits weil es IN der Firma ist, stempel ich nicht aus, dh. es wird mir als Arbeitszeit angerechnet. Scheinbar war es "früher" (3 Kolleginnen arbeiten seit über 20 Jahren heir) in der Buchhaltung üblich, dass man ausstempelte zu solchen Gelegenheiten. Eine entsprechende offzielle Anweisung gibt es nicht. Die anderen Abteilungen stempeln auch nicht aus und bisher wäre ich auch noch nie auf die Idee gekommen, das zu tun. Was anderes ist zb. die Weihnachtsfeier, zu der ich ja irgendwie auch hingehen "muss", aber das ist nicht in der Firma, deshalb geht es auf meine Zeit. Scheinbar war es sogar so, dass meine Vorgängerin (ich bin KEINE Vorgesetzte!) beim "Runtergehen" sagte "Ausstempeln nicht vergessen!". Finde ich persönlich ja "GEHT GAR NICHT", sowas zu Kolleginnen zu sagen und zu mir hat das auch noch nie jemand gesagt (können ruhig... :twisted
LG
Achillia


