Job und Glück

  • Basia
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vor > 3 Jahre
@ Hallo,
Abgesehen davon, dass man Job und Geld braucht um den Lebensunterhalt zu bestreiten, befassten sich die Glückforscher mit der Frage:
Wie wichtig ist die Zufriedenheit im Job und welche Kriterien sind dafür verantwortlich um glücklich zu sein?
Hier einige Aussagen zu diesem Thema :
- Die Arbeit außerhalb des Haushaltes bestimmt die Rolle, die man in der Gesellschaft spielt. Unsere Position wird heute weniger durch unsere Herkunftsfamilie bestimmt, als durch die Arbeit, der wir nachgehen.

- Eine zufrieden stellende Arbeit macht ganz sicher glücklich. Studien haben gezeigt, dass einer der größten Einflüsse auf das Glück ist, nicht arbeitslos zu sein.
- Über ausreichende und existenzsichernde Finanzen zu verfügen, ist wichtig für jeden Menschen, doch der Verdienst darüber hinaus, hat nur ganz wenig Auswirkung auf das Glück.
- Selbstständige sind glücklicher als Personen, die in einer Firma arbeiten. Es muss nicht heißen, dass Selbstständige mehr Geld verdienen. Sie arbeiten härter und tragen ein höheres Risiko. Dennoch sind sie zufriedener, weil sie ihre Arbeit selbstständig gestalten können.

Und zum Schluss um das Thema ein wenig aufzulockern:

" Wenn man arbeitet, hat man keine Zeit, Geld zu verdienen." jüdisches Sprichwort

" Die Phönizier haben das Geld erfunden. Warum bloß so wenig?! v. J.N. Nestroy

" Glück allein macht auch nicht reich." Autor unbekannt

Hätte mich auf Euer Feedback zum Thema -Job und Glück- gefreut.

Grüße an die Kununugemeinschaft.

basia
  • Muellina
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 439
vor > 3 Jahre
Hallo Basia,

interessantes Thema; da bin ich auch mal auf die Meinungen gespannt.

Ich denke, das eigene Glück wird bestimmt durch die eigenen Wertbegriffe. So kann ein Arbeitsloser durchaus glücklich sein, wenn er möglicherweise gewollt nicht mehr berufstätig ist. Oder ein Selbständiger sehr unglücklich, weil sein Geschäft nicht läuft und er daher auch nicht die gewünschte Selbstbestätigung erhält, vom fehlenden Einkommen gar nicht zu reden. Eine Hausfrau und Mutter kann glücklich sein, obwohl sie ihren Job zu Gunsten der Familie aufgeben hat, wenn sie in dieser Rolle aufgeht. Jemand dessen oberste Priorität die Anhäufung von Reichtum ist, kann durchaus auch um so glücklicher sein, je mehr Geld er anhäufen kann, auch wenn seine Existenz lange nicht mehr davon abhängt.

Ganz klar stehen natürlich neben den eigenen Wertbegriffen auch die der Gesellschaft. D.h. legt jemand in seinen eigenen Wertungen besonders hohen Wert auf persönliche Anerkennung, so wird dies wohl kaum derjenige sein, der als Arbeitsloser glücklich werden kann; je nachdem in welchen Kreisen er verkehrt u.U. nicht mal der- bzw. diejenige, die als Hausfrau und Mutter den Sinn ihres Lebens verwirklichen kann.

Mit anderen Worten, die Pauschalierungen der Kriterien für's glücklich-Sein sind mir etwas zu gewagt. Was die Wichtigkeit der Zufriedenheit im Job insgesamt betrifft, gibt es allerdings wohl kaum einen Zweifel: Unzufriedenheit im Job ist nicht nur ungesund, sondern macht in erheblichem Ausmaß auf Dauer erwiesenermaßen sogar krank.

Sag mal, was ist denn eigentlich Deine Meinung dazu?

Dir liebe Grüße und auf die Ansichten der anderen bin ich wirklich schon gespannt.
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vor > 3 Jahre
hallo basia,

danke für dieses interessante und wichtige Thema.
Sicher stimmt, dass Glück und Zufriedenheit mit der Erfüllung im Beruf zusammenhängen.Dabei fällt mir, ganz nebenbei, auch der Unterschied zwischen den beiden Wörtern JOB und BERUF auf. Das eine hat umgangssprachlich was mit reinen Broterwerb zu tun, das andere kommt von Berufung.
Logischerweise ist man mit einer Arbeit, zu der man sich berufen fühlt, glücklicher. Wobei ich feststelle, dass es die Einstellung ist, die über die Qualität der Arbeit und dem daraus resultierenden Glücksgefühl, entscheidet. Wer jede, wirklich jede Arbeit, mit vollem Engagement macht und professionell angeht, kann auch aus einer ursprünglich ungeliebten und vielleicht aus der Not geborenen Arbeit Zufriedenheit und Glück ernten. Das ist zumindest meine Überzeugung.

Und nun möchte ich mal eine neue Sichtweise zu den Zeiten der Arbeitslosigkeit anmerken.
Wer die Arbeitslosigkeit genauso professionell angeht, wie einen guten Beruf, wird sicher schneller wieder eine Stelle finden, als andere.
Wie meine ich das?
Also, betrachtet mal die Arbeitslosigkeit als "JOB". Bezahlung ist das ALG (1 oder 2 ist mal egal) Nun hat man auch in diesem "Job" eine tägliche Arbeitszeit von ca. 08:00 bis 16:30. In dieser Zeit kümmert man sich intensiv um eine neue Stelle. Das heißt, Zeitungen sichten, Internet durchforsten, bei Experteer, Monster etc. Suchprofile anlegen,Ämter aufsuchen, Unterlagen perfektionieren, Selbstpräsentation üben, eventuelle Kurse/ Weiterbildungen besuchen, Kontakte knüpfen (Netzwerk von ehemaligen Arbeitskollegen und Freunden und Verwandten nutzen oder aufbauen), Mitgliedschaft in Vereinen auf Chancen abklopfen,ehrenamtliche Aufgaben übernehmen (führt zu wichtigen Kontakten...)Vorstellungsgespräche mit Freunden trainieren (der Mensch kann nur das, was er wiederholt tut. Manche "üben" unverständlicherweise nur bei echten Vorstellungsgesprächen. Karaoke mit Freunden ist kein Problem aber Vorstellungsgespräche üben...da schämt man sich) und so weiter und so fort. Ihr merkt, arbeitslos sein ist für einen, der ein Profi im bezahlten Job ist, auch ein Vollzeitjob. Das Ergebnis ist nur einen Frage der Zeit.
Was meint Ihr dazu? Bin gespannt, viele Grüße, Jürgen
  • wurzel
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vor > 3 Jahre
@basia

Hallo basia

Dein Stichwort find ich grundsätzlich sehr gut und es animiert mich auch meine Meinung dazu abzugeben. Schade finde ich aber, dass wir deine persönliche Meinung nicht im geringsten kennen. Teilst du uns diese auch noch mit?

Liebe Grüsse
Wurzel
  • wurzel
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  • Beiträge: 1665
vor > 3 Jahre
@Profile

Guten Morgen Jürgen

Deinen Beitrag zu diesem Thema finde ich, wie fast immer, sehr interessant, knapp und präzise. Irgendwo fühle ich mich aber schon provoziert bezüglich des Ganztagsjobs und der Arbeitslosigkeit.

Du schreibst, Wer die Arbeitslosigkeit genauso professionell angeht, wie einen guten Beruf, wird sicher schneller wieder eine Stelle finden, als andere. Schön, wenn du dieser Überzeugung bist und es lässt mich schwer vermuten, dass hier ein Theoretiker aus dir spricht, sorry :!:

Ich bin 51 Jahre alt und infolge eines Burnouts arbeitslos geworden. Deine Vorschläge bezüglich der Arbeitssuche und des persönlichen Verhaltens versuche ich auch durchzuführen. Ich bin täglich am PC und dorchforste sämtliche Möglichkeiten. Ich bin auch täglich mit den diversen Tageszeitungen beschäftigt um dort eventuell etwas zu finden. Ich benutze auch mein Beziehungsnetz immer wieder, denn man sagt, je mehr Menschen von der Arbeitslosigkeit wissen, desto grösser die Chance, dass sich irgendwo eine Tür öffnet. 2 Mal in der Woche übe ich auch ein Ehrenamt aus in einer Wohnstätte für Behinderte. Die sind dort ganz glücklich, wenn sie eine Hilfe haben und dies erst noch kostenlos. Jedoch eine neue Stelle finde ich damit nicht in diesem Bereich, denn ich bin und bleibe eine Kaufmännische Angestellte mit einer Zusatzausbildung im Sozialbereich :!: :!: Es ist aber trotz meinen Bemühungen so, dass ich 51 Jahre alt bin mit ausgezeichneten Zeugnissen.Die Mittel- bis Kleinbetriebe müssen zu hohe Sozialleistungen bezahlen für eine gelernte Angestellte in diesem Alter :!: :!:

Gleichzeitig möchte ich dich darauf hinweisen, dass der sogenannte Kollegenkreis sehr schnell schrumpft, wenn man nicht mehr arbeitet, d.h. ohne Job ist. Plötzlich fehlt ihnen die Zeit, was auch mit Berührungsängsten zu tun hat in einer solchen Situation. Hat auch damit zu tun, dass viele Menschen das Gefühl haben, dass sie nichts "Normales" mit einem Arbeitslosen mehr diskutieren können. Hat auch damit zu tun, dass einem fremde Probleme nicht sehr viel angehen. Plötzlich schrumpft der Kreis der Kollegen und man muss enorm aufpassen, dass man sich nicht zurückzieht. Hier kommt dann auch die Psyche respektive das eigene Wertgefühl zum Tragen :!:

Du siehst, das ist und bleibt Realität und entspricht nicht nur einer theoretischen Überzeugung.

Nun zum Glück im Beruf oder im Job (ist halt oft auch Umgangssprache). Ich persönlich habe viele Jahre immer wieder Weiterbildung absolviert und in meinem Beruf ganz verschiedene Stationen durchlaufen. Spass und Freude hat mir eigentlich immer alles bereitet, auch wenn es Tage gegeben hat, an denen ich nicht so gut "drauf" war. Meine Lebensmotto war eigentlich immer: Karriere! Ich habs auch geschafft und bin die Treppchen hoch gekommen. Ich hab dabei auch gutes Geld verdient und mich stets über meinen Job definiert. Viel wirklich wertvolle Freizeit ist dabei verloren gegangen, denn oft sass ich ja mit den "richtigen Leuten" zusammen. Hat halt zu meinem Leben gehört, wie auch die stets korrekte Kleidung, die perfekte Frisur und das Make-up.

Seit meinem Zusammenbruch Ende Januar sehe ich meine kleine Welt ein wenig anders. Was nützt mir die Definition über meinen Job? Was nützt mir ein super Einkommen? Was nützen mir diese "richtigen Leute"? Ich habe jetzt gelernt, dass es viel wichtigere Dinge gibt im Leben, nämlich echte Zufriedenheit mit sich selbst, ein kleinerer Kreis von Bekannten, der aber mit mir als Person zusammensein möchte und nicht mit der Karrierefrau.

Klar bin ich froh, dass es das Arbeitsamt gibt, aber als Arbeitgeber kann ich die Mitarbeitenden dieser Einrichtung nicht betrachten. Nein, manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass die einzige Glückseeligkeit für meinen Sachbearbeiter die Daumenschraube und immer wieder Drohungen bezüglich Kürzung ist. Hilfestellung habe ich bis dato noch keine erfahren. Zum Glück weiss ich mir selbst zu helfen und habe den Kopf noch nicht in den Sand gesteckt. Auch hier gilt es aufzupassen, denn Bewerbungsschreiben müssen unbedingt positiv und überzeugend abgefasst werden. Ein guter Personaler bemerkt umgehend, wenn ein Kandidat keine Hoffnung mehr hat.

So, Jürgen, jetzt habe ich einen ganzen Roman zu diesem Thema geschrieben, d.h. deine Provokation ist dir gelungen. Ich wünsche dir einen schönen und erfolgreichen Tag.

Wurzel
  • bodrum56
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 3 Jahre
@ Hallo

Ich habe mit meinen 51 Jahren schon mehrere Arbeitsstellen gehabt und weiß, daß das Einkommen allein nicht immer glücklich macht. Ich war an meiner letzten Arbeitsstelle trotz guten Einkommens oft nicht besonders glücklich und habe auch öfter daran gedacht, zu wechseln. Es ist aber nun einmal so, daß es keineswegs leicht ist, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Es gibt durchaus noch andere Fakten, die viele Möglichkeiten erschweren. Z.B. wurde an meiner letzten Arbeitstelle Weiterbildung abgelehnt.

Meine persönliche Erfahrung: Ich habe mich aufgrund meiner langen Freistellung erheblich früher auf dem Arbeitsamt gemeldet, als ich es hätte tun müssen, natürlich in der Hoffnung auf Unterstützung. Das einzige, was mir bisher gewährt wurde, war Bewerbertraining. Auf die Frage nach Fortbildung wurde nur mit dem Kopf geschüttelt und erklärt: Sie sind ja noch nicht arbeitslos. Sie bekommen ja noch keine Leistungen. Fortbildung habe ich bisher selbst bezahlt. Ca. 2 Wochen bevor ich dann arbeitslos wurde, hatte ich 3 Wochen lang fast täglich Post vom Arbeitsamt mit der Aufforderung, mich auf vorgeschlagene Stellen zu bewerben, die allerdings vom Tätigkeitsprofil nicht im geringsten paßten. Immer mit der beiliegen Strafandrohung. Um einer Sperre zu entgehen, muß man sich dann ja notgedrungen mit diesen von vorherein völlig sinnlosen Bewerbungen befassen und die persönliche Suche nach passenderen Tätigkeiten erst einmal zurückstellen.

Ich kann wurzel nur zustimmen, die Suche nach einem Grund zur Sperre von Leistungen scheint auch nach meinen Erfahrungen die Hauptbeschäftigung des Arbeitsamtes zu sein.

Mir wäre es somit auch am liebsten, wenn mir die Arbeitssuche allein überlassen wäre. Ich überlege mir auch stets, ob ich meine Bewerbungstechnik noch verbessern kann.

Nur bekommt man von professioneller Arbeitssuche allein nicht unbedingt einen neuen Job. Als Bewerber muß man natürlich auch von der Arbeitgeberseite eine Chance bekommen und das ist vermutlich ab einem bestimmten Alter schwieriger.

Liebe Grüße
  • Muellina
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 439
vor > 3 Jahre
Hallo Ihr alle,

aber das Thema ging doch gar nicht um Recht oder Unrecht; auch nicht um so Persönliches, sondern um eine allgemeine Meinung zum Thema und das war "Zufriedenheit im Job" inklusive der Ergebnisse der Glücksforscher...

Eure Beiträge sind sehr interessant und es ist ja auch nicht so, daß persönliche Schicksale für mich nicht sehr bedeutend wären, aber sollten wir nicht das eigentliche Thema mal verfolgen und die anderen Gedanken in die Gedankenwühlkiste verlegen?

Sorry, das ist nicht persönlich oder gar böse gemeint - ich hätte mich nur wirklich, wie sicher auch Basia, für die Meinungen hierzu interessiert. Ebenso sehr interessiere ich mich aber auch für Eure anderen Beiträge zu anderen Themen!

Alles Liebe und Gute für Eure weitere Suche, Wurzel und Bodrum56 und für Profile vielleicht ein wenig mehr Einfühlungsvermögen in eine Lebenssituation, in die umständehalber praktisch jeder von heute auf morgen geraten kann und aus welcher der Ausweg tatsächlich nicht ganz so leicht ist.

Euch allen jedenfalls einen schönen Tag mit viel Zufriedenheit und Glück bei allem, was Ihr gerade macht.
  • Basia
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 119
vor > 3 Jahre
@ Hallo an alle die so aktiv auf mein neues Thema reagiert haben,

Schönen Dank für Eure Beiträge.

Als ich die Ergebnisse dieser Studie zum Thema Glück und Zusammenhang mit der Arbeit gelesen habe, dachte ich an meine persönliche Situation und wollte mit Euch ein wenig darüber plaudern.

@ Muellina,
Vor genau 3 Monaten habe ich Dir die Geschichte meines Sohnes beschrieben..von seiner Unzufriedenheit im Job. Ich habe damals mit ihm die Sorgen geteilt und ich war auch sehr betroffen.
Auch deswegen habe ich dieses Thema jetzt neu aufgerollt.
Seitdem mein Sohn als Selbstständiger seinen Berufsweg beschreitet, ist er GLÜCKLICH. Er wiederholt es immer wieder.
Man sieht es an seinem Beispiel, dass die Arbeit eine sehr wichtige Rolle in unserem Leben spielt.

Du hast hier in Deinem ersten Beitrag einen sehr klugen Satz geschrieben:
"das eigene Glück wird bestimmt durch die eigenen Wertbegriffe"
Für jeden von uns bedeutet Glück etwas anderes.

Aber zurück zu dieser Studie :
Nur durch Beobachtungen in meinem Umkreis kann ich sagen, dass Menschen, die arbeitslos sind, viel öfter krank werden. Genau das, sagen die Ergebnisse dieser Studie auch.

@ Wurzel,
Den Beitrag von Profile, würde ich nicht als eine Provokation bezeichnen.
Profile ist ein Profi und arbeitet mit verschiedenen Menschen zusammen. Er trifft auch solche, die eben keine Interesse haben einen Job zu finden.
Wir können Profile schon so lange und inzwischen kann man ihn wirklich nicht als Provokateur bezeichnen. Er übertreibt nur manchmal in seinen Aussagen.
Profile ist aber immer da, wenn jemand Hilfe braucht. Ich weiß nicht, wie er es macht, er antwortet fast immer postwendend.

Als reine Theorie würde ich aber seine Aussage bezeichnen:
"Wer die Arbeitslosigkeit genauso professionell angeht, wie einen guten Beruf, wird sicher schneller wieder eine Stelle finden, als andere."
_______________________________________________________________________________
Wie man am Beispiel von Wurzel, Bodrum, Muellina und vielen anderen kennt, ist es wirklich nicht einfach .... und nicht so, wie Profile es sieht.
Daher bitte an Euch, nehmt alle Aussagen nicht so zu Herzen. Eure Schicksale haben mich sehr bewegt und nachdenklich gemacht.
Ich wünsche Euch viel Glück in allen Lebensbereichen.

basia
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vor > 3 Jahre
liebe wurzel,

vielen Dank für Deinen ausführlich beschriebenen Standpunkt.
Ich gestehe, ich habe großen Respekt, vor dem, was Du da offenbarst.
Und ich stimme Dir in vielen Dingen zu. In manchen anderen Dingen habe ich eine andere Meinung. Das ist doch auch logisch, haben wir doch sicherlich unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Und unsere Erfahrungen sind die Filter, durch die wir die Welt betrachten.
Deine Aktivitäten und Deine positive Einstellung bewundere ich sehr, denn, ob Du´s glaubst oder nicht, ich weiß wovon ich spreche und weiß daher auch, welch großes Selbstbewusstsein man braucht und wieviel Kraft es erfordert, immer wieder weiter zu machen. Keine meiner Äußerungen, hier im Forum, entspringt theoretischen Wissen oder Ideen sondern basiert immer auf eigenen Erfahrungen.
Du schreibst, dass Du früher auf Karriere und finanziellen Erfolg ausgerichtet warst und nun, bedingt durch einen gesundheitlichen Zusammenbruch, viele Dinge anders siehst und nun neue Prioritäten in Deinem Leben setzt.
Das ist doch völlig in Ordnung!
Nur, damit ist Dein Leben vor dem Burn Out doch nicht falsch gewesen.
Bis dahin war es das Leben, welches Du führen wolltest. Nun beginnt ein neues, anderes Leben mit anderen Wertvorstellungen.
Jeder Lebensabschnitt hat seinen Sinn, wenn wir ihn nur nicht verurteilen.
Ich habe gelernt (musste lernen...), dass es nur dann weiter geht, wenn man das, was war akzeptiert (also loslässt...) und nicht verurteilt. Erst dann ergeben sich neue, oft ungeahnte Chancen.
Und das meiste von dem, was ich heute bin, verdanke ich vergangenen Tiefschlägen.
Vielleicht ergeht es Dir ähnlich und Du sagst, wie ich, (später einmal), gut, dass mir das damals geschehen ist, sonst hätte mein Leben nicht diese wunderbare Wendung damals genommen.
Ich wünsche es Dir von Herzen.
Viele Grüße, Jürgen
  • wurzel
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vor > 3 Jahre
@Profile

Lieber Jürgen

Jetzt habe ich deine Zeilen gleich zwei Mal gelesen und dein Hineindenken hat mich tatsächlich beinahe zu Tränen gerührt. Bitte sei versichert, dass ich dich mit dem Theoretiker nicht angreiffen wollte, aber diese Worte waren und sind mir in diesem Zusammenhang einfach zu hart. Es klingt mir zu einfach und das ist es nun einmal wirklich nicht.

Ich verurteile mein "früheres Leben" auf keinen Fall, denn ich habe es lange gelebt und mich enorm wohl gefühlt dabei. Meine Wertvorstellungen haben sich vor rund 4 Jahren schon ein wenig geändert, als ich für die Sozialhilfe gearbeitet habe. Hier sieht man wirklich die "andere Seite" des Lebens und man fängt zwangsläufig an über viele Dinge nachzudenken.

Heute bin ich zum Glück tatsächlich so weit gekommen, dass ich daran glaube, dass mein Zusammenbruch vielleicht ein Wink meines Schicksals war. Ich habe nämlich schon länger gespürt, dass meine Kräfte nachlassen, wollte es aber nicht wahr haben. Ich war halt mein ganzes Leben immer nur für andere Menschen da, die mich gebraucht haben. Dies auch in meiner eigenen Familie, angefangen bei meiner einen Schwester, deren Probleme bald zu meinen eigenen wurden und im beinahe selben Zeitraum habe ich lange Zeit meine Mutter gepflegt bis zu ihrem Tod. Ich habe dies alles gerne gemacht und mich aber dabei vollständig vergessen. Ich hab einfach nur noch funktioniert und Geld verdient und versucht gut auszusehen.

Heute muss ich eingestehen, dass ich nicht mehr so viel Kraft habe und mehr Sorge zu mir selbst tragen muss. Ich fange mit ganz kleinen Schritten an auch diesen Abschnitt positiv zu sehen.

Vielen Dank Jürgen für deine Offenheit und die guten Wünsche. Ich kann sie gebrauchen.

Herzliche Grüsse
Monika
  • wurzel
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  • Beiträge: 1665
vor > 3 Jahre
@basia

Liebe Basia

Danke für deine Unterstützung und weisst du was ich sehr lieb von dir finde, nämlich, dass du dich vor Profile stellst. Ich kenne ihn ja noch nicht so lange, aber ich lese seine Beiträge immer unheimlich gerne. Sie sind kurz, einfühlsam und meist fundiert. Für mich manchmal zu stark in schwarz/weiss gemahlt, aber zum Glück können wir ja hier diskutieren und es hat auch immer Gedankenanstösse dabei.

Ich fühle mich aber durch die Worte von Jürgen nicht persönlich angegriffen oder ins Out gestellt, aber da ich ja so viel Zeit übrig habe, finde ich es interessant, mich mit einem Menschen mit Profil :wink: auf diesem Niveau zu unterhalten.

Auch ich wünsche dir von Herzen alles Liebe und ich finde es ganz toll, dass du dich gemeldet hast.

Wurzel
Antworten

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