kündigen oder bleiben?

  • island
  • Status: Neuling
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vor > 2 Jahre
Hallo

Ich habe mich in diesem Forum registrieren lassen, da ich zu meinem folgenden Problem gerne neutrale Meinungen hören würde.

Ich habe vor vier Monaten eine neue Stelle angetreten. Die Arbeit dort ist abwechslungsreich und ich habe gewisse Freiheiten, was ich sehr schätze. Sie ist aber psychisch auch sehr anstrengend. Dies liegt einerseits daran, dass ich sehr viel arbeiten muss und momentan am Anschlag meiner Kräfte bin. Zusätzlich trägt mein Chef einiges dazu bei. Ich wurde nie richtig eingearbeitet, "learning by doing" ist seine Devise, muss aber bereits alles wissen und können. Wenn ich eine Frage stelle, reagiert er meist gereizt bis frech, oder verweigert die Antwort sogar, wenn ich nicht insistiere. Unter dem Strich behauptet er zwar sehr zufrieden zu sein mit mir, überschattet durch seine kurzfristigen Reaktionen, kann dies meine Unsicherheiten aber kaum aufheben. Es ist bestimmt so, dass ich mittlerweile auch nicht mehr sachlich auf ihn reagiere und mich manchmal wehre, wie man sich eigentlich nicht vor einem Chef wehren sollte. Ich trage in mir aber eine solche Wut gegen ihn, die ich kaum mehr zurück halten kann. Wir haben auch schon einige Male über unsere Zusammenarbeit geredet, geändert hat sich aber noch nichts. Ich habe mir auch fest vorgenommen, mir einen anderen Umgangston mit ihm anzugewöhnen, es ist aber immer ein Restposten an Wut im Bauch, so dass es für mich sehr anstrengend ist mein Vorhaben umzusetzen. Wäre jemand sonst noch im Büro, müsste ich mich nicht immer auf ihn fixieren, leider sind wir aber die meiste Zeit alleine. Ab nächsten Monaten wird mein Chef nur noch 50% im Büro sein. Das heisst mehr Ruhe vor ihm, dafür aber auch noch mehr Arbeit.Ein bisschen was versucht er mir jetzt noch abzunehmen.
Hinzu kommt noch, dass es der Firma wirtschaftlich sehr schlecht geht. Eine Kollegin, die ab und zu einspringt, wartet seit Wochen auf ihren Lohn. Ich habe ihn bis jetzt immer erhalten, musste aber bereits mein Arbeitspensum reduzieren. Meine Frage ist nun, ob ich kündigen soll oder nicht. Ich habe bereits meinen letzten Job für diesen nach nur 8 Monaten aufgegeben, eine weitere Kündigen nach so kurzer Zeit macht sich bekanntlich nicht so gut im CV.Zudem ist die Arbeit, abgesehen vom Chef wirklich spannend und macht mir eigentlich Spass.Es wird auch nicht so einfach sein wieder so eine Stelle zu finden. Aber ich frage mich einerseits, ob die Firma überhaupt eine Chance hat, oder sowieso bald bankrott geht und anderseits, ob ich es schaffe meine Linie in diesem Job zu finden, ohne auf den Chef angewiesen zu sein und ihn vor allem nicht mehr so ernst zu nehmen...Hat mir jemand einen Tipp?
  • Seefahrer
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vor > 2 Jahre
Hallo island,

erstmal herzlich willkommen hier!

So gut ich Deine Lage verstehen kann, so wenig kann ich einen guten Rat geben. Vermutlich kannst nur Du es wissen, wir können nur unseren Senf abgeben.

Vor ca. 10 Monaten ging es mir sehr, sehr ähnlich. Keine Einarbeitung, wenig Unterstützung, enorme Erwartungen. Und jede Menge Ärger, weil ich nicht alles selbst erraten konnte - v.a. nicht auf Anhieb.
Ich bin gegangen (nach 3 Monaten). Ohne was Neues zu haben. Mein Lebenslauf sieht damit so aus, wie Du es für Dich fürchtest.

Für mich war es die richtige Entscheidung & ich bin jetzt ganz gut aufgehoben. Aber ich kann es niemandem guten Gewissens empfehlen.
Es war ein Stunt. Und er war kurz vor der Krise.

Und ja: ich hatte Geld gespart. Genug, um die Zeit zu überbrücken, die der Staat nichts zahlt. All das muss in die Überlegung miteinfließen.

Andererseits: schick doch einfach lustig Bewerbungen raus und schau was passiert. Das heißt auch für Dich: Du nimmst es nicht nur stumm hin, sondern bleibst handlungsfähig.
Mach einfach einen Kommentar in Deinen Lebenslauf, ca. so: Einarbeitung findet nicht statt / Stelle deckt sich nicht mit dem Stellenprofil, o.ä., damit es den Personalern einleuchtet. Schaut dann nicht so doof aus...
  • island
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 5
vor > 2 Jahre
Hallo seefahrer

Vielen Dank für Deine Antwort!Ich habe es nun geschafft für nächste Woche Urlaub zu bekommen. Ich denke die einwöchige Auszeit wird mich auch wieder etwas klarer denken lassen und hoffentliche zu einer Entscheidung führen. Gespart habe ich zum Glück auch etwas, müsste also nicht gleich am Hungertuch nagen :)

Liebe Grüsse

Island
  • Diva
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  • Beiträge: 2812
vor > 2 Jahre
@ Island

Hallo , ich bin DIVA & ich schließe mich den Worten von Seefahrer an
Auch ich habe ähnliches wie Du erlebt . ( Siehe "Gutsherrenmodell" )
Es war einfach nicht zum aushalten. Leider habe ich 1,5 Jahre gewartet , bis ich mich von dieser Firma getrennt habe. Es hat mich sehr viel Kraft , Energie & Gesundheit gekostet. Dir empfehle ich , höre auf Dein " Bauchgefühl".Meines Erachtens nach solltest Du Dir eine andere Arbeit suchen. Was letztendlich zählt ist doch das Menschliche , das man auch am Arbeitsplatz finden will. Nur , wie Seefahrer richtig erwähnt : finanzielle Rücklagen machen die Sache leichter. Das war auch mein Glück !

L. Gr. DIVA :P
  • wurzel
  • Status: Legende
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vor > 2 Jahre
@island

Herzlich willkommen im Forum island!

Deine Lage ist ziemlich komplex, so wie du uns deinen Alltag schilderst. Auch ich kann dir nicht empfehlen, dir aber nur ganz dringend raten, dass du dich nach einer neuen Stelle umschauen sollst.

Pack es an und warte nicht drei Jahre lang, so wie ich es gemacht habe. Auch mich hat mein Job eigentlich unglaublich ausgefüllt und es war das Tollste, was ich je im Kaufmännischen Bereich hinter mich gebracht habe. Dies, obwohl der psychische Teil der Arbeit ganz und gar nicht Ohne war (Sozialhilfe). Ich habe mich auch immer versucht zu trösten mit dem Gedanken, dass ich meinen Vorgesetzten irgendwie versuche zu umgehen. Glaube mir, es funktioniert nicht, denn wenn ein Vorgesetzter da ist, kann man ihn nicht umgehen.

Mein Hin und Her und die Tatsache, dass ich mich nicht rechtzeitig nach etwas Neuem umgesehen habe, hat zu einem Psychischen und Körperlichen Totalzusammenbruch geführt. Sprich, es ging nicht mehr und nun bin ich seit einem guten Jahr ohne Job.

Lass es nicht soweit kommen! Das CV ist sicher wichtig, aber ohne deine gute Gesundheit kannst du es sowieso nicht mehr gebrauchen.

Gut, hast du Ferien! Höre auf deinen Bauch, denn der wird dich schon in die richtigen Wege "schieben". Viel Glück bei deiner Entscheidung.

Wurzel
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@island

Noch ein Tipp: Um einen vollen Anspruch auf ALG1 zu erwirtschaften, braucht es ein Jahr. Und das Risiko aktuell länger arbeitslos zu sein ist hoch.

Mein Rat: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste 8O

Grüße,
C
  • island
  • Status: Neuling
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vor > 2 Jahre
Hallo zusammen!

Etwas verspätet möchte ich mich bei Euch allen für die nützlichen Antworten danken. Ich habe mitlerweile gekündigt und eigentlich gehofft, dass der Psychoterror nun ein Ende nimmt(während und nach meinen Ferien wurde es noch schlimmer). Leider ist dem nicht so..Ich habe gemäss Vertrag einen Monat Kündigungsfrist, das heisst per Ende August. Mein Chef hat mich aber darum gebeten noch bis Ende September zu warten, da wir deutlich unterbesetzt sind. Ich habe mich mit zwei Bedingungen darauf eingelassen.
1. er schreibt mir die Kündigung,mit dem Vermerk, dass die Firma wirtschaftlich nicht mehr in der Lage ist, das Arbeitsverhältnis aufrecht zu halten. Habe ich selbst geschrieben und wurde von ihm auch signiert.
2. Sämtliche Überstunden im September werden bezahlt. Bis jetzt weigerte er sich mir diese Abmachung schriftlich zu geben. Ich habe diesbezüglich zwei Mal um ein Gespräch gebeten. Seine Antwort war, dass er dafür keinen Grund sehen würde.
Natürlich frage ich mich, weshalb er sich in diesem Punkt querstellt. Wie bereits in meinem letzten Eintrag geschildert, geht es der Firma wirtschaftlich sehr schlecht und der Lohn von einer Kollegin wurde erst nach monatelangem Warten bezahlt.Ich habe jetzt natürlich Angst, dass ich dieses Geld nie sehen werde, sollte ich tatsächlich bis im September bleiben. Die ganze Situation, mit allem was sonst noch geschehen ist, macht mich wahnsinnig. Ich würde am liebsten fristlos kündigen, da ich wirklich am Anschlag bin. Stoff für eine Soap habe ich mitlerweile mehr als genug :wink:

Liebe Grüsse

Island
  • wurzel
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vor > 2 Jahre
@island

Guten Morgen island

Na, da hast du ja was durchgemacht und bist leider noch nicht fertig. Denke immer daran, dass es in der CH auch Gesetze gibt. Erkundige dich unbedingt bei der Gewerkschaft oder beim Beobachter (kostenlos) und schildere die Situation der Firma.
Dein Arbeitgeber hat garantiert Gründe, weshalb er sich nicht auf etwas Schriftliches einlässt bzgl. der Überstunden. Ich bin sogar überzeugt, dass er keine Solvenz mehr hat.
Dringend rate ich dir aber, dich mit deiner AHV und deinem Pensionskassenversicherer in Verbindung zu setzen. In der Regel zahlen solche Firmen (ich nehme an, dass es ein KMU ist) keine Sozialversicherungsabgaben mehr, auch wenn sie es dem Arbeitnehmer abziehen. Dadurch entstehen Lücken, die du nicht mehr aufholen kannst.

Bitte orientiere uns weiter. Ich drück dir die Daumen und wünsche dir einen guten Tag.

Grüsse Wurzel
  • island
  • Status: Neuling
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vor > 2 Jahre
Guten Morgen Wurzel

Danke für Deine Antwort. Ich bin eigentlich auch der Überzeugung, dass er schlicht und einfach pleite ist und deshalb nichts unterschreiben will. Mit der Sozialversicherung habe ich mich bereits in Verbindung gesetzt. Die Zahlung ist aber erst per September fällig.Ich werde heute eine Anwältin kontaktieren. Zum Glück habe ich diesbezüglich private Kontakte, so dass die Kosten für mich nicht allzu hoch ausfallen werden..
Wie gehst Du mit der Arbeitslosigkeit um? Hast Du bereits eine Stelle gefunden?
Liebe Grüsse

Island
  • wurzel
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vor > 2 Jahre
@island

Hallo Island

Gut, hast du so schnell gehandelt. Es geht nämlich hier um deine Zukunft.

Wenn du mich schon fragst, wie ich mit meiner Arbeitslosigkeit umgehe, dann antworte ich dir hier. Es ist jetzt ein Jahr her und ich bin in der Zwischenzeit 52 Jahre alt (Kfm. Angestellte). Dazu muss ich sagen, dass ich die ersten Wochen nicht sehr viel mitbekommen habe, da ich einen psychischen und physischen Zusammenbruch hatte, mit allem was dazugehört. Suche nach Arbeit war also nicht möglich.

Meine Psyche macht immer mal wieder Sprünge, d.h. manchmal habe ich das Gefühl, dass die Wirtschaft keinen Platz mehr für mich hat. An so einem Tag bin ich dann auch überzeugt, dass ich schlichtweg zu wenig Ausbildung habe und zu dumm bin für die heutige Arbeitswelt. Ich zwinge mich an solchen Tagen dazu, dass ich ins Fitness-Studio gehe, spazieren gehe oder mit dem Velo der Wiese entlang fahre. Ich zwinge mich auch dazu, jeden Morgen um 06.00 Uhr aufzustehen, damit ich den Tag und mich nicht "verschlampe". Ich bin auch zwei Tage in der Woche engagiert, d.h. ich mache Freiwilligenarbeit mit Behinderten. Ist eine tolle und sehr positive Sache.

Es gibt aber auch viele Tage, an denen ich an mich glaube und einfach der Realität ins Auge blicke, dass ich ein alter Arbeitnehmer bin und es sehr lange dauern kann, bis ich wieder etwas finde. Ich hatte in den letzten 4 Monaten aber Glück, denn ich hatte einen temporären Job, was mir enorm gut getan hat.

Die Arbeitssuche stresst natürlich schon und immer hast du das Arbeitsamt im Genick. Mit anderen Worten musst du dich auch auf Jobs bewerben, bei denen du genau weisst, dass sie dir nicht liegen oder dass du überqualifiert bist. Es ist schon eine Sch........, gehört aber dazu, damit du Geld bekommst. Die Unterstützung in Basel ist von Seiten der RAV gleich NULL. Die haben schlichtweg zu viel Arbeit.

NEIN, eine Stelle habe ich nach wie vor nicht gefunden.

Am Anfang habe ich sehr viel hier im Forum geschrieben und meinen Gefühlen Ausdruck verliehen. Mir hat die Unterstützung hier sehr gut getan. Es hat ja einige user, die keinen Job haben. Man muss versuchen, den Kopf oben zu behalten, was nicht immer einfach ist.

Bleib einfach bei uns und, wenn es mir möglich ist, werde ich dir gerne behilflich sein.

Schönen Tag und Grüsse
Wurzel
  • island
  • Status: Neuling
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vor > 2 Jahre
Hallo Wurzel

Das tönt alles sehr suboptimal bei dir....finde es aber bewundernswert, dass Du den Kopf nicht hängen lässt! Ich denke, dass es auch beim Arbeitsamt gut ankommt, wenn Du Dich ehrenamtlich einsetzt.

Ich drücke Dir auf jeden Fall beide Daumen, dass Du bald wieder etwas findest.

Liebe Grüsse

Island
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@island

Ach nein Island. Dem Arbeitsamt ist meine Tätigkeit völlig egal. Die Sachbearbeiter haben dort den Auftrag, dass man so schnell wie möglich weg ist von der Versicherung, d.h. auf irgend eine Art und Weise Geld verdient.
Wie, das ist denen wirklich so lang wie breit. Ich mache diese ehrenamtliche Tätigkeit seit Jahren. Glaube mir, so vergisst man nie, wie gut es einem eigentlich geht.....

Schöne Grüsse
Wurzel
  • Intercept
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vor > 2 Jahre
Hallo!
Entschuldigung wenn ich so einen alten Thread auskrame, aber der passt wie die Faust aufs Auge zu meiner Begierde. :D

Nun, ich bin seit September 09 wieder frisch in der Firma angestellt. (Hab dort zuerst eine 3-jährige Ausbildung gemacht, die ich im Juli 09 erfolgreich abgeschlossen habe) Leider konnten Sie mir nur einen befristeten Vertrag (1 Jahr) geben und noch 6 Monate Probezeit.

Zur Arbeitssituation:
Man muss Dinge wissen, die einem nicht beigebracht wurden, man kanns dem Chef nie recht machen, etc. Doch das schlimmste ist eigentlich der Umgangston. Man wird angeschrieben, angemeckert...Der Ton macht die Musik...
Sonntags habe ich schon ein flaues Gefühl im Magen, morgen dort wieder hinzumüssen. Unter der Woche das selbe vorm "ins Bett gehen".
Jetzt zu meiner Frage:
Da ich ja noch in der Probezeit bin, hab ich eine Kündigungsfrist von "nur" 2 Wochen. Soll ich bis zum letzten Tag der Probezeit abwarten, dann kündigen und während den 2 Wochen einfach frei nehmen? Sofort kündigen - ggf. arbeitslos sein?
Bin auch schon die ganze Zeit am bewerben, habe morgen ein Vorstellungsgespräch. Wäre perfekt wenns klappen würde. Ansonsten hätte ich noch die Möglichkeit mich bei einer Schule anzumelden und dort mein Abi nach zu holen.
Was meint ihr?
Grüße :-)
Zuletzt editiert vor > 2 Jahre
  • Seefahrer
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  • Beiträge: 189
vor > 2 Jahre
Hallo Intercept,
leider kenne ich das: keine Einarbeitung, miese Behandlung, Fokus aufs Negative, ab Sonntag Nachmittag Bammel, nachts um halb zwei völlig verschwitzt aufwachen, mit der Frage, was man falsch gemacht haben könnte.....
Ich habe dann die Firma verlassen (in der Probezeit, um die kurze Frist zu nutzen) - ohne was neues zu haben. Ging gut.
NEIN: ich kann es keinem empfehlen.
Aber
JA: ich würde es wieder so machen
kleiner Tipp: überleg Dir vorher, ob oder wie Du die nächsten 3 Monate überlebst (=Sperrzeit bei Eigenkündigung). Erst danach bekommst Du Arbeitslosengeld.
  • Intercept
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor > 2 Jahre
Hallo Seefahrer,
vielen Dank für deine Antwort. Ich höre immer von meinem Umfeld sowas wie: "Bloß nicht kündigen" "Lücke im Lebenslauf" "Man findet so schlecht was neues"...
Aber ist meine Gesundheit (in meinem Bereich eher psychisch) nicht  viel wichtiger als so eine Lücke im Lebenslauf?

Mir ist klar das du es keinem empfehlen kannst, ich auch nicht. Aber man muss Prioritäten setzen.
Bin auf jeden Fall sehr froh das ich nicht der Einzige bin, dem es so geht.
Stimmt das eigentlich mit der 2-wöchigen Kündigungsfrist? Bin gerade ein wenig verunsichert.

Grüße
  • Seefahrer
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 189
vor > 2 Jahre
Hallo Intercept,
ja, in der Regel hast Du in Deutschland immer 2 Wochen Kündigungsfrist während der Probezeit. Schau doch mal in Deinen Arbeitsvertrag, da steht das bestimmt drin.
Wenn Du nach der Probezeit eine Kündigungsfrist von 3 Monaten hast (auch das kenne ich) - kannst Du Dir auch überlegen: Dich übernehmen lassen, kurz danach zu kündigen, dann hast Du 3 Monate Zeit.
Der Deutsche an sich ist ja sehr vorsichtig und eher ängstlich.
Aber guten Gewissens kann man Leuten natürlich auch nur raten, sich zuerst was Neues zu suchen.
Ich für meinen Teil hatte einfach die Nase gestrichen voll. Ich wusste genau: wenn ich vormittags ins Büro gehe und mittags zum Vorstellungstermin - bin ich so geknickt, dass ich keine positive Ausstrahlung mehr habe. Wer sollte mich dann nehmen?
Naja, für mich war es die richtige Entscheidung. Ich war 1 Monat daheim, dann hatte ich was Neues.
Bezüglich "Lücke im Lebenslauf": die habe ich dadurch. Natürlich werde ich immer danach gefragt. Und es stimmt schon, dass das Wort "Mobbing" nicht gern gehört wird.
Also umschreibe ich die Zustände so, dass der Personaler meine perönl. Beweggründe verstehen kann. Von wegen "man arbeitet nicht miteinander. Ich könnte, wenn ich wollte.... Aber ich will nicht auf diesem Niveau arbeiten... suche mir lieber ein gutes Team mit netten Kollegen, um sie zu unterstützen"... und sowas.
Mir persönlich wird das oft geachtet. Aber wie gesagt: dazu raten kann ich allerdings nicht.
Am besten überlegst Du in Ruhe, was Dir am liebsten wäre, ob Du dahin kommen kannst und wie Du es umsetzen willst.
Die anderen sind nur solange schlauer, wie es sie nicht selbst betrifft....
  • iceman321
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 14
vor > 2 Jahre
Hallo!! Ich arbeite jetzt ca. 14 Jahre in der gleichen Firma. Die letzten eineinhalb Jahre war ich ca. 14 Wochen krank. Die Krankzeiten kommen von der schlechten Luft in der Firma(viele Maschinen und keine Abzüge). Ich arbeite in einem Metallbetrieb. Den Chef interessiert nur das Geld. Auch das Betriebsklima ist sehr schlecht. Es gibt auch viele Arschkriecher in dieser Firma. Ich gehe die letzten eineinhalb Jahre mit Bauchschmerzen in die Firma. Wenn ich kündige aus gesundheitlichen Gründen, bekomme ich dann ALG oder kriege ich eine Sperre? Habe eine Kündigungsfrist von 4 Wochen. L.G.  Manne
  • Diva
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  • Beiträge: 2812
vor > 2 Jahre
@iceman321
Hallo , & willkommen im Forum.
Ich bin DIVA.
Sicher hast Du berufsbedingt schon chronische Krankheiten .
Es gibt mehrere  Dinge die ich Dir empfehlen kann :
Gehe in die Gewerkschaft IG Metall.
Stelle über das Versorgungsamt einen Antrag auf Schwerbehinderung.
Stelle einen Antrag auf Anerkennung einer Berufskrankheit über die Berufsgenossenschaft Handwerk Berlin.
Seit Juli letzten Jahres sind bestimmte Krankheiten als Berufskrankheiten anerkannt. Du kannst damit früher in Rente gehen.
Werde Mitglied beim VDK ( Sozialverband 3,50 Euro pro Monat )
Sie setzten alles für Dich durch bis zum obersten Sozialgericht & es kostet Dich keinen Cent.
Wenn Du ein Attest vom Arzt hast , das Du diesen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machen kannst gibt es keine Sperrzeit.
Wenn Du noch Fragen hast , schreibe mir .
MFG. DIVA
 
 
  • iceman321
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 14
vor > 2 Jahre
Hallo Diva! Danke für deine Antwort. Wer stellt so ein Attest aus? Ich war bisher meistens beim Hausarzt. Ein Hautarzt stellte vor einigen Jahren eine Allergie gegen Formaldehyd fest. L.G.
  • iceman321
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 14
vor > 2 Jahre
Hallo Diva!! Habe noch etwas vergessen. Habe auch eine krumme Wirbelsäule, die auch immer wieder Probleme macht. L.G.
  • Diva
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2812
vor > 2 Jahre
@iceman321:
Hallo , wenn Du fast ausschließlich bei Deinem Hausarzt in Behandlung bist , kann er Dir auch  das Attest ausstellen.
Mit dieser Diagnose gilst Du als chronisch krank ; das heißt das Du auch bei den gesetzlichen Zuzahlungen wie Praxisgebühr , Physiotherapie , Arrzneimittelzuzahlungen , Zuzahlungen bei Klinikaufenthalt oder Kur nur 1% vom Brutto zuzahlen mußt.
Du verschenkst bares Geld.
Formulare gibt es dafür bei Deiner Krankenkasse . Die muß der Arzt ausfüllen & abstempeln. An Krankenkasse zurück schicken - fertig !!!
Wegen Deiner krummen Wirbelsäule solltest Du Dich zur Dauerbehandlung bei einem Ortophäden begeben.
Und wenn ich Dir einen guten Rat geben darf : berücksichtige bitte alle Punkte die ich Dir bei meiner ersten Antwort genannt habe.
Nur so geht es !!!!!!!!!!!
Bei weiteren Fragen , schreibe mir einfach . Ich kenne mich auf dem sozialen Sektor ziemlich gut aus.
Wenn es Dich interessiert, lese doch mal " das Gutsherrenmodell " & die " Eigenmotivation" unter Mitten im Job .
Liebe grüße DIVA
Zuletzt editiert vor > 2 Jahre
  • iceman321
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 14
vor > 2 Jahre
@Diva:
Hallo! Und du meinst das mir der Hausarzt das Attest so einfach ausfüllt? Danke dir für deine Antwort. L.G.
  • Diva
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2812
vor > 2 Jahre
@iceman321:
Ja , das wird er tun & natürlich zusätzlich auch einen Allergiepass.
Wer hat denn diese Allergie bei Dir festgestellt & wann ?
L. Gr. DIVA
  • iceman321
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 14
vor > 2 Jahre
Hallo! Die Allergie gegen Formaldehyd hat ein Hautarzt vor ca. 18 Jahren festgestellt. Wird mich der Hausarzt dann weiterhin krankschreiben?  L.G.
  • Schneeschaufler
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  • Beiträge: 161
vor > 2 Jahre
@ iceman:
Du hast seit 18 Jahren die Allergie, arbeitest seit 14 Jahren im jetzigen Betrieb, hattest die Allergie also schon bevor du dort angefangen hast? Und jetzt willst Du die Anerkennung dafür, dass Du seit eigentlich 18 Jahren berufsunfähig bist?
Da kann ich dir jetzt schon sagen, dass der Rentenversicherungsträger und die Krankenkasse das sehr lange und genau überprüfen werden. Ggf. gerichtlich. Im übrigen sind Arbeitsunfähigkeitsrenten meist sehr niedrig. Informier Dich genau, bevor Du finale Schritte tust.
Kündige bloß nicht selber, lass Dich krank schreiben. Geh zum Arzt, schildere die Situation und beantrage die entsprechenden Dinge bei den Ämtern. Das dauert. Lasst Euch nicht immer so schnell in eine Eigenkündigung hetzen. Auch die Agentur will die Anerkennung/Attest ggf. bestätigt durch Amtsarzt oder medizinischen Dienst, bevor die was zahlen.
  • iceman321
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 14
vor > 2 Jahre
@Schneeschaufler:
Hallo! Formaldehyd ist in vielen Dingen enthalten. In  meiner Firma wurden immer mehr Maschinen aufgestellt, die teilweise rund um die Uhr laufen und es sind keine Abzüge vorhanden. Die Luft wird immer schlechter. Seit November habe ich nur ca. 3 Wochen gearbeitet. In der Firma gelte ich jetzt als Drückeberger. Ich würde am liebsten sofort kündigen. Hoffe das mein Hausarzt keine Schwierigkeiten macht, sonst weiß ich auch nicht was ich noch machen soll. L.G.
  • Diva
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2812
vor > 2 Jahre
@iceman321:
Hallo , bange machen gilt nicht.
Probiere es über Deinen Hausarzt -ansonsten über einen Allergologen.
Und meine nochmalige dringende Empfehlung ; werde Mitglied im VDK. Die regeln alles für Dich !!!!
Vielleicht solltest Du auch mal eine Kur beantragen.
So wenig ist die Erwerbsminderrente garnicht . Sie richtet sich nach Deinen Beitragsjahren & was Du einbezahlt hast. Wenn Du unter 60 Jahre bist wird es bis 60 Jahre hochgerechnet , so als hättest Du gearbeitet.
Ausführlich kannst Du das alles unter
 www. deutsche- rentenversicherung- bund. de nachlesen.
Leider ist es unsere Zeit , das man sehr schnell als Drückeberger oder Simulant eingestuft wird.
L. Gr. DIVA
 
  • iceman321
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 14
vor > 2 Jahre
Hallo! Mitgliedschaft im VDK habe ich jetzt. Werde morgen nochmals zum Hausarzt gehen und ihm die Situation schildern. Mir schlägt die Situation auch auf den Magen. Habe oft am Sonntagmittag schon Bammel vor dem Montagmorgen. Oft wache ich auch schweißgebadet in der Nacht auf. Habe manchmal auch Selbstmordgedanken. L.G.
Zuletzt editiert vor > 2 Jahre
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 161
vor > 2 Jahre
@ iceman:
guter Plan. Auf jeden Fall brauchst Du eine Auszeit und etwas Ruhe, um die Dinge beantragen zu können. Das mit der Kur ist eine gute Idee, Körper und Nerven müssen sich erholen können.
Ich bezweifele nicht, dass es Dir schlecht geht, versteh mich nicht falsch. Ich sage nur, dass es so einfach nicht ist, diese Rente zu bekommen, das wird üblicherweise intensiv geprüft. Ich würde dennoch nicht zur Eigenkündigung raten.  Lass Dich da in jedem Falle gut beraten. VDK ist auch eine gute Idee.
Ich wünsch Dir alles Gute!
  • iceman321
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 14
vor > 2 Jahre
@Schneeschaufler:
Hallo! Danke für deine Antwort. Schon klar das es sehr schwer wird eine Rente zu bekommen. L.G.
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