Berufswechsel.. Moeglichkeiten?

  • unschuld
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 5
vor > 2 Jahre
Hallo ihr lieben,

ich habe ein Problem und weiß nicht so ganz, wie ich da rauskommen soll.

Ich habe meine Ausbildung als Fachangestellte fuer Buerokommunikation gemacht und bin daraufhin uebernommen worden. Jedoch war das noch nie ein Job, den ich machen wollte und habe auch die Ausbildung als letzten Strohhalm angenommen.
Ich bin nun schon 2 Jahre hier und mein Arzt hat festgestellt, dass ich aufgrund der hier fuer mich schlechten Situation unter Depressionen leide.
Ich habe ja selbst schon ueberlegt, wie ich hier rauskomme aber es gibt ein paar Dinge, die mich aufhalten

* Eine zweite Ausbildung, eine Umschulung oder gar ein Studium waeren toll, kann ich mir aber nicht leisten (Wohnung, Auto, Kater, Schulden).
* Ich weis nicht wirklich, was ich eigentlich wirklich machen will und weis noch weniger, wie ich das endlich herausfinden kann - es gibt so vieles, was mich interessiert!
* Fuer meine Familie gibt es nichts tolleres als meinen momentanen Job - er ist sicher, bietet mir viele Vorzuege. Wenn ich den hinschmeisse, kann ich mich auf einen riesen Zoff mit meiner Familie einstellen.

Ich weis einfach nicht, in welche Richtung ich mich drehen soll, hier kann ich bald wirklich nicht mehr, so fertig macht mich die Situation.

Kann mir jemand einen Rat geben, wie ich da zu einer Loesung kommen kann? =(

LG Nici
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
Hallo Nici!

Willkommen hier im Forum.
Hmmmmm ... deine Situation hört sich verzwickt an. Wenn ich dich richtig verstehe leidest du unter Depressionen. Zumindest hat dein Arzt das festgestellt. Das ist eine schlimme Krankheit.
Und du hast auch einen Job der dir nicht gefällt. Und dann droht noch zusätzlicher Stress mit deiner Familie, die dich anscheinend nicht versteht, oder deine Situation anders beurteilt als du. Und du hast keinen Ausweg, was dich total fertig macht.

Mein Rat an dich ist, komme erst einmal etwas zur Ruhe. Wenn du krank bist, bist du auch nicht arbeitsfähig. Versuche die weiteren Schritte mit deinem Arzt zu klären und lass dich von ihm erst einmal aus dem Verkehr ziehen. Später könntest du, bevor du deinen Job an den Nagel hängst, versuchen mit deinem Arbeitgeber eine Einigung zu erzielen.
Vielleicht kannst du in Teilzeit arbeiten. Vielleicht gibt es auch eine andere Einsatzmöglichkeit, die dir mehr Spaß macht.

Wer unter Depressionen leidet verliert die Fähigkeit seine Lage realistisch einzuschätzen. Alles ist nur schwarz oder weiß. Ich denke, dass deine Familie dir nicht schaden will. Sie können dich aktuell einfach nur nicht verstehen.

Nimm dir eine Auszeit, ohne gleich zu kündigen. Vielleicht kannst du dann neue Kraft tanken und findest eine Lösung. Triff erst einmal keine voreiligen Entscheidungen.

Vielleicht schreibst du auch noch, was genau an deiner Arbeit so unerträglich ist?

Beste Grüße,
C
  • unschuld
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 5
vor > 2 Jahre
Hallo Kanunu4me und danke fuer die schnelle Antwort!

Ich habe die Depressionen in erster Linie durch meine Unzufriedenheit mit der Arbeit.

Ich arbeite in einer oeffentlichen Verwaltung als Vorzimmerdame quasi, doch fuellt mich das nicht aus. Die meiste Zeit des Tages sitze ich da und schlage die Zeit tot oder versuche wenigstens so auszusehen, als haette ich etwas zu tun.

Andere Moeglichkeiten habe ich hier wohl leider nicht, ich hatte ja schon en Gespraech mit meinem Chef. Er weis ja auch von meiner Krankheit, am 01.09. habe ich erstmal noch einen Arzttermin, der mir hoffentlich weiterhilft. Da warte ich schon sehnsuechtig darauf.

Meine Familie kann nicht nachvollziehen, wieso ich es so unertraeglich finde.
Wenn ich jammere, bekomme ich zu hoeren, dass sie sich auch wuenschen wuerden, fuers rumsitzen so viel Geld zu bekommen und dass das ja um Laengen besser ist, als sich kaputtzuplacken. Soweit stimmt es ja auch irgendwo. Aber dass ich das einfach nicht mehr kann, scheint jeder zu ueberhoeren. Ich habe ihnen auch noch nichts von der Diagnose erzaehlt, weil ich Angst davor habe, immernoch nicht verstanden zu werden und eventuell noch verletzt zu werden (Wovon sollst du denn Depressionen haben, hast das schoenste Leben und so Sachen). Ich habe schon immer gewusst, dass dies einfach nicht der richtige Job fuer mich ist und habe mich aber immer und immer wieder zusammengerissen. Hier im Haus gibt es keine grossen Ausweichmoeglichkeiten, wir sind nur eine recht kleine Gemeinde.

Ich weis einfach nicht, was ich weiter machen soll. Wuerde so gerne etwas anderes lernen, dass mir spass macht.
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@unschuld
Hallo! Hast Du Dich schon mal bei der Gewerkschaft erkundigt?
Meines Wissens kannst Du im ÖD auf dieser Ausbildung aufbauen... und dann ggf. ganz andere Wege beschreiten. Und eine Situation wie diese (gleichzeitig Gehalt und Zeit, innerhalb der 8 Stunden zu lernen) wirst Du nie wieder haben 8)
Ist Kommunalpolitik für Dich von Interesse?
Gehe in Ausschüsse (als Gast), Ortsbesichtigungen, überallhin, wo Du kompetente Leute triffst und gib zu erkennen, daß Du nach beruflicher Weiterentwicklung Ausschau hältst....
Liebe Grüße - alles Gute
  • unschuld
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 5
vor > 2 Jahre
Hallo Klimaneutral,

nein, Kommunalpolitik ist leider garnichts, was mich interessiert. Diese ganzen 24-h-Schreibtischjobs interessieren mich nicht.

Ich moechte gerne etwas kreatives, aktives machen. Wollte z. B. schon immer mal Journalistin werden, geht aber nicht, weil das ein Studium voraussetzt. Kann ich mir nicht leisten.
Fuer alles andere braeuchte ich eine neue Ausbildung. Kann ich mir nicht leisten.

Dankeschoen.
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@unschuld

Willkommen unschuld im Forum!

Ich habe deine Worte einige Male gelesen und möchte dir unbedingt Nahe legen, dass du dich dringend (nicht erst im September) in ärztliche Behandlung begeben musst. Mit einer Depression ist grundsätzlich überhaupt nicht zu spassen und, glaube mir, es wird, ohne Hilfe, stetig schlimmer.
Du solltest dich so rasch wie möglich krank schreiben lassen, damit du aus dieser Spirale raus kommst.

Eine Entscheidung über deine berufliche Zukunft kannst du unmöglich treffen. Dazu musst du zuerst wieder Selbstvertrauen erlangen, welches du - so scheint mir - gänzlich verloren hast.

Vielleicht hast du Musse und Lust einmal als Journalist tätig zu sein. Das kannst du auch als Hobby ausüben. Es gibt so viele Orte (Quartierzeitungen, Leserbriefe von Tageszeitungen, Blogs im Internet (geh mal via Google), an denen du dich versuchen könntest. Wer weiss, vielleicht hilft dir so etwas ein wenig. Kreativ kann auch sein, wenn du Blumen bindest, Bilder malst (egal wie sie aussehen), bastelst (kannst du dann sogar vielleicht auf einem Markt oder Flohmarkt verkaufen).

Sehr wichtig erscheint mir aber, dass du zuerst deine ernst zu nehmende Krankheit anpackst (egal wie sich die Familie dazu stellt).

Schöne Grüsse und bleib doch eine Zeit lang hier.

Wurzel
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
Höre auf Wurzel. Mache eine Pause und suche medizinischen Rat.

Viele Grüße,
C
  • blue moon
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 53
vor > 2 Jahre
Man kann sich auch berufsbegleitend weiterbilden, viele Hochschulen sind speziell danach ausgerichtet.
  • unschuld
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 5
vor > 2 Jahre
Ich warte ja auf meinen Termin beim Neurologen, ist ja nicht so, dass ich mir nicht helfen lassen will. Aber 6 Wochen Wartezeit sind nunmal leider mittlerweile noch grosszuegig. In der Zeit kann man durchdrehen.
Ich kann denen ja nicht die Tuer eintreten und sagen, dass die mich gefaelligst jetzt behandeln sollen.

Ich kanns ja auch nicht aendern! =(
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@unschuld

Wir werfen dir rein gar nichts vor! Versuche durchzuhalten und schaue gut zu dir!

Gruss Wurzel
  • unschuld
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 5
vor > 2 Jahre
Hmm ja...

danke dir...
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 161
vor > 2 Jahre
"was Kreatives"... hm.... das ist ja nun ein weites Feld.
Ist auch schwer, Ideen zu entwickeln, wenn ich Dich doch gar nicht kenne. Aber vielleicht einige Anregungen zum selber Rausfinden:

Was hast Du denn für Hobbies, was machst Du denn gerne?
Schreib das mal zusammen, vielleicht fällt uns dann etwas dazu ein.

Ein Job in einer Werbeagentur vielleicht? Da wirst Du zwar auch als kleine Büromaus anfangen müssen, aber wer weiß, was sich da entwickeln kann...
oder wenn Du schon bei der Gemeinde bist... etwas mit Tourismus?
oder mit Medien (TV, Radio ...)

Kopf hoch - und versuch den Beruf als das zu sehen, was er ist: Broterwerb. Die 8 Stunden gehen vorbei und danach beginnt das Leben. Versuch Dir in der Freizeit etwas kraftbringendes, gutes zu tun.
Geh auf Katzenmessen, oder mit Freunden an den See... schaffe Dir Ausgleich zum schnöden Büroalltag.

Ich verstehe allerdings Deine Familie: was Du hast, hätten Millionen gerne. Einen stinklangweiligen Job im ÖD, sicher bis zur Rente und alle Zeit der Welt, IM Büro nebenbei (weil kaum Arbeit) eine Fortbildung zu machen.
Um 15 Uhr gehen und dann ab in ein Hobby. Du wirst später einmal wissen (wenn Du mal alle 12 Monate gekündigt wirst und echte Existenzangst hast, weil Du nie sicher bist) was Deine Familie meinte.

Ich meine wirklich, Dein Problem ist am einfachsten lösbar, wenn Du Dir außerhalb des Berufs etwas suchst, was Dich ausfüllt und froh macht.
Ich weiß wovon ich rede: ich war im ÖD, habe hingeschmissen.... und beiß mir jetzt ein Muster in den Arsch.
8)
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@schneeschaufler

Das sehe ich genau so.
Ich würde auch nicht (mehr) kündigen, wenn ich nicht Plan B bereits in der Tasche hätte. "Befindlichkeitsstörungen" dieser Art können sich später einmal ganz grausam rechen.

Arbeit ist Broterwerb; wohl dem der eine Arbeit hat, die ab und zu auch noch ein wenig Spaß macht. Die Suche nach Selbstverwirklichung on the job steht nicht mehr auf meiner Agenda.
Ich skaliere nach unten: Ein Chef der keine Zumutung ist, eine Arbeit die ich ertragen kann, soviel Bezahlung, dass ich meinen Verbindlichkeiten nachkommen kann. Das wär's schon.

Viele Grüße,
C
Antworten

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