Falsche Entscheidung getroffen? Studium, Ausbildung?

  • r1cg
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor 29 Wochen
Hallo alle zusammen!
Kurz zusammengefasst: Ich weiß nicht was ich für Möglichkeiten bzgl Ausbildung/Studium habe.
Lange Version:
Also ich bin nun 19 und studiere seit diesem WS Informatik an der Uni Karlsruhe. Um ehrlich zu sein komme ich dort so was von nicht hinterher, da dort wirklich ALLES NUR Mathe ist. Meine Vorgeschichte:Ich interessiere mich schon immer für Elektronik, Programmierung, Betriebssysteme, Computernetze, (und auch Astrophysik,) ...
Ich habe ein sehr breites Wissen, jedoch kein Spezialgebiet.Ich bin zuerst auf der Realschule (Profil: Technik) gewesen und hab dort meinen Abschluss (als Drittbester mit 1,6) gemacht. Anschließend bin ich auf das Technische Gymnasium gegangen mit dem Profil Informatik. Dort habe ich (als einziger) das CCNA1 und CCNA2 gemacht.
Mein Abitur habe ich als Jahrgangsbester mit einem Schnitt von 1,4 bestanden. Soweit alles in Ordnung. Lieblingsfächer waren immer Informatik, Physik, Sondergebiete der Technik (Erneuerbare Energien, Sensorik,...) und Englisch, aber auch Chemie und Bio. Nicht ganz so meine Favoriten waren Mathe, Deutsch und Geschichte.Zu Mathe: In den Jahren über immer zw. 11 und 12 Punkte im Abi jedoch 6!! :(
Da es irgendwie schon immer ungeschrieben feststand, dass ich mal studieren werde und dass aufgrund meiner Vorlieben Informatik auf jeden Fall das Fach der Wahl ist habe ich mich also direkt dafür nach dem Abi beworben (ohne mich darüber groß zu informieren). Ich dachte mir: das bisschen Mathe wirst du schon schaffen. Aber falsch gedacht - da sitzen erstens nur Mathe-Freaks drin, es wird zu 90% Mathe gemacht und Informatik beschränkt sich auf ca. 10% Java-Einstieg.
Außerdem hat man keinerlei Zeit zum Lernen, da man direkt bewertete Übungsblätter (Bearbeitungszeit 4x je ca 10h pro Woche!!!!) als Hausaufgabe bekommt - wo mir nichts anderes übrig bleibt als abzupinseln, da ich ohne die Blätter nicht zur Prüfung zugelassen werde... (Nebenbei: Freizeit habe ich NULL).
Jetzt habe ich starke Zweifel, ob ich das packen werde, da ich alles außer einem Ass in Mathe bin.
Mein Vater (Dipl. Hadl.) meinte ich solle (wegen des später höheren Gehalts) unbedingt studieren - ihm sei es egal wie lange ich dafür brauche. Aber ich zweifle sehr stark daran, dass ich diesen riesen Mathe-Bazen schaffe - und selbst wenn: Wie geht es in den höheren Semestern weiter?????
Vor dem Studium/ Parallel zum Studium arbeite ich nebenbei (momentan eben kaum...) bei SAP in der Datenarchivierung als Anwendungsentwickler. Die Arbeit dort macht eigentlich sehr Spaß, aber ich glaube nicht, dass ich das mal jahrelang machen will. Selbstständig machen ist aber auch viel zu riskant, reiner Programmierer zu werden ist auch eher unvorteilhaft, da die Programmierarbeit tendenziell nach Indien und China ausgelagert wird (zumindest hört man das so). 
Doch was habe ich für andere Möglichkeiten? Ausbildung? Anderer Studiengang (welcher? Angewandte Informatik?)?
Vielen Dank für eure Hilfe!
Zuletzt editiert vor 29 Wochen
  • moek2
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 4
vor 29 Wochen
Hallo r1cg,
ich studiere ebenfalls Informatik und ich bin ebenfalls kein Ass in Mathe (um mich deiner Formulierung zu bedienen). Trotzdem hab ich mittlerweile alle Scheine in der Tasche. Da ich jetzt nicht die konkrete Situation an deiner Uni kenne, hier ein paar allgemeine Tipps:
- Um die Mathe-Scheine zu überstehen, hat es mir immer geholfen, mit mehreren Leuten eine Lerngruppe zu bilden, in der alle über einen ähnlichen Kenntnisstand verfügen. Das hat den großen Vorteil, dass man sich gegenseitig motivieren und helfen kann. Wenn sich alle auf der selben Augenhöhe begegnen, braucht auch keiner Angst haben, mal eine "dumme" Frage zu stellen und in einer Gruppe von mehreren Leuten ist immer jemand dabei, der die Frage beantworten kann.
- Gerade am Anfang kann der Übergang von "Schulmathe" auf "Uni-Mathe" schwierig sein, da es an der Universität oft viel formaler zugeht. Bei mir hat es eine Weile gedauert, bis ich damit zurecht gekommen bin - aber es geht, es ist eine Sache der Übung, auch wenn das am Anfang natürlich hart klingt.
- Versuche, einen praktischen Zugang zur Mathematik zu finden. Gerade in der Informatik ist das schöne, dass man in den späteren Semestern oft feststellt "Hey, das hat ja wirklich einen Anwendungszweck". Mir hat es immer geholfen, praktische Anwendungsgebiete für die Dinge zu suchen, die ich gerade lernen musste. Wenn man das ganze als nützliches Werkzeug und nicht als sinnlose Quälerei betrachtet, kann das ganz schön helfen.
- Um ein gewisses Maß an höherer Mathematik in einem Informatik-Studium wirst du nirgendwo herumkommen. Ich weiß zwar nicht, wie es an anderen Unis ist (hab ja selber nur an einer studiert ;)), aber was man so hört, gibt es durchaus Unterschiede, wie viel Schwerpunkt auf Mathe gelegt wird. Schau dir doch mal die Studienpläne anderer Unis/FHs an, ob es nicht vielleicht eine gibt, welche für dich in Betracht kommt und wo das alles nicht so geballt auf einmal kommt. So wie du es schilderst, besteht dein Leben im Moment ja nur aus Mathe.
- Nicht verzagen. Wenn du etwas länger für Mathe brauchst, dann nimm dir die Zeit. Vor allem, wenn du schilderst, dass du seitens deines Vaters keinen Druck hast. Du bist jetzt grad mal ein paar Wochen an der Uni. Aller Anfang ist schwer und gerade in den ersten Semestern kommen oft die "härtesten" Sachen. vielleicht solltest du dir noch etwas Zeit geben, dich zu "akklimatisieren", bevor du jetzt voreilig alles hinschmeißt, vor allem wenn dich Informatik an sich ja interessiert. Ich kann dir jedenfalls sagen, dass ich anfangs auch große Zweifel an mir selbst hatte, ob ich das jemals packen kann. Aber jedes mal, wenn ich dann wieder einen solcher Brocken abgeschlossen hatte, dann hat mir das immer einen richtigen Motivationsschub gegeben und das ist ein tolles Gefühl.
Vielleicht ist ja der eine oder andere Tipp für dich nützlich :)
Alles Gute,
Moe
  • r1cg
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 2
vor 29 Wochen
Hi! Danke für deine ermutigende Antwort.
Du sagst dass ich nach dem Sinn/einer Anwendung suchen solle. Das tue ich, finde bisher aber alles komplett unnötig und überflüssig - Arbeite ja parallel bei SAP und habe dort noch NIE soetwas gebraucht. Höchstens mal einfache Funktionen.
Momentan sieht es wirklich so aus, dass ich nur an den Mathe-Aufgaben hänge und dabei verzweifle. Mit den Lerngruppen ist das so eine Sache. Die die ich dort kennengelernt habe sind alle ziemliche Mathe-Profis und da bin ich eher hinderlich, da mir alles erklärt werden muss. 
Angeblich gibt es in der für mich näheren Uni Heidelberg im Studiengang Angewandte Informatik nur ein Teil Mathe (LA) wo wir drei Teile (HM, LA, "GBI") haben.
Viele Grüße
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