Fragen beim Vorstellungsgespräch

  • Selly24
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 3
vor > 2 Jahre
Hallo alle zusammen,

ich bin neu hier und weiß nicht so genau ob dieses Thema bereits erwähnt wurde...

Also ich würde gerne wissen was ihr zu folgenden Fragen geantwortet habt bzw. antworten würdet, denn ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich was passend wäre.

1) Wo sehen Sie sich in 5-10 Jahren
2) Nennen Sie 3 Herausforderungen die Sie bewältigen mussten, wie Sie es geschafft haben und was Sie getan haben um es zu schaffen.
3) Welche Erwartungen haben Sie an das Unternehmen (o.ä)

also ich hatte letzte Woche ein Bewerbungsgespräch (Bewerbung als Empfangsdame) und war überhaupt nicht auf diese Fragen vorbereitet :? naja ich musste lange überlegen was ich antworten soll..es war furchtbar weil ich schon einige Bewerbungsgespräche hatte aber diese Fragen nie gestellt wurden.

Also zu Punkt 1 habe ich geantwortet: Ich sehe mich in einer langfristigen Anstellung hoffentlich in ihrer Firma. (das wollte er aber anscheinend nicht hören) Aber ich meine was soll ich schon großartig werden oder aufsteigen, wenn ich mich ja als Empfangsdame beworben habe...ich könnte schon sagen "ich möchte in 5-10 Jahren Abteilungsleiterin werden" lol das passt doch nicht oder ?

Punkt 2: Hier habe ich einfach auf die schnelle 2 Aufgaben erwähnt die ich in meiner damaligen Firma erlebt habe bzw. zu bewältigen hatte...ein dritter Punkt fiel mir nicht mehr ein :(

und zu Punkt 3 fällt mir grad nix ein :(

Hoffe auf eure hilfreichen Antworten...

Lg
Selly
  • blue moon
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 53
vor > 2 Jahre
Hallo Selly!

So ähnlich ist es mir in meinem ersten Vorstellungsgespräch auch gegangen :-)

Man sollte aber auf solche gängigen Fragen schon vorbereitet sein.
Im Internet finden sich mit Google sicher genügend Auflistungen der 50 meist gestellten Fragen bei Vorstellungsgesprächen.

Mein Tip - überleg dir die Antworten erstmal für dich selbst, ohne daran zu denken, was eine Firma dabei hören will. Danach kannst du noch immer taktisch umformulieren.

zu Punkt 1 hätte ich gesagt:

"Ich weiß es noch nicht genau, aber ich halte mich für einen kommunikativen und ... Menschen, der gerne mit Menschen und ... zu tun hat und diese Punkte wären mir daher auch in Zukunft wichtig..."

zu Punkt 3 hätte ich gesagt was mir wichtig wäre:
Ein abwechslungsreicher Job, bei dem es Spaß macht jeden Tag ins Büro zu kommen, wo man sich mit seinen Fähigkeiten (...) einbringen kann,
  • Muellina
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 439
vor > 2 Jahre
Hallo, willkommen hier Selly!

Bluemoon hat vollkommen Recht: wenn man Dir solche Fragen stellt, will man sicher nicht eine angelesene Antwort, sondern Deine eigene hören, also solltest Du genau diese auch geben. Allerdings kann ich schon verstehen, daß Du von den Fragen überfahren worden bist und Dir dann nichts einfiel.

Auf Frage Nummer eins hätte ich, genau WEIL Du Dich als Empfangsdame beworben hast, geantwortet, daß ich nicht nur für den Bereich Empfang zu gebrauchen, sondern vielseitig interessiert, begabt und damit ausbaufähig wäre. Natürlich nicht mit angeberischen Worten und auch nicht so, daß der Eindruck entsteht, man wäre auf Dauer mit dem Posten unzufrieden. Aber ich könnte mir vorstellen, daß man als Empfangsdame vielseitig sein muß, beispielsweise auch mal eine Sekretärin vertreten oder ähnliches.

Die zweite Frage finde ich auch schwierig zu beantworten, aber das ist sicherlich auch eine Frage des Alters, d.h. dessen, was man schon so alles erlebt hat. Trotzdem schwierig, denn man sollte da nicht mit negativen beruflichen Erlebnissen antworten, d.h. mit solchen, mit denen man sich selbst in ein schlechtes Licht rücken würde.

Die dritte ist wieder leicht, denn sicher hast Du doch Erwartungen? Da wäre z.B. ein guter Teil der passenden Antwort gewesen, daß Du gerne in genau diesem Unternehmen tätig werden und das auch langfristig bleiben würdest.

Trotz aller weisen Worte: ich denke, bei Fragen im Vorstellungsgespräch ist immer Ehrlichkeit angesagt. Manchmal muß man die Wahrheit vielleicht ein wenig verschönen, ein bißchen umformulieren, aber im Prinzip nutzt es weder der Firma, noch dem Bewerber, wenn er/sie sich beispielsweise als hochmotiviert für den Job beschreibt, die Anstellung aber in Wahrheit als Notlösung betrachtet, die nichts bringt, außer der Bezahlung... Oder wenn man sich als Karrieremensch darstellt, der gerade vom Unternehmen gebraucht wird, während man damit gar nichts zu tun haben will bzw. umgekehrt ebenso.

Meine Erfahrung ist, daß ich mit Ehrlichkeit im Vorstellungsgespräch immer sehr gut gefahren bin. Das bedeutet natürlich auch, daß man Anstellungen, für die man tatsächlich falsch ist, nicht bekommt. In der heutigen Zeit schwierig auszuleben, ich weiß... Andererseits: wenn es dann klappt, ist ziemlich sicher, daß man dort, wo man landet auch richtig ist. Ich weiß, im Endeffekt geht es immer um Geld, aber ich habe mittlerweile den nötigen Abstand dazu und kann Dir versichern, daß es nicht wirklich darum geht. Du wirst länger, gesünder und glücklicher leben, wenn Du Dein persönliches Wohlbefinden bei einer Anstellung über die Notwendigkeit, eine zu bekommen, stellst, da bin ich mir sicher, weil: selbst ausprobiert!

Alles Liebe und viel Glück für Dich!
  • Selly24
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 3
vor > 2 Jahre
Wow das nenne ich mal super hilfreiche Antworten :D

Vielen lieben Dank, ihr habt mir echt weitergeholfen :wink:

Glg
Selly
  • Muellina
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 439
vor > 2 Jahre
Selly, warum hast Du Dein Profilbild geändert? Gefällt mir zwar sehr gut, sieht aber so traurig aus!

Okay, wenn das geholfen hat, dann hoffe ich, daß Du hier dabei bleibst und uns auf dem Laufenden hältst. Ich war auch mal neu hier, das ist noch gar nicht allzu lange her und kann Dir versichern, daß es hier wirklich gute Ratschläge und vor allen Dingen auch jede Menge Zuspruch von allen gibt, wenn es mal nicht so gut läuft...
  • Selly24
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 3
vor > 2 Jahre
hehe ja mir hat das Bild auch gut gefallen aber weil du es so traurig findest hab ich ein anderes genommen :) Guckst du...

Finde die HP echt super, hast recht, hier gibt es viele tolle Ratschläge...
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 161
vor > 2 Jahre
wenn diese Katalogfragen kommen, sage ich das.
"Ah, Sie stellen noch Katalogfragen. Möchten Sie die Katalogantwort, oder möchten wir uns ernsthaft unterhalten?"

Die Katalogantwort auf die Frage "wo sehen sie sich in x Jahren" ist
"auf Ihrem Stuhl".
Besonders witzig finde ich diese Fragen, wenn man mir eine befristete Stelle anbietet, oder man mir sagt, die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit der Mitarbeiter liegt bei unter 2 Jahren.

Es gibt dann natürlich 2 mögliche Reaktionen. Entweder, der ist fassungslos, dann ist das eh nicht meine Firma. (Ich bin selber Personaler und erwarte in einem Gespräch schon etwas mehr Expertise als Katalogfragen zu stellen), oder er lacht, dann ist das Ding gewonnen.

Das Schöne daran ist, dass man den Psycho-Ball zurückspielt. Der Frager hat nämlich plötzlich Hemmungen, seine schön vorbereiteten Psychofragen aus dem Buch zu stellen, weil ich ihm unterstellt habe, er könne es nicht selber. Und er will mir natürlich beweisen, dass er das durchaus kann, und formuliert freier. So lerne ich ihn auch gleich kennen.
Wenn die mich verarxxxen wollen, dann verarxxxe ich zurück. 8)
Man sollte als Bewerber ruhig auch Fragen stellen.
Wie lange sind Sie eigentlich schon im Unternehmen, wie lange sind sie im Personal? Wie kamen Sie dazu? Welche Werte vertritt ihr Unternehmen, welche "Art" Mitarbeiter suchen Sie denn, worauf legt Ihr Haus besonderen Wert?
Fragt, fordert die. Bei einem Vorstellungsgespräch stellt sich die Firma vor, vertreten durch den Personaler.

Was die herausfinden wollen ist, ob der Bewerber irgend ein berufliches Ziel, einen Weg vor sich sieht, wohin man einmal will. Legitim an sich, nur, wenn eine Empfangsdame aber etwas anderes antwortet als "ich wollte immer schon Menschen begrüßen, helfen, dass sie mit einem Lächeln zum Termin gehen, sich willkommen fühlen, da sehe ich meine Berufung"....
bekommt sie den Job vermutlich nicht. Der will keine junge Träumerin die in 1 Jahr wieder kündigt, weil sie eigentlich ganz wonders hinwill.
Also immer schön strategisch antworten.

Drum sind Katalogfragen ja so doof, wenn man sie kennt.
  • blue moon
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 53
vor > 2 Jahre
@ schneeschaufler

Meines Erachtens ist Dein Ansatz ganz ok, aber an der Durchführung hapert es etwas :mrgreen:

Natürlich kann man auch das Gespräch selbst lenken, Fragen stellen und manchmal auch Fragen nicht beantworten ist legitim.

Man sollte aber vielleicht vermeiden den Anderen vor den Kopf zu stoßen.

Agressives Vorgehen und die ständige Einstellung "man will mich nur verarschen", sind glaube ich nur in Sonderfällen zu empfehlen.

Aus AN-Sicht kann ich nur sagen "Sind wir doch froh über Katalogfragen."
Man kann sich gut vorbeireiten und sich entsprechend präsentieren.

Es geht hier vielfach auch nicht so sehr um den Inhalt, sondern wie sich jemand gibt während des Gesprächs. In einer einstündigen Plauderei kann ich mir schon ein bisschen ein Bild machen, wer das ist. Ist er eher schüchtern oder aggressiv usw und wie passt das zum restlichen Team bzw auf diese Position.
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