Ich bin seit 2000. bei einer Zeitarbeitsfirma als Personaldisponentin tätig. Vor ungefähr einem Jahr haben die Spannungen zwischen mir und meiner Chefin angefangen. Ich war mutig (was nicht immer sehr klug ist) und habe ihr ein paar Mal meine Meinung gesagt. Danach ging alles nur noch schlecht für mich. Alles was ich gemacht habe, war falsch, wochenlang hat man mich nur ignoriert, keine richtige Anweisungen mehr, das Arbeitsklima war die Hölle. Ich konnte nicht mehr schlafen und essen und konnte nicht mehr abschalten. Eines Tages ging ich zum Arzt. Der hat mir Depressionen, Migräne und zuletzt auch Magengeschwüre festgestellt. Ich war 3 Monate krankgeschrieben. Danach versuchte ich noch mal ein Einstieg. Aber, es ist noch schlimmer geworden. Man hat mich total degradiert, ich durfte gar nicht von dem tun, was jahrelang meine tätigkeit war, ich habe nur noch Scheißarbeit erledigt. Ich durfte nicht mal ans Telefon rangehen! Ich hatte auch kein Büro mehr, dort war nämlich meine Kollegin sesshaft. Ich wurde in eine Ecke im Flur versetzt, dort hat man mir Arbeitsplatz vorbereitet! Plötzlich haben mich auch die Kollegen ignoriert oder wie einen Depp behandelt. Aus allen Gesprächen wurde ich herausgedrängt, alle Planungen (Urlaub, etc)wurden ohne mich durchgeführt.Irgendwann rief ich die Vorsitzende des Betriebsrats an. Sie sagte mir, da kann man nicht machen. Alles was ich haben kann ist mein Arbeitsplatz, mehr kann man mir nicht geben (etwas wie z.B. normale Arbeitsbedingungen wäre zu hohe Erwartung meinerseits!) Ihr Vorschlag- ich soll kündigen. Danach ging ich zum Rechtsanwalt. Er hat an die Geschäftsführung ein Brief geschrieben. Da kam die Antwort: man weist alles ab.Danach hatte der Anwalt keine Zeit mehr für mich und war nie erreichbar. Ich habe einen anderen gefunden. Mein Psychoterapeut und mein Arzt denken, es gibt genug Gründe für eine direkte Klage. Aber der Anwalt hat Angst vom Richter, er möchte es lieber in Frieden lösen. Er hat versucht mit der Firma zu verhandeln. Die wollen das auch nicht. Sie haben zugegeben, dass sie mich nicht mehr haben wollen. Aber sie wollen mich auch nicht kündigen, ich soll das selber machen. Ich ging noch mal zum Arzt. Jetzt bin ich seit 8 Wochen wieder krankgeschrieben. Die Krankenkasse stellt sich quer und sagt- ich hätte keinen Anspruch auf Krankengeld. Begründung- es handelt sich um ein Arbeitsplatzkonflikt und deshalb bin ich krank. Wenn ich andere Arbeit habe, werde ich nicht krank sein. Also, ich soll kündigen, und was dann?
Nach so langer Zeit bin ich immer noch am Anfang. Meine Gesundheit ist zerstört, und alles was ich momentan habe sind die Anwaltskosten. Ich glaube, ich kann mich nur noch auf mich selber verlassen. Man darf mich fertig machen, wie die Luft und noch schlimmer behandeln, und was kann ich dagegen? Gar nichts. Wieso ist es so, man sagt, es ist ein rechtlicher Staat und der Arbeitnehmer kann sich schützen. Wie? Wieso gilt es in meinem Fall nicht? In letzten 2 Wochen als ich noch gearbeite habe, haben meine Chefin und meine Kollegen ständig meine Arbeit kontrolliert. Jede Buchstabe, alles. Und natürlich habe ich angefangen, Fehler zu machen. Dann

kam sofort eine Abmahnung, meine Leistung wäre mangelhaft. Ich habe ein Zwischenzeugnis bestellt- man hat mir ein Scheißzeugnis (Note 5) ausgestellt. Beide liegen bei dem Rechtsanwalt in der Schublade,diesbezüglich hat sich auch nichts getan.
Wieso ist Mobbing ein tabu Thema in Deutschland? Statistisch gesehen, ist jeder 4. Arbeitnehmer ein Mobbingopfer. Ist es nicht ein bißchen zu viel? Oder ist es einfach eine tolle Strategie für die Abschaffung den Mitarbeiter, der teuer ist?