Stellenausschreibung als Marketing?

  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
Die aktuelle Krise hat inzwischen viele Arbeitnehmer erreicht.

Leider stelle ich immer häufiger fest, dass Unternehmen Stellen ausschreiben, die gerade erst Personal entlassen oder Kurzarbeit angemelden haben. Es werden interessante Positionen ausgeschrieben, aber nicht besetzt.
Letzte Woche habe ich eine Absage bekommen. Begründung: Die wirtschaftliche Lage lässt (nach Durchsicht der Quartalszahlen) derzeit kein seriöses Angebot zu.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Warum machen sich Unternehmen überhaupt die Mühe Stellen auszuschreiben, Bewerbungen zu sondieren, Kandidaten einzuladen, obwohl vorher bekannt ist, dass die Stelle nicht zu besetzen ist?

Jede Bewerbung incl. Vorstellungsgespräch kostet Geld, Kraft und Nerven. Wie kann man frühzeitig seriöse Angebote von nicht vorhandenen Stellen unterscheiden?
  • DeuPa
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 1
vor > 2 Jahre
- man möchte der Konkurrenz gute Leute abjagen
- man signalisiert den Banken, wir wollen wachsen und suchen neues Personal
- man will den eigennen Leuten Druck machen
- man will einen Marktüberblick gewinnen
- man möchte wieder mal Geld verbrennen für unnütze Anzeigen! Ironieaus
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@kanunu4me

-man möchte der Konkurrenz gute Leute abjagen
-man signalisiert den Banken, wir wollen wachsen und suchen neues Personal
- man will den eigennen Leuten Druck machen
- man will einen Marktüberblick gewinnen


Da kann ich nur zustimmen! Gleichzeitig ist diese Werbung nach wie vor billiger, wie eine Werbeinserat und die Firma geht nicht vergessen.

Wie du jedoch diese Firmen von den "seriösen" unterscheiden kannst, kann dir vermutlich niemand wirklich sagen.

Grüsse Wurzel
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 161
vor > 2 Jahre
"jede Bewerbung incl. Vorstellungsgespräch kostet Geld, Kraft und Nerven. Wie kann man frühzeitig seriöse Angebote von nicht vorhandenen Stellen unterscheiden?"
----------------

man schreibe ein e-mail.
Das kostet kein Geld, kaum Kraft und keine Nerven, wenn man sich mal kurz überlegt, was auf der anderen Seite los ist. Erwarte ich von einem "qualifizierten Bewerber".
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@schneeschaufler

Was soll denn in der Email stehen? Ob die Stellenausschreibung ernst gemeint ist? Oder, ob das Unternehmen überhaupt wirtschaftlich in der Lage ist Personal einzustellen? Oder, ob mein Job auch in 3 Monaten noch existiert.
Davon gehe ich als Bewerber bei einer offiziell ausgeschriebenen Stelle, Email, Telefonat und persönlichem Gespräch mal aus.
Was bedeutet bitte "kurz überlegen, was auf der anderen Seite los ist".
Was ist denn los? Das war ja meine Frage. Sie reden hier mit einem "qualifizierten Bewerber" und ich bitte Sie - falls Sie selbst Personaler sein sollten - mir diese Frage zu beantworten. Anderenfalls kann ich ihre Erwartungshaltung an meine Hellsichtigkeit leider nicht nachvollziehen.
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 161
vor > 2 Jahre
ad eins: Im e-mail (also eine mail-Bewerbung) steht nichts anderes als in einer normalen Bewerbung. Das hat nur den entscheidenen Vorteil, dass man nicht so viel Geld dafür ausgeben muss, wie für eine klassische Mappe mit Porto.

ad zwei: ein Personaler bekommt vermutlich mehr als eine Bewerbung.
In der Regel hat man sich gut überlegt, wie man die Stelle ausschreibt, hat einen Text entworfen in der Hoffnung, dass sich Menschen bewerben, die den Text gelesen haben (nein, das ist nicht immer so, viele lesen nur die Überschrift).
Idealerweise sollten sich im Lebenslauf also auch die genannten Anforderung der Ausschreibung wiederfinden, und zwar möglichst deutlich, sonst merken die es nicht 8)

Suche ich also eine Industriekauffrau (m/w), die aber Buchhaltungserfahrung in der Bauindustrie mitbringen soll, dann möchte ich das aus dem Lebenslauf auch erkennen können.
Da genügt es nicht, Industriekaufmann zu sein und in der Bauindustrie am Empfang gesessen zu haben, oder anderswo in der Buchhaltung - um ein Beispiel zu nennen.

Ich würde dann gerne lesen
19xx abgeschlossene Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/Frau
19xx - 20xx Buchhalter
xy-Bau AG, Kununien
Tätikeiten:
Prüfung eingehender Rechungen von Bauzulieferern
Plausibilitätsprüfung
Vorkontieren... etc pp.

Ein Blick in die Firmenhomepage schadet vorab auch nicht, vielleicht findet man noch ein Stichwort, das man einbauen kann, damit die einen "Wiedererkennungseffekt" haben. Der Mensch ist einfach gestrickt, auch wenn er im Personal sitzt.

Viel Erfolg!
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@schneeschaufler
Wie immer gute Tips von Dir :P
Grüß Dich
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@schneeschaufler

Offensichtlich wollen sie meine Frage ignorieren.

Gehen sie von folgendem Ablauf aus:
1. Die XXX GmbH wird auf mein Gesuch in einer Stellenbörse aufmerksam.

2. Es folgt eine Email mit 2 Terminvorschlägen für ein Telefongespräch, eine formal korrekte Stellenausschreibung und die Bitte meine Bewerbungsunterlagen in elektronischer Form einzureichen.

3. Ich bestätige den Termin und sende Anschreiben, Lebenslauf, Arbeits- und Ausbildungszeugnisse, Qualifikationsnachweise und Profil.

4. Nach Sichtung meiner Unterlage gibt es zwei Telefongespräche mit 2 Niederlassungen des Unternehmens und eine Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch.

5. Am Ende des Vorstellungsgesprächs (Dauer: ca. 1,5 Stunden) wird mir ein weiteres Gespräch mit der Geschäftsleitung in Aussicht gestellt.

6. Ich bekomme eine Absage am Telefon:
"Wir würden sie gerne einstellen.
Wir sind jedoch nach Durchsicht der Quartalszahlen nicht in der Lage ihnen ein seriöses Angebot zu machen.
Melden sie sich bitte nochmal, wenn sie sich für ein andere Unternehmen entscheiden."

Was mich bisher davon abgehalten hat den Bewerbungsprozess des Unternehmens hier zu veröffentlich ist der mögliche Verlust meiner Anonymität aufgrund der zeitlichen Nähe.
Dieses Unternehmen ist leider nur eines von mehreren Unternehmen die weiter bei monster und stepstone Stellen ausschreiben. Die Stellen werden nicht besetzen.

@schneeschaufler:
Lesen sie nochmal meine Frage oben.

In Kürze werde ich in diesem Portal die Unternehmen und ihren Prozesse an der vorgesehenen Stelle auch nennen. Vielleicht hilft es anderen Bewerbern die richtige Entscheidung zu treffen.
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
Gerade habe ich eine Empfangsbestätigungen auf eine Bewerbung erhalten.
Schon aus dem Wortlaut ist erkennbar: Die Stelle existiert nicht.

Anforderungen und Aufgaben sind in der Stellenausschreibung des Unternehmens klar definiert. Die Antwort der Abteilung HR auf meine Bewerbung: "Wir werden überprüfen, ob Einsatzmöglichkeiten gegeben sind und melden uns schnellstmöglich bei ihnen."

Das ist wohl naiv anzunehmen, dass sich die beschriebenen Aufgaben unmittelbar aus den "Einsatzmöglichkeiten" ableiten lassen. Ich rechne mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Man wird ein wenig über Dies und Das plaudern und weitestgehend unverbindlich bleiben. Ich werde die Frage stellen zu welchem Datum die Stelle konkret zu besetzt ist und ob ich für die Position in Frage komme. Mein Gegenüber wird mir ausweichend antworten, die Flexibilität des Unternehmens herausstellen und mir stattdessen die Gegenfrage stellen, wie ich denn gedenke den internen Vertrieb zu unterstützen. Dann werde ich sagen, dass ich mich auf ein fachliches Thema beworben haben, grundsätzlich wäre ich aber offen für Neues und hätte eine geradezu angeborene Affinität zum Marketing. Wenn dann die Fragen langsam auf vertrauliche Informationen über anderer Unternehmen abzielen, weise ich auf den schmalen Grad hin auf dem wir uns gerade bewegen und natürlich um Verständnis. Dann ist meist ein Themenwechsel angezeigt.

Das ewig gleiche Muster.

Es wäre nett unverbindliche Unterhaltungen mit Kandidaten dadurch zu kennzeichnen, dass man ihnen zu einer Tasse Kaffee auch ein Stück Kuchen anbietet. Dann weiß man wenigstens: Es geht um Nichts.
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@kanunu4me
A?k?n Kanunu? - Türkische Sängerin?
Grüße
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@klimaneutral

Bedaure, türkische Sängerin bin ich nicht.
Dann wäre ich vermutlich freischaffend und nicht hier.

Wie auch immer.

Gibt es keine Mittel und Wege gegen Unternehmen die ihre Bewerber zum Narren halten. Muss ich es einfach hinnehmen?
Es würde mich wirklich interessieren, wenn jemand hier vorbei kommt, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat.
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@kanunu4me
Daß die Bewerber sich "zum Narren gehalten" fühlen, ist ein "Nebeneffekt". Die Unternehmen verhalten sich entsprechend der Marktlage. Durch ständige Personalsuche in den Medien teilen sie - wie ihre Mitbewerber - der Umwelt mit, daß sie gut aufgestellt sind für die Zukunft - Beweis: Man braucht Personal!
Andererseits sondieren Sie tatsächlich "Personalsuche 'auf Halde'" - kommt ein unerwarteter Auftrag bzw. eine unerwartete Produktionssteigerung, sind bereits Bewerber vorhanden, von denen man schon eine Vorstellung hat...
Zu beachten ist auch der Aspekt, dem stärkeren Mitbewerber "gute Leute abzujagen", um die Position des Mitbewerbers am Markt zu schwächen und sich selbst diesen Vorteil zu verschaffen.
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@klimaneutral

Danke für die Antwort.
Tatsächlich bin ich unmittelbar von der Finanzkrise betroffen. (Wer sich heute in eine Bank begibt, kommt möglicherweise darin um.)
Mir ist der Zusammenhang leider sehr bewusst.

Ich werde das böse Spiel wohl noch eine Weile mitmachen müssen, immer blendend aufgelegt mit positiver Ausstrahlung. Leben auf Halde.
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@kanunu4me
:!:
Das mit immer blendend aufgelegt mit positiver Ausstrahlung klappt bei mir im Moment leider garnichtmehr (59).
Bin aus CO2-Zertifikatehandel/Unternehmensberatung raus - ölpreisabhängiges Geschäft.... (Kyoto-Protokoll)
Dennoch halte ich die Branche - für ältere aus allen möglichen Berufen und junge qualifizierte Einsteiger, auch aus dem Bankensektor - für äußerst zukunftsträchtig.
Der Markt ist ziemlich neu und es gibt - bis zu einer gewissen Marktbereinigung - halt auch ziemliche "Windeier" in diesem Marktsegment.
Grüße
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@klimaneutral

Blendende Ausstrahlung? Geht doch! :D

Dann drücke ich mal die Daumen, dass unter den ganzen Windeiern ein positives Überraschungsei zu finden ist.
Eins reicht ja.
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@kanunu4me
Jo!
Grüße
  • Quiet Man
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 20
vor > 2 Jahre
Ich kann bestätigen, dass diese Art der "kostengünstigen Eigenwerbung" auch in Österreich von nicht wenigen Unternehmen betrieben wird. Schon traurig wenn Unternehmen mittlerweile auf derartige Methoden zurückgreifen (müssen).
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@quietman
Erschreckend! Wenn Unternehmen das müssen.

Ich sehe schon die Rache verschaukelter Bewerber in Schlagzeilen:
Immer mehr gefälschte Zeugnisse.
Falsche Diplome beflügeln die Karriere.
Lebenslauf frei erfunden.
Unerklärlicher Anstieg des Bildungsniveaus.
...
Diese eigentümliche Art der Werbung wird ein Schuss in den Ofen.
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@all

Es ist bei uns in der CH ebenso. Die Stelleninserate sind nun einmal kostengünstiger wie eine effektive Werbung.

Wir AN können daran aber rein gar nichts ändern, sondern müssen versuchen, uns in dieser Situation nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Es macht keinen Sinn und wir blockieren uns leider nur selbst.

Gruss, Wurzel
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@wurzel
Bedauerlich! Auswandern zwecklos.

An einer Situation kann man schon was ändern. Wenn Unternehmen ihre "Werbung" über Arbeitsämter verbreiten. Das ist für mich steuerlich subventionierter Betrug. Ein Anruf und die sind weg vom Fenster.

Vor zwei Jahren hatte ich das Vergnügen mit der So-Und-So-Management-GmbH. Ein Monat unbezahlte Akquise für die Wurstbude, ohne Arbeitsvertrag. Dafür 600 Km mit dem Auto von Kunde zu Kunde auf meine Kosten. Die haben mir die ganze Zeit den Arbeitsvertrag vor die Nase gehalten und ich habe mitgespielt. Zwischendurch bin ich noch ein paar Zwischenhändlern anderer Firmen in die Hände gefallen. Die Typen habe ich dann umgehend als das geoutet was sie sind: Zuhälter nämlich. Diese hatten behauptet ich wäre ihre Mitarbeiterin und sie hätten mich als Ressource im Sonderangebot. Was genug ist, ist genug. Das Ganze eskalierte bis mich der sog. Key Account Deutschland dieser Halsabschneider-Bande wüst am Telefon beschimpft hat. Auf meine Frage, in welchem vertraglichen Verhältnis wir eigentlich stünden, hat er endlich aufgegeben.
Danach war ich aber so was von sauer, dass ich beim Arbeitsamt angerufen habe, damit dort keine Werbung mehr geschaltet wird.

Daraus gelernt habe ich, dass man solche "Vertragsverhandlungen" sofort beenden muss. Es bringt nichts.
Die doofe Wurstbude ist hoffentlich in den ewigen Jagdgründen des Düsseldorfer Armutsgürtels samt diesem Lackaffen von Inhaber verschollen. Das nenne ich Werbung! Hahaha

Dann will ich mich mal zusammenreißen und die schwarzen Wolken über meinem Haupt verbannen. :twisted:

Grüße und schönes WE
  • BraWilli
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 10
vor > 2 Jahre
jeder verkauft seine Fähigkeiten wie er eben kann... oder aber, er nutzt alles für sich selbst.

"Ehrlichkeit ist nicht das beste Rezept
aber auf Dauer doch das bessere Konzept!"
"Klares Bild"

Grüße von
BraWilli
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
Hallo Euch!

Bei mir mal wieder was Neues aus der Werbe-Branche:
Wieder wurde eine Stelle bei stepstone ausgeschrieben, auf die ich mich unverzüglich beworben habe. Bei einem Personaldienstleister der im Wege der direkten Personalvermittlung eine Vakanz bei einem Finanzdienstleister ausgeschrieben hat. Kurze Zeit später wurde ein Termin für ein Telefon-Interview vereinbar. Zack, zack, das ging flott.

Genau Heute um 12:00 Uhr mittags, high noon, harrte ich des Anrufes. Nix! Um 12:10 habe ich angerufen und gefragt, ob ich etwas falsch verstanden habe. (Natürlich nicht, die Email war eindeutig.)

Naja, es wurde etwas geplaudert, dann wurden die Fragen wiederholt, die ich schon schriftlich beantwortet hatte. Dann sollte ich mich mal vorstellen. Dann sollte ich mal meine Erwartungen und Wünsche formulieren. Dann sollte ich mal meine Gehaltsvorstellungen nennen. Dann sollte ich mal meine beruflichen Werdegang formulieren. ...

Inzwischen bin ich Profi und kenne die Antworten im Schlaf.
Nach 30 Minuten habe ich dann mal gefragt was mit der Stelle ist, auf die ich mich beworben habe.

"Ach so ... ja wissen Sie, ähhhmmm.... die Stelle ist auf Eis gelegt."
Auf Eis gelegt, keine 4 Tage nach der Ausschreibung. So, so ...

Das freundlich Unternehmen rund um die dienstbereite Personal-Ressource sammelt also Profile für ihre Datenbank.
(Zudem poliert es sein Image mithilfe des Vornamens eines bekannten Komponisten des 18. Jahrhunderts :wink: )

So, so, ...
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@kanunu4me

Ist ja wieder einmal eine ganz tolle Story! Wir leben in einer Zeit, wo sich die Firmen über sämtliche Ethik hinwegsetzen.

Verlier den Mut trotzdem nicht.

Grüsse Wurzel
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@wurzel

Danke für deinen Zuspruch Wurzel, ich bleib am Ball und mache weiter.
Unzufriedenheit ist meine Motivation!

@all
Hinweise, um welches Unternehmen es sich handelt, habt ihr (in Klammern) bekommen.
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 2 Jahre
@all

Hallo!

Vor längerer Zeit hatte ich hier die Frage gestellt: Kann man Stellenanzeigen erkennen, die nur mit dem Ziel geschaltet werden Marketing für Unternehmen zu machen?

Einige von Euch haben ihre Erfahrungen hier berichtet und konnten meinen ?Verdacht? bestätigen, dass tatsächlich eine ganze Menge von Anzeigen im Umlauf sind, hinter denen sich keine echten Stellen verbergen.

Nach meinen Erfahrungen und aus euren Beiträgen habe ich einige Kriterien zusammengestellt, die ich anwende, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen. Vielleicht hilft es dem einen oder der anderen die Stellenanzeigen schneller auszusortieren, bei denen eine Bewerbung erst gar nicht lohnt.

Die folgende Checkliste ist das Ergebnis eigener Recherchen und Erfahrung. Ein 100%iges Ausschlussverfahren kenne ich natürlich auch nicht, aber mir hilft?s:

1. Transparenz
Es sollte immer leicht erkennbar sein wer der Urheber der Anzeige ist.

2. Transparenz in der Personalvermittlung
Wurde die Stellenanzeige durch eine Personalvermittlung geschaltet werden, sollte dies auf den ersten Blick klar sein.

3. Transparenz in der Personalvermittlung
Ob es sich um Arbeitnehmerüberlassung oder eine Personalvermittlung an Mandanten des Vermittlers handelt, sollte aus der Anzeige hervorgehen.
(In Deutschland ist die Überlassung von Arbeitnehmern an Entleiher durch das AÜG (Arbeitnehmerüberlassungsgesetzt) gesetzlich geregelt.)

4. Transparenz in der Personalvermittlung
Bei allen Hoffnungen, die Bewerber in Personalvermittler setzen, sollten ein paar harte Fakten geklärt werden können. Dazu zählt z.B. um welche Branche es sich handelt, wo sich das Unternehmen befindet, wieviel Arbeitnehmer dort arbeiten, usw.

5. Transparenz
Kontaktdaten und Ansprechpartner werden genannt. Bei Fragen des Interessenten ist eine telefonische Nachfrage möglich und es sollten Ansprechpartner genannt werden.

6. Seriosität
Unternehmen die über einen längeren Zeitraum immer wieder die gleichen Anzeigen schalten, tun dies vermutlich zu Werbezwecken. Stellenanzeigen in Internet-Jobbörsen eigenen sich eher dafür, sie sind günstiger als die klassischen Medien (Tages-,Wochenzeitungen).

7. Seriosität
Sachkenntnis in der Formulierung von Anzeigen erkennt man häufig schon am formalen Aufbau der Anzeige.

Die Struktur eines gut aufgebauten Inserats sieht dann so aus:
+ Wir sind ...
(eine Handelskette, ein Baumarkt, ein Dienstleistungsunternehmen, etc.)
+ Wir haben ...
(unseren Vertrieb weiter ausgebaut und ...)
+ Wir suchen ...
(einen Key Account Manager mit folgender Qualifikation für folgende Aufgaben ...)
+ Wir bieten ...
(Arbeitszeiten, Vergütung, betriebliche Altersversorge, etc.)
+ Wir bitten ...
(um vollständige Bewerbungsunterlagen, Nachweis von Referenzen, etc.)

Fehlt dieser Aufbau in Teilen, oder sogar vollständig, ist Skepsis angebracht.

8. Formale Korrektheit
Bei Email-Bewerbungen sollte eine Eingangsbestätigung erfolgen. Idealerweise geht aus der Antwort hervor, bis wann eine Entscheidung zu erwarten ist.

9. Seriosität
Einige Stellenanzeigen quellen über von Werbung für das Unternehmen.
Formulierungen wie "ein dynamisches Unternehmen auf stetigem Wachstumskurs" lassen eher darauf schließen, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Gesunde Unternehmen missbrauchen ihre Anzeigen nicht um Werbung für ein Produkt oder überzogene Eigenwerbung zu betreiben.

10. Spezifische Aufgaben
Je spezifischer die Stelle beschrieben ist, um so wahrscheinlicher wird es, dass das Unternehmen qualifiziertes Personal einstellen möchte.
Schwammige Beschreibungen, überzogen Bezeichnungen der Position sprechen eher für Reklame, als für vakante Stellen.

11. Widerspruchsfreiheit
Wer noch nicht sicher ist, ob es sich um eine seriöse Anzeige handelt, sollte Aufgaben und Anforderungen ganz genau lesen. Bestimmte Berufe erfordern bestimmte Kandidaten mit bestimmten Vorraussetzungen. Stehen diese in keinem vernünftigen Verhältnis, so ist Zweifel angebracht. Beispielsweise werden selten IT-Techniker gesucht, die über nachweisbare Referenzen in der Akquise von Neukunden benötigen. (Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.)

12. Fachlich-sachliche Korrektheit
Stellen, die Anforderungen formulieren, die inhaltliche Widersprüche oder sogar sachliche Fehler aufweisen lassen eher auf eine schlechte Organisation des Personalbereichs, als auf einen tatsächlichen Bedarf schließen.
Die Beispiele sind natürlich so vielfältig wie die Branchen.
Werden z.B. im IT-Bereich Spezialisten mit Kenntnissen der Projektmanagementmethode COBIT gesucht, wurde die Anzeige ohne Sachkenntnis formuliert. (COBIT ist keine Projektmanagementmethode.)

13. Gesetzliche Bestimmungen
Nicht zuletzt zeigt sich die Qualität einer Anzeige an der Beachtung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, auch Antidiskriminierungsgesetzt (http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichbehandlungsgesetz) genannt.
Unternehmen kennen die daraus erwachsenden Ansprüche und werden sich in der Regel daran halten. Zweifelhafte Formulierung, die oft nur zwischen den Zeilen zu lesen sind, lassen aber auch hier Zweifel aufkommen, ob das Unternehmen es damit so genau nimmt.
Häufig findet man noch Formulierungen wie "unser junges Team sucht Verstärkung". Fragt sich dann, bis zu welcher Altersgrenze Bewerber dort noch eine Chance auf ein Vorstellungsgespräch bekommen. Auch jungen Bewerber werden keine Freude an einem Unternehmen habe, dass sich an Diskriminierung beteiligt. Zudem ist es in Deutschland nicht erlaubt.

14. Widerspruchsfreiheit
Ein Unternehmen mit einer Personalstärke von 20 Mitarbeitern wird in der aktuell angespannten Wirtschaftslage wahrscheinlich nicht 10 neue Mitarbeiter einstellen. Hier ist Skepsis angebracht, wenn zu viele Anzeigen mit diversen Positionen geschaltet werden.

Vielleicht helfen euch die Tipps dabei die "Guten von den Schlechten" einfacher zu unterscheiden.

Beste Grüße,
C
  • viraxo
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 3
vor > 2 Jahre
Hab mich auch auf verscheidene Stellenangebote für Jobs in Berlin im bereich Marketing beworben - und habe ähnliche Absagen  wie kanunu4me bekommen: Schwammig formulierte Rückantworten bei relativ genau angegebenen Stellenprofilen.
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@viraxo:
 
Hallo viraxo und willkommen im Forum!
 
Tja, leider grasiert diese Unsitte nicht nur in Deutschland. Die Firmen sparen damit Werbeunkosten. Für uns, die ohne Job sind oder eventuell wechseln wollen, ist es mehr als ärgerlich. Pass einfach auf, dass du diese sogenannten Absagen, wenn denn überhaupt kommen, auf keinen Fall persönlich nimmst! Lass dich nicht entmutigen.
 
Damit du Geld sparst, empfehle ich dir sowieso, dass du dich grundsätzlich vie e-mail mit allen Unterlagen als Anlage bewirbst. So hast du wenigstens nicht noch Ausgaben.
 
Viel Glück dir und ich würde mich freuen, wieder von dir zu hören.
 
Wurzel
  • viraxo
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 3
vor > 2 Jahre
Danke Wurzel, für dein sehr herzliches Willkommen! Ja ,da hast du natürlich vollkommen Recht: Sich von Absagen entmutigen lassen und den Kopf in den Sand zu stecken, ist wohl das Schlecheste was man tun kann! Trotzdem ist es an manchen Tagen schwierig sich wieder aufzuraffen, neu zu motivieren und weiterzumachen.... Naja wird aber vermutlich jedem so gehen!
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@viraxo:
 
Ja, viraxo, es geht sogar sicher beinahe allen so. Stöbere ein wenig hier, dann weisst du es mit Sicherheit. Ich spreche da leider auch aus eigener Erfahrung.
 
Zum Glück bin ich heute so weit gekommen, dass ich mich nicht mehr völlig verrückt mache. Es hilft mir rein gar nichts. Ganz im Gegenteil. Ist nämlich die Psyche unten, dann liest das jeder Personaler aus deinem Bewerbungsschreiben.
 
Alles, alles Gute.
 
Gruss, Wurzel
  • Cybersnack
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 97
vor > 2 Jahre
@viraxo:
Hallo und welcome! Bist Du flexibel in der Ortswhl zu deinem Job? Was machst Du an Marketing?!  Was machst Du genau PR, Markendesign oder .... SEO? :roll:
Hoffe auf geeignete Informationen :wink:
Hier in Hamburg wird viel in Deinem Beruf gesucht :D
Lg der Cyber
Antworten

Unsere Job-Foren








© kununu GmbH 2012. Alle Rechte vorbehalten. Kontakt | Impressum | AGB | Disclaimer