Versuche, aus HARTZ IV wieder in normale AG/AN-Verhältnisse zu kommen

  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
Versuche, aus HARTZ IV/Teil 1
Vorausschicken muß ich, daß ich 58 bin und damals meinte, keine Möglichkeit mehr zu finden, in ein einigermaßen adäquates Angestelltenverhältnis zu gelangen, was jedoch mein unbedingtes Bestreben war.
Ich war entsetzt (wir reden hier von ca. 6,- ?/h), als ich von unserer ?Agentur? das Angebot einer Zeitarbeitsfirma und eines Personaldienstleisters bekam (jeweils Vertriebsaufbau). Für diese beiden Firmen und ihre Klientel war ich natürlich ein ?Schnäppchen?, das zu 50% gefördert würde ? für 1 Jahr. Einige von Euch werden die ?Zwangslagen? kennen, wenn man Hartz IV beziehen muß (Vermittlungsgutschein heißt das, glaube ich)? Ich unterstelle hier auch echtes Interesse daran, daß daraus ein Arbeitsverhältnis wird ? die 2000 ? ?Prämie? wird von der Agentur zur Hälfte bei Vertragsabschluß an den Personaldienstleister bezahlt, die zweite Hälfte gibt es ? glaube ich ? nach 6 Monaten.

Die Zeitarbeitsfirma (am Kurfürstendamm) handelte das ganze jedoch formal sehr korrekt, machte in ihrem Büro einen Termin zwischen dem Auftraggeber und mir und man konnte sich austauschen. Die vom symphatischen AG vorgestellte Idee und die Vorarbeit daran waren offensichtlich seriös, gut durchdacht und durchgeführt. Er machte auch klar, daß die Übernahme bei Gelingen feststeht und die Gehaltsverhandlungen dann natürlich entsprechend aussähen ? die von mir in den Raum gestellte Forderung fand er realistisch. Der Zeitarbeitsfirma müsse man sich aus ökonomischer Vorsicht bedienen. Leider hatte ich ein ganz übles Gefühl, was die Marktchancen seiner Idee betraf und bat mir 2 Wochen Bedenkzeit aus. Vorgriff: Mein Gefühl bestätigte sich leider ? sie haben den Markteinstieg nicht geschafft (eine Online-Mischung aus ?geizhals? und ?Warentest?, jedoch ausschließlich im Luxus-Segment).

Bei der Personaldienstleisterin (im größten Problembezirk von Berlin) inzwischen auch als Leiharbeitsfirma tätig, mußte ich zunächst einen ?Tippsentest? machen (!) ? aber immer gern, wer mit dem Diktieren nachkommt?
Später stellte sich heraus, daß ich durchaus nach meinem Lebenslauf ausgesucht wurde, für den späteren AG, mit dem sich diese Firma bis dato das Büro geteilt hatte?
Im anschließenden ?Vermittlungsgespräch? traf ich jedoch auf eine AN, eine Frau in meinem Alter mit ähnlichem beruflichem Werdegang, wir sprachen eine Sprache, sie gab mir obendrein zu erkennen, daß Sie sich über meine Gefühlslage im Klaren ist, aber sie hätte da was? ich soll es mir doch wenigstens mal anschauen, sie meint, das, was ich kann und das, was dort gebraucht wird, stimmt überein. OK. Sie machte mir einen Gesprächs-/Vorstellungstermin beim AG.
(folgt Teil 2)
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
Versuche, aus HARTZ IV/Teil 2
(Bevor ich fortfahre: Ich bin ?alte Gewerkschaftlerin? und kenne meine Rechte als AN ? die Arbeitsmarktlage kennt Ihr jedoch zur genüge?.
Meine Kalkulation ist so. Wenn ich eine Aufgabe wie den Vertriebsaufbau für ein Produkt und/oder Dienstleistungen annehme, betrachte ich vor allem die Marktsituation/-chancen, mache mir ein Bild von den zur Verfügung stehenden Komponenenten. Wenn ich meine, Erfolg generieren zu können, arbeite ich vorübergehend für ein beschämend geringes Entgelt, das dem Aufwand keinesfalls angemessen ist ? für das der Auftraggeber mindestens den 4-5fachen Betrag ausgeben müßte und für den generierten Erfolg dann entsprechend mehr.)
Die Kröte ?Taschengeld? war ich also bereit, zu schlucken. Bei Erfolgseintritt kann man dann neu verhandeln... Diese Rechnung geht halt aber nur auf, wenn ich dem Angebot eine Marktchance einräume - aus dieser Überzeugung muß ich dann meine tägliche Motivation beziehen können....
(folgt Teil 3)
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
Versuche, aus HARTZ IV/Teil 3
In der Folge muß ich aus juristischen Gründen/Wiedererkennbarkeit etliches in der Darstellung verknappen, weil das Marktsegment neu und der Personen-/Firmenkreis klein ist?
VORSTELLUNG: Komme gut vorbereitet, hab auch auf www.unternehmensregister.de nachgeschaut, die Bilanz schaut eher bescheiden aus für die Möglichkeiten, die ich unterstelle ? Recherche im Internet positiv, dort auch Foto vom GF ? zum Termin in einem teuren Bürokomplex, das Büro ist verschlossen, auf klingeln reagiert niemand. Rufe GF auf Handy an (auf Homepage öffentlich) ?komm aus Termin erst in 15 min. raus?? ok, nach 30 min. ist er da: ?Ich kann unmöglich so weiterarbeiten? - wann können Sie anfangen?? Öhh?! ?Wir haben ein Gespräch vor uns??? Kleiner Scherz. ?Ich muß noch was bei der Nachbarfirma erledigen. Schauen Sie sich um, nehmen sich einen Espresso oder Wasser, wenn Sie mögen?? und weg ist er.
Ich schau mich um ? schickes Büro, Schlauch, am einen Ende ?Chefzimmer? mit dem üblichen schwarzen Leder, Chrom und Glas sowie überdimensionierten Schreibtisch, Flipcart, am anderen Ende ebenfalls Zimmer, dazwischen Eingang und 3 ?Arbeitsboxen?, Laptops und PCs stehen rum, keine Ordner oder sonst irgendwas, aber überall offensichtlich unsortierte Papierstapel, besonders im Chefzimmer ? entweder die haben alles digitalisiert und das sind Abfallhaufen, oder da stimmt was nicht?. Keinerlei Hinweise auf Arbeitsinhalte o.ä?..
Nach 10 min. ist er wieder da, im Schlepptau jemanden, der sich als Inhaber der Nachbarfirma vorstellt und man sagt mir, daß man ?partnerschaftlich? irgendwie zusammenarbeitet. Ok. Der Herr kennt offensichtlich ebenfalls meine Bewerbungsunterlagen und greift sich mein Organisationstalent raus, geht ins Detail, nix aufregendes. Verabschiedet sich bald und ich mit mit dem AG alleine.
(folgt Teil 4)
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
Versuche, aus HARTZ IV/Teil 3
Kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß er so in Eile macht, weil er Schiß hat? (er50+, ich 58) greift sich die Flipcart und legt einen super Vortrag hin ? sowohl inhaltlich mißreißend als auch persönlich überzeugend/absolut kompetenter Eindruck - über das, was ich in Zusammenarbeit mit ihm bewerkstelligen soll und was dahinter steht (ich Vertriebsaufbau und Kundenkontakt, er übernimmt, wenn Vertrag konkret und ?abschluß. Dann Kunde wieder zurück zu mir). Unternehmensberatung mit mehreren Firmensegmenten, die über einen kaufmännischen Leiter laufen, der in Urlaub ist. Vorbereitende Buchhaltung macht Gattin extern von zuhause aus.
Zu ?unserem? Segment, das die dauernde wirtschaftliche Grundlage für die Firma werden soll ? dazu muß ich allerdings einige Fragen stellen ? ok: Nach meiner Recherche umfaßt die zu bearbeitende Gruppe 2000 Datensätze. Nach den angeschnittenen Zeitplänen für eine Person nicht durchführbar, selbst wenn ein systematischer Vertrieb bereits aufgebaut wäre?.
Kein Problem sagt er, er arbeitet ja schon 1 Jahr lang mit einer Dame zusammen, die ist wirklich gut, die ist nur seit 3 Monaten krank und wenn die nicht bald wiederkommt, geht er pleite. Woher Sie beruflich kommt? Kleinlauter sagt er, sie wäre gelernte Malerin und Lackiererin, hat eine ?Maßnahme Büro? gemacht und dann noch eine Ausbildung zum Call-Center-Agent? aber sie hätte alles gut verstanden, und die Kunden reagieren gut auf sie. ?Sie werden mir recht geben, wenn Sie sie kennengelernt haben.? Hm ? hab ja schon dolle Quereinsteiger erlebt ? mal glauben.
Darf ich die Datenbank mal sehen? ?Wir arbeiten mit Excel!?.
Wie schaffen Sie das denn mit 2000 Datensätzen? ?Frau X kommt damit klar?.
Erkläre ihm, daß ich, wenn, einen professionellen Vertrieb aufziehe, mit Excel-Bremse ist das nicht möglich. Auch müßte mindestens eine zweite Arbeitskraft mitarbeiten.
Dies würde ? mit Datenbank ? eine sehr große Investition an Arbeit bedeuten und ich würde/könnte mir das für höchstens e i n Jahr möglicherweise antun, wenn klar ist, daß zumindest ab dem 13. Monat ein marktübliches Gehalt verhandelt wird. Und den Tort täte ich mir nur an als Investition in einen Arbeitsplatz auf Dauer, ob das klar sein würde?
Ja, er ist mit allem einverstanden, soll mir Gedanken um die Datenbank machen (sage, kann ich erst, wenn ich die Inhalte genauer habe und die Arbeitsabläufe?.), wenn wir jetzt einen Vertrag machen, könne ich schalten und walten wie ich wolle, denn er ist ?der Kreative ? mit Detailarbeit hab ich nix am Hut ? damit kann ich mich nicht beschäftigen.?
Vertrag am Donnerstag gemacht, als Arbeitsbeginn der folgende Montag festgelegt.
Auf dem Nachhauseweg die erste SMS, ob ich nicht gleich kommen könne. Zurückgesimst ?leider nein?. Er ruft an: Notlage?..bla bla. Nein, konnte ich nicht. Ob ich morgen? Nein, ich kann am Montag? (denk an 6 ?!!!)
(folgt Teil 4)
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
Versuche, aus HARTZ IV/Teil 5

Dienstantritt am Montag, 9:00 ? Warte 10 min. - keiner da. Rufe auf Handy an, Kollegin kommt gleich, kann nicht allzu lange dauern. Sage, daß ich erstmal frühstücken gehe und um 10:00 nochmal reinschaue. Um 10:00 bekomme ich eine SMS, sie käme in 15 min. Sie kommt, ist völlig aufgebracht. Trotzig sagt Sie noch, sie könne mir sowieso nix sagen, weil sie so lange weg war. Na toll!

Da kommt ?er? zur Tür rein ? in Eile natürlich - gleich mal 2er Besprechung, Tür zu. Er hätte mir wohl sagen sollen, daß seine Frau sehr eifersüchtig sei auf die Frauen im Büro und solle da sehr vorsichtig sein mit meiner Bewertung, denn beide Frauen seien halt im Moment stinksauer aufeinander und auf ihn und er wird das in den nächsten Tagen in den Griff kriegen, er weiß, das wäre eine ganz üble Ausgangssituation, aber er bittet mich darum, ihm zu vertrauen ? in ein paar Tagen sprechen wir nochmal drüber, Sie werden sehen.

Ich sage ihm, daß mein Eindruck so grottenschlecht ist, daß ich garkein Problem hätte, die Sache sein zu lassen, wie aussichtsreich die Sache auch wirtschaftlich sein könnte.

Nein ? das ist der schwärzeste Moment in seinem Leben und wenn die ersten Verträge reinkämen, hätte er auch kein Problem damit, sich vor Ablauf des Jahres erkenntlich zu zeigen. Ich fange an.
Nach einer Woche ist klar, die Kollegin hat keine Antworten auf meine Fragen und weiß halt den Inhalt der Fragerei garnicht nicht einzuordnen. Sind ihr alles spanische Dörfer.
Es fällt auf, daß sie nicht arbeitet sondern privat telefoniert, chattet und sonstwas macht. Wenn Sie zu mir kommt, um sich zu unterhalten nur, um mir tägliche Dramen zu erzählen, ich kenne die Lebensumstände und Details aus dem Leben des Chefs, seiner Frau und aller möglichen Personen in diesem Zusammenhang aus Sicht dieser Kollegin.
Finde Zettelchen in der Postmappe ?und wenn Du Dich auf den Kopf stellst, ich ruf keinen Kunden an" (soll ich wohl auch unbedingt sehen).
Ich frage ?ihn?, ob er sich mit meiner Kollegin im Arbeitskampf befindet, ich habe Grund ihn dies zu fragen. Nein, er weiß garnicht, ?was mit der los ist?.

Der kaufmännische Leiter kommt aus dem Urlaub zurück.

Die Kollegin spricht mich an, ich möge Ihr bei der Klage wegen sexueller Belästigung/Nötigung zum Sex am Arbeitsplatz gegen den Chef behilflich sein. Hatte am Vorabend an ihr vernachlässigtes eMail-Konto gemußt, Mails gesucht und dort eindeutige Fotos als eMailAnhang an den Chef gefunden?. Schenke ihr reinen Wein ein und, daß Sie nicht mit mir rechnen könne.
Sie wendet sich an den kaufmännischen Leiter, der ihr ein Schreiben, eine ?Vereinbarung? kein Zwang zum Sex usw. in die Feder diktiert. Sie könne sich das ja vom Chef unterschreiben lassen.
Dieses Schreiben liegt nachmittags in der Postmappe!
2erBesprechung, es scheppert und schreit? Sie kommt raus, rafft ihre Sachen zusammen und ward nicht mehr gesehen.

Ich packe meine Sachen auch, sage dem kaufmännischen Leiter, daß mir kotzübel geworden wäre und ich zum Arzt gehe. Er lacht ? wenn Blicke sprechen könnten.

Bin zwei Wochen krank geschrieben und Maile der Firma, daß ich wiederkommen würde, aber nicht, um zu bleiben. Ich muß nur einiges regeln.
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
Versuche, aus HARTZ IV/Teil 6

Rufe den kfm. Leiter an und wir verabreden uns außerhalb der Firma. Ein Herr 50+, beruflich top. Er erzählt mir, daß er im Management eines großen Konzerns gearbeitet hat ? Controlling Finanzen - bis dieser pleite ging. Er kam über die gleiche Personaldienstleisterin in die Firma und ist dort seit 6 Monaten. Der Chef i s t völlig daneben, daran wird sich auch nix wesentliches ändern.

Er stimmt mir zu, daß er fachlich top ist und als Darsteller in der Sache (für die Vertriebszusammenarbeit das A und O) einmalig, außerdem super Ideen produziert.
Schwachpunkte sind völlige Unfähigkeit und Unkenntnis von Organisation, Menschenführung sowieso, Nachhaltiges wirtschaften in jeder Hinsicht ist ihm ein Fremdwort.

Er rät mir (seine Frau arbeitet bei der Agentur ? wir können auch Klartext über unsere Situation an sich sprechen) zurückzukommen, eine straffe Organisation vorzugeben, nach der der Chef dann auch arbeiten muß ? und ihn entsprechend in die Schranken zu weisen.

Unsere Gehälter seien für ein Jahr durch ein ? phasenmäßig laufendes ? Segment der Firma gesichert. Klar ist aber auch, daß das sozusagen ?auslaufen? wird und in einigen Monaten bestenfalls die Fixkosten deckt, er muß ständig wegen Steuerrücklagen drängeln?.
Ihn interessieren die von mir veranschlagten Zukunftsaussichten in meinem Segment, denn er hat eine Beteiligung am verbuchten Umsatz zu seinem Gehalt ausgehandelt und ich sage ihm, daß ich es für eine ?Goldmine? halte, daß halt aber vom Jetztstand bis zum Erfolg viel ?Schürfarbeit? in jeder Hinsicht geleistet werden muß.

Nach 2 Wochen kehre ich zurück ins Büro, gleich zu einer Besprechung zum heute kleinlauten GF.
Sage ihm, daß ich in meinem Arbeitsleben in solch Situationen noch nie gewesen wäre und auch nicht die Absicht hätte, daran etwas zu ändern.
Professionelle Arbeit kann nur in professioneller Umgebung erbracht werden.
Ich lehne es ab, mich mit seinen ?Geschichten? zu beschäftigen oder damit konfrontiert zu werden. Am Arbeitsplatz möchte ich bitte nur Arbeitskolleginnen sehen und keine Gespielinnen, er müsse da beruflich und privat trennen. So eine Doppelbesetzung auf meine Kosten kann er ganz und gar vergessen. ?Aber das ist doch in den oberen Etagen immer so, daß die j e m a n d e n? haben?. !
Will mir den üblichen Scheiß erzählen ?Frau so böse und versteht mich nicht, will mich trennen, bin so alleine?? Ich stehe auf und mache Anstalten zu gehen? ?natürlich habe ich Frau X gekündigt? (!!!)
Liebe Frau ?. bitte setzen Sie sich, ich will Ihnen ganz ungeschützt sagen, ich war manisch-depressiv, zeitweilig unter Verfolgungswahn leidend. Habe Therapie gemacht und habe jetzt mit dem Neuanfang wirklich vor, alles anders zu machen.

Wir vereinbaren, daß er sich an die von mir verlangte Distanz hält.
Er schiebt mir 500 ? rüber und meint ?als Entschuldigung?.

Ich arbeite in der Firma, generiere deutlich über ½ Mio.
Er legt auf mein Gehalt (während des ersten Jahres) offiziell 200 ? drauf und dann gibt er ?mal so? den einen oder anderen Schein.
Wie vereinbart, handeln wir nach einem Jahr mein Gehalt aus ? nein, ich will keine Provisionen, ich will ein regelmäßiges Gehalt in vertretbarer Höhe und bekomme es seit Juni 2008.
Im September wird der kfm. Leiter ?betriebsbedingt? gekündigt, während er in Urlaub ist.
Zeitweise wird der Chef größenwahnsinnig, mietet für 10 Jahre ein weiteres, zwar einfacheres aber weitaus größeres Büro im Hochhauskomplex und bringt dort das alle Segmente außer dem ?unseren? unter - legt sich im Mietvertrag auf 10 Jahre fest. Kauft eine überdimensionierte Telefonanlage für 12.000 ?, schicke PCs, so um die 30.000 ?.
Erhöht seinen GF-Gehalt von 4000 auf 8000 und dann auf 13.000 ?.
Zwischendurch stellt er eine Marketingfrau ein ? ein spätes ID-Girl von 40+ mit dick gepushtem Busen ? ist aber bald wieder weg?..
Die Scheidung von seiner Frau ? die weiter im gemeinsamen Haus wohnt und die externe Buchhaltung macht - läuft und er hat nun seit Sommer 2008 eine polnische Freundin, die mit 4000 ? startet und mit der er eine neue Wohnung bezieht, die natürlich eingerichtet werden muß. Da brauchts natürlich auch ein Auto und er kauft im Dezember 2009 einen Firmenwagen für 60.000 ?. Er hat in dieser Zeit ca. 5 x Urlaub gemacht ? natürlich nicht unter 5 Sternen.

In der ganzen Zeit ist es mir nicht gelungen, Urlaub am Stück zu nehmen. Immer wieder das Drängen mich krank schreiben zu lassen, während ich arbeite. Die Überstunden lassen sich garnicht beziffern.

Seit Dezember erzählt er, er hätte kein Geld mehr, er hat Probleme ?ich habe noch 20.000 ? bis März?, wenn Sie sich krank schreiben lassen, ist es gut möglich, daß das noch länger reicht?.?. Sonst muß ich Sie im Februar betriebsbedingt kündigen. Kotzwürg!
Ach ja - an meinem letzten Arbeitstag rief ein Journalist an und fragte, ob Herr X schon in die Karibik abgetaucht wäre? Natürlich als Scherz und lachen und ich habe mit etwas gebremsten Lachen gesagt - "öh, nöh, noch nicht, gestern hat er nix gesagt..."
_________________
Ich bin jetzt krank geschrieben und hab das bitter nötig ? wie man an meinem strukturloses Geschreibsel ablesen kann, ist es mir noch nicht gelungen, Abstand zu gewinnen ? Kündigung ist schon eingetroffen. So. Damit soll?s gut sein.
  • wurzel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 1662
vor > 2 Jahre
@klimaneutral

Besten Dank für deine Geschichte, wofür sich sicher viele interessieren werden.

Wurzel
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@ alle
Für mich war das Niederschreiben als "von der Seele wegschreiben", als therapeutisches Schreiben gedacht - wie ich selber sehen kann, bin ich noch sehr im Geschehen drin. Die Niederschrift, egal wie, ist für mich ein Stück des Weges weg von dieser Situation, weit weg von dieser Firmenkloake.
  • klimaneutral
  • Status: Legende
  • Beiträge: 533
vor > 2 Jahre
@ alle
Zur Erklärung meiner Ziele muß ich vielleicht noch sagen, daß in "D" sich das Arbeitslosengeld nach dem Nettolohn-Durchschnitt der letzten 12 Monate bemißt.... nach einem Jahr Arbeit zum geringen Lohn wäre ich also direkt wieder in Hartz IV (sog. ALG II) gelandet.
Mir stehen also nach einem Jahr "normalen" Lohn mit 58 Jahren 2 Jahre ALG I, d.h. 65% des Nettolohns d. Durchschnitts des letzten Jahres, zu.
Natürlich ist ein Dauerarbeitsverhältnis immer die beste Variante - aber bei dem Wackelkandidaten stand diese Hoffnung eh auf tönernen Füßen... Er stellt einfach so hoch wie möglich qualifizierte "Geförderte" über Vermittlungsgutscheine der befreundeten Personaldienstleisterin ein (da besteht AN-seitig kein Verhandlungsspielraum) die mit ihrem Know-how die Firma weiterbringen und entläßt betriebsbedingt spätestens nach weiteren 6 Monaten, in denen er "normales" Gehalt zahlten mußte.
Dann tritt wieder die Personaldienstleisterin auf den Plan, die auch gerne wieder 2000 ? verdienen möchte... usw. und inzwischen ist sie auch als Leiharbeitsfirma auf dem Markt (da wirds für die AN noch enger).
Per se zu 50% förderungswürdig sind ganz junge Berufseinsteiger oder ab 55, beide gelten als schwer vermittelbar....
Antworten

Unsere Job-Foren








© kununu GmbH 2012. Alle Rechte vorbehalten. Kontakt | Impressum | AGB | Disclaimer