Wenn das Personal reduziert werden soll, ist Mobbing ein beliebtes Mittel. Ganz besonders, wenn evtl. Abfindungen gezahlt werden müssen, um Mitarbeiter vielleicht zur Selbstkündigung zu treiben, um Abfindungen einzusparen.
ist das immer Mobbing?
Die Grenzen sind fließend, und beim Betroffenen ist vermutlich kein Unterschied in der Wahrnehmung.
Wenn ich einen MA wegen dauerhaft schlechter Leistungen "loswerden" will... ist es dann bereits Mobbing/bzw bossing, wenn ich ihm alle Fehler vorhalte, abmahne, Gespräche führe? Natürlich ist das "belastend" und meiner Erfahrung nach, folgt dann der gelbe Zettel binnen kurzer Zeit.
Ist es Mobbing, wenn die Kollegen, die immer die Suppe auslöffeln müssen für den einen, der sich pelzt, anfangen, ihren Unmut zu äußern oder nicht mehr mit ihm in die Kantine zu gehen?
Das ist nicht schön, aber nicht zwingend Mobbing.
Ich denke, der Begriff wird ein wenig inflationär gebraucht. Nicht jeder Konflikt mit Chef/Kollegen ist Mobbing.
Das Bundesarbeitsgericht meinte in einer Entscheidung vom
Oktober 2007, Mobbing sind
"Verhaltensweisen, die bezwecken oder bewirken, dass die Würde der
betreffenden Person verletzt und ein von Einschüchterungen,
Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen
gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird“
Ein Phänomen, das ich häufig an Schulen erlebe, aber nur selten in Betrieben.
Wenn mir ein Arbeitgeber sagt, "Herr Schneeschaufler, Ihre Arbeitsleistungen entsprechen dauerhaft nicht unserem Standard, wir fragen uns, ob Sie für diese Tätigkeit geeignet sind", dann ist das hart, aber nicht entwürdigend.
Ein Spruch eines Klassenkameraden wie "Motherfucker" finde ich da deutlich entwürdigender.