Wieso wird in vielen Firmen mobbing geduldet?

  • Akaya222
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vor > 1 Jahr
Wieso wird in vielen Firmen mobbing geduldet, obschon sie wissen, dass es sehr viel Geld kostet?
- kostet der Firma "Geld"
- neue Mitarbeiter suchen
- schlechtes Immage für die Firma (Mund zu Mund)
- schlechtes Arbeitsklima macht krank (höhere Personalkosten)
  • Seefahrer
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 189
vor > 1 Jahr
Hallo Akaya,
und willkommen!
Meiner Erfahrung wollen die Firmen das nicht dulden, aber ach, was soll man tun?
Viele erkennen das Thema nicht (nicht nur Chefs, auch Kollegen), oder verdrängen es (das renkt sich schon wieder ein), oder sind ganz einfach planlos.
Das Controlling kann diese Kosten nicht erfassen - also gibt es sie nicht. So einfach ist das. Und wenn uns das Problem überrollt, streiten wir es ab. Menschheit dumm? Hm.
Oder: wir schmeißen das Opfer raus. Denn wegen ihm gibt es diese Probleme. Bequem sind wir ja auch...
Früher habe ich auch immer geglaubt, dass Vernunft sich durchsetzen müsste. Aber irgendwie ist das nicht so populär.
Zuletzt editiert vor > 1 Jahr
  • bodrum56
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vor > 1 Jahr
@ Hallo Akaya222
 
Die Chefs wollen meist von Mobbing nichts wissen. Es soll alles gut dargestellt werden. Die Schuld gibt man aus Bequemlichkeit meist dem Gemobbten. Es ist leider so.
 
Gruß
bodrum
  • howard0
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 3
vor > 1 Jahr
@ all:
Eine Frage die ich mir schon öfter gestellt habe: Wenn jemand unter Mobbing leidet (oder es so gefühlt wird) ist das dem "Mobber" überhaupt bewusst ? Kann vielleicht ein klärendes Gespräch manchmal helfen ?
Was denkt ihr ?
  • Sternenhimmel
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  • Beiträge: 2013
vor > 1 Jahr
@  howard0
Hallo howard0,
Herzlich willkommen im Forum. :D
" Kann vielleicht ein klärendes Gespräch manchmal helfen ?"
Manchmal kann ein Gespräch helfen. In den meisten Fällen aber nicht. Wir haben hier im Forum sehr viele interessante Beiträge zu diesem Thema.
Viele  Grüße
Sternenhimmel
Zuletzt editiert vor > 1 Jahr
  • kf6095f
  • Status: Neuling
  • Beiträge: 1
vor > 1 Jahr
@Akaya222 : Da einige Manager, Inhaber usw, eine leicht, oder auch schwer gestörte Persönlichkeit haben fällt ihnen ein Mobbing nicht auf. Das ist für die normal. Mit solchem Verhalten sind sie schließlich in ihre Position gekommen. 
  • Sternenhimmel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2013
vor > 1 Jahr
@ kf6095f
hallo, herzlich Willkommen hier im Forum :D
Bitte nicht so negativ alles sehen! :)
Viele Grüße
Sternenhimmel
Zuletzt editiert vor > 1 Jahr
  • kanunu4Me
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  • Beiträge: 430
vor > 1 Jahr
Hallo kf6095f!
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Passt zu Deinen Beobachtungen, wie ich finde ...
"Die Macht - für den einen bloß ein Wort, für den anderen ein Magnet mit einer ungeheuren Anziehungskraft. „Entscheidend für den Willen zur Macht ist der Dominanzfaktor, den der einzelne mitbringt“, sagt Christian Zielke, Führungskräfte-Coach und Professor für Personalmanagement an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Außerdem müsse derjenige, der nach Macht strebe, gewisse Spielregeln befolgen und dabei auch in Kauf nehmen, ethische und moralische Hürden zu überschreiten. Nach dem Motto: „Schein-Sein-Schwein".(...)"
.
Weiter heißt es:
"....eigenschaften der sogenannten "dominanten typen" ("d-ler")
- macht (über andere) als selbstzweck
- starke kontrollbedürfnisse
- ebenso wie die weitgehende akzeptanz des konkurrenzprinzips."
.
"Dominante Persönlichkeiten wollen andere besiegen, Hindernisse durch Zielstrebigkeit überwinden und ihr Umfeld formen, sagt der Führungskräfte-Coach Oscar Winzen.
Diese dominanten Typen, in Fachkreisen kurz D-ler genannt, strebten nach Erfolg. Sie werden Winzen zufolge angetrieben von dem starken Willen, sich mit anderen zu messen, sich durchzusetzen und respektiert zu werden.
Für sie stünden Aufgaben und deren Bewältigung im Vordergrund. Menschliche Beziehungen träten dahinter eher zurück."

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Auch wenn es verallgemeinert: Es ist viel Rücksichtslosigkeit und Narzissmus im Spiel, wenn aus Leuten Führungskräften werden.
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Das wird man ja wohl noch sagen dürfen ... :P. :wink:
VG,
C
Zuletzt editiert vor > 1 Jahr
  • Sternenhimmel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2013
vor > 1 Jahr
@ kanunu4Me
schön, dass Du wieder hier bist :D
LGr.
Sternenhimmel
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 1 Jahr
Hallo Sternenhimmel!
.
Viele Grüße auch an Dich um 5:55 Uhr ;-)
Heute noch viel Arbeit vor mir.  Dann ist Urlaub :))
LG,
C
Zuletzt editiert vor > 1 Jahr
  • Sternenhimmel
  • Status: Legende
  • Beiträge: 2013
vor > 1 Jahr
@ kanunu4Me
einen wunderschönen Urlaub :lol:
Liebe Grüße
Sternenhimmel
  • marzipankartoffel77
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  • Beiträge: 27
vor > 1 Jahr
glaub nicht mal, dass Mobbing geduldet wird, in den meisten Fällen wird es nicht geduldet, eher geahndet. und wenn die Manager "gestörte" Persönlichkeiten sind, würden sie das erst recht nicht dulden, es sei denn sie haben nch nicht viel oder kaum Berufserfahrung, dann würden sie sich vielleicht von einem "Anführer" mitziehen lassen.
Denke auch nicht, dass es bei dem gemobbten Bequemlichkeit ist. Wie soll er es denn Beweisen, wenn man Mobbing überhaupt bewesien kann. Wüßte nicht wie und ob? Die Gedanken kreisen dann eher so "wird der Chef mir das glauben und es nicht als #jetz hab dich mal nicht so# abtun". Wie wird er reagieren und handeln, wird es dann schlimmer, weil einem die Worte im Mund herumgedreht werden?
Wenn jemand bei jermandem auf der Schwarzen Liste steht und der jenige sich noch mit Psychologie auskennt, dann kann er auch andere "bearbeiten", die mitmachen, sich neutral verhalten, nichts hören /sehen wollen". Zum Schluss ist dann der Gemobbte wieder der Angearschte, weil die einen so "schön" die Worte im Mund herumgedreht haben bzw. ach der spinnt doch, hat doch eh paranoia...
  • kanunu4Me
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  • Beiträge: 430
vor > 1 Jahr
Aktuell zeigt das Beispiel Gorch Fock überdeutlich was „Nestbeschmutzern“ so alles passieren kann... Und manchmal geht halt einer über Bord. Das muss man ja nicht gleich mit Mobbing in Verbindung bringen. Oder etwa doch?
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Ich nehme an, dass sich eine zynische Diskussion um weichgespülte deutsche Waschlappen anschließen wird. Zu wenig Drill (Tigermutter), zu wenig Härte ... zu viel Wellness – wenn man gerne in einer Diktatur nach chinesischem Vorbild leben möchte.
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Grüße,
C
  • Schneeschaufler
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  • Beiträge: 161
vor > 1 Jahr

Wieso wird in vielen Firmen mobbing geduldet, ...

tja.... eines der Hauptprobleme des Mobbings ist es ja, dass es nur der Betroffene merkt - und es der Führungskraft verheimlicht wird.
Ich würde sogar sagen, das ist das Wesen des Mobbings. Nach unten wird getreten und nach oben wird freundlich gelächelt. Das ist für eine Führungskraft enorm schwer, hier überhaupt etwas zu merken und dann auch noc die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das ist ja das Linke an der Sache....
  • bodrum56
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vor > 1 Jahr
Wenn das Personal reduziert werden soll,  ist Mobbing ein beliebtes Mittel. Ganz besonders, wenn evtl. Abfindungen gezahlt werden müssen, um Mitarbeiter vielleicht zur Selbstkündigung zu treiben, um Abfindungen einzusparen. 
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 161
vor > 1 Jahr

Wenn das Personal reduziert werden soll,  ist Mobbing ein beliebtes Mittel. Ganz besonders, wenn evtl. Abfindungen gezahlt werden müssen, um Mitarbeiter vielleicht zur Selbstkündigung zu treiben, um Abfindungen einzusparen. 
 
ist das immer Mobbing?
Die Grenzen sind fließend, und beim Betroffenen ist vermutlich kein Unterschied in der Wahrnehmung.
Wenn ich einen MA wegen dauerhaft schlechter Leistungen "loswerden" will... ist es dann bereits Mobbing/bzw bossing, wenn ich ihm alle Fehler vorhalte, abmahne, Gespräche führe? Natürlich ist das "belastend" und meiner Erfahrung nach, folgt dann der gelbe Zettel binnen kurzer Zeit.
Ist es Mobbing, wenn die Kollegen, die immer die Suppe auslöffeln müssen für den einen, der sich pelzt, anfangen, ihren Unmut zu äußern oder nicht mehr mit ihm in die Kantine zu gehen?
Das ist nicht schön, aber nicht zwingend Mobbing.
Ich denke, der Begriff wird ein wenig inflationär gebraucht. Nicht jeder Konflikt mit Chef/Kollegen ist Mobbing.
Das Bundesarbeitsgericht meinte in einer Entscheidung vom
Oktober 2007, Mobbing sind
"Verhaltensweisen, die bezwecken oder bewirken, dass die Würde der
betreffenden Person verletzt und ein von Einschüchterungen,
Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen
gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird“
Ein Phänomen, das ich häufig an Schulen erlebe, aber nur selten in Betrieben.
Wenn mir ein Arbeitgeber sagt, "Herr Schneeschaufler, Ihre Arbeitsleistungen entsprechen dauerhaft nicht unserem Standard, wir fragen uns, ob Sie für diese Tätigkeit geeignet sind", dann ist das hart, aber nicht entwürdigend.
Ein Spruch eines Klassenkameraden wie "Motherfucker" finde ich da deutlich entwürdigender.
  • bodrum56
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 408
vor > 1 Jahr
@ Hallo Schneeschaufler
 
Natürlich ist nicht jeder Streit oder jede Meinungsverschiedenheit Mobbing. Aber dort, wo Entlassungen vorgesehen sind, z.B. Austausch von fest angestellten Mitarbeitern durch Leiharbeiter usw., wird häufig nach Gründen gesucht und evtl. auch Arbeitsleistung schlechter dargestellt als diese in Wirklichkeit ist, werden unwahre Behauptungen geäussert usw. Ganz besonders in grossen Konzernen wird dann nach Mitarbeitern geschielt, welche die meisten Betriebsjahre haben bzw. den höchsten Betrag an Betriebsrente erreicht haben. Auch spielt Neid auf einzelne Kollegen, aus welchen Gründen auch immer, oft eine grosse Rolle.   
  • Schneeschaufler
  • Status: Erfahren
  • Beiträge: 161
vor > 1 Jahr

@ Hallo Schneeschaufler
 
Natürlich ist nicht jeder Streit oder jede Meinungsverschiedenheit Mobbing. Aber dort, wo Entlassungen vorgesehen sind, z.B. Austausch von fest angestellten Mitarbeitern durch Leiharbeiter usw.,   

wenn Entlassungen vorgesehen sind, wird oft mit harten Bandagen gekämpft  - das ist eine Sauerei, aber nicht unbedingt Mobbing.
Wenn Du einen konkreten Fall weißt, wo Festangestellte mit Leiharbeitnehmern ausgetauscht werden, melde das an eine Behörde oder und die Presse. Das geht so nämlich nicht.
  • Hades
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  • Beiträge: 4
vor > 1 Jahr
Zum einen ist Mobbing ein sehr schwammiges Thema: Wo fängt Mobbing überhaupt? an lautet die Frage. Desweiteren ist Mobbing für AG ein unangenehmes Thema, bedeutet es doch, dass Kommunikation, Offenheit und damit auch der Führungstil in Frage gestellt werden müsste. Sicherlich gibt es aber auch Chefs und Branchen, die eine Art Mobbing gar nicht so schlecht finden. Schwächere Glieder werden "natürlich" aussortiert und die stärksten bleiben da. Das bedeutet dann vermutlich für solche AG: Ein starkes Unternehmen mit starken Mitarbeitern. Bei mir erhält Mobbing null-Toleranz. Ich bin generell für offene Kommunikation und das spielen mit offenen Karten (das fängt beim Vorstellungsgespräch an und hört beim Weggang auf) Ich muss aber auch zugeben, dass ich damit immer schon auf der Verliererseite stand und immer stehen werde. Ich weiß aber, wer ich bin.
Zuletzt editiert vor > 1 Jahr
  • kanunu4Me
  • Status: Weiser
  • Beiträge: 430
vor > 1 Jahr
Ist Mobbing eine Straftat?
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Mobbing selbst ist in Deutschland keine Straftat. Einzelne Straftatbestände können jedoch erfüllt sein.

Als Beispiele:
- (fahrlässige) Körperverletzung (§§ 223 ff., 229 StGB)
- Nötigung (§ 240 StGB)
- Beleidigung (§ 185 StBG)
- üble Nachrede (§ 186 StGB)
- Verleumdung (§ 187 StGB)
- Beleidigung trotz Wahrheitsbeweis (§ 192 StGB)
- Diebstahl (§§ 242 ff. StGB)
- Sachbeschädigung (§ 303 StGB)
(Quelle: http://www.mobbing-keine-chance.de)
VG,
C
(Kopie aus einem älteren Beitrag)
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