A1 Telekom Austria AG als Arbeitgeber

A1 Telekom Austria AG

Einen Haxn reisst man sich da nicht aus...


2,8
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2017 im Bereich IT bei A1 Telekom Austria AG in Wien gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Jobsicherheit - aus diesem Unternehmen, vorausgesetzt man findet einen Arzt der einem 30 Jahre lang Valium verschreibt - könnte man durchaus in die Pension gehen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Siehe oben. Für HR hätte ich noch eine Message: statt hier ´Gesprächsangebote´ zu machen, könntet ihr versuchen euren Job richtig zu machen und mit jenen KollegInnen die das Unternehmen verlassen auch Exit-Gespräche führen. Falls ihr nicht wisst wie das geht - die FH des BFI Wien bzw. die FH Wien bieten 6-semestrige Bachelor-Lehrgänge dafür an, die mMn wirklich gut sind. Ratsam wäre es, anzudenken ob HR nicht ein echtes HRM werden sollte, mit allem drumherum wie Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, HRM etc.

Verbesserungsvorschläge

Grundsätzlich erfüllte A1 meine Erwartungen: behäbig, nicht lernfähig, ideenlos, uninteressiert, mit einem ausgesprochen fragwürdig-kompetentem Management gesegnet. Vlt. setzt man sich ja eines Tages damit auseinander und fängt damit an, dieses Unternehmen erfolgreicher zu machen. Ein erster Schritt wäre meiner Meinung nach, das Management an der Hand zu nehmen und zum naheliegendem AMS auf der Dresdner Strasse zu bringen und einen fähigen Kader aufzubauen, der Customer-Centric agiert. Mit Customer meine ich nicht die internen Kaiser und Könige, sondern die tatsächlich zahlenden KundInnen da draussen. Dann wäre es ev. auch klug, jene nicht funktionierenden Prozesse unter die Lupe zu nehmen und konsequent zu verbessern - damit die KollegInnen die täglich mit hausgemachten Problemen kämpfen - sich auf das konzentrieren was Mehrwert bringt - die Kundenzufriedenheit. Dann würde auch die Transition klappen, die zur Reduktion der Komplexitäten und somit OPEX beitragen würde.
Das Projekt- und Portfoliomanagement sollte sich den Namen auch verdienen - verantwortliche in diesem Bereich könnten ja mit einem Udemy Kurs "Wieso scheitern IT Projekte" und "Was ist ein Portfolio-, Programm- und Projektmanagement" anfangen.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre ist von Ratlosigkeit geprägt. Aufgrund der x-ten Re-Organisation, nach der man ´Agil´ sein sollte, ist mMn. die Luft draussen bei der Belegschaft. Zum Glück ist das allwissende Management der Meinung, die Re-Organisation wäre mit der Abbildung der Aufbauorganisation in SAP abgeschlossen - was ja schon ein guter Hinweis auf das herrschende Verständnis und Wissen von und über Organisationen aussagt - ich glaube, da drehen sich Fayol und Weber in ihren Gräbern um. Damit geben die wieder a Ruh mit dieser elendigen Indoktrination (an die sie selber nicht glauben, aber halt eben mitspielen, weil der eigene Sessel halt einem näher ist als der Untenehmenserfolg) und man kann sich wieder halbwegs gemächlich ans Werk machen. Einfach gesagt - die Organisation ist schwer dysfunktional, was wiederum auf die Arbeitsatmosphäre gewaltige Auswirkungen hat z. Zt.

Kommunikation

Die Kommunkation beschränkt(e) sich auf einen (erneuten) Versuch eine Mission und Vision für das Unternehmen auszuformulieren, wobei die meisten den Wisch der da ausgearbeitet wurde vermutlich schon vergessen hatten. Die Unternehmensstrategie - sollte es überhaupt eine geben - ist noch nicht bis zum Fußvolk durchgesickert. Andererseits wird man über LinkedIn und Facebook for Workplace mit multiplen, täglichen Jubelmeldungen versorgt, die den Erfolg der `Agilisierung´ des Unternehmens verkünden. Auch hier, zum Glück, sind es immer wieder die besser bezahlten Manager, die das Unternehmen seit Jahrzehnten erfolgreich in Richtung Klippe, Wand usw. fahren, die die Belegschaft mit diesen Jubelmeldungen beglücken - damit tut man sich leichter mit dem Einrichten der Ausblend-Filter die einem helfen diesen Käse nicht lesen zu müssen. Eine Kollegin nannte das mal ´bliblablup´.
Auf operativer Ebene ist es etwas besser - zum Glück verschonen die Teamleads ihre Leute und tragen (meistens) nur wesentliche Informationen nach unten.

Kollegenzusammenhalt

Die soziale Interaktion (mit den durch die Bank älteren KollegInnen) war wirklich in Ordnung. Die meisten sind wirklich schwer in Ordnung und sehr hilfsbereit. Sie haben auch schon vieles erlebt und gesehen in diesem Unternehmen. Die meisten meinten zu mir, wenn sie nicht die alte Abfertigung hätten, dann wären sie schon längst weg. Das erklärt den sehr hohen Altersschnitt im Unternehmen und es vergeht keine Woche, wo nicht jemand die Pension antritt - natürlich, ohne eine adequate Nachfolge. Zum Glück ist die Gewerkschaft relativ stark und weist fast täglich auf die diversen Probleme hin - aber, wie gesagt, das Management hat besseres auf LinkedIn und Workplace zu tun - Probleme aus dem echten Leben soll wer anderer lösen.

Schwierig war es mit dem Management - der ständige Längenvergleich mit einigen Leuten geht einem gehörig auf den Wecker. Die meisten Manager hatten intensivlehrgänge besucht - der wohl beliebteste war "Kompetentes auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit" - ergo, Wissen wenig, dafür unbegrenzt viel Ego. Die schlimmsten waren jene, die Jahrzehnte externe Berater waren und dann plötzlich leitende Stellen bekommen hatten - richtige Teammember.

Work-Life-Balance

Das ist super - im Prinzip muss man gar nicht mehr ins Office fahren. Homeoffice ist erwünscht und wird gefördert. Es gibt ja auch nicht genug Sitzplätze im Office, sodass man manchmal in der Kantine mehr KollegInnen sieht, als in den Büroräumlichkeiten. Kann ich auch durchaus verstehen - der Kaffee ist ziemlich gut da unten. Und, wie der Titel auch sagt, es reisst sich keiner ein Bein aus im Unternehmen. Wer spät abends noch im Büro sitzt, wartet meistens darauf, dass seine Heimstrecke auf Google Maps grün wird oder hat noch einen Biertermin mit KollegInnen in den umliegenden Lokalen. Für eine Selbstständigkeit nebenbei ist das ein idealer Job - oder, wenn man ein Haus hat, kann man vom Poolrand sein "Arbeit" machen.

Vorgesetztenverhalten

Ich hatte mit meinem Vorgesetzten echt Glück - abgesehen von seiner lethargischen Teilnahmlosigkeit ist er echt okay. Hilfe hatte ich keine erwartet, da er selbst ziemlich unter Wasser stand und somit auch schon am absaufen war mit all den grandiosen Re-Organisationsideen und scheiternden Projekten die mindestens 5-fach den gesetzten Zeit- und Budgetrahmen sprengten.

Interessante Aufgaben

Das kann man mal getrost vergessen - es war ein ständiger Fire Fighting Mode der durch mangelndes Projektmanagement nicht besser wurde. Das Unternehmen hat keine technologische Marktführerschaft und sonst fehlt es an jeglicher Vision für die Zukunft bzw. fehlt es auch an grundlegendem Verständnis für die Bedürfnisse des Marktes. Viel lieber beschäftigt man sich mit sich selbst - aber, auch nicht in so weit, das man nun eine Transformation anstreben würde. Man häuft Systeme an, es wird nichts migriert oder dekommissioniert, OPEX steigen, alte, lückenbehaftet und ineffektive Prozesse werden höchstens 1:1 migriert und nie verbessert. Alleine der Kundensupport arbeitet mit 5 (!) ITSM/ITOM Umwelten... Keep It simple / Make It Better ist nicht die Devise des agierenden Managements.

Gleichberechtigung

Im Management sind Frauen stark unterrepräsentiert.

Umgang mit älteren Kollegen

Die werden pensioniert - oder zum Sozialplan gezwungen.

Arbeitsbedingungen

Das ist mal ganz okay.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ich hätte jetzt keine grossartige Corporate Responsibility erkannt. Bin mir sicher, dass das SOS Kinderdorf oder das St. Anna Kinderspital nicht so häufig von der A1 hören. Man müsste ev. einen einer Partei nahestehenden Fußballverein gründen um mitnaschen zu können.... Oh wait...

Gehalt/Sozialleistungen

Extern rekrutierte werden gut und marktkonform bezahlt. Interne kriegen nur die Kollektivvertraglichen Erhöhungen (die in den letzten Jahren ziemlich gut ausfielen).

Image

Meiner Meinung nach, ist die A1 ein Unternehmen, dass wenig zu bieten hat. Das merkt man auch bei den Arbeitgeber Ranking Berichten - die A1 ist nicht in den Top 100 und wird es auch lange nicht sein.

Karriere/Weiterbildung

Keine oder wenig Möglichkeit zur Karriere. Es gibt keine Karrierpfade. Es gibt keine Personal- oder Organisationsentwicklung. Human Resource Management hat nur eine administrative Rolle.

Weiterbildungen sind absolut Low Level - es werden keine Zertifizierungen bezahlt.


Arbeitgeber-Kommentar

Marianne Bähr, A1 HR Personal- & Organisationsentwicklung
Marianne BährA1 HR Personal- & Organisationsentwicklung

LiebeR Ex-MitarbeiterIn,

Vielen Dank für dein Feedback und dafür, dass du dir die Mühe gemacht hast, deine Erfahrungen mit A1 als Arbeitgeber so detailreich und eloquent zu reflektieren! Es tut mir leid zu lesen, dass du mit Management und HR offenbar nicht die besten Erfahrungen gemacht hast. Ich hoffe, dass du nun einen Arbeitgeber und eine Tätigkeit gefunden hast, die deinen Erwartungen mehr entsprechen und wünsche dir das Beste für deine weitere berufliche Zukunft.

Mit besten Grüßen,
Marianne