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Lernquadrat
Bewertung

Es gibt eklatante Defizite. Eine faktenbasierte, ausführliche Bewertung aus über 4 Jahren Arbeitserfahrung als Lehrkraft

2,5
Nicht empfohlen
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Personal / Aus- und Weiterbildung bei LernQuadrat Österreich in Wien gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

- Möglichkeit, jungen Menschen in der Schule zu helfen (was in der Natur der Tätigkeit liegt).
- Freundlich und hell gestaltete Räume
- Ausreichend Lehrmaterialien für jede Schulstufe vorhanden (kann ich natürlich nur in Bezug auf meine eigenen Fächer mit völliger Sicherheit sagen, aber ich gehe davon aus, dass das bei allen anderen natürlich auch der Fall ist)
- Freie Zeiteinteilung

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich denke, ich habe zwar bereits ausreichend Kritikpunkte angesprochen, aber einer noch: Ich bin schon öfters gebeten worden, etwa im LQ Brünner Straße oder Seestadt zu unterrichten, weil dort immer verzweifelt Lehrkräfte gesucht werden. Wer allerdings nimmt so einen weiten Weg bei solcher Bezahlung auf sich?

Verbesserungsvorschläge

Ich frage mich, wie das LQ bei dieser Bezahlung der Lehrkräfte laut eigener Definition Branchenprimus bleiben will. Gleich bei meinem Bewerbungsgespräch vor über vier Jahren hat meine damalige Standortleitung aus völlig freien Stücken zu Beginn die sarkastische Bemerkung losgelassen "Also reich wird man bei uns nicht". Natürlich verrichten die allermeisten Lehrkräfte ihren Job wahrscheinlich gewissenhaft, aber ich kann mir nicht vorstellen, wie viele davon sich bei solcher Entlohnung "branchen-primus-haft" reinknien wollen. Um Marktführer zu sein (ich habe Unternehmer in meiner eigenen Familie), müssen alle Zahnräder ineinandergreifen (was ich Ihnen an dieser Stelle wohl nicht zu erzählen brauche). Faire Bezahlung der Lehrkräfte ist eines davon.
Obwohl es auf kununu bereits - teilweise seit Jahren - meiner Bewertung in punkto Gehalt sehr ähnliche, teilweise auch noch krassere Bewertungen gibt, hat sich leider seit Februar 2018, als ich angefangen habe, nichts geändert. Wie gesagt, können auch die Personalkosten nicht so hoch sein, denn dieses Jahr im Jänner hat sich auch schon eine Standortleiterin in einem kununu-Post namens "Standort-Leitung im LernQuadrat mit Personal- und Umsatzverantwortung" darüber beklagt, dass auch ihr Gehalt "nicht den Anforderungen und Leistungen" entspricht, "die zu erbringen sind". Damals haben Sie wörtlich geantwortet, dass die genannten "sehr konkreten Verbesserungsvorschläge" "sehr gerne aufgreifen und intern besprechen werden". Werden Sie das auch in punkto Gehalt der Lehrkräfte tun? Falls ja, wie lange wird das dauern, wenn bereits jetzt in dieser Frage Jahre ohne Ergebnis verstrichen sind, das bei den Lehrkräften ankommt?

Arbeitsatmosphäre

Insgesamt auf der Oberfläche eine akzeptable Arbeitsatmosphäre, man hat aber leider stets den Eindruck, dass schon jemand - sinnbildlich formuliert -"mit der Rute hinter dem Rücken" da steht, sollten doch einmal Fehler passieren - insgesamt sorgt das leider für kein allzu entspanntes Klima
(was vor der Übernahme des Unternehmens 2020 durch den "Studienkreis" allerdings noch anders war, damals war die Atmosphäre tatsächlich familiär und entspannt). Details unter "Vorgesetztenverhalten".

Kommunikation

Man weiß als Junior-Lehrkraft, was man zu arbeiten hat (sonst könnte man auf der anderen Seite aber auch den Job nicht verrichten).

Kollegenzusammenhalt

Wir haben untereinander grundsätzlich ein gutes Auskommen; man hat oft nicht allzu viel Interaktion, was aber in der Natur des Jobs liegt, da ja jeder seine eigenen Kurse, bzw. teilweise auch eigenen Zeiten bzw. Fächer hat.

Work-Life-Balance

Man kann sich frei einteilen, wie viel man arbeiten will. Da man sich als Junior-Lehrkraft doch immer wieder unter der Geringfügigkeitsgrenze bewegt, ist zeitliche Überforderung sicher kein Thema.

Interessant ist allerdings, dass in letzter Zeit immer öfter Einzeltrainings mitunter auch am Abend oder am Wochenende stattfinden, wo dann gar keine Standortleitung mehr im Gebäude ist und man als Junior-Lehrkraft selbst die Verantwortung hat, "den Laden dichtzumachen". Man bekommt dann teilweise einfach im Vorhinein einen Standortschlüssel ausgehändigt, wofür man normalerweise eine Erhalts-Bestätigung unterschreiben muss. Somit trägt man dann die Verantwortung für den gesamten Standort mit auf seinen Schultern. Natürlich m u s s man die angebotenen Kurse nicht annehmen, allerdings bin ich auch schon vor der Wahl gestanden: Entweder zu den oben genannten Zeiten arbeiten, oder gar nicht arbeiten.

Unlängst habe ich nach dem Erhalt des Schlüssels um das entsprechende Formular zum Unterschreiben gebeten, das mir meine Standortleitung aber nicht ausgehändigt hat, da sie mir wortwörtlich "vertraut". Wie sie sich persönlich so für den Fall der Fälle absichern will, weiß ich nicht.

Vorgesetztenverhalten

Auf der Oberfläche freundlich. Die Standortleitungen können mitunter sehr gereizt sein - meine etwa meinte aus Überforderung unlängst wörtlich, als die Drucker-Toner vom Kopierer ausgegangen waren (was ja kein dramatisches Problem war): " Ich glaube, ich muss jemanden fressen!"

Ein weiteres Beispiel: Als ich unlängst aus völlig freien Stücken ins Büro gegangen bin, um mich zu erkundigen, wie zufrieden denn die Eltern mit meiner Leistung als Junior-Lehrkraft sind (weil ich sonst nur sehr selten Feedback bekomme), meinte sie, die Eltern seien zufrieden, setzte aber - tatsächlich drohend - nach: "Wenn einmal etwas nicht läuft, bin ich schon dahinter!"

Ich habe der Standortleitung auch schon mehrmals offen gesagt, dass ich nicht die Kompetenzen bzw. nicht die Ausbildung habe, Volksschüler zu unterrichten, trotzdem bekomme ich leider immer wieder welche in meine Kurse hineingesetzt. Das ist schade, denn ich muss mich dann immer erst neu anpassen bzw. orientieren, wodurch wertvolle Zeit verlorengeht, die eine ausgebildete bzw. in diesem Bereich kompetente Lehrkraft fruchtbringender nutzen könnte.

Interessante Aufgaben

Grundsätzlich macht mir die Tätigkeit als Nachhilfelehrer an sich Spaß, weil ich gerne jungen Menschen bei der Bewältigung ihrer schulischen Probleme helfe und ihnen mit dem Wissen, dass ich im Laufe der Jahre erwerben durfte, bestmöglich zur Seite stehen möchte.

Das Interesse an dieser konkreten beruflichen Tätigkeit ist allerdings - das meine ich ganz grundsätzlich - nicht an ein bestimmtes Unternehmen gebunden, was - so denke ich - nachvollziehbar ist.

Gleichberechtigung

Jeder Mensch ist gleich viel wert, die Arbeitsleistung (siehe entsprechenden Punkt) allerdings scheinbar nicht.

Umgang mit älteren Kollegen

Da ich keine älteren Kollegen habe, kann ich dazu keine Angaben machen. Die drei Sterne sollen ausdrücken, dass ich keine Bewertung abgeben kann.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen haben sich meiner gemachten Erfahrung nach seit der Übernahme des Unternehmens 2020 deutlich verschlechtert. Erstens ist die Bezahlung der Tätigkeit als Junior-Lehrkraft nicht angemessen (Beispiele und Details dazu weiter unten). Dies haben auch schon andere Kollegen weit früher beanstandet, eine Anpassung der Vergütung hat es vonseiten des Unternehmens (ich bin seit Februar 2018 dort tätig) in diesem Zeitraum nie gegeben.

Beim Oster-Intensivkursen etwa meinte meine Standortleitung: "Gemachte Pausen werden hinten angehängt", aber niemand kann über zwei Stunden pausenlos durchunterrichten. Das ist der Grund, warum es etwa in der Schule Pausen gibt.
Paradoxerweise steht in meinem offiziellen Briefing als Junior-Lehrkraft drinnen, ich solle immer wieder Pausen während der Einheiten machen. Von Hinten-Anhängen steht da nichts.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Früher wurden Plastik und Restmüll getrennt, mittlerweile nicht mehr (zumindest an meinem Standort). Welche Strategien das Unternehmen in punkto Sozialbewusstsein/Nachhaltigkeit verfolgt, kann ich nicht sagen. Wir bekommen von der Geschäftsführung bzw. vom Regionalmanagement grundsätzlich de facto nichts mit (außer vielleicht einmal ein Mail mit Weihnachtswünschen oder dergleichen).

Ich möchte noch ganz kurz zu meiner gesamten Bewertung an dieser Stelle Folgendes festhalten (weil mir in anderen Kästchen bereits die verfügbare Zeichenzahl fehlt): Ich weiß, meine Zeilen lesen sich pessimistisch, sie sind es aber tatsächlich nicht, weil ich sorgfältig darauf geachtet habe, nur der Realität entsprechende, repräsentative Tatsachen zu schildern.
Mir geht es gar nicht darum, hier irgendwen in ein schlechtes Licht zu rücken oder gar zu "bashen". Tatsächlich wünschte ich, ich hätte nur Positives zu berichten, aber das ist - was ich ehrlich schade finde - leider nicht der Fall. Schade besonders deswegen, weil ich der Meinung bin, dass das Unternehmen weit größeres Potenzial hätte, wenn die in meiner Bewertung angesprochenen Punkte schon früher umgesetzt worden wären.

Gehalt/Sozialleistungen

Als Lehrkraft kriegt man (jew. pro 90-Min.) gestaffelt - von 1 bis max. 5 Schülern - 17, 18, 19, 21 oder 23 Euro gezahlt (allfällige zwangsläufige Korrekturen nach Schluss werden nicht vergütet). Allerdings kosten die Einzeltrainings die Eltern pro Einheit über 70 Euro, d.h. als Lehrkräfte sehen wir davon nur grob 20 Prozent (wenn überhaupt). Die Gruppentrainings kosten die Eltern auch gute 70 Euro pro Kind, d.h. das LQ nimmt etwa bei einem 5er-Kurs gute 350 Euro ein, als Lehrkraft sieht man - pro 70 Euro mehr - davon aber nur 1,4 - 2,8%(!) Meine Standortleitung hat in einer Schülerkartei(!) einen entsprechenden E-Mail Ausdruck einer Zahlungsmodalitäten-Besprechung mit einem Elternteil hinterlassen
(dort standen nur Preise/Einheit, Rest von mir selbst berechnet). Von offizieller Seite werden uns keine Einheiten-Preise genannt, warum? Standortmieten und Materialbeschaffung können auch kein Argument sein, da mein Standort lt. Auskunft einer ehemaligen Leitung ca. 3000/Monat kostet. Allein durch die Schüler, die ich durch meine entlohnungsbedingt mittlerweile sehr sporadische Arbeit pro Monat unterrichte, nimmt das LQ knapp die Hälfte dieses Betrages ein.

Image

Ad Gehalt: Mein Standort hat 20 Lehrkräfte, viele davon unterrichten noch einmal nennenswert mehr als ich. Die Lehrmaterialien sind seit 4 Jahren die gleichen (sie sind ausreichend, allerdings fallen in diesem Fall natürlich auch keine weiteren Anschaffungskosten an). Auch die Personal- bzw. Erhaltungskosten können nicht so exorbitant hoch sein.

Image:
Es wird zwar von der - zugegebenermaßen offenbar sehr geschickten - Marketing-Abteilung ein sehr familiäres, harmonisches Image kreiert, das allerdings in meinen Augen nicht immer mit der Realität übereinstimmt. Ein Beispiel: Meine ehemalige Standortleitung (Franchisenehmer/in) musste bei der Übernahme des Unternehmens 2020 den Standort zurückverkaufen, weil laut Geschäftsführung ohne Franchise-System wörtlich "mehr herauszuholen" sei. Meine ehem. Standortleitung meinte wortwörtlich, sichtlich verdutzt: "Das sagen die einem so direkt". Ereignisse wie dieses erzeugen den Eindruck, dass hinter dem sich doch familiär und umgänglich positionierenden Unternehmen in Wirklichkeit eine recht nüchterne Kommerzmaschinerie steckt (auch wenn ich aus Gründen persönlicher Absicherung hier niemandem etwas unterstelle).

Karriere/Weiterbildung

Ich gebe hier drei Sterne, weil ich zu diesem Punkt nichts sagen kann, da ich dahingehend in über 4 Jahren Berufstätigkeit nie informiert worden bin.

Arbeitgeber-Kommentar

Verena Adler, Recruiting
Verena AdlerRecruiting

Vorweg vielen Dank für Ihre offenen Worte. Es wurden von Ihnen viele verschiedene Punkte angesprochen weshalb eine ausführliche Antwort hier den Rahmen sprengen würde. Da wir offenbar nach dem Wechsel des Standortes von Franchisepartner zu Eigenfiliale Ihre Erwartungen nicht treffen konnten, wäre uns daran gelegen wenn wir diesbezüglich mit Ihnen in einen offenen Austausch treten könnten. Sie haben sehr detaillierte Verbesserungsvorschläge gemacht und es würde uns freuen, diese -und auch bereits von uns umgesetzte Maßnahmen- näher mit Ihnen zu besprechen. Senden Sie uns gerne ein E-Mail an feedback@lernquadrat.at.