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Freestar-Informatik 
AG
Bewertung

IT-Trainee Programm ist überhaupt nicht zu empfehlen.

1,3
Nicht empfohlen
Ex-Praktikant/inHat bis 2025 für dieses Unternehmen in Zürich gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Jeder Trainee erhält einen Laptop und ein Generalabonnement, so sind wenigstens die Fahrtkosten gedeckt.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die Freestar ist eine Personalvermittlungsfirma und kein IT-Unternehmen mit Fachleuten. Nach meiner Einschätzung geht es der Firma nicht darum, IT-Fachkräfte auszubilden sondern so viel Geld wie möglich mit dem Einsatz von Praktikanten zu verdienen.
Als ich das Traineeprogramm begann, war ich voller Tatendrang und wollte unbedingt neues lernen. Anfangs verlief das auch ganz gut, ausgenommen ist die damalige Projektleiterin, diese liess bereits in den ersten Tagen durch ihr aufbrausendes, unangemessenes und unprofessionelles Verhalten bereits erste Zweifel aufkommen. Die ersten Wochen verliefen dann aber weitgehend positiv, es wurde auch tatsächlich am Anfang ein gewisser Grundsatz an Wissen vermittelt, der nützlich und auch Interessant war.

Doch nach dem "Bootcamp" (so wird die allgemeine Einführung in das Praktikum genannt) war damit Schluss. Einige Trainees hatten das Glück direkt einen Projektplatz bei einem Kunden zu bekommen und hatten dadurch direkt die Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln. Bei 3/4 jedoch war das nicht der Fall. Wir wurden auf Abruf zuhause gelassen und blieben teilweise Wochenlang ohne Informationen wie es denn jetzt mit Projektplätzen aussieht und wie es weitergehen soll.

Dann ging es los mit der "Schulischen Ausbildung" welche samstags stattfand. Nur leider hatte dieses gemeinsame "Zeit absitzen" nichts mit Unterricht zu tun. Es wurden lediglich Prüfungsfragen für die Zertifikatsprüfungen auswendig gelernt aber kein Wissen vermittelt. Hierbei erwähnenswert: Die Kosten für die Plattform Cert2Brain, welche benutzt wurde um Prüfungsfragen zu lernen, mussten von den Trainees übernommen werden, hier zeigt sich meiner Meinung nach erneut: Freestar liegt nicht die Ausbildung der Trainees am Herzen, sondern der möglich Profit, der sich dahinter verbirgt.

Hier würden sich vielleicht einige die Frage stellen: Warum denn nicht einfach vorzeitig abbrechen und sich etwas anderes suchen? Nun Freestar hat Ausbildungskosten vertraglich festgehalten, welche zurückgezahlt werden müssen, sollte der Praktikant das Verhältnis vorzeitig verlassen. Diese Kosten sind willkürlich und in der Höhe absolut unverhältnismässig zu dem "Mehrwert" den diese "Ausbildungen" bieten.

Dann haben schliesslich, nach Monaten des Wartens, einige von uns einen Platz in einem Projekt erhalten. Oft bot dies jedoch nur mässigen Mehrwert, da man schlicht als billige Arbeitskraft benutzt wurde und das lernen von neuen Tätigkeiten nie im Vordergrund stand. Es ging sogar so weit, dass ein paar meiner Staffel Tätigkeiten ausübten, welche mit der Welt der IT eigentlich überhaupt nichts zu tun hatten. Hier könnte man wieder das Gefühl bekommen, dass es Freestar nicht um die Ausbildung der Trainees geht, sondern der Profit an erster Stelle steht.

Ich finde es sehr Schade, dass junge und motivierte Menschen, welche einen neuen Schritt in ihrem Leben gehen wollen, teilweise so dreist ausgenutzt werden. Vermutlich gehört auch ein kleines Bisschen Naivität seitens der Trainees dazu, aber das kann keine Entschuldigung sein.

Falls das jetzt Jemand liest, der in Betracht zieht, das Traineeprogramm beginnen zu wollen: Ich rate dir noch einmal gut darüber nachzudenken und dich zu fragen: ist das wirklich das was ich möchte? Oder wäre ich vielleicht besser dran direkt bei einer Firma nach einem Praktikum zu fragen oder eventuell eine Zweitausbildung zu beginnen?

Verbesserungsvorschläge

Das komplette Traineeprogramm überarbeiten.
1. Wäre es vermutlich besser nur einmal, statt zweimal jährlich neue Praktikanten einzustellen oder wenigstens die Anzahl derer verringern. Die meisten Trainees in unserer Staffel hatten Monate nach Beginn des Praktikums noch immer keine Möglichkeit bekommen eben die praktische Erfahrung in IT Projekten zu sammeln, welche in der Ausschreibung angepriesen wird. Meiner Meinung nach sieht man hier sehr gut, dass das primäre Ziel der Firma nicht ist "junge Menschen beim Berufeinstieg in die Informatik zu begleiten", sondern so viele Praktikanten wie möglich an Kundenprojekte zu vermitteln und so den Gewinn zu maximieren. Denn die Freestar ist eine reine Personalvermittlung.

2. Die erwähnte "Schulische Ausbildung" sollte komplett überarbeitet werden. Die Zertifikate bringen wenig, da kein Fach- und Hintergrundwissen vermittelt wird. Es wird lediglich für die Prüfung gelernt indem man Fragen repetiert. Für den genannten "Frontalunterricht" existiert kein Lehrplan, es gibt keine Unterlagen welche benutzt werden können um Wissen anzueignen und die "Lehrperson" konnte mir oft meine Fragen gar nicht erst beantworten.

Arbeitsatmosphäre

Man wird als Praktikant oft auf seine Position hingewiesen

Work-Life-Balance

Bereits am ersten Tag wurde von uns erwartet, dass wir gefälligst unser Privatleben und persönlichen Angelegenheiten verschieben oder aussetzen, wenn die Firma will. In einem Gespräch über eben dieses Thema meinte die damalige Projektleiterin der Praktikumsausbildung, ich zitiere: "Es ist mir doch egal, ob ihr noch was vorhabt"

Kollegenzusammenhalt

Zusammenhalt unter den Trainees war Okay. Umgang in der Firma kann ich nicht beurteilen.

Vorgesetztenverhalten

Ich persönlich habe mit Personen aus der Führungsebene keine guten Erfahrungen gemacht. Ich wurde teilweise von oben herab behandelt und darauf aufmerksam gemacht, dass ich nur ein Praktikant bin.

Arbeitsbedingungen

Wie bereits erwähnt wurde stets erwartet, die Arbeit über alles zu stellen. Trotz teilweise 50 Einsatzstunden pro Woche (Zum Praktikantenlohn wohlgemerkt) wurden "obligatorische" Termine welche die Arbeit betreffen nicht selten Ausserhalb der normalen Arbeitszeiten über alle Köpfe hinweg und für den selben Tag festgesetzt. Persönliche Termine wurden dabei nicht respektiert.

Kommunikation

Wichtige Informationen werden teilweise spät oder gar nicht mitgeteilt. Manchmal werden Trainees wochenlang nicht kontaktiert und einfach so im Dunkeln gelassen.

Gehalt/Sozialleistungen

Über Lohn der Praktikanten muss man gar nicht erst reden. Schlicht nicht der Rede wert.

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Arbeitgeber-Kommentar

Daniela Maack, CEO / Managing Partner
Daniela MaackCEO / Managing Partner

Liebe:r Ex-Trainee

Vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung. Auch wenn sie kritisch und emotional ist, möchten wir sie nicht unbeantwortet lassen, denn jede Stimme zählt. So viel schon zu Beginn, du hast bei der Rezension die Firmen verwechselt. Du hast dein Feedback bei Freestar-Informatik AG statt bei Freestar Academy AG abgegeben!

Zunächst möchten wir betonen: Es tut uns leid, dass du deine Zeit im Traineeprogramm so negativ erlebt hast. Das entspricht nicht dem Anspruch, den Freestar Academy an die Ausbildung stellt und auch nicht dem Feedback, das wir über viele Jahre hinweg von unseren Teilnehmenden und Kunden erhalten haben.

Was uns jedoch sehr überrascht, ist die Tatsache, dass du dich während deiner gesamten Ausbildungszeit nie geäussert oder beschwert hast. Sondern erst jetzt, nachdem Du alle Vorteile genossen hast und aus der Anonymität deinen Frust ablässt. Es würde mich sehr interessieren, weshalb Du dich nicht früher gemeldet hast. Wir legen grossen Wert auf offene Kommunikation und bieten regelmässig Raum für Rückmeldungen. Sei es in persönlichen Gesprächen mit den verantwortlichen der Freestar Academy, bei Gesprächen mit unserem HR oder die Möglichkeit unsere Geschäftsleitung zu kontaktieren.

Eine Kritik, die erst nach Abschluss des Programms anonym geäussert wird, wirkt für uns wie ein Nachtreten, das schwer nachvollziehbar ist insbesondere, wenn Du während der Ausbildung alle Vorteile des Programms genutzt hast, welche viel mehr sind, als Du erwähnt hast.

Eine kurze Klarstellung möchten wir an dieser Stelle vornehmen:
Die von dir angesprochene Projektleiterin war über einen längeren Zeitraum Teil unseres Teams und hat ihre Aufgaben mit hoher Professionalität und Engagement wahrgenommen. Aus unserer Sicht gab es keine Hinweise auf ein unangemessenes Verhalten, wie es in deiner Rückmeldung angedeutet wird. Wir nehmen Rückmeldungen grundsätzlich ernst und stehen jederzeit für einen offenen Austausch zur Verfügung

Gleichzeitig möchten wir betonen, dass das Traineeprogramm seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführt wird und vielen jungen Menschen den Einstieg in die IT-Branche ermöglicht hat mit echten Projektchancen, Zertifizierungen und einem breiten Netzwerk.

Deine Einschätzung, Freestar Academy AG sei ausschliesslich profitorientiert und nicht an der Ausbildung interessiert, spiegelt deine persönliche Meinung wider. Sie ist subjektiv und geprägt von Frust. Wir respektieren das, möchten aber klarstellen: Unser Ziel ist es, Talente zu fördern und ihnen praxisnahe Erfahrungen zu ermöglichen. Dass nicht jeder Weg gleich verläuft, ist uns bewusst und wir arbeiten kontinuierlich daran, Prozesse zu verbessern und individuelle Bedürfnisse besser zu berücksichtigen.

Wir nehmen deine Kritik ernst, auch wenn wir die Art und Weise der Kommunikation als wenig konstruktiv empfinden. Für zukünftige Teilnehmende möchten wir betonen: Wer Fragen, Unsicherheiten oder Kritik hat, darf und soll sich jederzeit melden, denn nur im Dialog können wir gemeinsam wachsen. Nachtreten ohne Gesicht zu zeigen, ist eine sehr schwache Form der Kommunikation.

Wir wünschen dir für deinen weiteren beruflichen Weg alles Gute und hoffen, dass du die Erfahrungen auch die kritischen und die von uns getragenen Kosten für die Ausbildung und alle sonstigen Vergünstigungen für dich nutzen kannst.

Sehr gerne stehe ich Dir jederzeit mit offenem Ohr und unterstützend zur Seite. Melde dich bei mir!

Beste Grüsse
Daniela