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Arvato Erfahrungsbericht

  • 20.Sep. 2018
  • Mitarbeiter

Für den kleinen Mann ein Graus, schaut aber gut von oben aus

2,31

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre ist wie in Call-Centern üblich. Laut, vieltriebig aber trotzdem angenehm. Kleine Schreibtische mit Trennwänden zu den Seiten. Kollegenkontakt ist nicht untersagt aber nicht gerne gesehen.

Vorgesetztenverhalten

Verständnisvolle direkte Vorgesetzte, die allerdings auch nur im Rahmen Ihrer Möglichkeiten entscheiden und verändern dürfen. Dieser Rahmen ist mitunter etwas eng gesteckt, man tut aber wirklich sein bestes in den Teamleiter Positionen. Der nächsthöhere Ansprechpartner war auf der Betriebsversammlung als "mit immer offenem Ohr und Tür" ,wies dies aber bei einem Anruf gerne zurück und erklärt "Nicht für die kleinsten Rädchen am Wagen" zuständig zu sein. Sehr enttäuschend und Degradierend!

Kollegenzusammenhalt

Die Kollegen sind, was diesen Job "Arbeitbar" gemacht haben. Klasse Zusammenhalt, freundliche Menschen, die der Natur des Berufes geschuldet, für gewöhnlich sehr geduldig und verständnisvoll sind.

Interessante Aufgaben

Die zugeteilten Aufgaben sind abhängig vom Kunden oftmals reine Fließband und Monotonie-Arbeiten für die billige Arbeitskräfte verlangt werden. Nichtsdestotrotz gibt es aber auch interessante Kunden mit interessanten Aufgaben, diese sind jedoch teilweise hoch komplex und erfordern immensen, vor allem systemischen, Lernaufwand. Z.t. werden arbeiten verrichtet, die in anderen Firmen in Vollzeit-Stellen zum doppelten Gehalt besetzt sind und im Ergebnis oftmals unzureichend von den nicht ausreichend geschulten Mitarbeitern bearbeitet werden, nur um dafür dann eins auf den Deckel zu kriegen. Eine typische Situation in der man eine durchaus interessante Aufgabe durch Unkenntnis und fehlende Motivation am Einsatz zu einer schlechten Erfahrung werden lässt.

Kommunikation

Informationen werden oftmals zurück gehalten um Mitarbeiter gezielt im Dunkeln zu lassen. Dies soll ggf. dazu dienen den "Flurfunk" einzudämmen, erreicht allerdings genau das Gegenteil. Dadurch dass man oftmals nur halb oder gar nicht informiert wird, machen über externe Quellen erhaltene Informationen den Mitarbeitern Angst um bspw. den Arbeitsplatz oder neue Arbeitsbedingungen. Auch auf direkte Nachfragen erhält man oft nur vage oder keine Antworten.

Gleichberechtigung

Mir ist grob keine Benachteiligung in eine bestimmte Richtung aufgefallen. Interessant war, dass man mit guten Beziehungen zu Teamleitern oder Abteilungen z.t. "gleicher" war als die anderen.

Umgang mit älteren Kollegen

Keine Probleme. Ältere Kollegen haben es oftmals bei der Einstellung schwer, da die systemische Kenntnis und das Verständnis von Computern im allgemeinen fehlt. Kann der Betrieb nicht wirklich was für, ist halt ein PC-Arbeitsplatz.

Karriere / Weiterbildung

Keine.
Weiterbildung wurde angefragt, nicht genehmigt. Ob dies Rechtens ist weiß ich ehrlich gesagt nicht genau. Karrieresprünge sind unmöglich. Die interne Jobbörse über das Bertelsmann Portal beliefert einen zwar regelmäßig mit Emails zu neuen Jobs, Zugänge für das Portal werden aber nicht heraus gegeben. Interne Stellen sind nur für die gleichen Stellen intern ausgeschrieben, höhere Stellenangebote innerbetrieblich werden nicht kommuniziert.
Man kann zum Teamleiter aufsteigen, nimmt dann aber eine minimal bessere Bezahlung in Kauf im Tausch gegen noch mehr Druck und enorm viel mehr Verantwortung. Die Leute machen es nur um dem tristen "Monotonie" Alltag zu entkommen, der am Telefon schnell eintritt.

Gehalt / Sozialleistungen

Unterirdisch.
Für die gestellten Aufgaben und vor allem die ständige psychische Anspannung, den Druck, wenig Lob, die Kontrolle, das wenige Vertrauen und die genommene Eigenständigkeit ist Mindestlohn einfach absolut ungerechtfertigt.
Verständlich hierbei: Auch ungelernte können den Job machen, klar wird der etwas schlechter bezahlt.
Einjährige Gewinnausschüttung von der natürlich alle Leiharbeiter (und es sind nicht wenige) ausgeschlossen sind. Fairer Wochenendzuschlag, unfaire Zusatzzahlungen für Sprachqualifikationen. Alles was auf der "Fläche", dem direkten Call Center arbeitet (auch Teamleiter) wird wirklich schlecht bezahlt.
Wer als Leiharbeiter vom Betrieb übernommen werden will um einen sicheren Vertrag zu haben, geht auf jeden Fall auf Mindestlohn runter, wenn dieser nicht schon vorher so angesetzt war.

Arbeitsbedingungen

Von monatlich bis wöchentlich und gar täglich kann sich die Sitzordnung ändern. D.h. Andere Tastatur, andere Maus, anderer Stuhl. Private Dinge wie Bilder der Familie, Blumen, persönliche Gegenstände, Jacken oder Handy sind am Arbeitsplatz strikt verboten. Wäre in vielen Fällen auch Unsinn, bei der ständigen Platzwechselei.
Arbeitsproduktivität wird kontinuierlich kontrolliert (Mit Live Trackern) und ggf. hat man schnell jemanden hinter sich stehen, der sich erkundigt, ob man denn wirklich für die Nachbearbeitung so viel Zeit benötige, man könne ja produktiver sein. Die Anforderung in den gegebenen Stunden wirklich ohne Kurzpause oder Verschnaufer Daueraktiv am Telefon zu sein ist hier Standard. Bildschirmpausen sind nicht vorgesehen, trotz Arbeit an 2+ Bildschirmen. (Begründung: Im Blickfeld ist auch noch genug vom Schreibtisch zu sehen, auf den man dann ja mal für ein paar Sekunden gucken kann. Das summiere sich dann hoch.)
Permanenter Leistungsdruck an Kennzahlen, die den Maßstab für die Bewertung liefern. Individuelle Leistungen werden nur anhand dieser Zahlen gemessen. Ergo: Wer Kunden nur abfrühstückt statt "bedient" wird belohnt, wer saubere, Gute Ergebnisse erzielt nicht

Umwelt- / Sozialbewusstsein

Es gibt hin und wieder Aktionen die für z.B. für weniger Müll werben. Das Vertrauen der Mitarbeiter geht aber verloren, wenn dann bereits einfolierte Plakate zur Aktion zu hunderten im Plastikmüll zu finden sind, da aus versehen falsch eingeschweißt, oder die Herausgeber der Aktion selbst Desinteresse "An sowas wie Umweltschutz" zeigen.

Man hat oftmals das Gefühl, die Verantwortlichen initiieren über teilweise Wochen in Arbeits- und Projektgruppen Dinge, die am Ende mit einer Plakatwand in der Ecke des Büros gewürdigt werden. Andere Mitarbeiter sind frustriert, weil die vermutlich in der Projektphase stundenlang Däumchen gedreht haben während man selbst arbeitet und das Ergebnis ist oft erschütternd lächerlich präsentiert. Nicht selten, dass Mitarbeiter von Aktionen die 2 Wochen präsentiert wurden "nicht mal etwas mitbekommen" haben. Schade!

Work-Life-Balance

Auf Schichtwünsche wird, so gut es den Teamleitern möglich ist, eingegangen. Samstagsarbeit ist Pflicht mind. 2 mal im Monat. Im Bedarfsfall wird die Sonntagsarbeit auch mit einberufen. Dann heißt es auch gerne mal eine 7-Tage Woche schieben, auch wenn dies so oft als möglich vermieden wird. Ausgleichstage sind hierbei vorhanden, dürfen aber vom Mitarbeiter nicht selbst ausgesucht werden. Aus einem zusammenhängenden Wochenende wird dann gerne mal ein freier Dienstag und Donnerstag. Das Sozialleben leidet darunter.

Image

Arvato ist überall um uns herum in Millionen von Produkten mit drin. Es ist eine absolute Schande, dass so ein groß agierender Betrieb nur die Möglichkeit sieht die Manager gut zu bezahlen und das Fußvolk klein zu halten.
Das schlechte Image spricht sich rum "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" würde niemand jemals machen. Keiner möchte seinen Bekannten oder gar Freunden diesen Job mit der Bezahlung zumuten. Zumindest in meinem Bekannten und Freundeskreis ist Arvato ein Dorn um den man wenn möglich weit einen Bogen machen sollte. Man hofft auf unversierte oder wenig informierte Mitarbeiter die noch nicht von Arvato gehört haben um das Image zu präsentieren. Wem Arvato bekannt ist, der kommt i.d.R. nicht hier her.

Verbesserungsvorschläge

  • Bitte, bitte, bitte, bezahlt den Leuten endlich ein faires, dem Arbeitsaufwand angemessenes Gehalt. Was dort von einigen geleistet wird ist mit anderen, teils doppelt und dreifach so gut bezahlten Jobs nicht vergleichbar. Auch nicht körperliche Akkordarbeit zehrt am Verstand und der Psyche. Eine Krankenquote wie Arvato sie aufweist ist beängstigend und sollte längst zu einem Aufschrei in der Chefetage geführt haben. In keinem BEtrieb habe ich solch hohe Krankenzahlen auch nur im Ansatz feststellen können. Die Ersetzbarkeit der Mitarbeiter ist hierbei absolut kein Argument da sehr viel Geld in die unzureichenden Neuschulungen geht die erst nach 3 Monaten einen vollwertigen Mitarbeiter hervor bringen. Nach dieser Zeit gehen die meisten wieder oder waren bereits lange krank.

Pro

kostenloses Wasser, kostenloses Obst an Obsttagen und engagierte Teamleiter

Contra

Gehalt, Dauerkontrolle, Würdigung von Arbeitsaufwand nicht existent, renitente Führungseben ohne "offenes Ohr", dauernd wechselnde Mitarbeiter (man arbeitet quasi immer mit neuen, ungelernten Kollegen, da jeder bei der ersten Möglichkeit geht)

Arbeitsatmosphäre
3,00
Vorgesetztenverhalten
3,00
Kollegenzusammenhalt
5,00
Interessante Aufgaben
1,00
Kommunikation
2,00
Gleichberechtigung
4,00
Umgang mit älteren Kollegen
4,00
Karriere / Weiterbildung
1,00
Gehalt / Sozialleistungen
1,00
Arbeitsbedingungen
1,00
Umwelt- / Sozialbewusstsein
2,00
Work-Life-Balance
2,00
Image
1,00

Folgende Benefits wurden mir geboten

Betriebsarzt wird geboten Coaching wird geboten Mitarbeiterbeteiligung wird geboten
  • Firma
    arvato (Springe)
  • Stadt
    Springe
  • Jobstatus
    Ex-Job
  • Position/Hierarchie
    Angestellte/r - Arbeiter/in
  • Unternehmensbereich
    Sonstige