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Bewertung

Unglaubliche Maskerade

1,1
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich IT bei Bauer Media Group in Hamburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Es gibt eine Kantine, auch wenn diese nicht gut besucht wird. In der Umgebung des Büros gibt es sehr gute Möglichkeiten seine Mittagspause zu genießen. Der zentrale Standort ist eine gute Basis für öffentliche Verkehrsmittel. Wer mit dem Auto anfahren möchte, kann dies eigentlich vergessen. Es gibt eine Parkapp für 4 interne Parkplätze.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich finde es sehr schade, dass das Unternehmen sich keinem Wandel stellt und sich weiterentwickeln möchte. Ja es wird immer gesagt man will dies, aber eigentlich sind das leere Worte ohne eine Veränderung. Die Wertschätzung der Mitarbeiter ist miserabel und ändert sich auch kaum. Alle haben großen Druck, ob durch Vorgesetzte, Kollegen, immer neuen Projekten ohne vorherige abschließen zu können oder durch die Tatsache keine Förderung zu bekommen. Individuelle Maßnahmen zur Mitarbeiterentwicklung gibt es nicht, zentrale Maßnahmen zur fachlichen Weiterentwicklung auch nicht und die paar Kurse bzw. Angebote die kann man sich schenken. Das ist wirklich nur Augenwischerei und nutzt niemanden. Der Arbeitgeber hätte beispielsweise durch Corona einen steuerfreien Bonus für die Mitarbeiter ausstellen können, dies wurde jedoch nicht unterstützt. Lieber streicht das unternehmen seit Jahren die Gewinne ein und gibt den Mitarbeitern nichts ab. Warum auch? Solange die Mitarbeiter sich nur mündlich beschweren und die Beschwerden nur bis zur ersten Instanz des Vorgesetzten ankommt braucht auch niemand etwas ändern.

Verbesserungsvorschläge

Es sollte eigentlich alles verbessert werden. Als erstes sollten alle Vorgesetzten eine Schulung zur Führungskraft absolvieren. Danach sollte diesen beigebracht werden was Wertschätzung und Dankbarkeit ist. Die Mitarbeiter sollten halbwegs branchenüblich vergütet werden. Tarifverträge oder einheitliche positionsabhängige Gehälter wären ein guter Schritt. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld sollte eingeführt werden. Bereitschaften und Sonderdienste sollten auch monetär vergütet werden.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre in den ersten Tagen scheint zunächst in Ordnung zu sein. Doch man merkt gleich zu Beginn eine Zurückhaltung der Mitarbeiter gegenüber neuen Kollegen. Wenn man einige Wochen überstanden hat, zeigt sich dann doch eine andere Seite dieses Arbeitgebers. Die Kollegen ziehen sich zurück, da die Unterstützung des Kollegen auf keinen Aufwand gebucht werden darf. Hierdurch ist ein Wissenstransfer ausgeschlossen. Die Erwartung der Führungskraft und auch der Kollegen ist dabei auch klar: ein neuer Mitarbeiter muss mehr machen und noch mehr übernehmen als die Bestandsmitarbeiter. Dies wird auch täglich mit irgendwelchen Vorwänden kontrolliert bzw. hinterfragt.

Kommunikation

Die Kommunikation ist einfach nur schlecht. Jeder macht sein Ding und keiner informiert seine Kollegen oder andere Abteilungen. Erst wenn es brennt wird sich hingestellt und hinterfragt warum das nicht kommuniziert wurde. Allem muss man hinterherlaufen und das Wochen lang ohne eine Rückmeldung. Es haben sehr viele Kollegen deshalb gekündigt und sich davor aufgerieben und versucht etwas zu verändern. Führungskräfte sieht man nicht, man hört diese aber auch nur bei negativen Situationen. Das Unternehmen brüstet sich mit der Tatsache, dass Sie Microsoft Teams haben und dieses Tool die Kommunikation gewährleistet. Leider wird hier auch nicht kommuniziert und die Nachrichten und Anrufe bei 60-70% der Kollegen ignoriert.

Kollegenzusammenhalt

Ein Kollegialer Zusammenhalt ist oberflächlich vorhanden, zumindest sagt man dies zueinander. Wenn jedoch ein Zusammenhalt notwendig oder erwartet wird in manchen Situationen, ist dieser gar nicht vorhanden. Dies liegt daran, dass alle vor den Vorgesetzten Angst haben und lieber mitschwimmen. Der Zusammenhalt klappt in der Kaffeeküche, da machen eigentlich alle Ihren eigenen Müll weg.

Work-Life-Balance

Von einer Balance kann hier keine Rede sein. Du hast Familie? Ja schön für dich, aber Arbeit ist Arbeit. Du fühlst dich krank? Sehr gut, so krank um nicht zu arbeiten? Du hast doch Homeoffice da kannst du auch mit Corona und Herzattacke arbeiten. Die Arbeitszeiten sind nicht definiert. Die Erwartung ist aber, jeden Tag 8-17 Uhr mindestens. Überstunden sind ein Normalzustand und wird von allen Erwartet. Private Termine sind nur schwer in Einklang zu bringen und wenn man diese mit Vorgesetzten oder HR kommuniziert, wird gefragt ob das sein muss und ob man das nicht auf einen anderen Termin verlegen könnte. Krankschreibungen werden gar nicht gern gesehen. Wenn man Alt ist soll man lieber kündigen und in Rente, wenn man Jung ist soll man gesund bleiben und nicht erkranken. Homeoffice wird durch Corona zwar gezwungenermaßen für alle genehmigt, ist jedoch eine klare Ausnahme. Alle Mitarbeiter sollen zwangsweise ins Büro und Homeoffice ist inoffiziell Verboten und nicht gern gesehen. Die Büros sind dunkel und stickig. Die meisten Fenster kann man nicht öffnen. Wenn man verstehen möchte, warum sich viele Menschen in nordischen Staaten umbringen, sollte man in dem Büro arbeiten.

Vorgesetztenverhalten

Ich habe über die Jahre sehr viele Vorgesetzte kennengelernt, speziell wenn diese vorgestellt werden. Danach hört das kennen und sehen auch ganz schnell auf. Die meisten Vorgesetzten haben keine Qualitäten diesen Job auszuführen. Jeder läuft seinem Vorgesetzten nach und das Rudelverhalten spiegelt sich bei den Mitarbeitern vor Angst wieder. Es gibt natürlich 1-2 Vorgesetzte, welche wirklich super sind. Diese kennt auch jeder Mitarbeiter und merkt den Unterschied zu seiner eigenen Führungskraft. Dies wird auch offen kommuniziert zwischen den Mitarbeitern. Den Führungskräften werden bei Anwesenheit schöne Augen gemacht und Zuspruch vermittelt, wobei die Meinung meist in eine andere Richtung geht. Eine Kommunikation mit Vorgesetzten wird zügig koordiniert, meist um das Problem Tod zu schweigen bzw. dem Mitarbeiter mit Nachdurch zu signalisieren, dass eine eigene Meinung nicht erwünscht ist. Dies wird meist begründet mit "das war schon immer so, das bleibt so, warum ändern, auch wenn sich alle beschweren ist das unsere Entscheidung, mache du deine Arbeit und hinterfrage keine Entscheidungen. Wenn Mitarbeiter kündigen freut man sich eher und es wird auch nicht nach den Gründen gefragt.

Interessante Aufgaben

Interessante Aufgaben sind eigentlich nicht vorhanden. Dies liegt daran, dass in den Abteilungen und Gruppen meist nur 1-2 Mitarbeiter existieren, sodass nur der Betrieb sichergestellt wird. Die genutzte Soft- und Hardware ist veraltet, neue Technologien werden erst in 10 Jahren betrachtet, Vorschläge und Änderungswünsche sind nicht gern gesehen. Berechtigungen und Rollen sind meist uralt und sollen nicht geändert werden. Ein Know-How ist nur fraglich, da selbst eine Berechtigung für das Urlaubstool 3-4 Wochen dauert, da die einzelnen Abteilungen nicht miteinander kommunizieren. Neue Aufgaben kommen fast täglich hinzu, da die Vorgesetzten etwas brauchen. Zeit hierfür muss man sich selbst freischaufeln, sodass vieles liegenbleibt. Wertschätzung oder Dankbarkeit gibt es nicht. Man wird bezahlt für diese Arbeit.

Gleichberechtigung

Anreden der Kollegen zu 30-40% falsch. Es wird weder auf Geschlecht noch auf Namen geachtet. Hauptsache die Arbeit wird verteilt. Im Intranet wird Gleichberechtigung groß vermarktet, in Wirklichkeit ist dies nicht zu spüren oder zu sehen.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Kollegen sind nett und meist gelassen. Diese werden meist als gute Gesprächspartner in den Pausen gesehen. Die Arbeitserwartung gegenüber älteren Kollegen sieht meist negativ aus. Ich hatte keine Probleme mit älteren Kollegen. Ich empfand diese sehr umgänglich und lieb. Motivation gegenüber Problemlösungen bzw. Arbeitslast ist jedoch bei diesen Mitarbeitern sehr schlecht. Man sitzt den Job aus bis zur Rente und schlägt sich durch den Tag.

Arbeitsbedingungen

Einheitliche Hardware ist nicht vorhanden. Jeder hat andere Notebooks, sodass die Arbeitsplätze nicht für jeden nutzbar ist. Headset ist unterirdisch, da nur ein Lautsprecher. Büros sind unmenschlich und unterirdisch schlecht ausgestattet. Eine Pflanze im Büro ist schon eine Besonderheit. Kalender von Kunden gilt schon als eine Büroausstattung. Stühle sind veraltet und unergonomisch. Die Büros sind sehr stickig und man kann nur sehr schlecht lüften, da die Fenster nicht geöffnet werden können. Wer einmal in einer sehr alten Bibliothek war, kennt den Geruch im Büro. Die Toiletten sind uralt und die Türen kaum abschließbar.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Sozialbewusstsein ist nicht vorhanden. Umweltbewusstsein durch hohen Papierausdruck eigentlich auch nicht.

Gehalt/Sozialleistungen

Gehälter sind unter dem Branchendurchschnitt. Dies ist dem Unternehmen auch bewusst. Gehaltsverhandlungen gibt es nicht. Wenn man kündigt darf man gehen aber man wird auch nicht aufgehalten. Wenn man ein Gehaltsgespräch wünscht, muss man dies im Jahresgespräch mitteilen. Es wird dann ein neuer Termin erstellt, bei dem einem klar gemacht wird, dass das Gehalt ausreichend ist und nicht verändert wird. In meinem Fall seit 5 Jahren ohne Begründung. Gehaltsanpassungen gibt es vielleicht bei Führungskräften aber nicht bei Mitarbeitern, zumindest nicht in der IT. Wer also bei Bauer einsteigen will, sollte schon ein höheres Gehalt ansetzen, damit man 1-2 Jahre halbwegs zufrieden ist.

Image

Das Image der Firma ist ganz ok. Es ist kein Highlight. Ein Verlag hat keine Ansprüche "cool" oder "hipp" zu sein und neue Technologien einzusetzen. Wer hier tätig sein möchte wird eine normale alte Umgebung vorfinden und von Tag zu Tag monoton arbeiten.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungen werden groß angepriesen. In Wahrheit bieten alle Arbeitgeber diese Softskillkurse an: Zeitmanagement, Homeofficemanagement, Englisch, Mobbing etc. Echte Weiterbildungen wie fachspezifische Schulungen und Zertifizierungen gibt es faktisch gar nicht. Diese sollte man als neuer Mitarbeiter eher selbst mitbringen. Ein Know-How-Transfer zwischen Kollegen ist auch schwierig, da zum einen die meisten Kollegen kein Know-How haben oder dieses nicht teilen möchten, um ein notwendiger Faktor in der Gruppe zu bleiben und sich besser Stellen als diese eigentlich sind.