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BurdaForward
Bewertung

Seilschaft von Männern trifft sich bei Fußball und Karneval und erfindet dabei das Märchen vom modernen Unternehmen

2,3
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei BurdaForward GmbH in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Bei BurdaForward arbeiten wirklich viele tolle Leute.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die vollkommen in die Hose gegangene Transformation und die komplette kognitive Dissonanz darüber zwischen denen, die die Transformation auf den Weg gebracht haben und denen, die sie ausbaden müssen.

Verbesserungsvorschläge

Weniger Theater. Weniger Eigenlob. Mehr Blick auf die Welt und auf die echten Wettbewerber. Redet bitte nicht immer davon, dass ihr Google und Facebook als die wahre Konkurrenz ausgemacht habt, schaut euch nicht nur ein unwichtiges Detail wie OKR von denen ab und bezahlt hinterher nicht weiter Provinzgehälter. So funktioniert das alles einfach nicht.

Arbeitsatmosphäre

In meinem Team ist die Atmosphäre wirklich gut.

Kommunikation

Mein Joblead gibt sich wirklich Mühe, aber die Kommunikation von oben ist eine Katastrophe. Ich kann nur einen anderen Kommentar zitieren: Die Geschäftsführung nimmt sich und uns viel Zeit, um heile Welt vorzuspielen. Sie betonen immer wieder, dass die heilige Transformation alternativlos ist, und dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Das Gegenteil ist der Fall.

Kollegenzusammenhalt

Ich bin in dieser Beziehung im perfekten Team gelandet.

Work-Life-Balance

Ich bin fest überzeugt, dass eine gute Work-Life-Balance voraussetzt, dass die Arbeit Spaß macht. Aber das leidet gerade.

Vorgesetztenverhalten

Mein Joblead gibt sich wirklich Mühe. Offen, kommunikativ, nahbar. In der Ebene darüber sehe ich das Problem. Da sind Groupleads, die ihre Joblead-Posten mit ihren besten Freundinnen besetzen. Da ist ein innerer Führungskreis, der sich im Fußballstadion oder beim Karneval trifft. Da werden Bünde geschlossen und Entscheidungen gefällt. Dann gibt es eine Reihe von Leuten, die gerne in den Kreis aufgenommen werden wollen: Die treten dazu in die vermeintlich richtige Partei ein und trinken das richtige Bier. Man macht gern Bilder für soziale Medien von diesen Gelegenheiten und feiert sich.
Und anschließend singt man das Lied vom modernen digitalen Unternehmen. Die Führungskultur wirkt hier eher wie Fünfzigerjahre.

Interessante Aufgaben

Eigentlich ist das Aufgabenspektrum toll. Das Problem ist, dass die Entscheidungen für die tollen großen Sachen nicht fallen, weil sie in der Jobteam-Struktur gar nicht mehr möglich sind. Gemacht wird das, was von oben vorgegeben wird.

Gleichberechtigung

Es sind ganz viele Führungspositionen mit Frauen besetzt worden. Die verdienen aber nach wie vor viel weniger.

Umgang mit älteren Kollegen

Mir fällt vor allem eines auf: Die wirklichen Entscheider sind zwar um die 50, auf die Erfahrung von Kollegen über 35 von außerhalb dieses Zirkels wird aber kein Wert gelegt. Als Führungskräfte sind zum Beispiel einige gute Ressortleiter aussortiert worden.

Arbeitsbedingungen

Vor Corona und vor der Transformation war alles gut. Jetzt gibt es hauptsächlich Homeoffice, mehr Mitarbeiter aber weniger Arbeitsplätze (also Stühle und Schreibtische) als vor Corona. Und dazu die Ansage, dass man sich ja schon regelmäßig sehen muss. Dabei sind Führungskräfte während Corona in eine andere Stadt gezogen. Damit muss man halt irgendwie klarkommen.
Offensichtlich bleibt es weiter hauptsächlich bei Homeoffice, aber darum, dass ich zuhause einen vernünftigen Stuhl und einen brauchbaren Schreibtisch habe, kümmert sich die Firma nicht. "Flexoffice" ist ein komischer Begriff für: "Arbeit halt irgendwo. Ist mir egal."
Ausstattung mit Laptop und Handy ist wenigstens ok.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ich finde, dass das Sozialbewusstsein bei den eigenen Mitarbeitern anfangen muss. Und da haben wir mit Flexoffice und deutlich unterdurchschnittlichen Gehältern (in der teuersten Stadt in Deutschland) schon das erste Problem.

Gehalt/Sozialleistungen

Das wirklich Schlimme ist, dass die Geschäftsführung sich jahrelang selbst belogen hat. Dann wurde ein Gehaltsspiegel groß angekündigt und wohl auch erstellt. Anschließend verlief die Sache im Sande. Verändert hat sich nie wirklich was. Wer bei BurdaForward in München arbeitet, der muss idealistische Gründe dafür haben.

Image

Da gibt es mehrere Ebenen. Burda ist sehr bekannt und hat auch ein ganz gutes Image, denke ich. BurdaForward hat kein Image, weil das auch in der Branche niemand kennt. Focus Online ist Gegenstand von Memes und Witzen. CHIP ist sehr anerkannt.

Karriere/Weiterbildung

Ein wenig Weiterbildung wird mir schon zugestanden. Aber was für eine Karriere ich hier machen können soll, das ist mir schleierhaft. Es gibt ja nur die Joblead-Ebene, aber einen Qualifizierungsweg hin zum Joblead gibt es nicht. Über die Expertenkarriere wurde erst sehr peinlich geschwiegen, als man versucht hat zu erklären, was das sein soll, wurde es noch peinlicher. Es gab überhaupt keinen Plan. Das betrifft eine Handvoll Leute in sehr exponierten Positionen (genaugenommen betrifft es wohl genau die, die man bei der Transformation mit Anlauf vor den Kopf gestoßen hat, um hinterher festzustellen, dass es die Leute doch irgendwie noch braucht). Für die ist der Expertentitel sowas wie ein Trostpflaster.