Gut am Arbeitgeber finde ich
Aktuell beschränkt es sich nur auf meine Kollegen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Was finde ich schlecht an meinem Arbeitgeber? Ich nehme an, dass der Ton hier eher negativ ausfiel. Versteht mich nicht falsch, CEWE könnte (!) ein wirklich guter Arbeitgeber sein. Hier schwingt sehr viel Frust und Unzufriedenheit mit, weil man aus nicht nachvollziehbaren Gründen etwas funktionierendes kaputt macht, das am Ende niemandem einen Mehrwert bringen wird. Genau das macht es so unbegreiflich. Und schlimmer noch, dass hier Menschen, die mit unseren Arbeitsabläufen und der Arbeitsweise der einzelnen Mitarbeiter überhaupt nicht vertraut sind, erwachsenen, vernunftbegabten und mündigen Menschen scheinbar das Vertrauen und die Fähigkeit absprechen, entscheiden zu können, wo und wie diese Menschen am besten arbeiten. Ich habe im Home Office, gerade in den Wintermonaten, wenn ich nur eine leichte Erkältung hatte, mich gerne an den Rechner gesetzt. Ich tat dies mit zwei Gedanken: 1. Ich bin dankbar, dass ich im Home Office sein darf und 2. der Weg in das volle Wartezimmer lohnt nicht. Und ich tat dies gern! Ich bereue es inzwischen. Ich hätte direkt zum Arzt fahren und mich für einige Tage krankschreiben lassen sollen.
Verbesserungsvorschläge
Wenn ihr schon euren Mitarbeitern nicht mehr Geld zahlen könnt oder zahlen wollt, behandelt sie doch wie mündige, vernunftbegabte Erwachsene, die sie sind und überlasst ihnen die Wahl, wo und wie sie am liebsten Arbeiten können oder wollen und wann es Sinn macht sich Vorort zu treffen. Es ist für mich unbegreiflich: Es kostet nichts, fördert die Mitarbeiterzufriedenheit und dadurch auch -bindung an das Unternehmen und zwingt niemanden es anders zu machen.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe die Arbeitsatmosphäre hier nie als Überragend empfunden. Für mich hat eine gute Arbeitsatmospähre viel mit Wertschätzung, Motivation und dem Gefühl ernstgenommen und als mündiger Mitarbeiter behandelt zu werden, dem man Vertrauen entgegen bringt. Vor nicht all zu langer Zeit, empfand ich das hier noch deutlich anders, aktuell fällt die Bewertung aber nun mal so aus. Die Gründe dafür sind mangelnde Wertschätzung seitens des Vorstandes bezüglich der Home Office-Regelung. Dazu später noch mehr an geeigneter Stelle. Nur in Kürze vorweg: Die Aussage, wem das nicht passe, könne ja gehen, drückt per se Geringschätzung aus. Das war für viele ein richtiger Motivationskiller, das weiß ich aus Gesprächen. Zudem zeugen Entschidung und Begründung zur Entschiedung von Unwissenheit bezüglich des Workflows innerhalb des Unternehmens. Man glaubt entweder besser zu wissen, wie die Mitarbeiter gut arbeiten würden, als die Mitarbeiter selbst.
Image
CEWE ist stets darauf bedacht das eigene Image aufrechtzuerhalten oder es weiter auszubauen. Image hat aber viel mit Marketing zu tun und Marketing spiegelt nicht immer die Realität wider. Besonders deutlich wird es auf genau diesem Portal. Jemand anderes hat es hier irgendwo ähnlich formuliert, ich möchte das etwas anders aufgreifen. Wenn man als Unternehmen dieser Größe es scheinbar nötig hat, seine Bewertung über einem Level zu halten, mit den Bewertungen von Führungskräften und Praktikanten, dann spricht das Bände über dieses Unternehmen! Natürlich sind dies alles überaus positive Bewertungen und das wird auch sicher niemanden stutzig machen. Mitarbeitermotivation wäre nachhaltiger. Zufriedene Mitarbeiter stehen hinter ihrem Unternehmen. Unzufriedene Mitarbeiter nicht. Egal wie die Gesamtwertung hier ausfällt, die Mundpropaganda außerhalb dieses Mikrokosmos wird dies nicht beeinflussen können. Kleiner Tipp: Home Office kostet CEWE (fast) nichts, schafft aber Zufriedenheit, Zufriedenheit schafft positive Mundpropaganda.
Work-Life-Balance
Als man noch innerhalb des Teams entscheiden konnte, wann es sinnvoll ist sich zusammen im Büro zu treffen und wann man im Home Office bleibt, war das hier mal wirklich gut. Ab 2027 wird das Home Office allerdings stark eingeschränkt, dann will man (Vorstand) wieder mehr zusammen Vorort sein. Dass das häufig keinen Sinn macht und kontraproduktiv ist, ist scheinbar egal oder nicht bewusst. Man tut den Wunsch nach mehr Home Office als "Komfort" ab. Lebenszeit ist doch kein Sektempfang mit Häppchen, lieber Vorstad! Die Produktion könne ja auch kein Home Office machen, heißt es. Ja richtig, aber es kann auch nicht jeder Nacht- oder Wochenendzuschläge und Dienstwagen oder Boni eralten. Wem das nicht passe, könne gehen, so die Ansage. Das ist fernab jeglicher Realität bezüglich der heutigen Arbeitswelt, und fernab jeglicher Wertschätzung und Motivationsförderung. Unternehmenskultur wird nicht von oben übergestülpt. Kultur entwickelt sich mit der Zeit, gemeinsam gestaltet, von all ihren Teilhabern. So viel zu "We in CEWE": Viel heiße Luft, aber nichts dahinter.
Karriere/Weiterbildung
Ich weiß, dass einige meiner Kollegen frustriert sind, dass man hier wenig Aufstiegschancen hat. Ich kann das nachvollziehen, mich persönlich betrifft dies jedoch nicht, da ich kein Problem damit habe. Weiterbildung ist ansonsten immer so ein Thema. Es wird intern viel Angeboten, aber das ist aus meiner Sicht bestenfalls "milde interessant". Es sind alles Angebote, die fachlich irrelevant sind, das ist mein Problem damit. Nett, aber verzichtbar. Wenn man doch nur so hinterher wäre, seine Mitarbeiter fachlich weiterzubilden. Ja, das kostet etwas, aber es ist ebenso eine Investition, wie die sehr hohen Beträge an manch anderer Stelle.
Gehalt/Benefits
Der letzte Warnstreik hat gezeigt, wie es um die Gehälter bei CEWE steht. Und dieser Warnstreik war erst nach einem Wechsel der Gewerkschaft möglich, sonst hätte es schon deutlich früher gekracht. Die Tarifverhandlungen verliefen gut, aber nicht überragend, weshalb die in der Zwischenzeit gestiegene Inflation die damals erkämpfte Tariferhöhung vermutlich wieder aufgefressen haben dürfte. Das war mit der bisherigen Home Office-Regelung aber voll OK, da man dadurch auch Kosten sparen konnte und zusätzlich mehr Lebenszeit erhielt. War ... . Benefits gibt es hier natürlich auch, wie in vielen anderen Unternehmen dieser Art. Sie sind ehrlich sehr nett, aber man kann sie nicht mit dem Gehalt oder der Lebenszeit aufwiegen, das wäre zu naiv.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ehrlich gesagt ist schwer auszumachen, was aus Eigeninitiative für die Umwelt und Soziales geleistet wird und was rechtliche Vorgaben ohnehin vorschreiben. Oder, was man vordergründig, aus marketingstrategischen oder gar steuerlichen/finanziellen Gründen macht, um es zusätzlich außenwirksam, zur Imageaufbesserung bewerben zu können.
Kollegenzusammenhalt
Ich kann mich nicht beklagen. Natürlich ist jeder Mensch anders, einige sind zurückgezogener/introvertierter als andere, andere stehen dafür mehr im Vordergrund und erzählen den ganzen Tag lang viel. Weder das eine, noch das andere stört mich, es sind natürliche Charaktereigenschaft. Wichtig ist, dass man sich gegenseitig respektiert, wertschätzt und füreinander da ist, wenn jemand Hilfe braucht. Daran bestand meiner Ansicht nach bisher kein Zweifel.
Umgang mit älteren Kollegen
Auch das ist ein Thema, zu dem ich nur schwer etwas sagen kann. Es gibt grundsätzlich ältere Mitarbeiter, allerdings ist "älter" auch eine Frage der Definition. Mir fällt seit auf, dass vor allem junge, häufig fähige Kollegen nicht sehr lange bleiben. Der Altersdurchschnitt liegt allenfalls im Mittelfeld. Das lässt natürlich Raum für Spekulationen und Interpretationen.
Vorgesetztenverhalten
Ich kann hier nicht nur meine direkten Vorgesetzten beurteilen, das wäre einfach nicht richtig. Daher geht diese Bewertung hier über alle Hierarchiestufen hinweg, bis ganz nach oben. Ich für meinen Teil, würde meine direkten Vorgesetzten mit einem "gut" beurteilen. Höre ich dagegen von einem Vorstandsmitglied, dass wir gehen können, wenn wir mit nicht nachvollziehbaren Entschiedungen unzufrieden sind, dann glaube ich meinen Wert als Mitarbeiter in diesem Unternehmen ganz deitlich zu erkennen. Ich habe den Wert einer Glühbirne, die, wenn sie durchbrennt, rausgeschaubt und durch eine neue Glühbirne ersetzt wird. Man nennt es auch: leicht ersetzbar. Und die Tatsache, dass eine von oben bestimmte "Unternehmenskultur" wichtiger ist, als die Lebenszeit der Mitarbeiter, macht die Sache nicht besser. Zumal es ab 2027 bei dieser Sache keine Gewinner geben wird.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung empfinde ich als unangenehm. Man hat die Wahl, zwischen zeitweise lauten, stickigen Großraumbüros, in denen dem einen zu heiß ist, während der andere friert oder wo es dem einen zu zugig ist, während man selber eingeht. Sich hier ohne Kopfhörer und Musik auf seine Arbeit konzentrieren zu können, ist nicht gerade selten ein hoffnungsloses Unterfangen. Aber man kann ja schließlich niemandem verbieten zu kommunizieren. Man brüstet sich damit, für viel Geld Büros modernisiert zu haben, die jetzt leer stünden, weil viele im Home Office seien. Diese Büros sind rein optisch schön geworden, allerdings sind die, wo man Tageslicht und frische Luft erhalten könnte bereits vergeben. Und ich sitze ungern in einem Bunker, egal wie fancy dieser ist.
Kommunikation
Innerhalb des Teams, wie außerhalb des Teams findet immer eine gute Kommunikation zwischen den Kollegen statt. Je nach Workload findet man bei Problemen früher oder später immer jemanden, der einem hilfsbereit zur Seite steht. Die Kommunikation außerhalb der Abteilungen nimmt jedoch ab, je höher man steigt. Das gilt insbesondere für die Kommunikation von oben nach unten. Es wird viel informiert, dabei aber auch viel warme Luft produziert und man hat manchmal das Gefühl, hier würden Marketingstrategien an den eigenen Mitarbeitern eingesetzt werden. Es ist schwer zu beschreiben, aber diese Kommunikation wirkt manchmal nicht ganz ehrlich. Gut aufpassen sollte man, meiner eigenen Erfahrung nach, hingegen bei Gesprächen mit seinen Vorgesetzten unter vier Augen. Diese Gespräche werden, zumindest in Teilen, auch schon gerne mal durchgereicht.
Gleichberechtigung
Kann ich wenig zu sagen. In der Vergangenheit habe ich mitbekommen, das Teamleiterinnen, die in Mutterschutz gingen, nicht nur zeitweise vertreten, sondern dauerhaft ersetzt wurden. Das hat einen faden Beigeschmack. Wie das in anderen Bereichen aussieht, ist für mich abseits dessen, was ich hier als "internes Marketing" bezeichnen würde, nur schwer auszumachen.
Interessante Aufgaben
Meine Aufgaben sind nicht weltbewegend, aber ich mache meine Arbeit gerne. Manchmal macht es Spaß, manchmal macht es weniger Spaß. So ist das nun mal. Ich kann mich nicht beschweren.