CGI als Arbeitgeber

CGI

Anspruch und Wirklichkeit.Eigentlich müsste man zwei Bewertungen vergeben, eine für soll und eine für ist. Hier: IST!

3,0
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei CGI in Hamburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

...Die Managementfoundation und die eigentlich von den Gründern wohl angestrebte Vision. Keine Ahnung, ob es die wirklich geben soll mit Spaß an der Arbeit und Stolz auf unsere Company sowie Transparenz über Managemententscheidungen. In Hamburg gelebt wird das nur in wenigen Bereichen.
...das eigentlich einheitliche Handlungsframework, das aber in meiner Erfahrung leider unterschiedlich gelebt wird.
...den Gedanken uns zu Mitunternehmer_innen zu machen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Den Umgang mit Mitarbeiter_innen (s.o.) und insbesondere zu Beginn der Krise. Und zwar zu Beginn der Krise nicht mit den bestehenden, sondern mit denen, die „im Zulauf“ waren. Da waren Menschen dabei, die für den neuen Job den alten gekündigt haben und zum Teil umgezogen waren, duale Studierende, die nicht nur ihren Arbeits- sondern auch ihren Studienplatz verloren haben, Werkstudent_innen, die sich mit dem Job das Studium finanziert haben, weil es über das Elternhaus keine Unterstützung geben konnte. Einfach gekündigt! Mit lapidarem und juristisch laienhaftem Schreiben. Was man da an den Arbeitsmarkt kommuniziert hat, war eine Vollkatastrophe und hat die gerade begonnene Arbeit zum Employer Branding komplett zunichte gemacht.

Verbesserungsvorschläge

Redet mehr mit den Mitarbeiter_innen, nehmt uns ernst und führt uns. Wir sind alle nicht auf den Kopf gefallen und für reinen Befehl und Gehorsam nicht geeignet. Das hebt unser Potential nicht.
Schaut mal eure internen Systeme an. Weniger Kontrolletti und mehr Unterstützung unserer täglichen Arbeit wäre besser. Dann würden wir die Systeme von selbst gerne nutzen und man müsste nicht unnötig kontrollieren, ob die Doppelarbeit auch geleistet wird. Und die gesparte Arbeitszeit könnten wir in die Kunden- und Marktentwicklung stecken - als Unternehmer_innen.

Arbeitsatmosphäre

Überwiegend nette Kolleg_innen. Nichts gegen KPIs. Aber wenn diese sowie die Egos so zum Selbstzweck verkommen, dass sie wichtiger als der Kunde werden, hört es auf lustig zu sein. Es heißt nicht umsonst „Indikator“. Da sollte nach oben auch schon mal eine Abweichung erklärt werden und muss nicht jedesmal volle Erfüllung stehen, insbesondere in einer unverschuldeten Krise und der noch zu beschreibenden komplexen und wenig IT unterstützten Prozesse. Da vergisst man vor lauter das Regelgeschäft überwachenden Kennzahlen die Chancen, die sich aus neuen Geschäften ergeben.

Kommunikation

Als Mitarbeit_in und eigentlich ja auch Teilhaber_in wird man außer über den jährlichen Strategieprozess nicht in Entscheidungen oder Managementaktivitäten einbezogen. Es gibt zwar quartalsmässige Treffen, aber eine offene Diskussionskultur ist Fehlanzeige. So muss man, wissend, dass man hätte helfen können, hinterher die Managementfehler mit ansehen. Das ist ziemlich demotivierend.

Kollegenzusammenhalt

Überwiegend gut. Viele tauschen sich offen aus. Aber die Mehrheit leidet schweigend. Manche reden zu viel hinter dem Rücken über Kolleg_innen, aber das ist nicht mehr als irgendwo anders.

Work-Life-Balance

Das geht klar. Es gab in der Vergangenheit auch viel Teambuilding und gemeinsame Veranstaltungen. Mal sehen, wie das nach Corona weiter geht.

Vorgesetztenverhalten

Es gibt sehr wenige gute Führungskräfte aber viele Vorgesetzte. Im Unternehmen arbeiten fast ausschließlich Akademiker. Die führt man und dirigiert sie nicht.

Interessante Aufgaben

Gibt es auch mal. Insgesamt eher biederer Kram.

Gleichberechtigung

Hier kämpft CGI wie alle einen verzweifelten Kampf: man möchte gerne Frauen in Führungspositionen sehen, aber die reine Quote deprimiert Leistungsträger, wenn die Qualität nicht stimmt. Auf jeden Fall wird Gleichberechtigung aber gefördert.
Diversity in Gender, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung etc. wird selbstverständlich und unaufgeregt gelebt. Das ist vorbildlich!

Umgang mit älteren Kollegen

So wie ich das wahrnehme sehr gut.

Arbeitsbedingungen

Die Räumlichkeiten sind insbesondere am Sandtorkai in die Jahre gekommen und nicht durchdacht. Letzteres gilt auch für den Millerntorplatz. Schlechte Akustik, unpassende Raumschnitte, ungeschickte technische Ausstattung. Die Umgebungen sind wenig inspirierend und eher langweilig. Ergonomie? Fehlanzeige! Die Softwarelandschaft (interne Systeme) ist komplett veraltet und wenn mal was neues eingesetzt wird, dann so verbogen, dass der eigentliche Zweck nicht mehr erfüllt wird. Viele Doppelerfassungen, viel Excel, Word und PowerPoint und das oft noch nicht mal als Vorlage oder Formular oder womöglich als pdf. Datenbankhinterlegung? Fehlanzeige. Deshalb die Doppelerfassungen und Erfassungen vom Bildschirm auf den Bildschirm.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Da tut man echt viel. Kollegen_innen engagieren sich vielfältig und das wird von der Firma unterstützt.

Gehalt/Sozialleistungen

Das Gehalt ist eher mittel. Zusätzlich gibt es ein Betriebsfahrrad, Dienstwagen und Betriebliche Altersvorsorge aber Obacht bei der Gehaltsverhandlung: in der Regel wird das alles wie bei Total Compensation vom
Brutto abgezogen!
Freie Getränke und Obst und die schon erwähnten Veranstaltungen.

Image

Das Unternehmen ist, obwohl international groß, nicht bekannt. Marketing? Was ist das? Spart das Geld?
Ansonsten eher bieder und solide.

Karriere/Weiterbildung

Karriere ist ein schwieriges und kompliziertes Thema.
Weiterbildung wird groß geschrieben, wenn man Zeit dafür bekommt. Aber das Angebot über eine interne Learning Plattform ist groß und es gibt viele interne Kurse. Schnuppern außerhalb der Firma bei Tagungen, Kongressen, Messen: Fehlanzeige.

Arbeitgeber-Kommentar

Dein HRBP-Team

Vielen Dank für dein konstruktives Feedback!
Wir wissen dein Engagement sehr zu schätzen. Neben dem jährlichen Strategieprozess und der eigenen Führungskraft gibt es unter anderem die Möglichkeit, über die Practises oder die strategischen Initiativen im Norden sich gezielt einzubringen. Sprich dazu gerne deinen DCS oder VP an.

CGI hat ein etabliertes und transparentes Karrieremodell, welches auf hoher Eigenverantwortlichkeit basiert. Zusätzlich besteht immer die Möglichkeit sich über die interne Learning Plattform eigenverantwortlich weiterzubilden und in Absprache an Fortbildungen teilzunehmen. Die Weiterbildungsmaßnahmen sollten grundsätzlich in beiderseitigem Interesse sein.

Unsere Arbeitsbedingungen werden stetig in Zusammenarbeit mit den Betriebsräten den aktuellen gesetzlichen Anforderungen angepasst.

Die aktuelle Corona-Krise verlangt von allen im Moment sehr viel ab. So eine Situation ist für alle neu und wir geben unser bestes mit der Situation so gut wie möglich und zum besten unserer Mitarbeiter umzugehen.

Matthias HRBP Team