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d-fine 
GmbH
Bewertung

Smartes, soziales Umfeld mit teilweise interessanten Aufgaben, aber einer unflexiblen, kurzsichtigen Reisekostenpolicy

4,2
Empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei d-fine GmbH in Frankfurt am Main gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Hochintelligente, angenehme Kollegen. Mit Glück sehr spannende und anspruchsvolle Aufgaben.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Kleinliche Reisekostenpolicy. So hält und lockt man nicht die besten Mitarbeiter.

Verbesserungsvorschläge

Die Reisekostenpolicy schnellstmöglich anpassen bevor noch mehr Leute wegen geringer Würdigung des Reiseaufwands kündigen. Insbesondere bei "kleinen" Kosten wie Taxifahrten, Parkkosten und ähnlichem. Hier sollten definitiv die absurden kleinen Deckelungsbeträge aufgehoben werden. Ebenso die Hotel-Caps zu Messezeiten sollten abhängig von den Städten angepasst werden oder wenigstens vernünftige Rahmenverträge mit guter Verfügbarkeit ausgehandelt werden.
Die Situation bei den Vertragshotels ist dabei enttäuschend und frustrierend: Zum einen ist in den wenigen guten Vertragshotels die Verfügbarkeit extrem gering (insbesondere zu Messezeiten), zum anderen gibt es da Verträge mit Hotels in denen man wirklich nur im absoluten Notfall übernachten wollen würde.
Unter den Kollegen hat sich hierbei mittlerweile schon ein gewisser Zynismus breitgemacht und es wird offen gewitzelt, wann der Moment komme, an dem man regelmäßig mit den Reisebus zum Projekt anreist und dort im Motel-One übernachtet. Dass das schon vorgekommen ist, hört man immer wieder.

Niemand erwartet Inlandsflüge in der Business-Class, aber es sollte klar sein, dass es den Mitarbeitern so angenehm wie möglich gemacht werden sollte die ganze Woche weg von Familien und Freunden am anderen Ende von Deutschland zu arbeiten.
Wenn auch nur einige wenige Mitarbeiter wegen der geringen Wertschätzung, die durch kleinliche Paragraphen in der Reisekostenpolicy ausgedrückt wird, vorzeitig kündigen, steht das in keinem Verhältnis zu den Einsparungen.

Arbeitsatmosphäre

Soweit Top. Die Kollegen sind aufgrund ähnlichem Hintergrund sehr umgänglich. Man hat, je nach Projekt, relativ viel Freiraum seine Aufgaben zu erledigen. Wenig Micromanaging.

Kommunikation

Als Berater wird man in den ersten Jahren teils ohne lange Vorlaufzeit auf Projekte verschifft. Das ist der Branche geschuldet.

Für Firmeninterna gibt es einen monatlichen Newsletter. Der Rest läuft ausschließlich über Flurfunk.

Feedback-Gespräche abgesehen vom Projektende muss man sich selbst erfragen. Die könnte man dichter takten und eventuell alle 2-3 Monate eines durchführen.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt und die Kollegen selbst waren, bis auf wenige Ausnahmen, bisher wirklich herausragend. Durch den ähnlichen Background ist man schnell auf einer Wellenlänge und man ist gerne in der Arbeit. Habe bisher kein Backstabbing oder Ellbogenmentalität erlebt.

Work-Life-Balance

Man ist 5 Tage die Woche beim Kunden. Homeoffice (z.B. Freitags) ist zwar möglich, aber hat sich noch kaum etabliert obwohl es auf vielen Projekten durchaus möglich wäre. Da sollte man mehr Möglichkeiten und eine Kultur für schaffen.

Mit der 12-14 Regelung (späteste Ankunft ist Montags um 12, Abreise frühestens Freitag 14 Uhr) hat man schon eine sehr wertvolle Regelung gefunden. Da man aus dem Zug oder aus der Flughafenlounge gut noch 1-3 Stunden bei der Anreise arbeiten kann, sollte man diese in jedem Fall beibehalten und gerne intern noch offener kommunizieren und leben.

Interessante Aufgaben

Extrem abhängig vom Projekt. Die Themenfelder reichen von fachlich anspruchsvollen finanzmathematischen Modellierungen zu extrem langweiliger Datenbankarbeit. Leider sind letztere Projekte relativ häufig. Man muss schon Glück haben.

Gleichberechtigung

Wenige Frauen aufgrund der Fokussierung auf MINT-Absolventen. Da ich ein Mann bin, kann ich nicht sagen, wie Frauen sich fühlen.

Die Firma versucht aber durch Workshops für Frauen den Anteil an weiblichen Mitarbeitern zu steigern. Das ist gut so.

Umgang mit älteren Kollegen

Es gibt einige erfahrene Kollegen mit breitem Wissen. Deren fachliche Meinung hat Gewicht.

Arbeitsbedingungen

Man ist aufgrund des flexiblen Wohnortskonzepts 5 Tage beim Kunden. Leider sind die Rahmenbedingungen für diesen enormen Einschnitt in das Privatleben teils extrem unflexibel und kleinlich. Ein paar Beispiele:

1. Man muss mittlerweile fast jede Taxifahrt rechtfertigen und es wird erwartet, dass man selbst größere Distanzen mit mehrfachem Umstieg innerhalb einer Stadt mit Bus und Bahn zurücklegt (inkl. Gepäck und Aktentasche für 5 Tage). Die wöchentlich möglichen Taxikosten sind dabei auf einen mittleren zweistelligen Betrag gedeckelt, mit dem nur auskommt, wenn nah an einem großen Flughafen oder Fernbahnhof wohnt.

2. Die Kosten für Hotelpreise in Nicht-Messezeiten sind ebenfalls gedeckelt. Vertragshotels fast nie verfügbar. Da in manchen Städten andauernd Messe ist, kann es sein, dass man teilweise 50km vom Kunden entfernt in einer Absteige wohnen muss, weil es hier sehr wenig Flexibilität gibt. Da muss dringend etwas geändert werden.

Diese Kleinlichkeiten führen dazu, dass viele Kollegen sich wenig wertgeschätzt fühlen, wenn man bei fünf vierstelligen Tagessätzen pro Woche um 50€ Taxikosten oder ein vernünftiges Hotel zu Messezeiten (oft auch außerhalb) kämpfen muss.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Viele Kollegen fahren gerne mit dem Zug, da man dort arbeiten kann. Leider ist fliegen manchmal unvermeidlich.

Vor diesem Hintergrund sollte Remote-Arbeiten noch mehr gefördert werden. Wenn man keine echte Arbeitszeit verliert, weil man entspannt auf einer Zugfahrt arbeiten kann, wird das Fliegen deutlich unattraktiver.

Gehalt/Sozialleistungen

Wenn man Glück mit den Projekten hat, ist der Lohn sehr gut. Wenn man auf eines der Projekte mit langen Arbeitszeiten kommt, ist er nur noch gerade so angemessen.

Außerdem sollte man sich im klaren sein, dass man eigentlich nicht für 5 mal 8-10 Stunden Arbeit bezahlt wird, sondern für 5 mal 24 Stunden, die man in einer anderen Stadt ist.

Image

Es wird viel mit Buzzword-Themen wie "Machine Learning" und "Blockchain" um Mitarbeiter geworben. Die Anzahl solcher Projekte sind allerdings leider (noch) begrenzt.

Ansonsten hat d-fine einen guten Ruf in der Finanzindustrie. Außerhalb habe ich keine Anhaltspunkte.

Karriere/Weiterbildung

Es wird sehr viel Wert auf Weiterbildung gelegt. Leider werden einige Weiterbildungsprogramme (Oxford Master Math. Finance) nicht mehr angeboten und durch andere ersetzt. Hier sollte man das Spektrum noch erweitern. Man ist aber auf dem richtigen Weg.

Was noch fehlt ist die Anbindung an Lehrstühle, bei denen eine Promotion für die nicht-promovierten Kollegen möglich gemacht werden kann.


Vorgesetztenverhalten

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