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DATEV eG Erfahrungsbericht

  • 28.Juni 2019
  • Mitarbeiter
  • Mit Arbeitgeber-Kommentar

Nette Kollegen, aber ein Unternehmen mit vielen Schwächen

2,40

Arbeitsatmosphäre

Jeder Mitarbeiter kann sich frei entfalten und das tun, worauf er Lust hat. Das sehe ich aber nur bedingt positiv, denn damit werden faule Mitarbeiter durchgeschleppt. Mein Eindruck war, dass 20% der Leute 80% der Arbeit erledigen.

Vorgesetztenverhalten

Ein Lob durch die Führungskraft ist selten. Getreu dem fränkischen Motto "Nichts gesagt ist Lob genug".

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt ist gut.

Interessante Aufgaben

Gefühlt ist es wichtiger, auf Veranstaltungen gesehen zu werden und zu "netzwerken", als sich auf seine Arbeit zu konzentrieren und Leistung zu zeigen. Überhaupt ist der Leistungsgedanke sehr rudimentär ausgeprägt. Es gibt kaum Anreize. Wenn man gut ist, gibt es dafür keine Belohnung, denn die Bonuszahlungen werden per Gießkanne verteilt.

Kommunikation

Es herrscht ein Wildwuchs an Informationen - jeder darf intern seine Meinung in Blogs, Plakaten, Veranstaltungen usw. äußern, die wenig bis gar nicht kanalisiert werden. Stellenweise herrschte für mich der Eindruck eines Informationschaos, weil jeder sich darstellen will.

Karriere / Weiterbildung

Karrieretechnisch vergleiche ich DATEV bildlich mit einem Vogelnest. Der Jungvogel, der am lautesten schreit und am weitesten den Hals reckt, bekommt Nahrung von den Eltern. Übertragen auf die Karriere heißt das, wer dem Vorgesetzten am meisten gefällt, wird gefördert. Es geht hier oftmals nicht nach Leistung.

Weiterbildungen in Form von hausinternen Schulungen werden angeboten

Gehalt / Sozialleistungen

Es gibt einen Haustarifvertrag. Das Gehalt ist angemessen.

Arbeitsbedingungen

Klimatisierung, ThinClients, hochfahrbare Schreibtische, moderne Monitore, IP Telefonie. Die Büroausstattung ist gut.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance ist gut. Es gibt viele Freizeitlernangebote und Weiterbildungsmöglichkeiten. Es gibt eine elektronische Zeiterfassung, bei der man sich die Arbeitszeit frei einteilen kann.

Image

Angestaubtes Image mit wenig Innovationen.

Verbesserungsvorschläge

  • Kulturwandeln leben und nicht nur leere Phrasen dreschen.

Pro

Es herrscht ein warmes Klima des Miteinanders. Man könnte auch sagen, dass ein "Kuschelkurs" gefahren wird.

Contra

Das Bild nach außen wird penibel positiv dargestellt. Dies kann man gut an den Arbeitgeberkommentaren erkennen, die man hier bei Kununu lesen kann. Stellenweise wird dort durch den Arbeitgeber versucht, die höchstpersönlichen Eindrücke der (ehem.) Mitarbeiter kleinzureden oder als falsch darzustellen. Ein aufrichtiges "Ja, das stimmt. Wir sind uns der Schwäche bewusst und arbeiten dran." wäre oftmals ehrlicher und würde von Größe zeugen. Allein schon, dass seitens des Arbeitgebers nachgetreten wird, weil die Rechtschreibung des Bewertenden fehlerhaft ist, zeugt von einer Unprofessionalität sondergleichen. Da muss man doch drüber stehen, wenn man sonst valide Kommentare hätte (?).

Arbeitsatmosphäre
2,00
Vorgesetztenverhalten
2,00
Kollegenzusammenhalt
3,00
Interessante Aufgaben
2,00
Kommunikation
1,00
Karriere / Weiterbildung
1,00
Gehalt / Sozialleistungen
3,00
Arbeitsbedingungen
4,00
Work-Life-Balance
4,00
Image
2,00

Folgende Benefits wurden mir geboten

flex. Arbeitszeit wird geboten Kantine wird geboten Essenszulagen wird geboten Betr. Altersvorsorge wird geboten Barrierefreiheit wird geboten Betriebsarzt wird geboten Parkplatz wird geboten Mitarbeiterrabatte wird geboten Mitarbeiterbeteiligung wird geboten
  • Firma
    Datev
  • Stadt
    Nürnberg
  • Jobstatus
    Ex-Job
  • Position/Hierarchie
    Angestellte/r - Arbeiter/in
  • Unternehmensbereich
    IT

Kommentar des Arbeitgebers

Liebe Bewerterin, lieber Bewerter, irgendwie bin ich tatsächlich ganz dankbar über Ihre durchaus sehr kritische Bewertung auch mit Blick auf meine eigene Rolle hier auf kununu. Denn das gibt mir die Möglichkeit, ein paar Sätze dazu zu schreiben, was ich hier tue und warum. Eines vorweg: Ich mag vieles sein, allerdings kein Propaganda Minister oder jemand, der versucht Eindrücke „kleinzureden“ oder gar „nachzutreten“. Was ich stattdessen tue: Ich nehme mir die Zeit, um Feedback von Menschen zu lesen, systematisch aufzuarbeiten und dazu sehr individuell Stellung zu nehmen. Dabei zeige ich die ganz oft vorhandene „andere Sichtweise“ auf ein Thema auf. Zumeist ist es meine ganz persönliche. Für diese nehme ich nicht in Anspruch, dass sie die einzig Wahre ist (genau darum geht es ja)! Es ist EINE Mögliche. Und die Leser mögen entscheiden, in wie weit sie einen Sachverhalt auf die eine oder andere Weise sehen und bewerten wollen. Nur der Vollständigkeit halber: Mein Kommentar zu den „Rechtschreibfehlern“ bezog sich weniger auf die Fehler an sich, sondern darauf, dass es mich in diesem einen speziellen Fall besonders irritiert, wenn jemand etwas derart Wichtiges sagt und vor allem öffentlich sagt, sich dann aber so auffällig wenig Mühe damit gibt. Mehr sollte meiner Aussage nicht zu entnehmen sein. (Rechtschreibfehler werden sich übrigens auch in meinen Texten zur Genüge finden. Zumal ich diese mit niemandem abstimme oder irgendetwas „probelesen“ lasse). Dass ich an der einen oder anderen Stelle auch problemlos zugeben kann, dass mal etwas nicht gut läuft/gelaufen ist oder ich schlicht für eine gemachte Erfahrung mal aufrichtig um Entschuldigung bitten kann, habe ich in zahlreichen Stellungnahmen bereits bewiesen. Da brauche ich mir vermutlich nichts vorwerfen lassen. Ihre Bewertung zeigt aber sogar mustergültig, wie aktuelle Entwicklungen komplett unterschiedlich gewertet werden können. So kritisieren Sie beispielsweise den „Trend“ deutlich stärker in interaktiven Formaten (z.B. BarCamp) oder ähnlich Themen zu bearbeiten, zu diskutieren und zu bearbeiten als dies bisher der Fall war. Sie stoßen sich daran, dass jeder auf einmal seine Meinung posten kann (oder darf) und nennen es „Informationschaos“. Ich (und dazu stehe ich tatsächlich in voller Überzeugung) deute dies anders: Die Zeiten, in denen es eine zentrale Kommunikation dergestalt gab, dass eine diese Stelle alle anderen über deren Aufgaben informiert und in dieser Hinsicht angewiesen hatte, sind vorbei. „Command und Control“ weicht stärker selbstorganisierten, ja in gewisser Weise demokratischeren, Arbeitsformen. Früher konnte eben nicht jeder zu allem Stellung nehmen oder sogar eine eigene Meinung haben. Heute schon. – Und das finde ich gut! Im Übrigen profitieren Sie genau von diesem Trend selbst auch: Sie können Ihren Unmut über Ihre Erlebnisse hier auf kununu kundtun und tausende Menschen damit erreichen. Das ist toll und sorgt im Übrigen für Meinungsvielfalt – in Ihrer Sprache nennen Sie das leider „Informationschaos“. Denn wie sollen sich kununu-Leser jetzt entscheiden, wenn es Bewertungen von hochgradig zufriedenen Menschen in der Belegschaft gibt und gleichzeitig solche von einigen Unzufriedenen? Merken Sie was …? Das führt mich gleich zum weiteren Punkt, dass Leistungsanreize nicht mehr vorhanden sind und es keine „Belohnungen“ mehr gibt. Darf ich ganz offen sein? OK, die Frage ist rhetorisch, weil Sie wissen, dass ich es jetzt eh sein werde: „Belohnt“ werden Tiere für Kunststücke. Im modernen Führungsverständnis werden Menschen wertgeschätzt. Sie erhalten aber keine Zuckerl mehr für besonders tolle EINZEL-Leistungen. Stattdessen ist Teamwork angesagt und gemeinsames Einstehen für den Erfolg. Daher gibt es seit einiger Zeit (außerhalb von Vertrieb und Co) keine monetären Einzelziele mehr. Ähnlich sehe ich das mit dem Lob. Wir können uns selbst dann auf die Schulter klopfen, wenn wir als Unternehmen für die Kunden und Partner echten Mehrwert gestiftet haben. Dann erhalten wir dort das „Lob“. Oder besser: Die Anerkennung für unsere Arbeit. Natürlich brauchen wir oft menschlich noch die Zuwendung von Führungskräften. Aber wie sie selbst schreiben: Fränkische „Traditionen“ werden nicht umsonst als solche bezeichnet. Dass 20% der Leute 80% der Arbeit machen, erinnert mich an das Pareto-Prinzip (80-20-Regel). Diese ist ja erstaunlich häufig gültig. Gleiches gilt übrigens auch für die Gaußsche Normalverteilung. Insofern kann ich Ihnen zumindest sagen, dass vermutlich in den meisten Unternehmen vergleichbare Verteilungen gelten dürften. Und es wird IMMER Menschen geben, die am unteren Ende der Leistungsskala abtauchen. Starke Unternehmen können es sich aber leisten, die Energien nicht nur hier zu verschwenden bzw. sich hieran abzuarbeiten, sondern sinnvoll im Sinne des Gesamtunternehmens auch mal „5-gerade-sein-zu-lassen“ (Stichwort auch hier: maximaler Kundennutzen). Von daher gehe ich davon aus, dass durch die von Ihnen und mir oben bereits beschriebenen massiven Veränderungen in der Arbeitshaltung und -kultur eine durchaus gesunde „Bereinigung“ stattfinden und die natürliche Fluktuation steigen wird. Einige Mitarbeiter werden sagen: „Das ist nicht mehr meine DATEV“. Und ich antworte: Stimmt. Wir werden schon bald nicht mehr das Unternehmen sein, das es mal gab. Die auf den Weg gebrachten Veränderungen sind in der Tat signifikant. Aber notwendig, um die Überlebensfähigkeit der Gesamtorganisation in volatilen Märkten in der Zukunft sicher zu stellen. Verzeihen Sie mir die etwas „Buzzword-hafte“ Formulierung eben. Aber ich komme gerade von einer großen internen Managementveranstaltung und bin daher gerade gut im Thema. Obwohl ich mir für die Uhrzeit (wir haben schon deutlich nach 20:00 Uhr und ich hatte einen langen Tag) auch andere Themen vorstellen könnte. Aber: Mir ist Ihr Feedback wichtig. Und daher haben Sie noch meine volle Aufmerksamkeit! Zum Thema „Wer am lautesten schreit, kriegt Aufmerksamkeit“. Da haben Sie Recht. So ist das. Bei Kindern übrigens auch. Kenne ich gut. Und es ist verdammt schwer, hier dagegen zu halten. Mir gefällt es in der Tat genauso wenig wie Ihnen, wenn der oder die eine oder andere durch reine „Aufmerksamkeitsheischerei“ einen Effekt erzielt. Aber da hilft nur: Miteinander reden. Sich beteiligen. Meinung einbringen. Und soooo leicht ist Karrieremachen, nur weil Vorgesetzte einen gut finden, auch wieder nicht. Unsere Auswahlverfahren zielen auf eine möglichst große Objektivierung ab. Dafür kaufen wir uns immer wieder die genau gegenläufige Kritik ein. Aber ich kann Ihnen sagen: Früher (ich bin bereits 19 Jahre begeisterter DATEVianer) liefen die Dinge durchaus schlechter … Abschließend stelle ich selbst mal die große Frage: Ist es richtig, was ich in meinen blumigen Worten oben verteidigt habe? Gehen wir als Organisation mit den geplanten massiven Veränderungen den richtigen Weg? Klare Antwort: Ich weiß es nicht. Mir fehlt die Glaskugel. Auch fehlen dem Markt Erfahrungswerte. Fakt ist nur, dass eine starke Veränderung nötig ist und wir herzlich einladen, diese aktiv mit uns zu gestalten. Also, wer ist stattdessen mit dabei? Herzliche Grüße und einen erholsamen Abend

Stefan Scheller
Arbeitgeberkommunikation