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Bewertung

Verwaltung von IT und Macht

3,4
Empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat im Bereich IT bei freenet DLS GmbH (ehemals mobilcom-debitel GmbH) in Büdelsdorf gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Es gibt teilweise immer noch so etwas wie Menschlichkeit in diesem Großkonzern.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Angstgetriebenes Vorgehen. Fehlender Mut. Fehlende Vision. Fehlende Weitsichtigkeit. Zu wenig Teilhabe und Beteiligung. Machterhalt ist wichtiger als alles andere.

Verbesserungsvorschläge

Loslassen. Macht abgeben. Mut. Beteiligung und Teilhabe. Vision. Sinnstiftung. Aus der Deckung trauen. Gemeinsam statt gegeneinander.

Arbeitsatmosphäre

Innerhalb einzelner Teams durchaus vertrauensvoll und hilfsbereit. Per du ist oftmals ebenfalls hilfreich. Hoher Arbeitsdruck mit hoher Ergebniserwartung. Fachliche Projektplanung teils schwach. Trotz hoher Kompetenz in der IT-Entwicklung herrscht auf Führungsebene bis zur Vorstandsebene fast ausschließlich angstgetriebene Kommunikation, um eigene Interessen durchzusetzen. Machterhalt und strukturelle Interessen werden um jeden Preis aufrechterhalten zum Preis von Arbeitsleistung, Zusammenarbeit und möglicher Innovation. Zuletzt hohe Fluktuation: kompetente Mitarbeiter:innen haben das Unternehmen verlassen, die man für das Gehalt nie wieder sehen wird / nachbesetzen kann. Der Machterhalt spiegelt sich auch in perspektivischer mobil-arbeiten-Politik wieder, die zwei Anwesenheitstage erfordert, wovon ein Tag variieren soll ( mal Montag, mal Dienstag etc. ), hauptsache herum scheuchen und bloß kein personalrechtliches Gewohnheitsrecht verteilen. Vieles ist hier äußerst durchschaubar und es bewegt sich in den Führungspositionen so viel wie auf dem aufgeteilten Mobilfunkmarkt - gar nichts.

Kommunikation

Es gibt den üblichen fast schon behördlichen Weg für Projekte und dann gibt es aber die Leute mit den Sonderrechten, die immer dann riesige Umstellungen vorhersehen, wenn es am schlechtesten passt. Zudem wird dann auch noch offiziell nichts Konkretes vorgegeben, sondern nur über Gerüchte angesagt, was in etwa die Zielvorstellung ist. So gibt es in der Umsetzung quasi gar keine Teilhabe an Entscheidungen und eine Vision für die IT gibt es per se offiziell überhaupt nicht. Es läuft viel über Gerüchte. Dient im Endeffekt nur dem Machterhalt einiger weniger. Oft wird heiße Luft gemacht, um Dinge, die mit zwei Präzisen Aussagen sehr einfach zu kommunizieren wären. Aber so agiert man natürlich kompetent und unangreifbar aus dem Verborgenen. Für die weitere Entwicklung der Firma eine Katastrophe.

Kollegenzusammenhalt

Wie es so oft ist : wenn’s von oben richtig regnet, dann schweißt das unten zusammen. Hier gibt es viele nette, hilfsbereite Kolleg:innen, die große Einsatzbereitschaft und Kompetenz mitbringen. Man kann sich aufeinander verlassen und es gibt Vertrauensstrukturen, die für ein Unternehmen dieser Größe wohl eher ungewöhnlich sind - im positiven Sinne. Ecken und Kanten gibt es hier natürlich trotzdem, aber wäre auch schade, wenn nicht und manchmal ist auch jede:r sich selbst am nächsten.

Work-Life-Balance

Es gibt einige Male im Jahr immense Spitzen von Arbeitslast, wenn größere Projekte in Betrieb gehen. Danach sollte die Belegschaft eigentlich eine Woche Urlaub erhalten, denn der Druck kurz zuvor und währenddessen ist immens. Ansonsten kann man hier in Gleitzeit kommen und gehen und den Stift auch oftmals pünktlich fallen lassen. Die Work Life Balance wird negativ beeinträchtigt durch o.g. Angst Kultur, die absolut unnötig ist und anderen Interessen dient.

Vorgesetztenverhalten

Verschieden bzw. von bis alles dabei. Insgesamt nicht schlecht. Je weiter nach oben es geht, desto schlimmer wird es. Ein dickes Fell ist in manchen Situationen sicherlich nicht schlecht. Die Erwartungshaltung ist hoch. Es zählen Zahlen, Zahlen und Zahlen. Versprechen sind ohne schriftliches wie überall oftmals wertlos.

Interessante Aufgaben

IT wird nie langweilig. Es gibt mehr als genug zu tun und immer mal wieder neue, interessante Dinge. Technisch muss man sich nicht verstecken.

Gleichberechtigung

Eine grundsätzliche Offenheit gibt es schon, aber ganz klar alt eingesessene Strukturen und Frauen in der IT gibt es auch zu wenige. Dem Unternehmen mangelt es eindeutig an Nachwuchs ( hoher Altersschnitt ), was in den kommenden Jahren zunehmend schwierig werden wird. Irgendwann gehen auch die alten Hasen in Rente. Bis dahin junge, starke, langjährige Mitarbeiter:innen zu etablieren dürfte knapp werden. Man täte gut daran, jungen Mitarbeiter:innen mehr zuzutrauen und teilhaben zu lassen. Dazu zählen auch karriereperspektiven.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Kolleg:innen sind geschätzt, kompetent und erwünscht. In dieser Hinsicht absolut vorbildlich. Man kann hier in Rente gehen, wenn man ein Berufsleben Durchhaltevermögen hat in dieser Firma - vorausgesetzt man wird nicht von einer zyklischen großen Restrukturierung betroffen.

Arbeitsbedingungen

Hier könnte ein Stern sein, aber bald auch fünf. Ein komplett neues Gebäude soll bald bezogen werden. Bis dahin viel mobil arbeiten oder in schrecklichen Ausweich-Büros sitzen. Die technische Ausstattung ist im Branchen-Vergleich eher schwach, aber in Ordnung.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es gibt so etwas wie ein Unweltbewusstsein und es gibt Bemühungen, wie zum Beispiel E-Autos im Fuhrpark oder ein eigenes Fairphone als Produkt. Könnte noch deutlich mehr sein, aber immerhin ganz in Ordnung, dass es dort Bewegung gibt.

Gehalt/Sozialleistungen

Für Schleswig Holstein teilweise in Ordnung, aber in new normal Zeiten zunehmend nicht mehr konkurrenzfähig, da man sich deutschlandweit mit Firmen messen muss. Hier muss man sich auf eine größere Budget Erhöhung einstellen, wenn man in 5 Jahren noch Mitarbeiter:innen im Unternehmen haben möchte, die weiterhin der Komplexität der IT gerecht werden und der Arbeitslast stand halten.

Image

Das Image für den Verkauf von Mobilfunk Verträgen ist auch nach all den Jahren immer noch sehr mäßig.

Karriere/Weiterbildung

Man muss sich viel selbst darum kümmern, dass man am Ball und up to date bleibt. Es gibt manchmal kleinere Inputs von der Firma, aber wirkliche Weiterbildung und Upskilling gibt es nicht. Ja, das interne Weiterbildungsportal ist nicht schlecht, aber im Endeffekt in vielerlei Hinsicht an Zielgruppen vorbei. Am meisten lernt man von und mit seinen Kolleg:innen im Berufsalltag.