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Bewerbungsbewertungen

3,20
  • 19.05.2016

Unprofessionell

Firma Induprint Services
Stadt Kornwestheim
Beworben für Position Kundenservice
Jahr der Bewerbung 2016
Ergebnis Absage

Bewerbungsfragen

  • Im Vorfeld des Bewerbungsgesprächs wurde dem Bewerber ein Kennenlernformular mit den folgenden Fragen zugesandt: 1. Warum interessiert Sie die ausgeschriebene Stelle? 2. Welche Erfahrungen bezogen auf die Stelle können Sie vorweisen? 3. Was waren die Gründe für Ihre letzten Stellenwechsel? 4. Warum wollen Sie Ihre Stelle jetzt wechseln? 5. Was sehen Sie als Herausforderung bei der ausgeschriebenen Position? 6. Was ist für Sie besonders wichtig, damit die Stelle für Sie attraktiv ist? 7. Was würde Sie hindern die ausgeschriebene Position anzunehmen? 8. Wie flexibel können Sie bei der Arbeitszeit auf Arbeitsspitzen reagieren? 9. An welchen Tagen und Tageszeiten können Sie arbeiten? (Hinweis: Wer hier nicht alle Kreuzchen in der vorgegebenen Tabelle setzt, könnte bereits aussortiert werden! Im Gespräch ergab sich, dass die Firma großen Wert auf zeitliche Flexibilität legt.) 10. Was sind Ihre Entgeltvorstellungen? 11. Haben Sie einen PKW-Führerschein? 13. Wo liegen Ihre Stärken?
  • 14. Wo liegen Ihre Schwächen? 15. Haben wir irgendetwas Wichtiges vergessen zu fragen? 16. Haben Sie wichtige Bemerkungen zu machen?

Kommentar

Das Bewerbungsgespräch lief zwar offen ab, aber dennoch genau so unprofessionell, wie man es von familiär geführten Kleinbetrieben i.d.R. gewohnt ist. Unter Missachtung des Datenschutzes und der Persönlichkeitssphäre wurden schwer erkrankte Mitarbeiter namentlich samt Krankheiten benannt. Auch wurden bereits Dienstpläne zur Einsichtnahme und Information vorgezeigt.
Ferner wurde ein konkretes Probearbeiten in Aussicht gestellt, welches dann irreführenderweise nicht stattfand. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass letztendlich eine Absage kam – ohne jegliche Angabe von Gründen, obwohl bereits ein Probearbeiten besprochen wurde.
Auf telefonische Nachfrage nach dem Warum der Absage erfolgten dann auch prompt eine Selbstimmunisierung sowie der Verweis auf das AGG. Dieser Verweis ist unlogisch, da das AGG darauf abzielt, "Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen." Die im AGG genannten Gründe spielten bei der Bewerbung keine Rolle, da andernfalls gar keine Einladung zum Gespräch ergangen wäre.
Bei der angebotenen Stelle handelte es sich übrigens um Teilzeitstelle. Im Gespräch wurde dann dreisterweise nachgefragt, wie man gedenke, sich damit finanziell über Wasser zu halten...

Fazit: Auch wenn der im Vorfeld des Bewerbungsgesprächs auszufüllende Fragebogen anderes vermuten lässt: unprofessioneller kann man im Gespräch und im Nachfeld des Gesprächs kaum vorgehen.

Fahrkosten wurden nicht übernommen.

Nachsatz:
Bei kritischen Anmerkungen schreckt die Firma nicht davor zurück, den Bewerber beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit zu denunzieren, wohl in der Annahme, der Bewerber würde sanktioniert...

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