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Internationaler Bund (IB)als Arbeitgeber

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Internationaler Bund (IB) Erfahrungsbericht

  • 04.Feb. 2018 (Geändert am 12.Feb. 2018)
  • Mitarbeiter

ACHTUNG, Wertschätzung wie es in den Stellenausschreibungen steht? Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander

1,38

Arbeitsatmosphäre

Alle Angestellten, selbst die Sachgebietsleitung haben nur befristete Verträge. In den Kollegengesprächen dreht sich fast alle um die daraus resultierenden negativen Folgen. Sich von dieser negativen Grundstimmung nicht runter ziehen zu lassen, ist eine extreme Herrausforderung.

Vorgesetztenverhalten

Hier muss ich differenzieren. Die höchste Führung ist sehr an einem kooperativen Führungsstil interessiert. Sie sind stolz im Jahre 2017 Hamburgs bester Arbeitgeber gewesen zu sein. Dort arbeitet der "IB" fast nur im sozialen Bereich. Im Bildungsbereich sieht es total anders aus. Die mittlere Ebene im Bildungsbereich (Kostenstellenverantwortliche) haben keine Gelder und sind somit in ihren Entscheidungen extrem eingeschränkt. Das führt in dieser Führungsebene zu Lustlosigkeit, Gleichgültigkeit und Entscheidungsunfähigkeit. Die Sachgebietsleitung (unterste Ebene) versucht "die Kohlen aus dem Feuer zu holen", hat aber bis auf die Einteilung des Personals keine Entscheidungskompetenz. Da es auch auf dieser unteren Führungsebene nur befristete Stellen gibt, ist das Engagement und Führungsverhalten ebenfalls suboptimal. Einer bis an die obstere Grenze belastete Führungskraft (ca. 20 Mitarbeiter mit ungefähr 250 bis 400 Klienten) wird nicht einmal eine Sekretärin geschweigen den eine Schreibkraft zur Seite gestellt.

Kollegenzusammenhalt

Es herrscht ein unterschwelliges Stechen und Beißen. Alle Kollegen haben immer wieder Angst um ihren Arbeitsplatz. Es gibt nur projektgebundene befristete Arbeitsplätze. Da die Befristungen der Arbeitsverträge schon vor dem Projektende auslaufen wird noch mehr Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes erzeugt. Die "ich gebe mein Wissen nicht weiter" Mentalität ist dadurch sehr stark verbreitet. Teambuilduingmaßnahmen können aufgrund fehlendes Geldes nicht durchgeführt werden.

Interessante Aufgaben

Pro Klient hat jeder Mitarbeiter ca. 20 min pro Woche Gesprächszeit zur Verfügung. Das ist für die Arbeitsbelastung und Arbeitseinteilung gut gewählt. Die Aufgaben sind umfang- u. abwechslungsreich. Durch eine ausufernde Dokumentationswut ist man in der Ausgestalltung extrem eingeschränkt.

Kommunikation

Meine Firmen-Emailadresse (darüber läuft die Hauptkommunikation mit der Leitung und der Verwaltung) habe ich erst nach 3 Monaten bekommen. Davor liefen alle Mails über meinen Privataccount. Ob das mit den Datenschutzrichtlinien konform geht?? Meine Diziplinarvorgesetzte habe ich nur zweimal gesehen.

Gleichberechtigung

Alle Vorgesetzten waren weiblich. Gleichberechtigung? ;-)

Umgang mit älteren Kollegen

Bis auf die Führungskräfte und 3 realiv neuen Kollegen sind alle anderen über 50 Jahre alt. Welchen Einfluß auf die Arbeit dieser Umstand hat, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Karriere / Weiterbildung

Weiterbildung ist ein echter Lichtblick in dieser Firma. Hier herrscht ein riesiges Angebot, allerdings immer nur für den "sozialen Bereich".

Gehalt / Sozialleistungen

Brutto 2500-, bis 2750,-€ /pro Monat für studierte Sozialpädagogen, dass muss jeder selbst entscheiden. Dieser Job ist extrem auf das Spielen der "Netzwerkklaviatur" angewiesen. In der Industrie,Handwerk, Handel und Gewerbe werden solche Positionen mit dem doppelten Gehalt vergütet. Das Geld wird pünklich überwiesen. Kinderzuschläge wie anderen sozialen Arbeitgebern gibt es hier nicht.

Arbeitsbedingungen

Wir arbeiten in Räumen, die von Schulen zur Verfügung gestellt werden. Meinen Raum habe ich mit einem privaten Schreibtisch ausgestattet. 3 Stühle sind maximal 2 Jahre alt. Alles sonstiges zur Verfügung gestelltes Mobilar ist weit über 20 Jahre alt. Dienstliche Laptops sind total veraltet. Für 7 verschiedenen Dienstaccounts (Mail, Dokusofware, PC-Passwort, Intranet) usw. habe ich 7 verschieden User-IDs und 7 verschieden Passwörter. Im Jahre 2018 muss ich mit einem Windows Vista Rechner arbeiten. Die Netzwerkanbindung über W-LAN funktionierte nur teilweise. Die Ersatz-Druckerpatronen für einen handelsüblichen Canon-Drucker ließen 3 Monate!!! auf sich warten. Die Diensthandys sind 10 bis 15 Jahre alt. Smartphones werden bewusst nicht ausgegeben. Einen Mobilvertrag muss jeder Mitarbeiter bei Aldi abschließen. Fast alle Kollegen benutzen ihr privaten Handys, damit sie über WhatsApp Kontakt mit den Klienten aufnehmen können. Die Akkustik im Büro ist wie in einer leeren Schwimmhalle. Die Belastung durch Lösungsmittel ist enorm aber noch nicht gemessen worden. Katastrophale Missstände, die immer auf fehlendes Geld durch extrem schlechte Angebotskalkulation (Dumping) zurückzuführen sind.

Umwelt- / Sozialbewusstsein

ACHTUNG WAHNSINN SEELENVERKÄUFER Soziales: Zeit- Projektgebundene Bildungsarbeit. Neue Kollegen bekommen immer einen befristeten Vertrag meistens über 1 Jahr. Es brechen im Projekt immer Klienten weg. Nachbesetzung ist oftmals aus vertraglichen und organisatorischen Gründen nicht möglich. Dadurch sofortige Zahlungseinstellung durch Arbeitsagentur. Die neuen Kollegen werden aufgrund dieser Tatsache bewusst in der Probezeit nach 6 Monaten entlassen, um die Kollegen, die länger dabei sind, vor Arbeitslosikeit zu schützen. Den neuen Kollegen wir von dieser höchst unanständigen Vorgehensweise nichts erzählt. NEUE KOLLEGEN sind die SPIELMASSE des "IB". Hier trägt der Arbeitnehmer das Risiko einer in dieser Hinsicht höchst unmoralischen arbeitenden Firma.
Umweltschutz: kann ich nicht beurteilen.

Work-Life-Balance

Durch relativ flexible Gestaltung der Arbeitszeit (Vertrauensarbeitszeit) ist die Verbindung zwischen Familie und Beruf gut bis sehr gut möglich.

Image

Im sozialen Bereich (Kindergarten, Wohngruppen, Inklusion usw.) wird nur gutes über den IB berichtet.
Im Bildungssektor ist der "IB" mitverantwortlich für den Unterbietungswettbewerb. Hier trägt der Angestellte das unternehmerische Risiko zu 100%. So treibt man selbst sozial engagierte Berufe in Existenzängste. Wie sollen sie dann ihrem Klientel vermitteln, dass sie durch Arbeit ein produktiver Teil der Gesellschaft werden sollen.

Verbesserungsvorschläge

  • Sich nicht mehr an den Dumpingrunden im Bildungsbereich beteiligen. Unbefristete Arbeitsverträge ausstellen. Zufriedenheit durch Wertschätzung erzeugen. Gehälter nach oben anpassen. Nie wieder Mitarbeiter werben, um völlig normale Arbeitsspitzen abzudecken und sie bei Arbeitstälern zu entlassen nur weil die Angebote zu Dumpingpreisen abgegeben werden. Tut euch mit anderen Bildungsträgern zusammen und setzt die Politik unter Druck. Nur motivierte Mitarbeiter können auch motivierend arbeiten.

Pro

Die Einarbeitung ist das Beste was ich je erlebt habe.

Contra

Ein Arbeitgeber, der im sozialen Bereich tätig ist, mit seinen Mitarbeitern aber suboptimal umgeht.

Arbeitsatmosphäre
1,00
Vorgesetztenverhalten
1,00
Kollegenzusammenhalt
1,00
Interessante Aufgaben
1,00
Kommunikation
1,00
Gleichberechtigung
1,00
Umgang mit älteren Kollegen
2,00
Karriere / Weiterbildung
2,00
Gehalt / Sozialleistungen
1,00
Arbeitsbedingungen
1,00
Umwelt- / Sozialbewusstsein
1,00
Work-Life-Balance
4,00
Image
1,00

Folgende Benefits wurden mir geboten

Homeoffice wird geboten Mitarbeiterhandy wird geboten Internetnutzung wird geboten
  • Firma
    internationaler bund
  • Stadt
    Hamburg
  • Jobstatus
    Aktueller Job
  • Position/Hierarchie
    Angestellte/r - Arbeiter/in