ALDI SÜD als Arbeitgeber

  • Mülheim an der Ruhr, Deutschland
  • BrancheHandel
ALDI SÜD

Ein ausführlicher Bericht über die traurigen Zustände im Zentrallager.

1,3
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat im Bereich Logistik / Materialwirtschaft bei ALDI SÜD in Adelsdorf gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Dass er genug Konkurrenz hat bei der ich meinen privaten Einkauf tätigen kann, um diese Ausbeutung nicht länger zu unterstützen, für mich war es eine psychische Entlastung das Unternehmen zu verlassen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Das permanente Mobbing, die Ungerechtigkeit was Aufstiegschancen betrifft, das unharmonische Team.
Die Versuche Aldi als den perfekten Arbeitgeber darzustellen, doch dass der Schein trügt wissen mittlerweile die meisten.
Die Zustände bei Aldi Süd wurden ja auch schon von einem Ex-Manager in die Öffentlichkeit getragen, hierzu einfach mal googlen.

Verbesserungsvorschläge

Kritik der Mitarbeiter wahrnehmen, das Arbeiten in der Lagerlogistik mal wieder menschlich gestalten.

Arbeitsatmosphäre

Hier gibt es wirklich nicht viel Positives zu berichten, Lob gibt es keines.
Viele Mitarbeiter sind gestresst und überarbeitet.
Die neuen Mitarbeiter haben Angst die Probezeit nicht zu bestehen.
In meinen zwei Jahren, die ich bei Aldi gearbeitet habe, habe ich alleine in meiner Schicht ungelogen über 20 Mitarbeiter gehen sehen, manche freiwilig, viele wurden nicht übernommen bzw. rausgeschmissen.
Das kommt sicherlich Aldi zugute, denn so hat man keine große Bindung zu seinen Kollegen, denn man soll sich ja nicht "zu gut verstehen".
Bei der Kommissionierung trägt man ein Headset welches man mit Sprachkommandos bedient, dieses zeichnet auf wann man wo ist und wie schnell man arbeitet, auch Standzeiten werden notiert und man muss sich selbst für Toilettengänge vor dem Teamleiter rechtfertigen.
(Big Brother is watching you ;) )

Kommunikation

Ansprachen gibt es, aber eigentlich nur dann, wenn zu viele Fehler passieren.
(Diese passieren, weil die Mitarbeiter Angst um Ihren Arbeitsplatz haben und sich deswegen zu sehr hetzten und deswegen nicht richtig konzentrieren).
Ansonsten gibt es vierteljährlich sog. Feedback Gespräche, hier wird man aber in der Regel nur dran erinnert man solle schneller arbeiten, sollte es danach nicht funktionieren, gibt es das nächste Gespräch, es wird massiver psychischer Druck ausgeübt.
Denn viele Mitarbeiter können nicht mit dem vorgegebenen Tempo mithalten, da man eben den ganzen Tag schwere körperliche Arbeit ausführt.
Ich hatte diese Gespräche zuletzt beinahe wöchentlich, bis mir geraten wurde selbst zu kündigen.
Hierbei wird der Vorgesetzte auch mal lauter, passiv aggressiv oder knallt einen Stift vor die Nase auf den Tisch.
Nach langen Verhandlungen habe ich eingewilligt, an vereinbarte Zahlungen wurde sich nicht gehalten (Wichtig: Bei Aldi alles schriftlich geben lassen!).
Ich habe daraufhin meinen Anwalt eingeschalten und es darüber lösen können.
Für mich unnötiger Ärger, aber Aldi probiert es eben, viele fallen ja auch darauf herein.
Schade!

Kollegenzusammenhalt

Die meisten sind Petzen und es gibt auch ein paar Spione, bekommt man aber schnell raus um wen es sich hierbei handelt.
Meist hoffen die Mitarbeiter so nicht selbst ins Visier der Chefs zu geraten bzw. denken damit haben sie bessere Chancen wenn es um Aufstiegsmöglichkeiten geht.
Aber es gab auch Ausnahmen, eine Hand voll Leuten würde auch gerne etwas ändern.

Work-Life-Balance

Wer mal einen Tag frei braucht, macht sich schnell unbeliebt, die Arbeitszeiten ermöglichen in der Regel kein ausgeglichenes Leben.
Die meisten Mitarbeiter sind daher jung und ledig.

Vorgesetztenverhalten

Unfähig, wer hier Kritik ausübt, kommt ganz schnell auf die "Liste", Fragen werden gerne mit "ist halt so", "Aldi wird sich nicht anpassen, Sie müssen sich anpassen" und ähnlichen Geschwurbel beantwortet.
Man muss sich hier allerdings nicht wundern wenn ehemalige Paketfahrer als Teamleiter eingesetzt werden.
Hier wohl auch ein Fall von: "Oft vor den richtigen Leuten gebückt".

Interessante Aufgaben

Jeden Tag das Gleiche: Kommissionierfahrzeug holen, schwere Kisten per Hand auf das Fahrzeug verladen und danach auf eine Abholspur abstellen, sollte natürlich alles im Blitztempo passieren, sonst drohen Gespräche mit dem Vorgesetzten.

Gleichberechtigung

Nun... wer mit dem Chef oder dessen Sohn befreundet oder sonst mit dem Büro-Team verschwägert ist, der bekommt entlastende Tätigkeiten auch direkt nach der Probezeit alle anderen haben eben Pech.
Wer darauf anspricht, wird abgewimmelt, diese Mitarbeiter haben sich Ihre Positionen "hart erarbeitet" und nur der Chef habe Einsicht auf die Leistungsstatistiken, daher könne man ja gar nicht über andere Urteilen.
Auch wurde ein Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln gehänselt, hier wurde weggesehen, denn die beleidigende Person war natürlich einer der "schnelleren" Kommissionierer, so jemand möchte man natürlich im "Team" behalten.
Schade dass Rassismus hier nicht ernst genommen wird, gerade in der heutigen Zeit ein wahres Armutszeugnis.

Umgang mit älteren Kollegen

Wer nicht mehr funktioniert der muss leider gehen, Mitarbeiter mit körperlichen Leiden die über zehn Jahre in der Kommissionierung gearbeitet haben, bekommen Vier­au­gen­ge­spräche mit Führungskräften und Ihnen wird nahegelegt selbst zu kündigen.
Hierbei wird wieder massiv Druck ausgeübt, ich habe Mitarbeiter weinend aus dem Büro kommen sehen.
Es ist wirklich fragwürdig und auch rechtlich bedenklich wie hier mit Mitarbeitern umgegangen wird.
Man müsste meinen bei so einem großen Unternehmen müssten die Mitarbeiter doch entlastet werden können und anderweitig intern eingesetzt werden, Fehlanzeige.

Arbeitsbedingungen

Standart, die Geräte und Fahrzeuge funktionieren soweit.
Es ist alles auch gut beleuchtet, aber Tageslicht sieht man außerhalb der Pausen keines.
Meist ist der Lärmpegel ziemlich hoch, da viele Fahrzeuge unterwegs sind.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Für den niedrigen Preis von Discount Waren muss jemand leiden, leider wissen wir, dass es sich hierbei meist um das zu verarbeitende Tier und die Produktionsmitarbeiter handelt, einer ganz oben möchte sich schließlich auch noch die Taschen füllen.
Abgesehen davon wird sehr viel Ware in Plastikfolie eingepackt geliefert und wird auch wieder in Plastikfolie eingewickelt bevor sie das Lager verlässt.
Wirklich nicht schön, wenn man mal sieht wie viel Plastikmüll hinter den Kulissen anfällt.

Gehalt/Sozialleistungen

Ist für einen Lagerarbeiter okay, man könnte das Gehalt aber auch "Schmerzensgeld" nennen bei den massiven Belastungen für Körper und dank der ungeschulten Vorgesetzten auch für Geist.
Urlaub beträgt 30 Tage, braucht man aber auch unter diesen Bedingungen.

Image

In der Pause wird gerne mal schlecht über das Unternehmen gesprochen, die Mitarbeiter müssen eben Ihren Frust ablassen, einige Au­ßen­ste­hen­de denken zwar Aldi wäre ein guter Arbeitgeber, dem ist aber längst nicht mehr so.
Dies wird auch dank der heutigen Transparenz im Netz immer mehr publik.

Karriere/Weiterbildung

Keine Karrierechancen außer man ist mit den richtigen Leuten befreundet oder gar verwandt.
Schulungen wurden auch nie angeboten, selbst auf Nachfrage.