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LichtBlick 
SE
Bewertung

NICHT zu empfehlen - aus verschiedenen Gründen

1,5
Nicht empfohlen
Ex-FreelancerHat bei LichtBlick SE in Hamburg gearbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich glaube das habe ich ausreichend beschrieben.

Arbeitsatmosphäre

Für mich war relativ schnell klar, dass ich ziemlich allein gelassen werde. Die groß angekündigte Vertriebsunterstützung war oft nicht mehr als eine leere Blase. Du bekommst Deine Angebote und diverse Infomails. Dann noch im Abstand von 7-10 Tagen einen Anruf vom Vorgesetzten, um mal nachzufragen, "wie es ist". Geht man dann auf immer wiederkehrende Probleme (zu hohe Preise, schlechte Abwicklung, fehlerhafte Callcenter-Termine) ein, werden nur Durchhalteparolen runtergeleiert. Irgendwann spart man sich dann das Ansprechen von solchen Frust verursachenden Vorgängen und macht sein Ding, da die Vertriebsunterstützung ganz sicher kein Lichtblick ist.
Hinzu kam auch die komplett veraltete EDV-Unterstützung für den Außendienst, die Vertriebsbehindernden überteuerten und zu selten geänderten Gewerbe-Preise auf der Homepage, aber auch die generell schlechte Abwicklung von der Kundenanfrage, bis hin zum möglichen Abschluss. Hier vergingen teilweise zwei/drei Tage bis mir das Angebot vorlag. Und wenn in der Zeit die Börsenpreise gestiegen sind, brauchte man das Angebot beim Kunden gar nicht mehr vorlegen, da man eh teurer war. Ergo, interne Abschlussbehinderung durch organisatorische Fehler!

Kommunikation

Die Kommunikation zwischen uns selbständigen Handelsvertretern und dem Innendienst war leider sehr eingeschränkt. Von den hunderten Mitarbeitern in der Zentrale sollte man möglichst nur mit den "Experten" (z.B. über eine Sammel-Emailadresse) kommunizieren, die dann intern alles weitere klären wollten. Das klappte leider oft nicht bzw. nur mit verzögerten Antworten. Bei Kundenreklamationen die ich eingereicht hatte, dauerte es teilweise Wochen, bis eine Antwort kam, weil man das ja erst intern klären müsste und angeblich dies oder das zu einer Verzögerung führte. Den Ärger mit dem Kd. hatte ich, weil der sich nicht ernst genommen fühlte, da es länger keine richtige Antwort gab. Wenn man dann dem/der "Experten/-in" aber zu oft nachfragte, bekam man plötzlich doch die "Durchwahl" vom Bearbeiter, mit dem Hinweis "von mir hast Du die Nummer aber nicht". Und auf wundersame Weise konnten die Vorgänge plötzlich ruckzuck geklärt werden.

Aber auch so wurden zu oft Mails ignoriert. Mehrfach hatte ichAn na darum gebeten, dass ich vom Callcenter keine Termine mehr unter einer bestimmten Verbrauchshöhe oder in einer bestimmten Gemeinde bekommen wollte. Ich bekam sie trotzdem weiterhin.

Kollegenzusammenhalt

Ich für meinen Teil muss leider sagen , dass der Zusammenhalt zwischen dem Innendienst und uns Draußen katastrophal war. Wir Selbständigen, hatten teilweise untereinander in kleineren Gruppen Kontakt. Da wurden schon mal Tipps und aktuelle Probleme ausgetauscht. und besprochen. Das half wesentlich mehr, als das was "von oben" bei den Telefonaten rüber kam. Hier hätte der mehrfach geforderte, neu zu installierende, Vertriebsleiter sicher auch geholfen. Aber diese neu zu schaffende Stelle wurde abgelehnt.
Einen Zusammenhalt zum Innendienst scheiterte meiner Meinung nach, vor allem daran, dass es in der Zentrale nur die wenigsten interessierte, was wir Draußen wirklich an Unterstützung und notwendigen Angebotspreisen benötigen. Zu oft wurden Anfragen sofort mit "können wir nicht", "geht nicht", "wollen wir nicht" und ähnlichen Antworten direkt abgelehnt.

Work-Life-Balance

Wenn Du den ganzen Tag, die ganze Woche, den ganzen Monat und das ganze Jahr, ständig Sorge haben musst, genug Geld zum Leben zu haben, ist die Work-Life-Balance nicht wirklich so gegeben, weil dich der Job 24 Std. beschäftigt.
Liegt sicher auch daran, dass in dem Job ständig die Energiepreisentwicklungen beachtet werden müssen, aber es ist einfach kein Urlaub wenn Du am Strand liegst, Kunden anrufen, plötzlich und dringend ein Angebot wollen und Du dann in der Hoffnung auf einen guten Abschluss, gleich wieder auf "Strom" bist und Deine Erholung dahin ist.

Klar, es gab Monate da hatte ich mal sechs oder siebentausend als Provisionseinnahme, aber es gab auch genug Monate wo es nur knapp dreitausend waren, vor Abzug der Steuern und Kosten wie Kranken- und Rentenversicherung usw..

Vorgesetztenverhalten

Echte persönliche Unterstützung/Förderung habe ich nicht wirklich gespürt. Ganz im Gegenteil. Es wurde viel zu oft abgewiegelt, wenn es um hilfreiche Verbesserungen ging. Selbst bei Pet Ers Vorschlägen bei GK-Treffen, war es ähnlich. Auch da wurde fast alles gleich als unnötig oder nicht umsetzbar vom Tisch gewischt.

Anstatt mal vorab über wichtige Neuerungen & Änderungen mit dem Außendienst zu sprechen, wie man es aus anderen Unternehmen kennt, wurden wir meist einfach vor vollendete Tatsachen gestellt und teils wie vor den Kopf gestoßen.

Interessante Aufgaben

Es hätte interessant werden können, mit der richtigen Technik (mobile EDV-Geräte für Alle, Live-Tarifrechner mit direkter Abschlussmöglichkeit beim Kunden vor Ort) mit Preisen die wettbewerbsfähig sind und nicht ständig über den Angeboten des Wettbewerbs lagen, Zusätzlich wären wirklich gute Terminvereinbarungen hilfreich gewesen und eine zeitgemäße Abwicklung. So war es ein ständiger Kampf und Krampf, plus der ständige Frust über die Kundenabsagen, nur weil wir zu teuer waren.

Gleichberechtigung

Soweit ich es mitbekommen habe, gibt es zwar auch einige wenige Frauen in verantwortungsvolleren Positionen, aber die wirklich wichtigen Positionen sind weiterhin nur männlich besetzt.

Arbeitsbedingungen

Ich habe leider noch nie so schlechte Arbeitsbedingungen und Unterstützung vorgefunden.

Vor allem die EDV/Software und war völlig überholt.

Ich habe aber auch noch nie so oft gehört oder gelesen "können wir nicht/geht nicht". Mir sagte mal jemand in einer anderen Firma, "geht nicht, gibt es nicht", und selbst wenn es dann doch nicht ging, hattest Du immer das Gefühl, dass ALLE ihr Bestes versucht haben. Dieses Gefühl wurde bei LichtBlick leider nur sehr selten vermittelt.

Viel zu oft dachte ich. "lächerlich, wir haben 201. und ihr bekommt sowas angeblich nicht hin, was andere schon seit 5 Jahren nutzen".

Und dann gab es ja auch noch diese Kaltaquise-Termine vom so hochgelobten Callcenter. Circa 50% der vereinbarten Termine wurden von den Interessenten 1-2 Tage später direkt wieder abgesagt und beim Rest, waren dann viel zu oft Termine mit Personen gemacht worden, die überhaupt keine Entscheidungsträger waren und schlimmer noch, oft überhaupt nichts mit dem Thema Energie zu tun hatten. Sprich von 10 übermittelten Terminen waren maximal zwei wirklich interessant.
Irgendwann macht man dann einfach nur sein Ding, weil die Vertriebsunterstützung ganz sicher kein Lichtblick war/ist.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Zwei Sterne für das Umweltbewusstsein, aber mehr auch nicht, da das Sozialbewusstsein nicht wirklich vorhanden sein kann. Zu fortgeschrittener Stunde und dem ein oder anderen alkoholischen Drink, kam man bei den Weihnachtsfeiern mit ein paar Kollegen aus der Zentrale ins Gespräch und viel zu oft hörte ich, wie unzufrieden sie mit dem doch geringen Gehalt sind. Und das vor allem, weil man in Hamburg ansässig ist, wo die Lebenshaltungskosten bekanntlich deutlich höher sind. Da muss sich dann auch niemand wundern, wenn viele gute und kompetente Innendienstmitarbeiter/-innen Lichtblick relativ schnell wieder verlassen.
Wenn ich dann noch unsere niedrigen Provisionssätze hinzunehme, fehlt es definitiv an Sozialbewusstsein. Da hilft dann auch nicht die Wiederaufforstung der Regenwälder.

Und wenn man hier aktuelle Bewertungen liest, wie scheinbar mit langjährigen Mitarbeitern der internen IT zuletzt umgegangen wurde, sieht man ja wie unwichtig Sozialbewusstsein zu sein scheint.
Und nicht zu vergessen, die Auflösung des Privatkundenvertriebs ein, wo die Kollegen komplett ohne Vorwarnung plötzlich auf der Straße standen. Mal abwarten wann es die restlichen GK-Kollegen auch so erwischt.

Gehalt/Sozialleistungen

Die Provisionssätze waren zu meinem Zeitpunkt einfach lächerlich. Für Termine bei Firmenkunden, wo man evtl. 50-60 Euro verdienen konnte, sollte man oft 80-90 Kilometer (eine Strecke) fahren.
Leider bin ich beim Bewerbungsgespräch damals auf die Aussage reingefallen, dass man im Schnitt 70-80.000 Euro und mehr pro Jahr verdienen würde und mein Gebiet wohnort nah sei. Ich hatte in meinen beiden Jahren max. 45.000 Euro/Bruttojahreseinkommen. Und wenn man dann noch berücksichtigt das Du als Selbständiger alles selbst zahlen musst, ist das für die Kilometer die ich gefahren und Stunden die ich gearbeitet habe, einfach zu wenig. Leider gab es auch mehrere Kollegen die deutlich weniger verdient haben und schnell wieder weg waren.

Image

Man schmückt sich auch heute noch damit, dass LichtBlick der Pionier unter den Ökostrom-Anbietern sei. Das war vielleicht mal so, aber mittlerweile ist LichtBlick, Draussen bei Neukunden ein kompletter Niemand, weil man es bis heute nicht geschafft hat, dieses Unternehmen bundesweit durch Werbung gut zu positionieren und richtig bekannt zu machen. Mit geschönten Zahlen a la "wie sind 1 Millionen LichtBlicker" und dem schwelgen in Erinnerungen (Wir waren der Ökostrom Pionier) überzeugst Du heute keinen Interessenten mehr. Und schon gar nicht im Gewerbekunden-Bereich, wo in 95% der Fälle nur die nackte Zahl im Angebot entscheidet. Wenn da bei zwei Anbietern "Ökostrom" auf dem Angebot steht und Du als Lichtblick-Außendienst preislich drüber liegst, bist Du halt raus, ganz egal wie sehr Du dich um den Kunden bemüht hast. Geiz ist halt nach wie vor geil. Da reichen oft schon 200 Euro Unterschied. Mittlerweile hat man es aber tatsächlich mal geschafft, die Homepage zu überarbeiten.

Karriere/Weiterbildung

Karriere? Wie denn?
Als ich anfing hatte ich die Hoffnung mir auch bei LichtBlick ein eigenes Vertriebsteam aufzubauen, aber ich musste ja selbst jeden Tag kämpfen, um am Monatsende ausreichend Geld verdient zu haben.

Weiterbildung bei LichtBlick? Haha... ich habe bei gut informierten Kunden viel Neues gelernt.


Umgang mit älteren Kollegen

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Arbeitgeber-Kommentar

Miriam Anna JungfleischRecruiterin

Liebe/r Autor-/in,

vielen Dank, dass du dir die Zeit für eine so ausführliche Bewertung genommen hast!
Sehr schade, dass du uns so wahrnimmst und in den letzten Wochen keine guten Erfahrungen machen konntest.

Wir können nicht auf alles eingehen, unter anderem auch, weil du ja kein Mitarbeiter bei uns bist, sondern als Freelancer für uns tätig bist.

Deine negativen Anmerkungen haben wir aber mit unserem Bereich Geschäftskundenvertrieb besprochen.
Vereinzelt kann es natürlich immer zu Kommunikationssschwierigkeiten kommen, aber wir haben hier viel Potential erkannt und viele Verbesserungen vorgenommen. Wenn du hier weiteren Input hast, dann ist der Fachbereich total offen für Vorschläge.

Diversität ist übrigens bei uns gerade ein Top-Thema, in den letzten Jahren haben wir das Thema nicht oben auf der Agenda gehabt, mittlerweile sind wir aber wieder toll aufgestellt und können wichtige Veränderungen begrüßen. Es ist hier sehr wichtig, von außen gespiegelt zu bekommen, wie hier die Außenwahrnehmung ist, daher vielen Dank für die Einschätzung!

Zu unserem Image und der Homepage: Uns ist in den letzten Jahren auch bewusst geworden, dass wir uns auf dem Markt anders und modern darstellen müssen und möchten. Im Zuge de Rebrandings haben wir auch eine tolle neue Website gestaltet: https://www.lichtblick.de/

Feedback zu uns als dein Partner kannst du direkt auch bei deinem Ansprechpartner bei LichtBlick im Bereich Geschäftskundenvertrieb platzieren. Wir geben Feedback aber auch gerne immer weiter, da wir als Arbeitgeber für festangestellte Mitarbeitende hier keine Möglichkeit haben, dein Anliegen direkt zu besprechen. Dein Anliegen wird bei uns natürlich vertraulich behandelt.

Wir hoffen, dass sich die Punkte klären und wünschen dir eine gesunde nächste Zeit.
Viele Grüße
Miriam
LichtBlick SE I People & Culture