MaibornWolff GmbH als Arbeitgeber

  • München, Deutschland
  • BrancheIT
MaibornWolff GmbH

3 von 176 Bewertungen von Mitarbeitern (gefiltert)

Mit Kommentar
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Score-Details

3 Mitarbeiter haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,2 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.

Keiner dieser Mitarbeiter hat den Arbeitgeber in seiner Bewertung weiterempfohlen.

Der statistische Pessimist?

3,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat im Bereich IT bei MaibornWolff GmbH in Frankfurt am Main gearbeitet.

Wie kann dich dein Arbeitgeber im Umgang mit der Corona-Situation noch besser unterstützen?

Siehe einzelne Punkte

Arbeitsatmosphäre

Grundsätzlich gut. Habe auch nicht so gute Erfahrungen mit einzelnen Kollegen gemacht. Ist abhängig von den einzelnen Personen.

Image

Das Image, sprich die Aussenwahrnehmung, ist unumstritten top. Sich verkaufen und gut darstellen, das kann die Firma auf jeden Fall.

Work-Life-Balance

Überstunden und flexible Arbeitszeitmodelle sind Top, die Kontierung der Fahrtzeit und Fortbildungen sind die beiden Sterne Abzug. (Tipp, im Vorstellungsgespräch die beiden Punkte erfragen).

Karriere/Weiterbildung

Auch ein großer Kritikpunkt, der stark mit dem Gehalt korreliert. Gefühlt kommt man nur sehr sehr schwer die Karriereleiter hoch. Zwei Sterne gibt es, weil es bei Fortbildungen hier besser ausschaut. Eigentlich wollte ich aber nur einen Stern geben.

Gehalt/Sozialleistungen

Größter Kritikpunkt. Deutlich unter dem Münchner IT Durchschnitt in meinem Fall.
Schlimm war hier, dass einem beim Vorstellungsgespräch wunder was vorgerechnet wurde, was man verdienen KÖNNTE, am Ende aber sehr wenig davon bei mir auf dem Konto angekommen ist. Eine ehrliche Kommunikation wäre mir hier lieber gewesen. Ich kategorisiere sowas unter "Marketing", worauf ich dieses Mal leider reingefallen bin.

Und: Bei einer Antwort einer vorigen Bewertung hieß es, es gäbe bspw. für Münchner Kollegen nicht mehr Geld, da ja alle Kollegen an allen Standorten die gleiche Arbeit verrichten. Das heißt dann, dass die Kollegen in anderen Ländern auch das gleiche Gehalt bekommen, was mich natürlich für diese Kollegen sehr freut, top! :)

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ich habe das Thema als übertrieben oft und intensiv diskutiert empfunden, weshalb es mich genervt hat und deswegen negativ auf mich gewirkt hat. (Wir sind ja soooo umweltbewusst und ethisch korrekt usw.)

Kollegenzusammenhalt

Oberflächlich ist jeder nett und höflich zueinander, aber eigentlich schaut dann doch wieder jeder nur auf sich, wie bei allen Firmen eigentlich. Ist hier auch nicht anders.

Vorgesetztenverhalten

Grundsätzlich nett und hilfsbereit. Ich persönlich habe mich aber oft zu wenig unterstützt gefühlt. Natürlich ist dies eine Firma, bei der man sehr proaktiv sein sollte, jedoch finde ich, besonders bei nicht so berufserfahrenen Kollegen, sollte man schon etwas mehr von Seiten der Führungskräfte auch aktiv führen (können). Dies war meiner Erfahrung nach nicht gegeben. Diese Ansicht ist aber sicher sehr unterschiedlich von Person zu Person.

Arbeitsbedingungen

Fehlende Klimatisierung wurde schon Mal angesprochen, ebenso gab es zu meiner Zeit auch ein Problem mit der Anzahl der Arbeitsplätze, deshalb die beiden Sterne Abzug.

Kommunikation

Keine Verbesserungsvorschläge.

Interessante Aufgaben

Kommt auf das Projekt an. Positiv hier hervorzuheben ist die Möglichkeit, firmenintern an neuen Technologien zu forschen.


Umgang mit älteren Kollegen

Gleichberechtigung

Arbeitgeber-Kommentar

MaibornWolff-Team

Hallo liebe Schreiberin oder lieber Schreiber,

danke, dass Du Dir Zeit für ein ausführliches Feedback an uns nimmst. Daraus lernen wir. Zu drei Deiner Anmerkungen würden wir gern etwas fragen bzw. anmerken.

Rückfrage zu Deinem Feedback übers Gehalt: Früher gab es ein Modell mit variablen Anteilen, das im Vorstellungsgespräch erklärt wurde, das stimmt. Genau hier hat unser Führungskreis aus Kritik der Mitarbeitenden gelernt und letztes Jahr auf ein reines Fix-Gehalt umgestellt, ohne variable Anteile. Dabei wurden alle Gehälter auf den 100-Prozent-Wert gehoben. Die Erklärung im Bewerbungsgespräch braucht es also nicht mehr. Und auch das Weiterbildungsbudget ist weiter vertraglich zugesichert. Bezieht sich Deine Kritik auf dieses aktuelle Modell? Vielleicht magst Du mir dazu Details geben? Gern per E-Mail an mich oder anonym über das Kontaktformular der Website.

Was die Gehaltshöhe angeht: Es gibt in München sicher einige Unternehmen, die Dir ein höheres Fixgehalt anbieten. Uns sind zusätzlich zum fairen Gehalt Faktoren wichtig wie F&E und Weiterbildung, keine Überstundenkultur und eine hohe Flexibilität für Deine Lebenslagen. Entsprechend sieht das Paket aus, das das Unternehmen den Mitarbeitenden finanziert. Und dabei wird es immer wieder Menschen geben, mit denen wir gern arbeiten, und die trotzdem für sich einen anderen Mix suchen.

Dass Du das Thema Karriere so restriktiv erlebt hast, ist sehr schade. Schön, dass es wenigstens bei der Weiterbildung besser aussah.
In unserem Entwicklungsmodell prüfen Führungskräfte jährlich, ob deine Einstufung erhöht wird. Dabei geht es um Entwicklung und Können. Noch mal: Schade, dass Du das anders erlebt hast. Für viele Deiner ehemaligen Kolleg_innen ist es aufgegangen: In der letzten Gehaltsrunde ist weit mehr als die Hälfte des Teams eine oder sogar mehrere Stufen angehoben worden. Mit entsprechenden Gehaltszuwachs. Von Karriereleiter sprechen wir trotzdem nicht – denn Verantwortung übernehmen Menschen bei uns ganz unabhängig von der Einstufung.

Dein Feedback zum Vorgesetztenverhalten finde ich stimmig, und ja, die Bedürfnisse nach mehr oder weniger Führung sind sicher von Person zu Person unterschiedlich. Gerade weil wir viel Raum für Eigeninitiative geben, hilft es jeder Führungskraft, wenn uns das jemand durch sein oder ihr Feedback bewusst macht. Vielen Dank für Deine differenzierte Einschätzung!

Liebe Grüße, Simon
Leiter Talent Acquisition

Es ist nicht alles Gold was glänzt ...

3,1
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat im Bereich IT bei MaibornWolff GmbH in München gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Bezahlungn anpassen und Fehlerkultur zulassen

Arbeitsatmosphäre

Nette Arbeitsatmosphäre mit vielen freundlichen Kollegen. Hohe Fluktuationsrate weist jedoch darauf hin, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Die Führungskultur ist stark vom jeweiligen Bereich abhängig.

Image

Es wird bei MaibornWolff viel Wert auf ein gutes Images gelegt. Man wird angehalten Bewertungen auf allen bekannten Plattformen abzugeben (kununu, great place to work, etc.). Jedoch bröckelt es hinter der Fassade. Viele Mitarbeiter, gerade in den unteren Stufen, sind unglücklich.

Work-Life-Balance

Bis spät nachts und am Wochenende sitzt man oft am Schreibtisch, um den Forderungen nach Exzellenz gerecht zu werden. Arbeiten bei MaibornWolff wird als Spaß oder Hobby verstanden, sodass man seine Freizeit teilweise opfern muss. Wenn der Kollege seine gesamte Freizeit einem Forschungsprojekt widmet, ist man angehalten auch mitzuziehen. Zwar ist dafür der projektfreie Freitag gedacht, dieser existiert allerdings nur auf dem Papier.

Karriere/Weiterbildung

Es gibt ein jährliches Weiterbildungsbudget, welches frei eingesetzt werden kann. Allerdings beschränkt sich die Auswahl auf interne Workshops. Weiterbildungsangebote von außerhalb sind nur schwer argumentierbar. Auch muss für jeden Weiterbildungstag ein halber Urlaubstag geopfert werden.

Gehalt/Sozialleistungen

In der IT-Branche reiht sich MaibornWolff in Sachen Gehalt sehr weit hinten ein. Standortpauschalen gibt es nicht, sodass die Gehälter im Großraum München weit abgeschlagen sind. Die volle Auslastungsprämie ist nicht erreichbar, Weihnachtsgeld gibt es nicht und die jährliche Gewinnbeteiligung kann man leicht auf den Gehaltszettel übersehen. Fahrtkosten zum Kunden im Raum München müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es gibt eine Spendenaktion zum Ende des Jahren.

Kollegenzusammenhalt

Es herrscht in den unteren Positionen ein bitterer Konkurrenzkampf. Um der schlechten Bezahlung (siehe Gehalt/Sozialleistungen) zu entgehen, ist das Streben in eine höhere Position aufzusteigen groß. Dafür wird gefordert aus der Menge herauszustechen, sodass sich Kollegen im Ausarbeiten von innovativen Themen gegenseitig ausspielen.

Arbeitsbedingungen

Bei MaibornWolff gibt es keinen festen Schreibtisch. Jeder Mitarbeiter erhält zu Beginn einen Laptop und einen Rollcontainer. Die Großraumbüros fördern zwar kurze Kommunikationswege, tragen aber auch zu einer hohen Geräuschkulisse bei und erschweren das konzentrierte Arbeiten sehr.

Freitags lebt MaibornWolff den sogenannten Office-Tag, der allen Mitarbeitern die Möglichkeit gibt sich zu treffen und sich auszutauschen. Dies hat allerdings zur Folge, dass man freitags nach 8.00 Uhr keinen Platz in den Großraumbüros findet. Oft muss man sich dann mit einem Platz neben der Kaffeemaschine in der Küche genügen.

Die technische Ausstattung ist entsprechend dem Standard. Ein dickes Minus gibt es jedoch für die fehlende Versicherung der persönlichen Ausstattung. Bricht das Display des Mobiltelefons, muss es aus eigener Tasche bezahlt werden. In anderen Unternehmen ist es üblich, dass mit einer Schutzfolie das Mobiltelefon versichert ist. Hier wurde gespart.

Kommunikation

Erfolge kann MaibornWolff groß feiern. Wohl eher um die allgemeine Unzufriedenheit der Mitarbeiter zu verschwiegen. Zwar bestätigt die offizielle Befragung eine andere Meinung, im direkten Dialog erfährt man jedoch viel über Missstände.

Gleichberechtigung

Zwar finden sich für die IT-Branche bei MaibornWolff überdurchschnittliche viele Frauen, allerdings sucht man im fünfköpfigen Vorstand danach vergeblich.

Interessante Aufgaben

Fast wöchentlich wird von den Geschäftsführern vor versammelter Mannschaft präsentiert, welche Ausschreibungen von innovativen Projekten man erhalten hätte. Allerdings ist es in der Realität dann meist anders. Softwareentwicklungsprojekte nach Standard sind keine Seltenheit, innovative Technologien sucht man vergeblich und der Wechsel des Projektes gestaltet sich schwierig.


Umgang mit älteren Kollegen

Vorgesetztenverhalten

Arbeitgeber-Kommentar

Volker Maiborn, Geschäftsführer
Volker MaibornGeschäftsführer

Liebe ehemalige Kollegin,
lieber ehemaliger Kollege.

Danke für den ausführlichen Eindruck Deiner Zeit bei MaibornWolff, auch und gerade weil er auch kritische Punkte anspricht. Ich halte es zwar für eine second-best-Lösung erst nach der aktiven Zeit auf einer anonymen Plattform Kritik zu äußern und hätte es sehr wertvoll gefunden persönlich mit Dir zu sprechen. Aber besser so, als gar nicht.

In den vielen Aspekten, die Du ansprichst, gibt es einige, die ich gut verstehe und teile. Andere wiederum bleiben etwas im Unklaren und sind nicht unmittelbar nachvollziehbar. Bei wenigen kann ich dir gar nicht zustimmen. Das wird Dich nicht überraschen, denn Du weißt selbst: jeder erlebt seine Wirklichkeit subjektiv anders. Und das erst recht weil für über 400 Mitarbeitende in zwölf operativen Bereichen, fünf Corporate Services Bereiche, in fünf Büros in vier Städten natürlich keine einheitlichen Bedingungen gegeben sind.

Ich will gerne auf die meisten Deiner Punkte eingehen und sie mit Fakten hinterlegen und Dir dabei auch ganz offen meine Perspektive schildern. Das mache ich bewusst ausführlich, dann kann jede*r entscheiden wieviel sie/er davon lesen möchte.

Du sprichst eine „hohe Fluktuationsrate“ an. Sie liegt bei knapp 8% in 2017 und damit in einem für junge, wachsende Firmen normalen Bereich. Zu eigentlich allen Mitarbeitenden, die sich verändern, haben wir ein gutes Verhältnis – ich hoffe, auch zu Dir! Wir halten es für absolut legitim und nachvollziehbar, dass die überwiegend jungen Menschen – der Altersschnitt ist derzeit rund 32,5 Jahre -, die oft direkt nach dem Studium zu uns kommen, nach einer gewissen Zeit etwas anderes kennenlernen wollen. Die Zeiten einer „lebenslangen Stelle“ sind ja vorbei. Manchmal fördern wir es sogar, wenn jemand für sich eine tolle Chance außerhalb unseres Unternehmens entdeckt, dass er diese dann auch wahrnehmen kann. Manche Ex-Kolleg*inn*en kommen später zurück, und übernehmen dann auch verantwortungsvolle Aufgaben – du kennst diejenigen vermutlich selbst. Andere beauftragen uns als Kunden. Und wieder andere bleiben einfach gute Freunde. Daher ist „Fluktuation“ für uns kein Defizit, sondern oft Ausdruck von Veränderungsbereitschaft und Neugierde und eine Erweiterung unseres Netzwerks. Natürlich wird es auch die eine oder den anderen geben, der uns verlässt, weil er mit den Bedingungen unzufrieden ist. Vielleicht zählst Du zu dieser Gruppe. Und vielleicht hätte ein offenes Gespräch zur rechten Zeit die Bedingungen für Dich verbessern können.


„Schlechte Bezahlung“ ist einer Deiner Kritikpunkte. Mei, hier gibt es naturgemäß immer unterschiedliche Auffassungen. Du weißt selbst, dass wir 2017 unter großer Beteiligung der Mitarbeitenden das Gehaltssystem verändert haben, um offensichtliche Ungereimtheiten zu beseitigen, die sich im Laufe der Zeit eingeschlichen hatte. Daran siehst Du, dass wir uns dem Thema Gehalt sehr bewusst und aktiv annehmen. Wir vergleichen Gehälter regelmäßig mit ähnlichen Unternehmen, passen die Gehälter für Einzelne oft ganz erheblich nach oben an und sind mit der Gesamtvergütung am oberen Rand des Durchschnitts. Aber ja, es gibt Unternehmen, in denen die Fixgehälter höher liegen. Allerdings muss man bei Vergleichen auch sehr genau hinschauen: Es gibt bei MaibornWolff keine einzige unbezahlte Überstunde, sondern ein sehr flexibles Arbeitszeitkonto. Die betriebliche Altersvorsorge ist komplett arbeitgeberfinanziert, damit sie auch von jungen Menschen rechtzeitig in Anspruch genommen wird und sie auch nach 2050 noch ein gutes Alterseinkommen haben. Es gibt eine Gewinnbeteiligung, die für alle Mitarbeiter, auch Werkstudenten ca. 1.000,- € beträgt und ein garantiertes Weiterbildungsbudget in Höhe eines Monatsgehalts, eine Übernachtungspauschale zusätzlich zur Reisekostenerstattung und viele Leistungen, die nicht direkt auf Deinem Konto landen. Und es gibt viele „Above Expectation“-Prämien, um besonderes Engagement zu honorieren.
Klar, kann man das auch anders gestalten und alles als Fixgehalt bezahlen. Wir halten ein ausgewogenes Gesamtpaket für sinnvoller. Aber wir verstehen auch, wenn jemand vor allem sein Gehalt maximieren möchte und auf andere Aspekte weniger Wert legt.
Ach so, und Standortpauschalen gibt es ganz bewusst nicht: es gibt Standorte mit niedrigeren Lebenshaltungskosten als München, Augsburg zum Beispiel - aber warum sollten die Kolleg*inn*en dort für die gleiche Arbeit weniger bekommen? Uns ist wichtiger, dass es Zulagen für soziale Härtefälle und für unverschuldete Notfälle gibt oder zinslose Darlehen, wenn mal Not am Mann ist.
Ist das nicht auch aus Deiner Sicht sozialer und vernünftiger?

Ein Punkt, bei dem Du zurecht den Finger in die Wunde legst, ist der 100%-ige Männeranteil in der Geschäftsführung. Weil Du hier warst, weißt Du, dass das historische Gründe hat. Es gibt bereits einige Bereichsleiterinnen. Wir tun viel, um noch mehr Frauen als die aktuellen 30% zu MaibornWolff zu bekommen und vor allem um mehr Frauen in Führungsaufgaben zu bekommen. Wir sind auf einem guten Weg, aber noch ist das definitiv ein Defizit. Wir freuen uns über jeden konkreten Vorschlag.


„Kein fester Arbeitsplatz“: hm, stimmt, das fänden wir tatsächlich gut, weil es viel dynamischer und sozialer ist: Man lernt mehr Leute kennen und bleibt flexibel. Aber de facto setzen sich die allermeisten am Dienstag an den selben Platz wie am Montag. Den letzten Rollcontainer haben wir vor drei Jahren gekauft. Die (fast) einzigen, die wirklich keinen festen Arbeitsplatz haben, sind die Geschäftsführer. Mit „Kosten sparen“ hat das übrigens alles nichts zu tun: es gibt ja in Summe über alle Büros mehr Arbeitsplätze als Mitarbeiter, anders als bei den meisten Beratungsunternehmen.
Anyway, du weißt ja selbst, dass wir in alle Büros sehr viel Geld investieren, um eine Umgebung zu schaffen, in der sich Menschen wohlfühlen. Größere Büros sind in agilen Projekten nun mal sinnvoller als Einzelbüros. Vom Akustiker geplante Schallschutzdecken und -wände gibt es in fast allen größeren Büroräumen. Und wenn Dir das nicht reicht, kennst Du ja die Möglichkeit auf Firmenkosten einen Noise Cancellation Kopfhörer zu bestellen. Oder Du arbeitest im HomeOffice. Genug Optionen, dem „Lärm“ der Kolleg*inn*en aus dem Weg zu gehen.

Zwei Punkte, bei denen Du die Rahmenbedingungen leider missverstanden hast, sind
1. die Weiterbildung: natürlich darfst Du das Budget auch für externe Veranstaltungen oder Konferenzen nutzen - und das tun auch sehr viele. Interne Lernangebote – vor allem wenn sie von Kollegen angeboten werden – halten wir aber trotzdem für sehr wertvoll: sie sind für den einzelnen günstiger, du triffst Kolleg*inn*en aus anderen Bereichen, wir können die Qualität sichern und das Thema genauer fokussieren. Sein Wissen an Kolleg*inn*en weiterzugeben, kann doch kein Fehler sein, im Gegenteil. Schade, dass Du das nicht schätzen konntest.

2. die Handyversicherung: es gibt selbstverständlich eine Elektronikversicherung, die für Schäden aufkommt, aber so wie jede andere Versicherung auch Fahrlässigkeit ausschließt und eine Selbstbeteiligung hat. Immerhin bekommt jeder außer den sporadisch anwesenden Werkstudierenden vom ersten Tag an ein iPhone, das er nach zwei Jahren privat behalten kann. Findest Du nicht, dass da die Kosten für einen selbst verursachten Schaden selbst getragen werden können? Die Idee als Default eine Schutzfolie mit auszuliefern ist allerdings gut, danke!


Nun noch zu drei mir sehr wichtigen Aspekten, bei denen ich Deine Einschätzung ernst nehme, aber dennoch nicht nachvollziehen kann:

Erstens, der „Konkurrenzkampf“, den Du beschreibst. Ich erlebe das tatsächlich überhaupt gar nicht und habe eher den Eindruck, dass das Gegenteil der Fall ist. Ich sehe sehr viele Situationen, in denen sich die Kolleg*inn*en gern, unkompliziert und effektiv gegenseitig unterstützen und gemeinsam Dinge voranbringen. Das ist sehr gut so, weil wir in ALLEN Aspekten unseres Arbeitens daran glauben, dass Kooperation mehr bringt als Konkurrenz. Dafür gibt es sehr viele Beispiele, unter anderem, wie wir mit anderen IT-Firmen zusammenarbeiten. Ein Konkurrenzdenken ist uns wirklich sehr fremd. Es gibt auch keinerlei Anlass dafür, denn es gibt ja keine begrenzte Anzahl von „Stellen“, um die man sich streiten müsste. Wozu sollte die Konkurrenz also gut sein? In der jährlichen Einstufungs- und Gehaltsrunde wird jeder für sich betrachtet. Es gibt auch kein „Gehaltserhöhungsbudget“, das wir verteilen und um das man sich streiten müsste.
Wenn Du Dein Verhältnis zu Kolleg*inn*en als Konkurrenz empfunden hast – und ich gehe davon aus, dass das tatsächlich so war - tut mir das aufrichtig leid. Es kann natürlich Situationen geben, in denen sich Menschen in Deiner unmittelbaren Umgebung so verhalten, dass Du es als kompetitiv empfindest. Hier wäre es wirklich sehr gut und hilfreich gewesen, Deine Wahrnehmung unmittelbar zu thematisieren und Missverständnisse zu klären. Nicht nur, aber gerade in solchen Situationen wünschen wir uns, dass Du das Gespräch mit Bereichsleitern und Geschäftsführern suchst, oder auch mit der Vertrauensfrau. Denn einem Konkurrenzdenken wollen wir von Anfang an aktiv entgegenwirken! Gut, dass Du den Punkt angesprochen hast – aber noch besser wäre gleich und mit konkreten Schilderungen gewesen.

Zweitens „Arbeitszeiten spät nachts“: Auch hier erlebe ich die Situation diametral entgegengesetzt zu Dir. Nach 19 Uhr – egal an welchem Werktag sind allenfalls noch Einzelne im Büro. Das weiß ich, weil ich meist selbst einer der Letzten bin. Und auch die objektiven Zahlen sprechen nicht dafür: Über alle gibt es eine „Überstunden“quote von ca. 2-3%. Ja, im Projektgeschäft gibt es natürlich einzelne Situationen, in denen vor einem Go-Live mal etwas fertig werden muss und ein Abend mal länger wird. Und die Überstunden sind sicher auch nicht über alle gleich verteilt – sicher gibt es Kollegen, die zeitweise sehr viel arbeiten. Andererseits -und das ist das Wichtige dabei – hast Du die völlige Freiheit wann und wo du arbeitest – solange Du gut und effektiv mit Deinen Kolleg*inn*en und Kund*inn*en kommunizierst. Das gibt Menschen, die gerne abends arbeiten, oder die tagsüber private Angelegenheiten klären wollten, die Chance auch mal in den Abend hinein im Büro zu sein. Die Freiheit seine Arbeitszeit selbst zu gestalten braucht auch die Kompetenz, damit gut umzugehen.

Auch hier hätte ein Gespräch zur rechten Zeit sicher sofort Abhilfe schaffen können. Schade, dass Du es nicht gesucht hast, um Deine Situation zu verbessern. Eigenverantwortung geht einher mit großer Selbstbestimmung: Sie beinhaltet aber auch, für die eigene Situation eine Problemlösung zu finden.

Und schließlich der Aspekt „innovative Technologien“: Du schreibst, obwohl „der Vorstand“ wöchentlich innovative Projekte präsentiere, würdest Du vergeblich danach suchen. Hm. Nun bin ich ja einer der Geschäftsführer (Vorstände haben wir gar keine) und verpasse dann wohl regelmäßig die wöchentliche Präsentation meiner vier Kollegen. ;) Aber im Ernst: was genau verstehst Du als „innovative Technologien“ nach denen Du vergeblich suchst? Sicher gibt es Projekte, die ganz "normale" Java-Entwicklung sind. Aber auch die können ziemlich interessant und anspruchsvoll sein; das ist ein Frage der Perspektive. Ich denke, dass wir mit echten Kunden-Projekten mit Blockchain, Virtual Reality, IoT, WebApp´s, Testautomatisierung, DevOp´s, CloudNative, Microservice-Architekturen und seit kurzem auch AI sehr viele sehr aktuelle Technologien konkret einsetzen. Das Gleiche gilt für aktuelle Methoden im Consulting. Das ist doch ein sehr breites Spektrum, findest Du nicht?
Klar, wir sind kein Forschungsinstitut, sondern setzen auf das, was für das Geschäft unserer Kunden stabil Nutzen stiftet. Kann sein, dass Dir das nicht reicht. Dann ist es legitim, dass Du Dich weiter spezialisierst und einen anderen Arbeitgeber findest, der Deinen Erwartungen besser gerecht wird.

Was ist das Fazit aus all diesem öffentlichen, abstrakten Hin- und Her unserer beiden Perspektiven: Es wird immer wieder Situationen geben, in denen Erwartungen enttäuscht werden. Dann ist es gut, daraus Konsequenzen zu ziehen. Eine Konsequenz kann ein Jobwechsel sein. Eine andere das aktive Engagement für einer Veränderung der Situation. Jede Unternehmenskultur lebt nur vom täglichen Verhalten der Menschen in der Organisation und jeder trägt seinen Teil dazu bei und hat eine Mitverantwortung. Dazu gehört dann auch der Mut kritische Aspekte anzusprechen und zu verändern. Ich wünsche Dir aufrichtig, dass Deine neue Stelle, Deinen Erwartungen eher gerecht wird – und dass Du dort, wo es noch nicht optimal ist, aktiv zur Verbesserung beiträgst. Wenn Du Lust hast, können wir den Dialog gerne auch jetzt noch persönlich führen: meine Mailadresse hast Du.

Früher war alles besser

3,1
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei MaibornWolff GmbH in München gearbeitet.

Arbeitsatmosphäre

Das ist projektabhängig. Meiner Ansicht nach kommt es hier auf Größe des Projektes und Art des Kunden an. Je größer das Projekt, desto größer das Gefühl, ein kleines Zahnrad ohne Einfluss zu sein, da sich hier stark Hierarchien und Zuständigkeitsstufen abzeichnen.

Image

MaibornWolff hat ein ausgezeichnetes Marketing und Recruitment.

Work-Life-Balance

Man bleibt i.d.R. bei der 40h Woche. Es gibt ein Arbeitszeitkonto mit Unter- und Obergrenze.

Es gibt ein gutes Konzept zu Sabbaticals. Diese werden auch von zahlreichen Kollegen in Anspruch genommen.

Was Urlaub angeht, wird von diesem die Hälfte der Weiterbildungszeit abgezogen. Das ist nicht nur ein unlauterer Wettbewerb gegenüber anderen Arbeitgebern, sondern wahrscheinlich sogar rechtswidrig. "Der Erholungsurlaub hat den Zweck, es dem Arbeitnehmer zu ermöglichen, sich zu erholen und über einen Zeitraum für Entspannung und Freizeit zu verfügen" - EuGH Urteil 20. Januar 2009 - C-350/06 - Randnummer 26,
Einen Betriebsrat, der dafür einsteht, gibt es natürlich nicht.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ziemlich gut ist Option, selbst über eine Art Spendenbudget zu entscheiden. Mögliche Spendenempfänger kann man vorschlagen.

Kollegenzusammenhalt

Wachstum:
Ob man drauf steht, ständig neuen Leuten auf dem Flur zu begegnen, ist Geschmackssache. Dem Teamgeist fördert es jedenfalls eher nicht. Wo ist das Ende der Wachstumsfahnenstange? Was habe ich vom Wachstum? Haben neue Mitarbeiter ähnliche Qualifikationen wie ich? Oder zumindest eine ähnliche Sicht auf IT? Oder sind sie IT Neulinge, die sich einfach nur in Projekten gut verkaufen lassen? - Das sind Fragen, die sich für mich nicht immer positiv beantworten lassen. Natürlich leidet auch die Qualität unter dem starken Wachstum.

Team Events sind in meinem Bereich eher eine Ausnahme. Man sitzt mit Leuten am Tisch, mit denen man sonst nichts bis wenig zu tun hat. Hauptsache das Budget wird versoffen, naja.

Siehe auch "Gehalt / Soziales"

Vorgesetztenverhalten

Durch das starke Wachstum ist mein Vorgesetzter überlastet. Ein Persönliches Verhältnis zu ihm habe ich nicht. So wie ich das sehe, ist diese Situation für meine Kollegen ähnlich.

Kommunikation

"Mitarbeiter im Mittelpunkt" kann ich absolut nicht bestätigen. An vielen wichtigen Entscheidungen wird man nicht beteiligt. Man wird höchstens über Entscheidungen informiert.

Infos über aktuelle Zahlen und Ereignisse erhält man regelmäßig.

Gehalt/Sozialleistungen

MaibornWolff hat den Ruf, in Sachen Gehalt eher im Mittelfeld zu spielen. Das können Kollegen und ich selbst bestätigen.

Gehaltsstufen sind an Karrierestufen geknüpft. Diese wiederum oft (meistens?) an die Rolle im Projekt. Heißt: wer mehr bekommen möchte, spielt sich auf. Die Bewertung des echten Fachwissens spielt damit eine untergeordnete Rolle. Das Karrierespiel ist kontraproduktiv und fördert nicht gerade die gute Zusammenarbeit.

Interessante Aufgaben

MaibornWolff bedient zum größten Teil Konzerne. Die Aufgaben mögen banal bis interessant sein. Auch hier kommt es auf aufs Projekt an. In einigen Projekten wird auf einen technisch seeehr klassischen Lösungsweg gesetzt.


Karriere/Weiterbildung

Arbeitgeber-Kommentar

Volker Maiborn, Geschäftsführer
Volker MaibornGeschäftsführer

„There is a crack in everything. That´s where the light comes in.” (Leonard Cohen)

Liebe Kollegin oder lieber Kollege.

Danke für den ausführlichen und differenzierten Erfahrungsbericht, auch wenn er in einigen Aspekten sehr kritisch ausfällt - oder besser: genau deshalb! Sehr Vieles, aber auch nicht alles, was Du beschreibst, ist als Deine Wahrnehmung bestimmter Situationen gut nachvollziehbar. Ja, auch bei einem „Great Place to Work“ gibt es Defizite und Verbesserungspotenzial. Wir sind ja ein Team aus Menschen, die alle nicht perfekt sind.

Dazu gehören zum Beispiel die persönliche Verfügbarkeit Deiner Führungskräfte. Sie arbeiten tatsächlich oft selbst (zu) viel in Projekten mit und müssen den Spagat zwischen Zeit für alle ihre Mitarbeiter und Nähe zum Kunden bewältigen. Die Kollegen im Projektteam lernen dann dort von ihnen. Alle nehmen die gleichen Mühen auf sich und es gibt keine „Chefin“, die nur „ihre Leute irgendwo hin schickt“. Währenddessen sehen die Mitarbeiter in anderen Projekten sie kaum. Das ist ein Zielkonflikt, den jede/r situativ anders entscheidet.

Oder auch die große Bandbreite an Projekttypen, Vorgehen und Technologien, die Du ansprichst, ist zutreffend. Da sind unvermeidbar auch Aufgaben dabei, die Du nicht unbedingt alle als spannend und herausfordernd empfindest. Vielleicht sind sie für KollegInnen mit anderen Stärken und Interessen dennoch interessant. Und wenn nicht, dann sind sie doch für unsere Kunden wichtig. Das ist die Verantwortung, die wir in unseren Projekte übernehmen. Nicht immer angenehm, da hast Du recht.

Nun ist es etwas schwierig hier bei kununu und mit Dir als anonymen Gegenüber einen wirklichen Diskurs zu führen, der zu einer Verbesserung Deiner Situation führt. Ich möchte Dich daher bitten, eine der vielen Möglichkeiten zu nutzen, Deine Kritik in einen Dialog einzubringen. Das kann eine Freitagsrunde sein oder ein Culture Club oder ein direktes Gespräch mit Kollegen, sBL, BL, GF oder mit der Vertrauensfrau. Es wird sicher einige KollegInnnen geben, die manche Punkte ähnlich beurteilen! Daraus wird eine konstruktive und handlungsleitende Diskussion entstehen. Es werden konkrete Maßnahmen abgeleitet. Und dann ist Deine Kritik effektiv und wirkungsvoll.

Manche Dinge kannst Du auch sofort direkt beeinflussen, z.B. wie die Events in Deinem Bereich ablaufen. Und auch in alle Entscheidungsprozesse kannst und sollst Du Dich aktiv einbringen. Du darfst allerdings nicht darauf warten, dass Du mehrfach explizit darum gebeten wirst. Du weißt ja, Eigeninitiative ist Dein Preis für den großen Gestaltungsfreiraum.

In einem konkreten Punkt möchte ich dennoch ein Missverständnis ausräumen. Natürlich kann jeder den gesetzlich vorgesehenen Urlaub (das sind 20 Tage) uneingeschränkt in Anspruch nehmen! Du weißt selbst, dass wir eine maximale Flexibilität in Dauer und Lage von Urlauben haben. Bei uns wird jede Arbeitsstunde bezahlt oder kann ausgeglichen werden und es gibt 30 Tage Erholungsurlaub, also 10 Tage mehr als das Gesetz vorsieht. Urlaub verfällt auch nicht, wie im Gesetz geregelt, sondern kann bis Ende März des Folgejahres in Anspruch genommen werden und wird danach ausbezahlt.

Das ist die Ausgangslage für die Regelung, dass 50% der Weiterbildungszeit eigenes Investment ist. Jede/r von uns lernt auf einer Weiterbildung als Arbeitnehmer und als Privatperson. Anschließend nutzt man das erworbene Wissen in den Projekten, aber auch im täglichen Leben zu Hause. Das beste Beispiel dafür sind Softskill Trainings, wie z.B. Konfliktmanagement, Kommunikation etc.

Die Selbstbeteiligungs-Regel, die für alle Mitarbeiter gleich ist, soll außerdem eine horizontale Gerechtigkeit schaffen und gleichzeitig für eine große Autonomie sorgen, wie jede/r ihr/sein vertraglich garantiertes Weiterbildungsbudget einsetzt. Die Euros für Deine Weiterbildung bezahlt MaibornWolff zu 100%, weil wir Lernen fördern wollen.

Das ist aus meiner Sicht nicht unlauter (und ja auch vorher jedem transparent), und natürlich auch nicht rechtswidrig. Ich bin überzeugt, eine Befragung Deiner KollegInnen zu diesem Punkt würde eine große Zustimmung zu den geltenden und großzügigen Urlaubs- und Weiterbildungsregeln ergeben. Ich habe den Eindruck, hier bist Du mit Deiner Kritik etwas über das Ziel einer Verbesserung hinaus geschossen.

Du hast Dir viel Zeit genommen, eine differenzierte Bewertung abzugeben. Ich gehe deswegen davon aus, dass Dir sehr viel an der Arbeitsplatzkultur liegt. Ich vermute aber auch, dass Du nicht einfach nur klagen möchtest, sondern aktiv beitragen, dass wichtige Aspekte deiner Arbeit für Dich besser werden. Daher möchte ich Dich ausdrücklich ermutigen, diese Punkte intern zu thematisieren - auf die Weise, die Dir am besten liegt. Du weißt von vielen Beispielen aus der von Dir genannten „guten früheren Zeit“ (wann genau war die?) bis in die letzten Wochen hinein, dass wir konstruktive Vorschläge sehr, sehr gerne aufgreifen und zügig umsetzen. So wie MaibornWolff heute funktioniert, ist ausschließlich durch Initiativen von Mitarbeitern entstanden – das Gute und das noch nicht so Gute. Also sei mutig und gestalte MaibornWolff weiterhin aktiv mit! Danke.

Volker Maiborn