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Personio 
GmbH
Bewertung

Don't do it Diese Firma lockt Talente in die Falle

1,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2020 im Bereich Marketing / Produktmanagement bei Personio GmbH in All gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die KollegInnen und anno dazumal: die Events!

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Vieles! Ich würde es nicht noch einmal machen und kann es auch nicht weiterempfehlen.

Add on: Ich habe aus freiwilligen Stücken gekündigt, nachdem ich zwei Jahre gegen Windmühlen gekämpft habe und sich nichts entwickelt hat in meiner Position! I

Verbesserungsvorschläge

Seid die Firma, die ihr vorgebt zu sein! Personio hat so viele so krass talentierte Leute bei sich gesammelt, lasst diese doch bitte ihr Knowhow ausleben und entlohnt sie dementsprechend!

Zahlt Überstunden ab einem gewissen Anteil aus oder gebt Euren wertvollen Mitarbeitenden zumindest die reale Möglichkeit eines Freizeitausgleichs - die Software selbst kann das ja, warum nutzt ihr das nicht? Ihr seid einfach kein Startup mehr, sondern ein Software-Unternehmen mit einer Milliardenbewertung!

Arbeitsatmosphäre

Konstanter Druck! Gerade seit wir zu 100 % im Homeoffice waren (März 2020), musste man nur noch abarbeiten und Überstunden schieben. Dreimonatige OKRs, für deren Einzelziele man in kleinen Teams die alleinige Verantwortung trägt, und viele Side-Projects nehmen einem die Luft zum Arbeiten an den eigentlichen Aufgaben.

Es herrscht dauernde Kontrolle: Check-in Meeting morgens um 8.45 Uhr, bei dem man einen genauen Aufgabenplan parat haben muss. Flexible Arbeitszeiten waren vor Corona! Man muss seine KollegInnen konstant feedbacken, zu gute Bewertungen werden kritisiert (Zitat: "Es können nicht alle outstanding sein!") und nicht für valide genommen.

Kommunikation

Firmenziele werden recht transparent kommuniziert. Montagmorgens und Freitagabends gibt es dazu ein Meeting für alle Mitarbeitenden.

Geht es aber um Transparenz innerhalb des Teams oder der Abteilung, vor allem aus der Managementebene, existiert kaum Kommunikation! Man erfährt erst von den Plänen für das eigene Team, und neuen Aufgaben für die Rollen, wenn dies bereits beschlossen ist - Mitgestaltung unter der Teamlead-Ebene findet quasi nicht statt.

Auch gibt es einige Barrieren zwischen den Abteilungen und viele kleine Dinge werden unnötig zu einem Politikum innerhalb von Personio.

Kollegenzusammenhalt

Es arbeiten coole Leute bei Personio - und meine direkten KollegInnen waren mein Halt in dem letzten, wirklich schlimmen Arbeitsjahr. Mittlerweile hat sich jedoch der Kern des Teams ebenfalls dazu entschlossen, Personio den Rücken zu kehren.

Da Personio einen solchen Hypergrowth erlebt, kennt man mittlerweile viele neue Kollegen nicht mehr und man "stumpft" regelrecht ab, wenn neue Abteilungsmitglieder vorgestellt werden. Die komplette Remote-Situation macht es den neueren KollegInnen auch weitaus schwerer, anzukommen.

Work-Life-Balance

Menschen, die viel arbeiten und ihre Work-Life-Balance vernachlässigen, werden belohnt. Während Kurzarbeit war, haben viele Überstunden gemacht, trotz Verbot. Die, die fast Vollzeit gearbeitet haben, wurden im Anschluss befördert.

In meinen ersten Monaten war ich regelmäßig an den Wochenenden im Büro, zusätzlich zu meinen Arbeitstagen von Mo-Fr und es gab Arbeitsgruppen mehrerer, sehr engagierter Kollegen. Natürlich sind alle Überstunden mit dem Gehalt abgegolten und das besondere Engagement wird lediglich mündlich gelobt. Nötig sind die Überstunden aber, da die Fülle an Aufgaben und Zielen nicht in den üblichen 40h pro Woche zu bewältigen sind.

Vorgesetztenverhalten

Ich hatte leider eine unfähige Führungskraft über mir, die aufgrund der langen Zugehörigkeit zu Personio in diese Rolle gewachsen ist - und nicht etwa, weil sie Führungskompetenz gehabt hätte. und wurde deshalb kleingehalten. Ich habe vermisst, gefördert zu werden und von jemandem lernen zu können.

Interessante Aufgaben

Hierzu kann ich nur die Personio HR zitieren: "Soll man bei einer Beförderung wirklich andere Aufgaben bekommen? Warum denn?"

Ganz ehrlich? Was bringt einem Mitarbeitenden denn ein Titel, wenn man immer noch die Zeit mit Prakti-Aufgaben verbringt. Ich konnte viel meines eigentlichen Könnens und Entwicklungspotenzials nicht zeigen, da wir stets vom Daily Business dominiert wurden und dem Team weder PraktikantInnen, genügend Werkis noch wirkliche Juniors zur Verfügung standen und wir chronisch unterbesetzt waren. Und natürlich wünsche ich mir bei einer Beförderung nicht nur eine Erweiterung meines Verantwortungsbereiches, sondern auch die Abgabe von einigen leichteren Aufgaben. Aber an wen nur, wenn es niemanden gibt?

Gleichberechtigung

Es gibt ein Diversity Committee, das sich um Gleichstellung auf allen Ebenen kümmert - das MitarbeiterInnen jedoch Ende 2019 gegründet hat, weil es massive Defizite innerhalb der Firma in Sachen Gleichberechtigung gegeben hat. Das C-Level hatte bis 2020 nur Männer, jetzt gibt es dort einige sehr talentierte (Quoten-)Frauen. Kulturelle Diversität wird aber auch hier nicht gelebt, es sind allesamt privilegierte, kaukasische Führungskräfte zwischen 30 und 50 Jahren.
Geht man in die Ebenen darunter, sieht man ein ähnliches Bild.

Ich meine, hier zu erkennen, dass Führungskompetenz verstärkt dem männlichen Geschlecht zugeordnet wird und dass das Hiring nicht unbedingt auf Diversität ausgelegt ist.

Ein prägendes Zitat aus einem Team-Stand-Up mit ca. 45 Personen: "Last week there was too much women power, as the girls were performing better. So go men!"
Wenn es etwas bei Personio garantiert nicht gibt, dann ist das zu viel Frauenpower!

Umgang mit älteren Kollegen

Die meisten der wenigen älteren Kollegen sind in der Führungsebene. Mit Ü30 gehört man bei den restlichen Mitarbeitern eher schon zu den Oldies.

Arbeitsbedingungen

Zugegeben: Die Büros sind cool! Ende 2019 war das Münchner Büro jedoch so vollgestopft mit Mitarbeitern, dass es aufgrund der Lautstärke im großen Sales- und Customer Success-Großraumbüro mit ca. 200 Leuten unerträglich war und jeder nur noch mit seinen Kopfhörern da saß! Meetingräume waren ständig ausgebucht oder wurden kurzfristig gestrichen, die wenigen Telefonkammern ebenso. Seit wegen Covid weniger Leute in den Offices waren, ging das wieder.

Homeoffice: Es wird seit dem 15. März 2020 erwartet, dass jeder Mitarbeiter dieselbe Leistung von Zuhause bringt. Genauso vorausgesetzt wird dafür eine stabile Internetverbindung, die den ca. 6 Zoom Calls pro Tag standhält, ein dementsprechend professioneller Arbeitsplatz und die Vermeidung von Ablenkung, zum Beispiel durch Mitbewohner, Partner oder Familie. Da man stets die Kamera anschalten muss, kann das gerade in Münchner Wohnungen eine Herausforderung sein. Selbstverständlich wird all das oben genannte ausschließlich von den Mitarbeitern selbst getragen, genauso wie der erhöhte Strom-, Heizungs- und Wasserverbrauch. Bei einem Jahr im Homeoffice summiert sich das nämlich durchaus.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es hat in München fast 2 Jahre gedauert, bis es eine Vorrichtung für Mülltrennung in der Küche gab.

Auch gibt es ein extra Komitee, in dem engagierte Mitarbeitende, einen krass guten Job neben ihrem Job leisten. So wird zum Beispiel die Klimaneutralität der Server, Hardware, etc. angestrebt oder Reisen sollen kompensiert werden. Wiederum ist dieses Komitee entstanden, da es hier massive Defizite gab und gibt, mit denen sich ein so großes Unternehmen nun einmal auseinandersetzen sollte.

Gehalt/Sozialleistungen

Personio zahlt kein gutes Gehalt! Besonders nicht an Berufserfahrene. Im Vergleich zu meiner vorherigen Stelle bin ich um 17 % pro Jahr runtergegangen - in der Hoffnung, 'nen cooleren Job zu haben. Größter Fehler meines Berufslebens!

Im Gespräch mit vielen KollegInnen ist hier ein Schema zu erkennen: Personio ist nach außen eine sehr attraktive Firma. Die meisten berufserfahrenen Talente werden ordentlich runtergehandelt, es gebe ja auch noch Benefits (wobei man so viel Müsli und Kaffee gar nicht zu sich nehmen kann) und virtuelle Anteile.

Gehaltlich wieder anzusteigen, ist unglaublich schwer: Nur Leute, die eine starke oder herausstechende Performance hingelegt haben, sind zu Gehaltserhöhungen berechtigt. Diese bewegen sich aber allesamt im einstelligen Prozentbereich.

Einen steuerfreien Coronabonus gab es leider ebenso nicht. Einfach nur traurig!

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Personio kann Employer Branding richtig gut und die meisten Talente (auch ich damals) haben richtig Bock, bei diesem Unternehmen anzufangen. Alleine der ausführliche Bewerbungsprozess inkl. einem umfassenden, sehr zeitaufwändigen Case suggeriert eine Form der Exklusivität und man feiert jede Stufe, die man weiterkommt und die man "auserwählt" ist. Besteht man den Bewerbungsprozess, wird gerade bei berufserfahrenen Talenten gefragt, wie weit diese gehen würden, nur um bei Personio zu arbeiten: In vielen Fällen sind das 10-20% weniger Gehalt als in der vorherigen Firma.

Blickt man nach erfolgreicher Bewerbung aber hinter diese Fassade, merkt man schnell, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Im Gegenteil! Schnell werden sehr hohe Anforderungen gestellt, man bekommt krasse Probezeitziele, die selten innerhalb der normalen Arbeitszeit zu schaffen sind, und muss richtig gut performen.

Karriere/Weiterbildung

Hier werden viele Versprechungen gemacht, als New Joiner hat man das Gefühl, in einem dynamischen Unternehmen zu arbeiten, in dem alles möglich ist. Aber: Nein! Vielen KollegInnen, die mehr als ein, zwei Jahre dabei sind, wird keine Perspektive geboten - es wird ganz klar riskiert, dass diese zu einem anderen Unternehmen wechseln und wieder eine neue, motivierte MitarbeiterIn von unten nachrückt. So geht viel Wissen verloren und die Stimmung in dem Teams leidet extrem.

Es gibt ein Entwicklungsbudget, das allerdings nicht im Vertrag steht und das z. B. 2020 allen Mitarbeitenden über Monate gestrichen wurde.