Navigation überspringen?
  

PHOENIX CONTACT GmbH & Co. KGals Arbeitgeber

Deutschland,  49 Standorte Branche Elektro/Elektronik
Subnavigation überspringen?
Zurück zur News-Übersicht

Blitze messen im Burj Khalifa

15.01.2020

Der Burj Khalifa ist das größte Gebäude der Welt. Mit seinen 828 Metern Höhe zieht der Wolkenkratzer Blitze geradezu an. Ein Lightning-Monitoring-System ist da unerlässlich.


LM-S misst Schäden am Gebäude

Verheerende Schäden durch Blitzeinschläge an Anlagen und Gebäuden sind keine Seltenheit. In Zeiten von Urbanisierung und Megacities (größere Städte, höhere Gebäude) wird das Thema Blitzmessung immer wichtiger. Denn je höher ein Bauwerk ist, desto stärker ist es Belastungen durch Blitzeinschläge ausgesetzt. Deshalb darf das Lightning-Monitoring-System von Phoenix Contact auch auf der Spitze des höchsten Gebäudes in Dubai nicht fehlen. Es wurde dort installiert, um die Blitzeinschläge im Burj Khalifa erfassen und auswerten zu können.

Das Blitzmesssystem besteht aus einem Analyser, einer Verbindungsleitung und bis zu drei Sensoren. Wenn ein Blitz in die Blitzfangstange einschlägt, entsteht ein Magnetfeld im Ableiter. Durch den magnetooptischen Faraday-Effekt werden die Stoßströme in der Blitzabteilung gemessen. Charakteristische Messwerte der Blitze, wie dessen maximale Steilheit oder die Ladung, werden ermittelt und gespeichert.

Dem Betreiber des Gebäudes dienen diese Informationen lediglich zur statistischen Auswertung, denn über ein umfassendes äußeres und inneres Blitzschutz­system verfügt das Gebäude ebenfalls.

Installation in über 800 Metern Höhe

Unter extremen Bedingungen fand die Installation des Blitzstrom-Messsystems in Dubai statt. Ingenieur Arno Kiefer war dabei und berichtet in seinem Blogbeitrag auf unserem Karriereblog über die Installation auf dem höchsten Gebäude der Welt. Achtung, wir hoffen, ihr seid schwindelfrei!

Ursprünglich wurden Blitzmesssysteme hauptsächlich für Windkraftanlagen genutzt. Unvorhergesehene Schäden verursachen dort immer wieder Kosten in der Reparatur. In letzter Zeit bewährte es sich jedoch immer wieder, Blitzmessgeräte auch in Gebäuden – vor allem Wolkenkratzern – zu installieren. Wo bei einer Windkraftanlage lediglich 10 Meter Kabellänge ausreichend sind, um Sensor und Analyser verbinden zu können, wurden für den Burj Khalifa allerdings ganze 200 Meter Kabellänge benötigt – der Größenunterschied macht sich eben doch bemerkbar.

Die Blitzfangstange ist der höchste Punkt des Burj Khalifas. Der Blitzsensor wurde daran mit Metallkabelbindern fixiert. Normalerweise ist der Sensor schwarz, doch auf Grund der hohen Sonneneinstrahlung wurde für diesen Wolkenkratzer eine Spezialanfertigung in weiß hergestellt. Weil die Installation unter extremen Bedingungen stattfand, wurden die einzelnen Schritte im Voraus mehrfach geprobt. Auch das 200 Meter lange Glasfaserkabel zwischen Sensor und Analyser brachte besondere Herausforderungen mit sich. Vor der Installation musste es auf Temperaturfestigkeit von über 70 Grad Celsius geprüft werden. Damit sich das Kabel auf dieser Länge aufgrund des Eigengewichts nicht durchhängt, wurde es alle zehn Höhenmeter für ein Stück waagerecht verlegt.