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REWE 
digital
Bewertung

Der Fisch stinkt vom Kopf

2,4
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Marketing / Produktmanagement bei REWE digital in Köln gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Sicherer Job und stellenweise versuchen wirklich gute Leute moderne Arbeitsweisen hochzuhalten und pragmatisch und praxisorientiert zu handeln. Die sind nur leider gegenüber der großen Masse der alten IT-Dienstleister in der Minderheit.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die Wirkung zählt mehr als eine inhaltlich richtige Entscheidung - Flexibilität wird eigentlich nur in den Entwicklungsteams gelebt. Von der einst attraktiven Kultur ist spätestens seit dem letzten Jahr 2022 nur noch die Hülle geblieben, die für reine Vermarktung genutzt wird.

Verbesserungsvorschläge

Eigentlich viel Potential von den Fähigkeiten der Mitarbeiter her gesehen.
Leider bleibt so gut wie alles davon liegen, weil lieber gemanaged wird als Neues zu versuchen. Ideen, die Bestehendes v.a. in den festgefahrenen Strukturen verändern würden, haben eigentlich keine Chance. Zudem haben die Fachseiten immer noch das Sagen und von einer oft ausgerufenen Produktorganisation ist man weit entfernt - stattdessen denkt gerade die Mehrheit der neuen REWE digital (sprich: Rewe Systems) immer noch in Dienstleister-Mentalität, was die Arbeit auf Augenhöhe ebenfalls unerreichbar macht.

Der einstige Vorteil der REWE digital gegenüber anderen ist geschwunden und andere haben aufgeholt.
Tauscht auf der Führungsebene die Leute aus, die an ihren Pfründen festhalten und die ohne es zu merken oder zu reflektieren eine Kultur der Angst in einigen Teilen sorgen. Die entsprechenden Personen sind leicht zu identifizieren und auch bekannt. Es muss nur gehandelt werden.

Arbeitsatmosphäre

An sich nette und fähige Kollegen im direkten Umfeld.
Im weiteren Umfeld und insbesondere in der Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen der alten Systems ungut.
Hier zählt der Rang, nicht das Fachwissen. Hier wird davon gesprochen, Silos zu vermeiden - geht es aber ums eigene Silo, ist das sekundär und es hat natürlich so wie es ist seine Berechtigung.

Führungskräfte mischen sich in Themen ein, die ihr eigenes Themenfeld eigentlich nicht berühren - aber wenn dem eigenen Einfluss und der eigenen Macht dienlich ist, warum denn nicht?

Während der Zusammenschluss für die ältere Einheit eine Modernisierung bedeutet, bedeutet es für die Jüngere einen Rückschritt in so gut wie allen Bereichen.

Der Führungsebene fällt dazu nur ein, einen Superlativ nach dem anderen als Slogan rauszuhauen der aber in sich schon sinnentleert ist und ohnehin nicht erreicht werden kann mit diesem Zusammenschluss.

So wird es bestenfalls ein ausreichend "ok-er" IT-Dienstleister, aber keinesfalls der erträumte beste.

Kommunikation

Es gibt verschiedene Formate, in denen Informationen verbreitet werden.
Oft aber relativ unkonkret und oberflächlich, weil man natürlich auch immer aufpassen möchte, dass bei über 2000 Leuten keiner etwas in den falschen Hals bekommen kann.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb der eigenen Abteilung gut, übergreifend oft eher gegeneinander und nach dem Motto "Business bestimmt", "IT setzt um".
Und immer geht es darum, wem etwas gehört anstatt darum, nach den ganzen Umstrukturierungen nach Jahren endlich mal wieder in der Mehrheit der Zeit etwas für die Kunden zu tun.
Gerade in der Zusammenarbeit zwischen den beiden Einheiten ist das allseits verkündete Motto "Ablauf- vor Aufbauorganisation" tatsächlich genau umgedreht. Es geht immer um den Aufbau und den Einfluss, den sich die ältere IT-Einheit gerne über immer schon ungeliebte jüngere Einheit sichern möchte.

Work-Life-Balance

Ok, nach Feierabend wird man in Ruhe gelassen.
Zudem versucht der Konzern mit einigen Sportangeboten z.B. für einen Ausgleich zu sorgen.

Vorgesetztenverhalten

Leider an entscheidenen Stellen ohne Ideen und Vision wie ein agiles Arbeiten funktioniert und dass es weit mehr ist als "wir machen Scrum".

Die Führungsmannschaft hat keinen Plan was es mit einer solch großem IT-Einheit anfangen soll und verstrickt sich ständig in Widersprüche zwischen Gesagtem und täglich Erlebtem.
Dem Einzelnen wird nach dem Mund geredet, in der Praxis in Summe wird aber oft anderes getan.
Hinterfragt das Gesagte und lasst euch Dinge schriftlich geben.
In der alten REWE digital konnte man noch eher auf das Wort der Führungskräfte setzen. Die neue Einheit ist zu groß dafür und es ist alles vereinheitlicht, so dass jede Absprache dokumentiert werden sollte.

Zu erwähnen ist auch, dass gerne mal eine Entscheidung die für die Führungsetage eine persönliche Auswirkung hätte, zwar zunächst in Arbeitsgruppen abgegeben wird. Bringen diese aber nicht das erwünschte Ergebnis wird kritisiert und doch das vorab Gewollte entschieden. Schwierigere Entscheidungen werden auch gern in die Mannschaft zurückdelegiert und ausgesessen was dann zu ellenlangen, ermüdenden Diskussionsrunden führt.

Interessante Aufgaben

Bestehendes verwalten, bitte nicht zu viel ändern und Neues versuchen. Dass Werte wie Mut, Leidenschaft oder solche Dinge aufgeschrieben sind, muss reichen. Leben aber bitte nicht, das stört die Abläufe.

Gleichberechtigung

Geführt wird die neue REWE digital zu 99% von älteren Herrschaften.

Umgang mit älteren Kollegen

Soweit gut - mir sind keine Nachteile bekannt, die für Ältere aufgrund ihres Alters entstanden sind.

Arbeitsbedingungen

Homeoffice geht, die Ausstattung ist halbwegs modern.
Die Anbindung gerade am Standort Porz ist geeignet für den Dienstwagen - passend dazu möchte auch die Führungsebene, welche darüber verfügt, auch gerne wieder Präsenz vor Ort forcieren.

Der dortige Standort versprüht den Glanz längst überholter Arbeitsdekaden was durch etwas Farbe hier und da überdeckt werden soll. Auch hier ist die Wirkung wichtiger - stattdessen wäre es weit sinnvoller, in moderne Tools und Arbeitsweisen zu investieren anstatt alles was irgendwie geht Stück für Stück in die Standars der alten Einheit zu zwingen und das mit dem Argument zu begründen, dass es mehr Leute sind.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Klar, dem Einzelnen ist das vielleicht wichtig.
Verfolgt werden aber wie immer in einem Unternehmen der eigene Umsatz und Ertrag. Umweltbewusstsein gibt es i.d.R. nur, wenn es diesen beiden Zielen nicht im Wege steht.

Gehalt/Sozialleistungen

Ja, ist ok. Verlangt mehr, denn überall werden Leute gesucht.

Image

In Summe mehr Schein als Sein.

Der Ruf der alten Digital existiert noch in seinen Resten und wurde daher bewusst im Employer-Branding verwendet.
Man muss aber wissen, dass im Inneren dieser neuen REWE digital der alte IT-Dienstleister der Rewe Systems lebt und seinen Geist immer weiter in Arbeitsweisen, Prozessen und der Tool-Landschaft aufdrängt.

Nach außen werden flache Hierarchien oder solche heute angesagten kulturellen Eigenschaften vermarktet - innen zählen aber Hierarchie und Passgenauigkeit zum Konzern. Ab einer bestimmten Ebene ist es ein Haifischbecken, in dem die alten Seilschaften der Rewe Systems helfen.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildung an sich wird angeboten, auch individuell.
Was Karriere angeht, kommt man vertikal nicht weit wenn man nicht in die Konzern-Programme kommt. Leider aber auch in der Breite nicht, weil dafür entsprechende Wirkung fehlt oder durch die "Business-Seite" nicht akzeptiert wird. Zusätzlich fehlt dem Konzern auch der Mut für moderne Entwicklungspfade, die nicht das bildliche Einzelbüro mit Vorzimmer als Ziel haben.