univention GmbH als Arbeitgeber

  • Bremen, Deutschland
  • BrancheIT
univention GmbH

Guter und offener Arbeitgeber mit einigen Schwächen

4,0
Empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich IT gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das "be.open" ist nicht nur eine Floskel, sondern wird auch gelebt.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Das Gesamtbild "Arbeitsbelastung", "Überstundenregelung", "arbeiten außerhalb von Rahmenarbeitszeiten", "Gehalt", "Urlaub" und "Anerkennung" passt nicht zusammen und grenzt für mich z.T. langfristig an ein Ausnutzen der Arbeitnehmer.

Verbesserungsvorschläge

Führung: Nehmt etwas mehr Geld in die Hand, um langfristig zu bestehen.
Dadurch kann die Arbeitsbelastung aller Mitarbeiter reduziert werden, was zum beiderseitigen Vorteil ist!
Mitarbeiter: Versucht, etwas unabhängiger von der Meinung der Chefs zu werden und traut Euch noch mehr als bisher eigene Ideen umzusetzen.
Vorgesetzte: Unterstützt Eure Leute aktiv, wenn sie ein Projekt voranbringen wollen. Ein "Gewährenlassen" ist bei umfangreichen Sachen nicht gut genug!

Arbeitsatmosphäre

Sehr gute Arbeitsatmosphäre, auch die Vorgesetzten sind stets aktiv dabei, evtl. Unstimmigkeiten und Probleme gemeinsam zu lösen und anzusprechen.
Top!
Es macht wirklich Spaß, hier zu arbeiten.
Allgemein wird dort über alle Ebenen das "Du" verwendet.

Kommunikation

Bei den häufigen firmeninternen Umstrukturierungen kriegt man oft gar nicht mit, wenn mal wieder etwas umgegliedert wurde. Eine klare Übersicht (Organigramm) oder Ankündigungen dazu gibt es nicht bzw. selten - oft nur über Flurfunk. Man weiß z.T. nicht welche Teams mit welchen Zuständigkeiten es gibt oder wer gerade der Teamleiter ist bzw. wer welchen Bereich zu verantworten hat.
Ansonsten aber eine sehr gute interne Kommunikation, man weiß was von einem erwartet wird.
Zusätzlich gibt es noch wöchentliche (freiwillige) Veranstaltungen, bei denen man direkt mit der Geschäftsführung reden kann sowie das quartalsweise "All-Hands".

Kollegenzusammenhalt

Insgesamt ein super Verhältnis untereinander, das in der Tat geprägt ist von "be.open" (Firmenleitbild) und frei von Intrigen oder Mobbing.
Ab und an geht man mal (freiwillig!) gemeinsam in lockerer, wechselnder Runde Abends weg. In heißen Phasen (z.B. beim Summit (Firmenmesse)) können sich alle aufeinander verlassen und jeder hilft auch gerne kurzfristig und so kriegt man ein tolles Gemeinschaftsgefühl.

Work-Life-Balance

Sehr gut, weil man sich seine Zeit sehr flexibel einteilen kann und auch zwischen drin mal kleinere Erledigungen möglich sind, ohne einen Urlaubstag zu verbrauchen. Flexible Arbeitszeiten runden das Ganze ab. Die Firma ist sehr flexibel bzgl. Home-Office, es arbeiten recht viele mehr oder weniger dauerhaft im Home-Office (unabhängig von Corona).
Nachteil ist die Erwartungshaltung, dass man auch außerhalb der "normalen" Arbeitszeiten ggf. aktiv einspringt. Es wird nicht ausdrücklich verlangt, aber wenn jemand kurzfristig am Wochenende arbeitet, so wird das intensiv gelobt. Ein "das muss dann halt warten" gibt es nicht, wenn es ein wichtiges Projekt ist (und das sind die meisten Projekte).
Es kommen öfters Chat-Nachrichten/ Emails die am späten Abend geschrieben wurden, auch von Mitarbeitern. Ja, man braucht engagierte Mitarbeiter, aber man muss auch regelmäßig abschalten können. Hier gibt es keinerlei Richtlinien (das ist sowohl Vorteil als auch Nachteil).
Die Arbeitsbelastung insgesamt ist in allen Bereichen sehr hoch, von den Mitarbeitern wird einiges verlangt.

Vorgesetztenverhalten

Offen und ehrlich. Man geht Probleme an, sucht aber manchmal zu lange und zu intensiv nach Ursachen ("Nachkarten": wäre das vielleicht so besser gewesen, könntest Du nicht doch...).
Man möchte eher Koordination als Konfrontation erreichen und und das funktioniert auch sehr gut.
Manchmal starrt "die Firma" jedoch wie das Kaninchen auf die Schlange und keiner rührt sich, bis von ganz oben nicht eine Stellungnahme zu einem offenen Thema kommt. Oft kommt dann erst Bewegung in die Sache.
Nachteil, dass ich keine Fehlerkultur erkennen konnte. Es wird dann gerne nach Fehlverhalten vom Mitarbeiter gesucht, aber nicht bei den Strukturen.
Neue Managementmethoden werden gerne ausprobiert, nicht immer aber jedoch mittel- und langfristig umgesetzt.

Interessante Aufgaben

Abwechslungsreich, spannend und sinnstiftend.
Jeden Tag etwas Neues, Routine gibt es kaum. Spannend, interessant und damit auch herausfordernd.

Umgang mit älteren Kollegen

Es ist ein insgesamt recht junges Team, in dem alle gleichberechtigt sind. Keiner lässt den "Erfahrenen" ("früher war alles besser") raushängen, gleichzeitig wird Erfahrung aber auch geschätzt. Fachwissen zählt.

Arbeitsbedingungen

Im Hauptbüro in Bremen sind unterschiedlich große Räume, mit entsprechend unterschiedlicher Mitarbeiteranzahl. Durch das Wachstum der vergangenen Jahre ist es z.T. etwas eng geworden, aber immer noch im grünen Bereich. Pläne für eine Erweiterung/ einen Umzug wurden intern frühzeitig kommuniziert. Hier wird sich vermutlich in Zukunft etwas zum Besseren tun.
Die IT-Ausstattung ist ok, man berücksichtigt (im gewissen Rahmen) auch Wünsche bei der Rechnerausstattung. Standard-System der Arbeits-Laptops ist Ubuntu, aber auch Windows 10 geht.

Gehalt/Sozialleistungen

Es gibt einen Zuschuss zu Bildschirmarbeitsplatzbrillen und verbilligte Verträge bei Fitness-Studios sowie jährliche Firmenevents.
Sogar Jobrad gibt es nach knapp zwei Jahren Vorlaufzeit ebenfalls.
Und eine wöchentliche Obst-/ Gemüsekiste am Hauptstandort in Bremen.
Insgesamt jedoch ein deutlich unterdurchschnittliches Gehalt, noch dazu mit deutlich weniger Urlaubstagen als allgemein üblich. Lichtblick ist, dass man auch mehr Urlaub bekommen kann, wenn man anteilig auf das entsprechende Gehalt verzichtet.
Diesen Punkt gibt es seit Jahren, es wird zwar gesagt, dass man da schon besser geworden sei, aber viel mehr als Inflationsausgleich scheint mir das nicht zu sein- hier geht noch deutlich mehr! Wenn gute Bewerber nicht kommen, weil das Gehalt zu niedrig ist, sollte man etwas tun.
Für die geforderte Arbeitsleistung und die gegebene Arbeitsbelastung ist das Gehalt insgesamt jedoch deutlich zu gering. "Gute Arbeit = Gutes Geld" ist hier nur eingeschränkt gegeben.

Image

"be.open" als Firmenleitspruch wird auch von den Mitarbeitern gelebt und umgesetzt. Das ist hier nicht nur ein Spruch, sondern Firmenkultur.

Karriere/Weiterbildung

Kostengüngstige Weiterbildungen z.B. über Online-Videos sind problemlos möglich- sofern man sich selbst die Zeit dafür organisieren kann. Weniger Aufgaben bekommt man dafür nicht!
Teurere, externe Weiterbildungsmaßnahmen sind nach meiner Beobachtung nur im Ausnahmefall möglich und natürlich nur dann, wenn es zur aktuellen Arbeitsstelle passt.


Umwelt-/Sozialbewusstsein

Arbeitgeber-Kommentar

Peter Ganten, CEO
Peter GantenCEO

Liebe*r Bewerter*in,

vielen Dank für Deine Bewertung und insbesondere danke dafür, dass Du uns bestätigst, es mit "be open." wirklich ernst zu meinen. Ich habe mich bei Deiner Bewertung auch sehr darüber gefreut, dass sich unsere offene Grundhaltung Deiner Beschreibung nach wirklich in vielen Bereichen unserer Zusammenarbeit, wie z.B. in einer engen, unkomplizierten und zielgerichteten Kommunikation sehr positiv niederschlägt.

Gerade in dieser besonderen Phase mit erweitertem Home Office ist das ja noch wichtiger und deswegen kommunizieren wir über verschiedene Kanäle wie (Video-)Meetings, internen Blog, unsere Townhall-Meetings oder Mails jetzt noch mehr miteinander. Auch der teamübergreifende Austausch über einzelne Verantwortlichkeiten hinaus ist besonders in dieser dynamischen Wachstumsphase, in der wir uns befinden, noch wichtiger.

Dennoch scheinst Du dort Verbesserungsmöglichkeiten zu sehen und es interessiert mich zu verstehen, woran Du das festmachst oder welche zusätzliche Ideen Du hast, denn mit Deinem Input können wir noch besser werden und das ist unser Anspruch.

Ein Punkt, der mich nachdenklich macht und der eine definitiv eine sensible Betrachtung erfordert, ist das Thema Arbeitsbelastung. Ich denke, wir haben über die vergangenen Jahre viele Mechanismen eingeführt, um die phasenweise höhere Arbeitsbelastung wieder ausgleichen zu können und zusätzlich der persönlichen Situation gerecht zu werden. Dazu gehören eine hohe persönliche Flexibilität in der Gestaltung der Arbeitszeiten, Ausgleich von Mehrarbeit oder die Möglichkeit zur weitgehend eigenständigen Festlegung der Urlaubstage.

Alle Teamleiter*innen thematisieren die Arbeitsbelastung in ihren regelmäßigen Gesprächen mit allen Mitarbeiter*innen und über unsere quartalsweise Mitarbeiterumfrage gibt es außerdem die Möglichkeit anonym Rückmeldung zu diesem wie allen anderen Themen zu geben. Bei diesem Thema kann man aber nicht sensibel genug sein und wir nehmen Deine Beschreibung als Hinweis hier noch sensibler zu sein.

Beim Gehalt hatten wir in den letzten Jahren deutliche Steigerungen und haben auch weiterhin die Ambition diesen Weg weiterzugehen. In den Gesprächen mit Mitarbeiter*innen wie Bewerber*innen ergibt sich ein eher differenziertes Bild. Viele sind mit dem Gehalt zufrieden, einige nicht. Entscheidend ist es auch an dieser Stelle transparent zu sein und unserem Leitspruch "be open." zu folgen. Daran arbeiten wir und ich bin mir sicher, dass schon bald die ersten Aspekte diskutiert werden können.

Ich hoffe meine Rückmeldung ist hilfreich und bewegt Dich dazu, auch nochmal intern das Gespräch mit mir oder anderen zu suchen. Schließlich schätzen wir kritische und differenzierte Meinungen, denn sie sind ein wichtiger Baustein für die gemeinsame Weiterentwicklung unseres Unternehmens und somit letztlich für unser Ziel, digitale Souveränität und einen nachhaltigen, offenen und fairen digitalen Wandel zu ermöglichen.

Viele Grüße,

Peter