Hohe Belastung, wenig Wertschätzung
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeit in diesem Unternehmen ist herausfordernd, da Mitarbeiter große Kunden eigenständig betreuen, beraten und alle Projekte komplett selbst umsetzen müssen. Dies führt regelmäßig zu vielen Überstunden – dennoch werden Deadlines immer eingehalten. Leider wird diese Leistung nicht entsprechend anerkannt.
Ein neuer Vorgesetzter wurde eingestellt, der zunächst einen guten Eindruck machte, sich dann aber intern über Mitarbeiter beschwerte, bis diese letztendlich gekündigt wurden. Obwohl er selbst in der Produktion hätte unterstützen sollen, hat er seine Aufgaben häufig an Lernende delegiert.
Nach dem Verlust eines wichtigen Kunden mussten langjährige, engagierte Mitarbeiter gehen, während der neue Vorgesetzte bleiben durfte – offenbar aufgrund seiner persönlichen Verbindung zur Geschäftsleitung.
Von der Geschäftsleitung kann man nur dann Unterstützung oder Anerkennung erwarten, wenn man sich nicht beschwert und ihnen nach dem Mund redet. Kritik oder eigene Meinungen sind nicht erwünscht, wer sich nicht anpasst, hat langfristig keine Zukunft im Unternehmen.
Work-Life-Balance
Obwohl es flexible Arbeitszeiten gab, war die Work-Life-Balance im Unternehmen alles andere als ausgewogen. Die hohe Arbeitsbelastung und ständigen Überstunden liessen wenig Raum für das Privatleben. Wenn man krank war, wurde man sogar gefragt, ob man nicht trotzdem von zu Hause aus arbeiten könne – als ob Gesundheit und Erholung keine Rolle spielten. Wer versuchte, sich eine Auszeit zu nehmen oder pünktlich Feierabend zu machen, wurde schnell als unmotiviert wahrgenommen. Diese Arbeitsweise führte zu Frust und erschöpfte viele langfristig.
Karriere/Weiterbildung
Karrieremöglichkeiten gab es praktisch nur für diejenigen, die sich den Chefs anbiederten und stets ihre Meinung zurückhielten. Wer nicht bereit war, sich anzupassen, hatte kaum Chancen auf beruflichen Aufstieg. Weiterbildung wurde hingegen teilweise unterstützt. Man bekam den vollen Lohn, auch wenn man ein oder zwei Tage Unterricht hatte. Die Kosten der Weiterbildungen mussten dann dafür selbst getragen werden.
Kollegenzusammenhalt
Ein echter Kollegenzusammenhalt existierte nur unter den „normalen“ Mitarbeitern – zwischen der Geschäftsleitung und den Angestellten war er praktisch nicht vorhanden. Einige wenige wurden bevorzugt behandelt und stets über alles informiert, während der Rest im Unklaren gelassen wurde. Diese ausgewählten Kollegen hielten sich dadurch für etwas Besseres und liessen es andere auch spüren. Statt Teamgeist zu fördern, entstand eine spürbare Zweiklassengesellschaft, in der sich die einen Vorteile sicherten, während die anderen hart arbeiteten, aber keine Anerkennung bekamen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war insgesamt enttäuschend. Anstatt als Führungskräfte Verantwortung zu übernehmen und das Team zu unterstützen, wurden Entscheidungen oft hinter verschlossenen Türen getroffen, ohne Rücksicht auf die Mitarbeiter. Neue Vorgesetzte versuchten sich zunächst einzuschmeicheln, um später hinter den Kulissen über das Team zu lästern und sich bei der Geschäftsleitung einzuschmeicheln. Unterstützung oder konstruktives Feedback war kaum vorhanden. Stattdessen wurden Aufgaben häufig an Lernende delegiert. Insgesamt fehlte es an Respekt, klarer Kommunikation und echtem Engagement für das Wohl des Teams.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsräume waren klein, was im Sommer zu unerträglicher Hitze führte. Die Temperaturen stiegen so hoch, dass sie weit über den Werten lagen, die die Arbeitsschutzvorschriften eigentlich zulassen. Es gab keine ausreichende Belüftung oder Klimaanlagen, um die unerträgliche Hitze zu mildern. Das machte die Arbeit in diesen Monaten extrem unangenehm und führte zu einer schlechten Konzentration und Unwohlsein, was die ohnehin schon hohe Arbeitsbelastung zusätzlich erschwerte.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen war so gut wie nicht vorhanden. Wichtige Informationen wurden entweder viel zu spät oder gar nicht weitergegeben, sodass man oft ins kalte Wasser geworfen wurde. Entscheidungen der Geschäftsleitung kamen aus dem Nichts, ohne Rücksprache mit den betroffenen Mitarbeitern. Feedback oder konstruktive Vorschläge wurden ignoriert oder als Kritik aufgefasst. Dadurch entstanden immer wieder Missverständnisse, unnötiger Stress und Chaos in der Projektarbeit. Ein offener Austausch oder klare Strukturen zur internen Kommunikation gab es schlichtweg nicht.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben im Unternehmen waren wenig abwechslungsreich und bestanden grösstenteils aus wiederkehrenden Tätigkeiten, insbesondere Periodika, die keine echte Herausforderung darstellten. Gelegentlich gab es kleine, spannende Projekte oder Anfragen von kleinen Unternehmen, doch diese wurden oft abgelehnt oder nicht ernsthaft in Erwägung gezogen. Stattdessen wurde der Fokus immer wieder auf die gleichen, wenig innovativen Aufgaben gelegt. Das führte dazu, dass viele Mitarbeiter das Gefühl hatten, auf der Stelle zu treten, ohne die Möglichkeit, sich in neuen und interessanteren Bereichen weiterzuentwickeln.