Große Differenz zwischen Außendarstellung und Arbeitsalltag
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen bietet abwechslungsreiche und interessante Projekte. Zudem werden regelmäßig Teamevents organisiert und es gibt zusätzliche Benefits wie eine sommerliche Eisaktion, einen zweimal wöchentlichen Essenszuschuss sowie ein monatliches gemeinsames Frühstück.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es entsteht der Eindruck, dass im Unternehmen keine ausgeprägte positive Fehlerkultur gelebt wird. Bei auftretenden Fehlern liegt der Fokus häufig auf der Zuordnung der Verantwortung, anstatt gemeinsam Ursachen zu analysieren und Lösungen zu entwickeln. Zudem fehlt es insbesondere für jüngere Mitarbeitende an einer aktiven Unterstützung und Begleitung, obwohl diese teilweise angekündigt wurde. Dadurch wird die persönliche und fachliche Weiterentwicklung erschwert.
Verbesserungsvorschläge
Das Team sollte stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Zudem sollten Zusagen und angekündigte Maßnahmen nur gemacht werden, wenn diese auch umgesetzt werden können. Eine einheitliche und faire Behandlung aller Mitarbeitenden ist wichtig, da aktuell der Eindruck besteht, dass Fehler bei einzelnen Personen unterschiedlich bewertet werden. Darüber hinaus wäre eine positive Fehlerkultur sowie ein stärker partizipativer Führungsstil wünschenswert, bei dem Mitarbeitende aktiv einbezogen und ihre Meinungen berücksichtigt werden.
Arbeitsatmosphäre
Durch sehr knapp kalkulierte Projekte und den daraus entstehenden Arbeitsdruck ist die Unzufriedenheit unter den Mitarbeitenden gestiegen. Häufige Kontrollen durch die Projektleitung werden teilweise als zusätzliche Belastung wahrgenommen, da die vollständige Funktionalität einer Webseite in der Regel erst nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten beurteilt werden kann. Zudem gab es in den vergangenen Jahren mehrere personelle Veränderungen, sowohl durch Kündigungen seitens des Unternehmens als auch durch Eigenkündigungen von Mitarbeitenden.
Kommunikation
Es finden regelmäßige Besprechungen statt, in denen Informationen weitergegeben und aktuelle Themen besprochen werden. Gleichzeitig besteht Verbesserungspotenzial bei der Einbindung des Teams in Entscheidungsprozesse.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt zwischen Programmierern und Projektmanagern wird unterschiedlich wahrgenommen. Einerseits gibt es eine offene und ehrliche Kommunikation sowie eine gute Zusammenarbeit. Andererseits entsteht teilweise der Eindruck, dass von einzelnen Personen zusätzlicher Druck ausgeübt wird und bei Fehlern die Verantwortung einzelnen Mitarbeitenden zugeschoben wird. Zudem wird die Behandlung einzelner Kollegen durch die Projektleitung teilweise als unterschiedlich wahrgenommen.
Work-Life-Balance
Das Unternehmen bietet flexible Arbeitsbedingungen mit der Möglichkeit von bis zu 100 % Homeoffice sowie Gleitzeit. Urlaubswünsche werden in der Regel berücksichtigt, sofern diese frühzeitig beantragt werden.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten des Geschäftsführers wurde von mehreren Mitarbeitenden als herausfordernd wahrgenommen. In Mitarbeitergesprächen lag der Fokus häufig auf Kritik, während positive Leistungen nur wenig Beachtung fanden. Zudem entstand der Eindruck, dass zugesagte Themen oder Vereinbarungen im weiteren Verlauf nicht konsequent weiterverfolgt wurden. Vorschläge, die nicht den Vorstellungen der Geschäftsführung entsprachen, wurden nach Wahrnehmung der Mitarbeitenden nur eingeschränkt berücksichtigt. Insgesamt wurden abweichende Meinungen in Entscheidungsprozessen selten einbezogen. Im Kollegenkreis wurde dieses Verhalten wiederholt thematisiert, jedoch bestand vielfach Zurückhaltung, Kritik offen gegenüber der Geschäftsführung anzusprechen. Teilweise führte dies dazu, dass Mitarbeitende verstärkt im Homeoffice arbeiteten.
Interessante Aufgaben
Die Projekte sind insgesamt abwechslungsreich und bieten vielfältige Aufgaben. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass insbesondere jüngeren Mitarbeitenden nur selten die Möglichkeit gegeben wird, an größeren oder anspruchsvolleren Projekten mitzuwirken.
Gleichberechtigung
Bei Neueinstellungen im Bereich der Softwareentwicklung entstand der Eindruck, dass keine einheitlichen Auswahlkriterien angewendet werden. Während Stellenausschreibungen den Eindruck vermitteln, dass auch Berufseinsteiger willkommen sind, scheint in der Praxis Berufserfahrung häufig stärker gewichtet zu werden. Gleichzeitig wurden vereinzelt Personen ohne einschlägigen fachlichen Hintergrund eingestellt. Dadurch entstand der Eindruck, dass die Auswahlkriterien nicht durchgängig nachvollziehbar und konsistent angewendet werden.
Umgang mit älteren Kollegen
Auch bei langjährigen Mitarbeitenden entstand der Eindruck, dass in Mitarbeitergesprächen der Fokus überwiegend auf kritischen Punkten liegt. Dabei wurde teilweise infrage gestellt, ob bisherige Vorgehensweisen, die über viele Jahre funktioniert haben, weiterhin akzeptiert werden. Zudem wurden mögliche personelle Konsequenzen bis hin zu einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses angesprochen.
Arbeitsbedingungen
Es entsteht der Eindruck, dass durch sehr knapp kalkulierte Projektaufwände und teilweise zu geringe Aufwandsschätzungen ein hoher Arbeitsdruck entsteht. In Kombination mit den laufenden täglichen Aufgaben führt dies zu einer erhöhten Belastung, wodurch sich die Qualität der Arbeit negativ beeinflussen kann. Gleichzeitig wird Mitarbeitenden teilweise vorgeworfen, dass Aufgaben zu lange dauern oder eine mangelnde Qualität aufweisen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Unternehmen wird auf Nachhaltigkeit und einen bewussten Umgang mit Ressourcen geachtet. Dazu zählen unter anderem die Mülltrennung, der Einsatz von Elektrofahrzeugen als Firmenfahrzeuge sowie die Ausstattung des Firmengebäudes mit energiesparender Technik.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter werden als vergleichsweise niedrig wahrgenommen. Da für Werbeagenturen kein eigener Kollektivvertrag besteht und auch der IT-Kollektivvertrag im Unternehmen nicht angewendet wird, gibt es keine entsprechende kollektivvertragliche Orientierung. Gespräche über die Gehaltssituation werden nach Wahrnehmung der Mitarbeitenden häufig mit dem Hinweis beantwortet, dass es in anderen Unternehmen schlechtere Bedingungen gebe.
Image
Das Unternehmen verfügt über einige langjährige Kundenbeziehungen. Gleichzeitig gibt es auch Kunden, die nach Abschluss einzelner Projekte zu anderen Anbietern wechseln.
Karriere/Weiterbildung
Auf der Firmen-Webseite wird auf Weiterbildung und Unterstützung der Mitarbeitenden hingewiesen. In der Praxis entstand jedoch der Eindruck, dass es an strukturierten Unterstützungsmaßnahmen fehlt. Neue Mitarbeitende erhalten beispielsweise keinen festen Ansprechpartner für die Einarbeitung und müssen bei Fragen eigenständig auf Kollegen zugehen, die aufgrund ihrer eigenen Aufgaben nicht immer sofort unterstützen können. Zudem fehlen strukturierte Onboarding-Unterlagen sowie Informationen zur Aufbau- und Ablauforganisation. Auch angekündigte Weiterbildungsmöglichkeiten werden nach Wahrnehmung der Mitarbeitenden nicht konsequent umgesetzt.