Größtenteils gut, Quereinsteiger müssen aufpassen, teils schlechte GF massives Problem
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kollegenzusammenhalt und ein Drittel der GF, gute Arbeitszeiten, mögliche 4-Tage-Woche, Getränkebereitstellung, flexible Urlaubsgenehmigung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zwei Drittel der GF (wobei eines massiv problematischer ist als das andere); dass Versprechen, die in der Stellenausschreibung und beim Vorstellungsgespräch gemacht wurden, nicht eingehalten werden und dass absolut unüberlegte Entscheidungen über die Kündigung von Mitarbeitern (nicht ich) getroffen werden, die im Wesentlichen eine Abteilung komplett lahmlegen.
Schade, denn 90% des Unternehmens sind super. Nur die problematischen 10% ruinieren alles.
Verbesserungsvorschläge
- Das schlechte Drittel der Geschäftsführung (GF) in Pension schicken. Ohne es wäre es ein Traum in dieser Firma und anders lässt sich das Problem nicht lösen.
- Wenn man Quereinsteiger anwirbt, dann sollte man diesen auch eine entsprechende Schulung zukommen lassen. Auch nach zwei Jahren kann ich nach wie vor 70% der Anfragen nicht beantworten oder komplett fertig bearbeiten, weil mir einfach das Wissen dazu fehlt, das ich mir selbst, ohne die Praxis zu haben, nicht aneignen kann. Und ja, ich habe das Thema mehrere Male angesprochen, aber nach Monaten vergeht einem auch die Motivation, dran zu bleiben. Meine Arbeit sollte zum Teil technisch sein - verkommen bin ich dann aber als Sekretärin eines Teils der GF. Das ist mir einfach zu wenig und zu mühsam.
- Nicht die Zeit von Mitarbeitern mit Gesprächen, wo man angeblich zuhört, verschwenden, nur, um dann den gleichen Kurs weiter zu fahren.
- Sich an Abgemachtes erinnern.
- Alle Abteilungen gleich behandeln. Es kann nicht sein, dass Abteilungen, die nicht dem guten Drittel der GF unterstehen, massiv anders behandelt werden als der Rest des Unternehmens. Paradebeispiel: Homeoffice. Mehr dazu unter “Work-Life Balance”.
- Weniger Überwachungskultur. Arbeitet man in den Abteilungen die dem schlechten Teil der GF unterstehen so a) sitzt man im gleichen Raum wie der Chef, absolut nicht angenehm, ungezwungene Gespräche mit Kollegen nicht möglich und b) muss man Testanrufe über sich ergehen lassen, obwohl das Telefon nur am Anfang, wo man ohnehin mit vielen Aufgaben und der Anwendung neuen Wissens ausgelastet ist, einige wenige Male falsch eingestellt war.
- Dem schlechten Drittel der GF klar machen, dass man klare Linien fahren muss. Denn zurzeit ist es ein “was heute gilt, ist morgen alt”.
Auch wenn ich viel Kritik anbringe, so gebe ich doch eine ziemlich gute Bewertung, da das gesamte Unternehmen, das toll ist, nichts für die Missetaten von ein, zwei Personen kann. Ich habe lange überlegt ob ich das hier schreiben soll, da ich mir genug Zeit geben wollte Abstand vom Ärger zu bekommen, kein weiteres Gespräch bezüglich meiner Worte möchte (da in der Rezension wahrscheinlich klar wird, wer ich bin) und der Teil des Unternehmens, der diese Dinge (und die 20 Seiten die ich mir im Zorn vom Leib geschrieben habe) EIGENTLICH sehen, lesen und akzeptieren müsste, nie beachten wird und sich nie verändern wird, aber mich dann doch dafür entschieden, weil ein paar Missstände im Unternehmen aufgezeigt werden müssen.
Arbeitsatmosphäre
Der Draht zu den Kollegen ist super. Man hilft sich und bemüht sich. Bis auf wenige Ausnahmen, wirklich super.
Der Draht zum guten Drittel der GF ist super. Es wird einem zugehört, sich Kritik zu Herzen genommen. Leider sind dem Drittel auch ziemlich die Hände gebunden.
Das “mittlere” Drittel der GF ist so lala, denn hier muss man genau aufpassen, was man sagt. Keine angenehme Gesprächssituation, da oft Dinge weitererzählt werden und hier viel “hinterrücks” passiert.
Und dann kommen wir zum schlechten Drittel. Mitarbeiterüberwachung, i-Tüpfel reiten in Gesprächen und absolutes Ignorieren jeglicher Feedbacks sind leider der Standard. Wutanfälle gibt es auch manchmal, und man fühlt sich so absolut nicht wohl. Null Fehlereinsicht, heftigster Narzissmus.
Image
In der Firma wurde selten gemeckert. Klar regt man sich manchmal über etwas auf, aber es ist einfach im normalen Rahmen. Klar ärgert man sich mal über einen Kollegen, aber es ist nicht tragisch. Man zieht an einem Strang. Äußeres und inneres Image stimmen größtenteils überein.
Natürlich gibt es einzelne Kolleg*innen, die immer wieder wegen ihrer Art anecken. Die gibt es aber leider überall.
Und dann sind wir leider auf der negativen Seite des anstrengenden Drittels der GF. Denn dieser Teil des Unternehmens fällt den meisten Personen zur Last. Das ganze Unternehmen wird durch dieses Drittel immer wieder aufgehalten oder ins Chaos geworfen. Und darüber ärgert man sich im ganzen Unternehmen immer wieder, ist aber machtlos.
Work-Life-Balance
OK. Kurzfristige Urlaube sind kein Problem, man spricht sich mit den Kollegen ab, Vorgesetzte sind für Urlaube unkompliziert.
Vermeidbare Überstunden aufgrund der Planlosigkeit des schlechten Drittels der GF sind mühsam und häufig.
Familie wird hier allerdings großgeschrieben - zumindest von den meisten. Dass die meisten Mitarbeiter Kinder haben, spricht für sich.
Homeoffice (HO): Arbeitet man in einer Abteilung, die dem schlechten Drittel der GF untersteht, muss man um jeden Tag kämpfen, bloß, weil die Vorgesetzten sich hier nicht mit dem firmeninternen IT-System auseinandersetzen wollen - Telefon und E-Mail existieren anscheinend auch nicht (“Ich bin das so gewohnt dass ich direkt mit meinen Mitarbeitern reden kann!” → tolles Argument!). Und das alles, währenddessen die Hälfte der Firma dienstags und mittwochs halb leer steht, weil alle im HO sind. Einmal, als ich so HO nahm, dass ich ums Wochenende nicht in der Firma war, wurde ich nächste Woche mit “Na da haben Sie ja eh ein langes Wochenende gehabt.” begrüßt. Offensichtlich wird hier geglaubt, dass man im HO nicht arbeitet. Es ist egal, wie oft man das Thema anspricht, man ist als Mitarbeiter hier immer als faul abgestempelt.
Karriere/Weiterbildung
Kann ich schwer beurteilen, da ich mich für einen Karriereaufstieg nicht wirklich interessiere, weil ich glücklich dort bin, wo ich bin.
Persönlichkeitsentwicklungsprogramme wären mir jetzt keine bekannt, aber z.B. wurde ein Erste Hilfe Kurs angeboten. Aber auch hier bin ich überzeugt, dass man über alles reden kann.
Gehalt/Benefits
Ich bin mit meiner Bezahlung zufrieden und Gehälter werden pünktlich bezahlt. Auch gibt es ein Essenszuschuss-Programm wenn man für mehrere Leute eine Mahlzeit mitnimmt und Obst, Mineralwasser, Tee, Milch, Zucker und Kaffee werden zur Verfügung gestellt.
Zur Weihnachtsfeier darf man eine Begleitung mitnehmen und hier ist der Gedanke, dass der Partner/die Partnerin die Kollegen kennen lernen kann, damit der Partner/die Partnerin auch ein Bild von den Personen hat, über die man täglich spricht. Finde ich sehr nett, die Idee.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mülltrennung passiert penibel, seit neuestem wurde ein Energiesparkonzept (das mit Ideen aus der ganzen Firma gebrainstormt wurde) erarbeitet. Man bemüht sich auf jeden Fall.
Kollegenzusammenhalt
So etwas habe ich noch nicht erlebt, und zwar im positiven Sinne. Wirklich JEDER hilft hier jedem, egal, wie viel man gerade zu tun hat. Man findet immer ein offenes Ohr für ein Anliegen und ich musste noch nie länger als 5 Minuten herumfragen, bis ich an jemanden kam, der mir helfen konnte, oder mich richtig weiterleiten konnte.
Man schließt sich auch gegen das schlechte Drittel der GF zusammen, damit man es aushält. Dieses Drittel hat keinen guten Ruf im Unternehmen und wird schnaufend und augenrollend hingenommen, weil man nichts dagegen machen kann. Es ist wirklich ein Jammer, wie extrem wenige Personen in der Chefeetage ein ansonsten wirklich tolles und nettes Unternehmen ruinieren!
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt einige ältere Kollegen und ich selbst war auch kein Jungspund mehr, als man mich einstellte. Es wird darauf geachtet, Mitarbeiter lange im Unternehmen zu behalten und man bemüht sich - wenn man nicht dem schlechten Drittel der GF untersteht. Denn dem sind bemühte Mitarbeiter vollkommen egal. Mitarbeiter sind für dieses Drittel faule Feinde, die man immer kontrollieren muss und nur böse zum schlechten Drittel sind, wenn ihnen nach Monaten an Mobbing der Faden reißt.
Vorgesetztenverhalten
Gutes Drittel: 5 Sterne! Die Tür zum Vorgesetzten steht immer offen, man kann immer mit Anregungen/Wünschen/Problemen daherkommen, auch wenn dieser viel zu tun hat. Ziele und Erwartungen werden klar definiert und die Stimme der Mitarbeiter wird immer gehört.
Das neutrale Drittel: Hatte zu wenig damit zu tun.
Das schlechte Drittel: Nicht mal ein Stern! Absolute Katastrophe. Solange man ohne Widerrede tut, was dieses Drittel möchte, so ist man fein raus, aber darf trotzdem keinen respektvollen Umgang erwarten. Gibt man Widerworte, so wird man schnell “zusammengeputzt” und ist unten durch und wird gemobbt (z.B. HO-Verbot obwohl man im Büro nicht gebraucht wird, ständig mit viel Arbeit 10min vor Dienstschluss daherkommen, damit man Überstunden machen muss, passiert ja angeblich alles nicht absichtlich, na klar). Lob ist ein Fremdwort, und wenn es ausgesprochen wird, dann klingt es häufig unehrlich, sondern eher nach einer abgedroschenen Phrase, die man den Mitarbeitern halt hinschmeißt, damit sie Ruhe geben.
Und dann gibt es noch richtig gruselige Gespräche darüber, dass Krankenstände ja eigentlich Minusstunden sein sollten... bitte?!
Arbeitsbedingungen
Umfeld ist angenehm, Sessel gut, auf Ergonomie wird geachtet (es gibt dazu auch einen eignenen Einschulungspunkt, bei dem der Arbeitsplatz angesehen und verbessert wird).
Computer sind OK, könnten für mich persönlich schneller sein, aber sind nicht so langsam, dass sie die Arbeit behindern.
Kommunikation
Einmal im Monat gibt es ein allgemeines Meeting mit der ganzen Firma. Man fühlt sich gut über das Unternehmen informiert.
Man findet schnell die Informationen, die man braucht, um gut arbeiten zu können.
Schlechtes Drittel der GF: Informationen muss man hier aus der Nase ziehen und häufig nachfragen, wenn man Antworten braucht, da hier ständig Themensprünge passieren. Man muss aufpassen, wie man Dinge anspricht, damit man Antworten bekommt. Fragt man dann einmal zu oft nach, wird man angeschnauzt (“Ich bin ja kein D-Zug!”). Dieses Drittel bearbeitet die eigenen Aufträge ohne Information nach außen und man muss dann als Mitarbeiter alles stehen und liegen lassen (auch Mitarbeiter im Urlaub werden angerufen und für nach dem Urlaub eingeteilt) und Überstunden machen, wenn diesem Drittel einfällt, dass es jetzt sofort etwas erledigt haben muss. Muss man mal pünktlich gehen, wird man angeschnauzt. Man wird nicht informiert und bekommt die Schuld für alles zugeschoben.
Gleichberechtigung
90% gegeben, alles außer das schlechte Drittel hätte 5 Sterne verdient.
Vom schlechten Drittel der GF habe ich schon durchaus meinen Teil an Chauvinismus erlebt, und zwar in 2 Formen. Eine Form waren ein paar schlechte Witze, die dünn(er)häutigen Damen als mir vermutlich etwas ausgemacht hätten, verbunden mit dem Nicht-ernstnehmen meiner Hobbys. Die zweite war, dass sobald ein männlicher Kollege zugegen war, diesem die technischen Dinge übergeben wurden, ohne nur eine Sekunde an mich zu denken. Ich war als Sekretärin abgestempelt, mir wurde nicht zugehört und ich wurde schlichtweg die Hälfte der Zeit ignoriert.
Interessante Aufgaben
Mein Anspruch an meine Stelle war, sowohl administrative und klassische Backoffice-Tätigkeiten zu machen, Kundenanfragen befriedigend beantworten zu können und technische Lösungen anbieten zu können. Für Angebote, Aufträge (hier mit eingebunden die technischen Lösungen) und Kundenberatung braucht man technisches Verständnis (welches ich besitze) und Wissen (welches dermaßen spezifisch ist, dass man es nur durch Praxiserfahrung in diesem Bereich erlernen kann). Angeworben wurde ich in der Ausschreibung mit einer “fundierten, mehrwöchigen Theorie- und Praxisausbildung” und dem Versprechen, “zum Experten” für den jeweiligen Bereich ausgebildet zu werden. Beides ist niemals passiert, auch nicht nach mehrere Male nachfragen.
Im Außendienst war ich exakt 2x mit, obwohl es manchmal für meine Ausbildung wichtig gewesen wäre. Ging übrigens nur auf Nachfrage eines männlichen Kollegens!!!
Ich hatte null Einfluss auf das eigene Arbeitsgebiet.
Im Endeffekt haben mich Langeweile und ständigem, unguten Gefühl, welche Ausreden man heute Kunden gegenüber aufgrund von schlechten Management-Entscheidungen erfinden muss, sowie das Mobbing des schlechten Drittels der GF gehen lassen.