Spannende Projekte, jedoch deutliche Defizite bei Kultur, Führung und Struktur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Spannende und technisch anspruchsvolle Raumfahrtprojekte in einem internationalen Umfeld. Guter Kollegenzusammenhalt, insbesondere unter langjährigen und erfahrenen Mitarbeitenden, die noch die frühere Unternehmenskultur unter RUAG Space erlebt haben.
Zudem bietet das Unternehmen eine gewisse zeitliche Flexibilität bei der Arbeit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Eine Unternehmenskultur, die von Angst und Unsicherheit geprägt ist. Kritische Stimmen sind kaum erwünscht, während angepasstes Verhalten eher belohnt wird.
Zudem entsteht der Eindruck, dass erfahrene und entsprechend höher vergütete Mitarbeitende systematisch an den Rand gedrängt werden.
Gleichzeitig fällt eine deutliche Zunahme an höheren Titeln auf, deren Vergabe nicht durchgehend nachvollziehbar und nicht immer klar an Leistung oder Verantwortung gekoppelt ist.
Vor dem Hintergrund der öffentlichen Eigentümerstruktur wirkt die finanzielle Entwicklung des Unternehmens aus meiner Sicht zusätzlich kritisch.
Verbesserungsvorschläge
Mit dem neuen Management besteht die Chance für eine konsequente Neuausrichtung. Dafür wäre aus meiner Sicht ein klarer personeller Schnitt in zentralen Führungsfunktionen notwendig.
Der Fokus sollte deutlich stärker auf risikoärmere Projekte und das etablierte ESA-Geschäft gelegt werden, um weitere finanzielle Belastungen zu vermeiden.
Zudem ist eine konsequente Konzentration auf wertschöpfende Bereiche wie Operations, Engineering und Projektmanagement erforderlich. Nicht direkt wertschöpfende Funktionen, die in den letzten Jahren stark ausgebaut wurden, sollten kritisch überprüft und reduziert werden.
Grössere Transformationsprojekte sollten hinsichtlich Nutzen und Wirtschaftlichkeit deutlich strenger hinterfragt werden, insbesondere wenn sie dauerhaft hohe Kosten verursachen ohne erkennbaren Mehrwert zu liefern
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist kühl, anonym und wenig vertrauensvoll. Informeller Austausch findet kaum statt. Teilweise entsteht der Eindruck, dass offene Gespräche nicht erwünscht sind bzw. mitgehört werden könnten, was die Offenheit deutlich einschränkt.
Zudem war eine spürbar erhöhte Fluktuation zu beobachten, was sich negativ auf Stabilität und Teamgefühl auswirkt.
Kommunikation
Die Kommunikation seitens des Managements ist häufig beschönigend und nicht transparent. Kritische Themen werden eher relativiert, wodurch ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Situation entsteht und Vertrauen nachhaltig beeinträchtigt wird.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist insbesondere unter langjährigen Mitarbeitenden gut und unterstützend. Auffällig ist, dass dies vor allem von Kollegen geprägt wird, die noch die frühere Unternehmenskultur unter RUAG Space erlebt haben.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist insgesamt gut und wird durch flexible Arbeitszeiten unterstützt. In Einzelfällen fallen auch Aufgaben ausserhalb der regulären Arbeitszeiten an, was jedoch durch die vorhandene Flexibilität gut ausgeglichen werden kann.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten wirkt stark vom Management vorgegeben und wenig eigenständig. Offene und vertrauensvolle Gespräche finden kaum statt. Die Kommunikation ist häufig beschönigend und bleibt oberflächlich, ohne klare Orientierung zu bieten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind insgesamt interessant und fachlich anspruchsvoll. Zu Zeiten von RUAG Space waren die Gestaltungsspielräume jedoch deutlich grösser, während sie inzwischen spürbar eingeschränkt sind.
Gleichberechtigung
Die Gleichbehandlung von Mitarbeitenden wirkt nicht durchgehend gegeben. Teilweise entsteht der Eindruck, dass jüngere Mitarbeitende sowie bestimmte Gruppen stärker gefördert werden.
Entscheidungen bei Entwicklung und Beförderung erscheinen nicht konsequent leistungsbasiert.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit langjährigen und älteren Mitarbeitenden wirkt häufig wenig wertschätzend. Es entsteht der Eindruck, dass erfahrene Kollegen an den Rand gedrängt werden. Kritische Stimmen scheinen nicht erwünscht, während angepasstes Verhalten positiv bewertet wird.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsplätze sind dicht angeordnet und stark auf Flächenauslastung ausgelegt. Teilweise ist es nicht gewährleistet, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Informeller Austausch ist am Arbeitsplatz nicht vorgesehen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zu Umwelt- und Sozialthemen kann ich keine fundierte Einschätzung abgeben.
Der Umgang mit finanziellen Mitteln wirkt jedoch wenig effizient, was insbesondere vor dem Hintergrund der öffentlichen Eigentümerstruktur kritisch erscheint.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Sozialleistungen waren auf einem guten Niveau. Gleichzeitig entsteht der Eindruck eines klaren Trends hin zu kostengünstigeren Strukturen, während erfahrene und entsprechend höher vergütete Mitarbeitende an Bedeutung verlieren. Zudem wirkt die Vergabe von Titeln und Vergütung teilweise wenig konsistent und nicht durchgehend an Verantwortung oder Leistung orientiert.
Image
Das Image war zu Zeiten von RUAG Space deutlich besser und hat sich seither spürbar verschlechtert. Zunehmende Qualitätsprobleme und eine sinkende Termintreue bei Projekten beeinträchtigen aus meiner Sicht die Leistungsfähigkeit deutlich. Der daraus entstehende Mehraufwand führt zu zusätzlichen Kosten und wirkt sich entsprechend negativ auf die Ergebnisse aus. Gerade für ein Unternehmen im Raumfahrtbereich ist diese Entwicklung besonders kritisch.
Karriere/Weiterbildung
Die Förderung wirkt insgesamt uneinheitlich. Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten hängen erkennbar davon ab, wie erwünscht Mitarbeitende sind.