1 Bewertung von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
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Das Leitmotiv ‚Customer First‘ existierte vor allem auf dem Papier. Im operativen Alltag spielte Kundenorientierung kaum eine Rolle. Stattdessen dominierte Administration sowie eine hohe Anzahl an internen Meetings und Online-Trainings mit fraglichem Nutzen, wodurch wertschöpfendes Sales- und kundenorientiertes Arbeiten weitgehend verunmöglicht wurde.
Eine tragfähige Arbeitsatmosphäre war kaum vorhanden. Fehlende Struktur, geringe operative Einbindung und unklare Führung verhinderten über längere Zeit eine funktionierende Zusammenarbeit.
Zwischen externem Image und interner Realität bestand eine deutliche Diskrepanz. Während nach aussen Professionalität kommuniziert wurde, war intern eine Kultur verbreitet, in der hinter vorgehaltener Hand über Mitarbeitende und Führung gesprochen wurde. Eine offene, respektvolle Feedbackkultur war kaum etabliert.
Angesichts der starken Grössendifferenz zwischen dem Head Office in Düsseldorf (ca. 400 Mitarbeitende) und der Schweizer Organisation (zuletzt drei Personen) wurden deutsche Arbeitsweisen und Feiertage faktisch als Massstab gesetzt. Schweizer Gegebenheiten, Feiertage und kulturelle Unterschiede spielten auf Konzernebene kaum eine Rolle.
Kann man nicht beurteilen.
Das Schweizer Team funktionierte dank sehr kompetenter Personen gut. Vorgaben und Entscheidungen aus Deutschland erwiesen sich jedoch als instabil: Strukturen änderten sich wiederholt, und personelle Abgänge erfolgten teils abrupt und ohne nachvollziehbare Kommunikation.
Erfahrung und Loyalität wurden geschätzt, solange sie mit Anpassung einhergingen. Kritische Stimmen oder direkte Hinweise auf strukturelle Probleme waren hingegen wenig erwünscht und konnten sich nachteilig auswirken. Eine offene Feedbackkultur war nur eingeschränkt vorhanden.
Führung war formal vorhanden, in der Praxis jedoch kaum spürbar. Erwartungen wurden selten konkret formuliert, Feedback erfolgte unregelmässig und meist situationsabhängig oder gar nicht. Ohne klare Führung bleibt Verantwortung einseitig bei den Mitarbeitenden.
Ein klassisches Büro in Altstetten ZH hat alles was es braucht.
Die interne Kommunikation war stark selektiv und häufig reaktiv statt vorausschauend. Entscheidungsprozesse waren für Mitarbeitende kaum nachvollziehbar, Zuständigkeiten wechselten ohne klare Kommunikation. Verlässlichkeit und Planungssicherheit waren dadurch nur eingeschränkt gegeben
Das Gehalt stellte den einzigen konsistenten Anreiz dar, um Mitarbeitende zu rekrutieren und zu halten. Darüber hinaus fehlten nachhaltige Faktoren wie klare Führung, Entwicklungsperspektiven oder eine tragfähige Unternehmenskultur.
Im Bereich Gleichberechtigung zeigten sich deutliche Defizite. In einem Team, das überwiegend aus deutschen Kollegen bestand, kam es wiederholt zu frauenfeindlichen Aussagen sowie zu grenzwertigen Memes in internen Chats. Auch zwischen den Zeilen wurde vermittelt, dass weibliche Stimmen wenig erwünscht seien. Dies erzeugte ein Arbeitsumfeld, in dem ich mich weder ernst genommen noch zugehörig fühlte.
Die Position war auf dem Papier attraktiv. In der Realität fehlten jedoch über weite Strecken konkrete Aufgaben und Zielsetzungen, sodass das vorhandene Potenzial nicht genutzt werden konnte.