Gutes Gehalt - Schlechter Umgang mit Mitarbeiter
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Diese Option wurde grundsätzlich ermöglicht und hat geholfen, den Arbeitsalltag flexibler zu gestalten. Besonders in Phasen mit hoher Belastung oder längeren Arbeitswegen war das eine spürbare Entlastung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die schlechte Kommunikation war für mich eines der zentralen Probleme. Themen wurden oft unter den Teppich gekehrt, ganz nach dem Motto: „Das wird schon wieder vergessen, dann machen wir einfach weiter wie bisher.“ Diese Haltung wirkte nicht nur respektlos, sondern auch demotivierend.
Zudem habe ich die zwischenmenschliche Atmosphäre als unauthentisch empfunden. Nach aussen wurde oft Freundlichkeit gezeigt, während hinter dem Rücken getuschelt und gelästert wurde. Es gab Mitarbeitende, bei denen man das Gefühl hatte, sie zeigen zwei völlig unterschiedliche Gesichter, je nachdem, wer gerade im Raum ist.
Was ebenfalls negativ auffiel: Kritik wurde nur selten konstruktiv angenommen. Es fehlte an echter Reflexion auf Führungsebene. Statt Lösungen zu suchen, wurde häufig verteidigt, relativiert oder ausgesessen.
Verbesserungsvorschläge
Es gäbe einiges zu verbessern, aber an erster Stelle steht für mich: Mitarbeitende sollten ernst genommen werden, insbesondere wenn sie Anliegen oder Probleme ansprechen, die das Verhalten von Vorgesetzten betreffen. Ich hatte nie das Gefühl, dass meine Themen wirklich gehört oder mit den betreffenden Personen konstruktiv besprochen wurden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt als angespannt und belastend erlebt. Ein dauerhaft hoher Stresspegel prägte den Alltag. Einige direkte Vorgesetzte verfügten nur über begrenzte Führungserfahrung, was sich negativ auf den Umgang mit dem Team auswirkte. Anstelle klarer Strukturen und Leitlinien herrschte häufig Unsicherheit. Zudem schien ein übertriebener Perfektionismus vorzuherrschen, der es nahezu unmöglich machte, Erwartungen vollständig zu erfüllen – unabhängig vom eigenen Einsatz.
Image
Nach aussen wird Funk als moderner und attraktiver Arbeitgeber präsentiert. Intern hatte ich jedoch häufig den Eindruck, dass dieses Bild nicht mit der Realität übereinstimmt. Viele Mitarbeitende waren spürbar unzufrieden mit verschiedenen internen Abläufen. Auch die hausintern kommunizierten "Funk-Werte" wie Vertrauen, Offenheit, Respekt sowie insbesondere Wertschätzung und gegenseitige Unterstützung wirkten auf mich eher wie Fassade. Sie wurden meiner Erfahrung nach nicht konsequent im Alltag gelebt.
Work-Life-Balance
Eine gesunde Work Life Balance war in meinem Erleben kaum gegeben. Überstunden schienen zur gelebten Unternehmenskultur zu gehören, obwohl im Arbeitsvertrag festgehalten war, dass Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind. Wer nicht regelmässig deutlich über das vertragliche Mass hinaus arbeitete, etwa 40 oder mehr Überstunden pro Jahr, lief schnell Gefahr, als weniger engagiert wahrgenommen zu werden. Es herrschte eine implizite Erwartungshaltung, dass man den Job stets priorisiert und Privates hintenanstellt. Manche Mitarbeitende leisteten jährlich weit über 100 Überstunden und nahmen das als stillschweigende Norm, die auch von anderen erwartet wurde.
Karriere/Weiterbildung
Funk unterstützt Weiterbildungen finanziell, teilweise sogar bis zu 100 Prozent der Kosten. Im Gegenzug verpflichtet man sich jedoch, nach Abschluss der Weiterbildung mindestens drei Jahre im Unternehmen zu bleiben. Bei einem vorzeitigen Austritt muss der gesamte Betrag zurückgezahlt werden. Die Regelung ist nachvollziehbar, kann aber auch Druck erzeugen, wenn sich die berufliche Situation verändert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt und die Sozialleistungen waren insgesamt in Ordnung. In meiner Funktion wurden marktgerechte Löhne gezahlt, was ich als fair empfunden habe. Es gibt allerdings andere Unternehmen in der Branche, die in vergleichbaren Positionen deutlich besser vergüten.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Kollegenkreis war durchwachsen. Es gab einige Kolleginnen und Kollegen auf gleicher Ebene, die Verständnis für die belastende Situation zeigten und mit denen ein ehrlicher Austausch möglich war. Viele hielten sich jedoch verständlicherweise zurück, um Konflikten oder Repressalien aus dem Weg zu gehen. Leider war es auch nicht unüblich, dass hinter dem Rücken anderer über sie gesprochen wurde
Vorgesetztenverhalten
Ich habe das Verhalten meiner Vorgesetzten insgesamt als unzureichend empfunden. Der Niederlassungsleiter vermittelte nach aussen den Eindruck, als sei alles in bester Ordnung, obwohl ich mehrfach betont habe, dass ich mit dem bestehenden Führungsstil nicht zurechtkomme. Es fehlte an einem klaren roten Faden, vieles wirkte getrieben von Perfektionismus, was dazu führte, dass ich nie das Gefühl hatte, etwas wirklich richtig zu machen.
Mir wurde zugesagt, dass das Gespräch mit der betreffenden Person gesucht werde. Ob dieses Gespräch tatsächlich stattgefunden hat oder ob das Thema einfach unter den Teppich gekehrt wurde, blieb unklar. Verändert hat sich jedenfalls nichts.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen an meinem Aussenstandort waren insgesamt in Ordnung. Die Büros waren funktional und zweckmässig eingerichtet. Am Hauptstandort in Zürich wurde deutlich mehr in die Modernisierung investiert – dort wirkte alles moderner und hochwertiger. Der Unterschied zwischen den Standorten war spürbar.
Kommunikation
Die Kommunikation im Team war leider oft unzureichend und wenig transparent. Informationen wurden häufig nur knapp und ohne Kontext per E-Mail weitergegeben – etwa mit Nachrichten wie „Danke fürs Erledigen“, ohne weiterführende Erläuterungen. Zudem war die Kommunikationskultur häufig von inoffiziellem Flurfunk geprägt: Anstatt Probleme offen anzusprechen, wurde häufig hinter dem Rücken anderer über Kolleginnen und Kollegen gesprochen und sich über sie beschwert. Das wirkte sich negativ auf das Vertrauen und die Teamdynamik aus.
Gleichberechtigung
Ich persönlich hatte den Eindruck, dass nach aussen der Anschein erweckt wurde, alle würden gleich behandelt. In der Praxis bedeutete das jedoch nicht, dass tatsächlich gleiche Bedingungen herrschten zum Beispiel in Bezug auf Gehalt oder Standort. Wenn man Gleichbehandlung ernst nimmt, müssten Mitarbeitende auf derselben Stufe unabhängig von Geschlecht oder Standort auch gleich vergütet werden. Das war aus meiner Sicht nicht der Fall.

