1 Bewertung von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
Ihr Unternehmen?
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Dass man sich für andere Kandidat:innen entscheidet, ist vollkommen legitim. Eine Absage gehört zu jedem Bewerbungsprozess. Was mich mittlerweile deutlich mehr stört, ist die Art, wie manche HR-Abteilungen Kommunikation komplett standardisieren und anschließend trotzdem versuchen, ihr einen persönlichen Anstrich zu geben. Die Begründung bei Laverana:
Man habe sich für Bewerber:innen entschieden, die „besser auf das Anforderungsprofil passen“. Das ist keine Begründung. Was passt besser? Branchenkenntnis? Vertriebserfahrung? P&L? Führung? Marktkenntnis? Unternehmensgröße? Ausbildung? Genau diese Information wäre interessant. Stattdessen bekommt man einen Satz, der alles und damit nichts bedeutet.
Danach folgen Aussagen wie „Bitte lass dich durch diese Absage nicht entmutigen.“ Auch darauf kann ich bei einer Bewerbung auf Country-Manager-Level gut verzichten. Ich brauche von einer Personalabteilung keine Motivation für meinen weiteren Berufsweg. Ich brauche eine professionelle und klare Rückmeldung zu einem professionellen Auswahlprozess und natürlich folgt anschließend noch die obligatorische Aufforderung, sich doch in Zukunft wieder zu bewerben. Warum eigentlich?
Wenn ein Unternehmen mir heute nicht einmal sagen kann, welcher wesentliche Punkt meines Profils nicht zum Anforderungsprofil gepasst hat, auf welcher Grundlage soll ich entscheiden, ob eine zukünftige Bewerbung sinnvoll ist? Besonders bezeichnend finde ich allerdings den Absender „Dein People & Culture Team“. Nicht einmal mehr ein Name. Kein Recruiter. Keine verantwortliche Person. Niemand, der für die Kommunikation steht. Für mich ist das ein erstaunliches Verständnis von „People & Culture“. Gerade wer diesen Begriff für seine Personalabteilung verwendet, sollte eigentlich wissen, dass Kommunikation zwischen Menschen stattfindet und Verantwortung einen Namen haben darf.
Natürlich kann eine Absage automatisiert sein. Natürlich kann ein Unternehmen bei vielen Bewerbungen nicht jedem Kandidaten ein ausführliches Gutachten schreiben, aber zwischen einem Gutachten und einem vollkommen inhaltsleeren Standardtext liegen einige Möglichkeiten. Ein ehrlicher Satz hätte schon gereicht wie „Wir priorisieren Kandidaten mit direkter Erfahrung in X.“, oder „Für die Rolle war uns Y wichtiger als ursprünglich angenommen.“ Das wäre klar. Das wäre nachvollziehbar und das wäre tatsächlich respektvoll.
Stattdessen entsteht der Eindruck einer HR-Organisation, die Prozesse administriert, Kommunikation anonymisiert und gleichzeitig mit Begriffen wie „People & Culture“ persönliche Nähe suggeriert.
Genau solche Prozesse sollte man irgendwann auch einmal hinterfragen. Recruiting ist für Bewerber einer der ersten echten Kontakte mit einer Unternehmenskultur. Wenn selbst bei einer Country-Manager-Bewerbung niemand persönlich für eine Absage stehen möchte und die Begründung aus einem austauschbaren Textbaustein besteht, hinterlässt das bei mir einen sehr klaren Eindruck.
Eine Absage ist kein Problem. Inhaltsleere Kommunikation ohne erkennbare persönliche Verantwortung schon. Nach dieser Erfahrung habe ich jedenfalls keinen Grund, mich bei Laverana erneut zu bewerben.